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Zhao Ming enthüllt Verfolgung bei NGO-Treffen in der UNO

7. April 2002

Ming Zhao
Trinity College, Dublin
Republik Irland


Sehr geehrte Damen und Herren !

Zuerst möchte ich Ihnen meinen Dank aussprechen für die Möglichkeit, Ihnen hier über meine Erfahrungen berichten zu können.

Ich mache gerade meinen master degree in Informatik am Trinity College in Irland. Ich bin aber auch Falun Gong Praktizierender. Falun Gong ist ein traditionelles chinesisches Meditationssystem und basiert auf den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht. Es besteht aus fünf sanften Bewegungsübungen, die vielen Millionen von Menschen weltweit Gesundheit und auch geistige Vorteile schenken konnten.

Ich begann mein Studium am Trinity College im März 1999 und Ende des Jahres flog ich über Weihnachten nach China zurück. Während meines Aufenthaltes in China ging ich zum Appellbüro in Peking, um dort zugunsten von Falun Gong einen Appell einzureichen. Als die Beamten im Appellbüro erfuhren, dass ich für Falun Gong appellieren wollte, wurde ich gefangengenommen und mit anderen Inhaftierten zur Polizeistation meiner Heimatstadt Changchun gebracht. Obwohl meiner Familie später die Erlaubnis erteilt wurde, mich mit nach Hause zu nehmen, wurde mein Paß eingezogen, so daß es mir unmöglich war, zur Fortsetzung meines Studiums nach Irland zurückzukehren.

Nach mehr als 2 Monaten Aufenthalt daheim ging ich zurück nach Peking. Am 13. Mai 2000 besuchte ich einen Studienkollegen und wurde in seinem Zimmer verhaftet. Diesmal wurde ich für mehr als ein Monat inhaftiert und in das Tuan He Arbeitslager in Peking überstellt. Ich wurde dort 22 Monate festgehalten und am 12. März 2002 freigelassen.

Während meiner Zeit im Haidian Inhaftierungslager trat ich aus Protest gegen meine Inhaftierung in einen Hungerstreik, denn ich hatte mir nichts gesetzwidriges zuschulden kommen lassen. Ich wurde von einigen Zelleninsassen mit flüssiger Nahrung zwangsernährt. Einige drückten mich mit Gewalt auf den Boden und hielten mir die Nase zu. Als ich meinen Mund öffnete, um zu atmen, spritzten sie mir die Flüssignahrung in den Mund. Mein Mundraum war sofort mit Flüssigkeit gefüllt und ich konnte nun überhaupt nicht mehr atmen. Schließlich gelangte die Flüssigkeit sowohl in die Speise- als auch in die Luftröhre, was mir äußerst starke Schmerzen in meiner Lunge bereitete. Solche Maßnahmen der Zwangsernährung sind sehr gefährlich. Yulan Mei, die Frau eines befreundeten Praktizierenden, der im selben Arbeitslager inhaftiert war, starb an der Zwangsernährung in einem Pekinger Inhaftierungslager.

Was ich im Tuan He Arbeitslager durchzumachen hatte, überstieg alle meine Vorstellungen. Alle Falun Gong Praktizierenden im Lager wurden gezwungen, ihre Falun Gong Praxis zu widerrufen. Diejenigen, die sich weigerten, hatten ein schlimme Zeit vor sich. Jeden Tag wurden wir gezwungen, sogenannte Anti-Falun Gong Bücher zu lesen, Videos anzuschauen und Audiokassetten zu hören, die voller erfundener Geschichten und schmieriger Propaganda waren. Oftmals hielt man uns vom Schlafen ab.

Während meines ersten Monats dort wurde ich von 10 Zelleninsassen, die mir später erzählten, dass ihnen dies von den Polizisten befohlen worden war, schwer verprügelt. Sie schlugen und traten gewaltsam mit den Fäusten und Knien auf meinen Körper. Meine Schenkel wurden blau geschlagen und ich konnte zwei Wochen lang nicht gehen.

Als meine erste einjährige Strafe im Arbeitslager zu Ende ging, wurde ich wieder zwei Wochen lang gefoltert. Man band mich für einen ganzen Tag auf einem Stuhl fest. Während dieses Tages schrien mich einige Zelleninsassen an, schlugen meinen Kopf und traten gegen meine Unterschenkel, so daß diese zu bluten begannen. In den ersten beiden Tagen wurde es mir nicht erlaubt, auch nur eine Minute zu schlafen. Einigen Häftlingen wurde befohlen, mich während der Nacht zu bewachen. Sobald ich meine Augen schloß, rüttelten sie an mir, damit ich wieder aufwachte. Später wurde mir erlaubt, für 1 bis 2 Stunden pro Nacht auf einem kleinen Sessel zu schlafen. Sie zwangen mich zu "Militärhocken" und "Flugzeugübung" (den Kopf auf dem Boden, den Rücken und die Arme zur Wand) für über 10 Stunden pro Tag. Bis heute leide ich noch immer unter Gefühllosigkeit meiner unteren Beinpartien. Wenn ich zu lange stehe oder gehe, schmerzen meine Beine sehr stark. Schließlich, zwei Tage vor meiner Entlassung, inszenierten sie einen Vorfall, um meine Strafe zu verlängern. Sie organisierten eine Studienrunde, und forderten jeden auf, ein Anti-Falun Gong Buch zu lesen. Als ich an der Reihe war, verweigerte ich die Mitarbeit. Am nächsten Tag wurde ich informiert, dass meine Lagerhaft wegen "Vergehens gegen die Lagervorschriften" und dem "Verbreiten entarteter Gedanken" (mit Verweis auf meine Aussagen über Falun Gong gegenüber anderen) um weitere 10 Monate verlängert worden war.

Zwei Wochen vor meiner endgültigen Freilassung dieses Jahr, banden mich fünf Polizisten auf einem Holzbett fest und schockten mich gleichzeitig mit sechs Hochstromgeräten. Die Schläge waren einige Zehntausend Volt stark und ließen meinen ganzen Körper wilde Zuckungen ausführen, zusätzlich geriet dabei eines meiner Beine in einen Krampfzustand. Die Erfahrungen im Arbeitslager haben mir schweren körperlichen und psychischen Schaden zugefügt.

Ich war nicht der einzige Verfolgte. Alle Praktizierenden, die sich geweigert hatten, Falun Gong aufzugeben, durchlebten schwere Zeiten. Ein Praktizierender im oberen Stockwerk wurde geschlagen bis er gelähmt war. Viele Praktizierende im Lager verfügten über eine sehr gute Ausbildung. Einige besaßen Doktor- oder Magistertitel. Einige waren Universitätsprofessoren. Unsere Familien hatten ebenfalls eine große Menge Leid zu ertragen. Meine Mutter hatte große Probleme in der Nacht schlafen zu können, als ich im Arbeitslager war. Manche Kinder Praktizierender blieben alleine Zuhause ohne Aufsicht zurück. Manche Familien sind in Folge getrennt worden, einige haben kein Geld mehr, um sich zu ernähren. So werden einige zigmillionen Chinesen aus allen Gesellschaftsbereichen für ihren Glauben an Falun Gong verfolgt.

Gewissens-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind fundamentale Menschenrechte. Aber erzwungene Gehirnwäschen passieren täglich in den Arbeitslagern Chinas. Als die internationale Gemeinschaft verstärktes Interesse für die Vorgänge in den Arbeitslagern zeigte, richtete China einige Lager her, um sie den fremden Besuchern vorzuzeigen, anstelle die Menschenrechtssituation wirklich zu verbessern. Die Foltereinrichtungen werden den Besuchern und Medien nicht gezeigt. Drei der fünf Polizisten, die elektrische Schockgeräte gegen mich verwendeten, waren Abteilungsleiter des Tuan He Arbeitslagers und sie wußten sehr genau, dass das, was sie taten, illegal war.

Diese Zeilen waren eine gekürzte Fassung meiner Erfahrungen im Pekinger Arbeitslager. Ich hoffe, dass dies den Menschen ermöglicht sich der aktuellen Situation in chinesischen Arbeitslagern bewußter zu werden und dass es mithilft, Zehntausende inhaftierte Falun Gong Praktizierende, die noch immer täglich gefoltert werden, zu retten. Menschenrechte sind eine Frage der Moral und sie handeln von menschlicher Würde - vom Schutz der fundamentalen Freiheit. Und ich hoffe, dass alle gutherzigen Menschen und die internationale Gemeinschaft sich weiterhin gegen diese Verfolgung aussprechen und helfen, die Greueltaten gegen Falun Gong Praktizierende in China zu stoppen.