Kommentar vom Meister:

Ich möchte allen Dafa Jüngern empfehlen, diesen Artikel zu lesen.

Li Hongzhi

1. November 2003
___________________________________________________________________________

Vor einigen Tagen habe ich den Artikel eines Mitpraktizierenden gelesen „Behandle die Periode der Fa-Berichtigung mit dem reinsten Herz“ (http://de.clearharmony.net/articles/200310/12752.html). Dieser Artikel beinhaltet eine Geschichte, in der es um die Reinheit des Wunsches, sich zu kultivieren, ging. Die Geschichte lautet wie folgt: Ein Metzger traf auf zwei Menschen, die sich zum Buddha kultivierten. Sie sagten, dass sie auf dem Weg in den Westen seien, um den Buddha zu treffen und wollten den Metzger überreden, mitzukommen. Der Metzger sagte: „Ich bin zu schmutzig und bin es nicht wert. Aber bitte nehmt mein aufrichtiges Herz mit.“ (Dies zeigte, auch wenn der Beruf dieser Person nicht gut war, besaß er immer noch das aufrichtige Herz, den Buddha zu ehren und sich nach ihm zu sehnen.) Somit schnitt der Metzger sein eigenes Herz heraus und gab es den zwei Leuten. (Dies zeigte, dass der Metzger keine Vorbehalte oder Zweifel bezüglich seines Respekts und seiner Sehnsucht nach dem Buddha hatte.) Die zwei Menschen, die den Buddha kultivierten, stimmten zu und nahmen sein Herz mit in den Westen. Als sie dem Buddha gegenüber traten, zeigte der Buddha auf einen riesigen Topf mit kochendem Wasser und fragte sie, ob sie sich zutrauten, dort hineinzuspringen. Die Beiden waren sich ziemlich unschlüssig und dachten: Vielleicht ist es am besten, wenn wir das Herz in den Topf werfen um zu sehen, was dann passiert? (Dies zeigte, dass diese beiden Kultivierenden den Worten des Buddhas nicht vollkommen glaubten und immer noch mit einem Menschenherz urteilten.) Somit warfen sie das Herz des Metzgers in den Topf und es wurde zu einem goldenen Buddha (Eine Reflektion des wirklichen inneren Zustands dieser Person). Als sie dies sahen, sprangen die Beiden sofort auch hinein. (Dies zeigte, dass die beiden Menschen eine sehr geringe Erleuchtungsqualität hatten und an der Geisteshaltung „sehen ist glauben“ festhielten. Sie taten erst, was der Buddha sagte, nachdem sie gesehen hatten, welche Vorteile sie dann bekommen.) Die Folge war, dass sie zu zwei fritierten Teigstücken wurden, eine Reflektion des wirklichen inneren Zustands dieser Personen.

In einem anderen Artikel „Zum Schluss ohne menschliche Anschauungen sein“, erzählte der Mitpraktizierende auch eine Geschichte über zwei Menschen. Einer von ihnen hatte ein eindrucksvolles Äußeres. (Alles was er machte war gut und stimmig und er erhielt von allen Seiten Lob). Nachdem er gestorben war, sahen die Menschen, die seinen Körper öffneten, dass er innen schmutzig und verfault war, und jeder sprach über diese Person als „außen prachtvoll glänzend aber innen ein verfaultes Durcheinander.“ (Die schlechten Dinge in ihm wurden vertuscht und sie wurden nicht grundlegend gereinigt.) Der andere von ihnen hatte ein sehr gewöhnliches Äußeres und fiel auf keinem bestimmten Gebiet besonders auf. Weil er ein belangloses Problem nicht lösen konnte, beging er Selbstmord. Als man ihn nach seinem Tod öffnete, sah man, dass das Innere dieser Person strahlte wie ein goldenes Licht. Die Menschen waren erschüttert und in tiefer Trauer um ihn und sagten, dass er „äußerlich einfach und ausdruckslos aber innerlich prachtvoll war.“ Sie empfanden es als Schande für ihn, dass er all das, was er erreicht hatte, aufgegeben hatte. In Wirklichkeit hatte dieser Mensch sich sehr gut kultiviert, aber er konnte es nicht erkennen. Weil er Selbstmord begangen hatte wegen eines unwesentlichen Problems, über das er nicht hinwegkommen konnte, wurden alle seine erzielten Kultivierungserfolge zunichte gemacht.

Nachdem ich diese beiden Geschichten gelesen hatte empfand ich sie als sinnvolle Aufforderungen an mich und an uns alle, unsere Xinxing besser zu kultivieren (Zustand des Herzens, moralischer Charakter) und das Fa besser zu verstehen. Aus der ersten Geschichte erkannte ich, dass, wenn man lange Zeit Dafa-Arbeit macht ohne an etwas anderes zu denken, es nicht unbedingt heißt, dass man immer den Herzenszustand hat, den ein Dafa Jünger haben sollte. Was die Frage betrifft, wie wir unseren eigenen Weg wirklich gut und aufrichtig gehen sollen, ist es nicht gleich eindeutig und tiefgehend zu verstehen.

Während der Zeit der persönlichen Kultivierung in der Vergangenheit gab es viele Leiter von Betreuungsstellen, Betreuer und langjährige Praktizierende, darunter gab es Praktizierende in China wie auch im Ausland, die oft mit dem Meister zusammen kamen und die viele Dinge für Dafa gemacht hatten und sehr kompetent waren, aber einige von ihnen hatten offensichtliche Probleme mit ihrer Xinxing. Zum Beispiel lernten sie das Fa oft nicht oder sie lernten das Fa nicht mit der geistigen Haltung eines Kultivierenden (betrachteten das Fa lediglich als Informationsquelle oder lernten das Fa aus Wissbegierde oder als eine Art Forschungsprodukt, usw.), oder sie hatten kein barmherziges Herz, hatten das bürokratische Auftreten eines gewöhnlichen Menschen oder ein starkes Hierarchiedenken, waren überzeugt von sich, waren neidisch, konkurrenzbetont, übermäßig konzentriert auf Gewinn und Verlust, usw. Natürlich waren sie immerhin am Kultivieren, deshalb gingen sie nicht den Dingen der gewöhnlichen Menschen nach. Aber wenn es unter den Praktizierenden und in Kultivierungskreisen um etwas ging, worunter sie einen „Gewinn“ witterten, verfolgten sie dieses derart krass, dass sie gar nicht mehr daran dachten. Diese Probleme haben auch die Praktizierenden, die keine verantwortlichen Positionen innehaben, zum Beispiel beneiden sie oder hegen blinde Bewunderung für bestimmte „berühmte Leute“. Dies wiederum förderte ihre unreine Geisteshaltung, aber weil sie keine verantwortlichen Positionen innehatten, erachteten sie das als nicht so wichtig. Tatsächlich reflektiert dies ihre hierarchische Denkweise der gewöhnlichen Menschen. Bei der Kultivierung im Dafa wird nur auf das Herz geschaut und nicht auf die Oberfläche und es kommt nicht darauf an, ob man eine „Berühmtheit“ ist oder nicht.

Nach dem Beginn der Verfolgung am 20. Juli 1999 wurden die Leiter der Betreuungsstellen und „berühmten Leute“ sofort gewaltigem Druck ausgesetzt. Einige von ihnen gaben sehr schnell auf; einige liefen zur Gegenseite über, und einige steckten lange Zeit tief in dämonischen Schwierigkeiten. Diese Zeit verursachte erhebliche Bestürzung und Störungen bei einigen der Praktizierenden und auch ich war tief erschüttert. Ich dachte: „Höchstwahrscheinlich kommt es daher, dass sie jeden Tag zu viel Arbeit hatten und sich nicht darauf konzentrierten, sich die Zeit zu nehmen, das Fa gut zu lernen, deshalb war keine gute Grundlage für ihre Xinxing und ihre Kultivierung geschaffen. Wir sollten alle aus dieser Lektion lernen und das Fa mehr lernen.“

Zu jener Zeit war die Konzentration beim Fa-Lernen hauptsächlich auf die Wahrung der Quantität gerichtet anstatt darauf, das Fa tiefgehend zu lernen und die Xinxing zu kultivieren. Deshalb konnten viele Probleme nicht gelöst werden, das Verständnis der Fa-Grundsätze erhöhte sich nicht stetig und manchmal gab es große Störungen beim Fa-Lernen. Später, als der Meister immer mehr Vorträge über die Fa-Berichtigung hielt, vertiefte sich allmählich mein Verständnis über diese Sache. Erstens haben diese Menschen vielleicht unwissend in der Begeisterung für die Arbeit der gewöhnlichen Menschen, ihre Fähigkeiten, ihre Opferbereitschaft, und die Art und Weise der Arbeit der gewöhnlichen Menschen mit ihrer eigenen Rolle in der Falun Dafa Kultivierung vermischt. Sie haben nicht beachtet, dass sie immer noch grundlegende Eigensinne hatten und haben sich in Konfliktsituationen, die aufgrund ihrer eigenen Xinxing Probleme entstanden sind, nicht ernsthaft kultiviert. Andererseits haben sie sich gewohnheitsmäßig als etwas „Besonderes“ oder als „privilegiert“ gesehen, anstatt zu erkennen, dass sie für etwas kämpfen oder nach etwas streben. Zweitens waren einige dieser Menschen von den alten Mächten geschickt worden mit dem Ziel, die Praktizierenden zu testen oder auszusortieren, die eine starke Geisteshaltung gewöhnlicher Menschen hatten. Einige waren geschickt, um in schwierigen Zeiten einen negativen Einfluss auszuüben, aber sie bekamen diese Arbeit nicht etwa, weil sie eine bessere Xinxing hatten als die anderen. Aber der Meister möchte alle Wesen retten, deshalb stimmt er vielen Dingen zu und dreht die Dinge herum – ändert die grundlegende Natur der Dinge inmitten solcher Arrangements, und vernichtet somit die Arrangements der alten Mächte. Drittens, als sie einige Dinge in Kultivierungskreisen machten, wurden sie gestört von dem Eigensinn nach Ruhm und Gewinn. Sie waren nicht in der Lage, sich mit einem starken Hauptbewusstsein gut zu verhalten. Stattdessen kamen ihre Eigensinne nach Ruhm und Gewinn, Konkurrenzdenken und Neid zum Vorschein und eskalierten. Daraus entstanden neue Probleme in der Arbeit selbst sowie in der Kultivierung.

In den vier Jahren der Kultivierung in der Fa-Berichtigung sind die Mitpraktizierenden auf dem Festland China in der Sache der Fa-Bestätigung und der Errettung von Lebewesen im Sinne von „ein großer Weg hat keine Form“ geprägt worden. Jeder einzelne ist verantwortlich für seine oder ihre eigene Kultivierung und für seine oder ihre Dafa Arbeit und übernimmt die selbständige Koordination untereinander und man kann sagen, dass tatsächlich jeder Einzelne von uns ein Verantwortlicher für die Kultivierung in der Fa-Berichtigung geworden ist. Obwohl es im Ausland viele Falun Dafa Vereine und Betreuungsstellen gibt, und viele Projektteams und viele neue verantwortliche Leute dazugekommen sind, gibt es die Dinge mit einer sichtbaren Form nur deshalb, um sich den Formen der gewöhnlichen Menschen anzupassen. Wenn es um die echte Kultivierung in der Fa-Berichtigung geht, ist jeder Dafa Jünger verantwortlich für sich selbst, für den Meister, für das Fa und für die zu errettenden Lebewesen. Ich denke, dass in diesem Prozess alle unsere neuen und alten „verantwortlichen Leute“ aus den oben besprochenen Lektionen gründlich lernen, damit sie von dem Eigensinn nach Ruhm und Gewinn und von der Auffassung der gewöhnlichen Menschen über „Berühmtheiten“ oder von dem Hierarchiedenken unberührt bleiben und nicht zu der Schlussfolgerung kommen, dass sie bestimmt schon bei der Kultivierung sind, weil sie so sehr mit der Dafa-Arbeit beschäftigt sind. Nur wenn wir aufrichtig in jedem Moment und in jeder Umgebung das Fa in unseren Herzen tragen und es immer als Maßstab nehmen, und von Herzen darüber nachdenken, wie wir dem Fa, den Lebewesen und unserer eigenen Kultivierung gegenüber Verantwortung tragen können, dann kann jeder von uns „Verantwortlichen“ jeden Schritt gut und aufrichtig gehen.

Die zweite Geschichte erinnerte mich an etwas ganz anderes. Wenn ein gewöhnlicher Mensch Selbstmord begeht, wird großes Karma erzeugt und schwierige Konsequenzen geschaffen. Aber wenn ein Kultivierender Selbstmord begeht, hat er die Sünde begangen, einen Buddha getötet zu haben, und die Folgen davon sind noch komplizierter und noch schwieriger. Es gibt eine Episode in der Kultivierungsgeschichte von Buddha Milarepa. Nachdem Milarepa verschiedene Formen von enormen physischen und geistigen Leiden auf der Suche nach dem rechtschaffenen Fa ertragen hatte, meinte er, dass vielleicht sein Karma zu groß war und er nicht in der Lage sei, zu seinen Lebzeiten ein rechtschaffenes Fa zu erlangen. Deshalb hat er in äußerst großem Schmerz über einen Selbstmord nachgedacht. Er sagte: „Da Marpa und Marpas Frau wegen meiner Sünden in großen Schwierigkeiten sind und da ich mit diesem Körper keinen Erfolg in der Kultivierung haben werde, sondern nur meine Sünden anhäufe, werde ich mich selbst töten.“ Dann nahm er sein Messer und wollte Selbstmord begehen. In diesem Moment packte ihn ein Lama namens Ngokpa und sagte ihm unter Tränen: „Tu das nicht! Unsere Fähigkeiten und unser Verstand sind von Natur aus göttlich, dies wäre die Sünde, einen Buddha zu töten. Es gibt keine größere Sünde auf Erden, als Selbstmord zu begehen. Sogar in den allgemeinverständlichen Sutren gibt es keine größere Sünde als sein eigenes Leben auszulöschen. Da du das jetzt weißt, gib den Plan auf, dich selbst umzubringen.“ Und hier handelt es sich lediglich um die Situation eines Kultivierenden in der Phase der persönlichen Kultivierung. Aus anderer Sicht gesehen fordert die Kultivierung in der Fa-Berichtigung von uns, dass wir in jeder Situation zuerst an die anderen denken, und wir kultivieren die aufrichtige Erleuchtung, völlig selbstlos zu sein und die anderen immer vor uns selbst zu stellen. Außerdem haben die Jünger in der Fa-Berichtigung besondere historische Missionen, wenn wir daher Leiden ertragen, haben wir dann an die Leiden gedacht, die der Meister erduldet, an die Schmerzen, die der Meister übernommen hat und an die empfindsamen Wesen, die sehnsüchtig warten?

Wie der Mitpraktizierende schrieb: „Während der Verfolgung wurden viele Schüler gezwungen, von Ort zu Ort zu ziehen und verloren ihre Arbeit. Aus der Sicht der gewöhnlichen Menschen haben diese Menschen nichts in Bezug auf ihre Karriere und besitzen nichts Beachtenswertes. Aber aus der Sicht der Kultivierenden und Gottheiten tun diese Menschen die heiligsten, großartigsten Dinge der Dafa-Bestätigung und der Errettung der Lebewesen. In der letzten historischen Phase der Fa-Berichtigung des Kosmos können wir absolut nicht an irgendeinem Eigensinn der gewöhnlichen Menschen festhalten. Wir können es uns nicht leisten, nicht fleißig in unserer Kultivierung voranzukommen, weil wir die Früchte unserer eigenen Kultivierung nicht sehen können – oder noch schlimmer, unsere Kultivierung aufzugeben, und zum Schluss alles in einem Augenblick zu zerstören.

Durch das Fa-Lernen bin ich auf eine tiefere Bedeutungsebene vorgedrungen, dass heißt, in Wirklichkeit geht es bei der Kultivierung in der Fa-Berichtigung nicht darum, was wir für Dafa aufgegeben haben, was wir für Dafa tun möchten oder wieviel wir getan haben – es geht darum, ob wir wirklich den enormen Sinn der Fa-Berichtigung erkennen können, und ob wir die Zukunft, die der Meister für uns eingerichtet hat, schätzen und in aller Bescheidenheit annehmen können. Ohne den Meister gibt es keine Fa-Berichtigung. Ohne die Fa-Berichtigung des Meisters würde kein Lebewesen des alten Kosmos eine Zukunft haben. Die Fa-Berichtigung ist grenzenlos barmherzig während sie zur gleichen Zeit unvergleichlich heilig und ernst ist. Die Fa-Berichtigung kann nicht von irgendeinem Wesen oder einem menschlichen Eigensinn benutzt werden.