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Alte Kultivierungsgeschichten: Stärke entsteht aus Wunschlosigkeit

29. Juni 2006

(Minghui.de) Eines Tages, als Konfuzius (1) Schüler unterrichtete, konnte er ein Seufzen nicht vermeiden: „Ich habe noch keinen wirklich starken Menschen gesehen.”

Seine Schüler waren durch seine Worte verunsichert, weil sie meinten, Schüler wie Zilu und der junge Shen Cheng hätten eine starke Willenskraft. Besonders Shen Cheng, obwohl er sehr jung war, würde nicht so leicht einen Kompromiss eingehen. Selbst unter seinen Älteren und Mitschülern würde Shen Cheng seine hartnäckige Einstellung nicht verheimlichen. Jeder gab ihm gegenüber bis zu einem gewissen Grade nach.

Als die Schüler Konfuzius so darüber seufzen hörten, dass er niemals einen wirklich starken Menschen gesehen hätte, antworteten sie alle spontan: „Wenn Sie über Stärke sprechen, sollte Shen Cheng diesen Titel verdienen.”

Konfuzius sagte: „Shen Cheng hat viele Wünsche. Wie könnte man ihn stark nennen?”

Ein Student fragte: ”Shen Cheng erweckt nicht den Eindruck einer gierigen Person. Wie kann dann der Lehrer sagen, dass er viele Wünsche hat?”

Konfuzius erwiderte: „So genannte ,Wünsche' bedeuten nicht notwendigerweise, heftiges Verlangen nach Geld zu haben. Einfach ausgedrückt, ein eigennütziger Gedanke, der einen um einen Vorteil gegenüber anderen kämpfen lässt, ist ein Wunsch. Obwohl Shen Cheng aufrecht ist, hat er es gern überlegen zu sein, und oftmals wird er ganz leicht emotional. Das ist in sich selbst eine Art Wunsch. Wie könnte man eine Person wie ihn stark nennen?”

Konfuzius führte weiter aus: ”So genannte 'Stärke' bedeutet nicht, Überlegenheit zu gewinnen; stattdessen ist es die Stärke, ertragen zu können. Nur jemand, der seine Wünsche kontrolliert, niemals dem Willen des Himmels zuwider handelt, beständig ist, in seinem Geist und seine Prinzipien nicht so leicht ändert, kann als wirklich stark bezeichnet werden.”

Aus dem Lun Yu (2)

Anmerkungen:

1. Konfuzius (551 - 479 v. Chr.) war ein berühmter chinesischer spiritueller Meister. Seine Morallehren haben 2.000 Jahre lang, das Leben und Denken in Ostasien tief beeinflusst.

2. Lun Yu oder Analekten von Konfuzius, sind Aufzeichnungen der Worte und Handlungen des chinesischen Weisen und Heiligen, Konfuzius und seiner Schüler, sowie der von ihnen geführten Diskussionen. Der chinesische Titel von Lun Yu bedeutet wörtlich „Reden des Konfuzius”.