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Die Gefahr, Eigensinne wachsen zu lassen

21. August 2008 |   Von einem Falun Gong Praktizierenden aus Toronto

(Minghui.de) Da ich an immer mehr Projekten zur Bestätigung von Dafa beteiligt bin, der Ticketverkauf für die Herbst-Show von Divine Performing Arts immer schwieriger wird und der Fortschritt der Fa-Berichtigung dem Ende immer näher rückt, merke ich, dass meine Kultivierung immer höhere Anforderungen an mich stellt und sich verschiedene Eigensinne immer offensichtlicher zeigen. Wie kann ich diesen ernsthaften Weg der Kultivierung korrekt gehen? Mein plötzliches Gewahrsein der Gefahr meiner wachsenden Eigensinne verursachte ein sehr tiefes Gefühl. Deshalb schrieb ich meine Erfahrung nieder, um mit den Mitpraktizierenden auszutauschen und in der Hoffnung, dass andere von meiner Lektion lernen können.

Auslöser

Es war ein gut gemeinter Hinweis eines Mitpraktizierenden, der mich veranlasste, diesen Artikel zu schreiben. Diese Erinnerung erlaubte mir, viele meiner Eigensinne zu finden, die sich tief versteckten und von denen manche sogar immer schlimmer wurden. Für einen Kultivierenden sind der Fortbestand seiner Eigensinne und besonders jene, die immer größer werden, sehr gefährlich. Deshalb schätze ich es sehr, dass dieser Praktizierende mich darauf hingewiesen hat.

Vor kurzem als ich mit einem Mitpraktizierenden über die unerwünschte Kultivierungssituation einiger anderer Praktizierenden und von einigen Problemen sprach, auf die diese trafen, wies mich dieser Praktizierende plötzlich auf etwas hin: „Wenn Du von den Problemen anderer sprichst, scheinst Du dich darüber zu freuen.” (Tatsächlich meinte der Praktizierende, dass ich Gefallen am Unglück anderer habe, doch aus Höflichkeit benutzte er diese heftigen Worte nicht.) Für einen Moment war ich verblüfft. Warum vermittelte ich so einen Eindruck? War das nicht erschreckend? Diese Worte alarmierten mich wirklich sehr. Ich dachte in dieser Nacht viel nach und grub einige meiner tief verborgenen Eigensinne aus. Ich bin mir sicher, dass ich noch nicht alle ausgegraben habe und einige noch immer verborgen sind. Ich bitte meine Mitpraktizierenden, mir noch weitere Hinweise zu geben. Vielen Dank!

Die Eigenschaft der Geltungssucht

Die Eigenschaft der Geltungssucht ist mein größter Eigensinn; es ist auch einer von jenen, den ich versuchte abzulegen, doch ich schaffte es nicht vollständig. Ich erinnere mich, dass, als ich mit der Kultivierung begann, mir der Meister in einem Traum einen klaren Hinweis zu dieser Angelegenheit gab. Es war ein sehr klarer Traum. Darin saßen alle rund um den Meister herum und der Meister erklärte das Fa. Neben dem Meister stand eine Trophäe (mein Eindruck war, dass dies eine Auszeichnung für den Meister von einer Organisation der gewöhnlichen Menschen war.) Nach der Fa-Lektion nahm der Meister die Trophäe in die Hand und fragte: „Wer möchte sie haben?” In diesem Moment standen nur ein Praktizierender und ich ängstlich auf und wollten sie haben. Da ich näher beim Meister saß, gab er sie mir.

In diesem Moment des Traumes fühlte ich mich glücklich und dachte, dass mich der Meister belohnen würde. Ich fragte den Meister mit leiser Stimme: „Warum möchten Sie sie nicht?” Der Meister antwortete allen: „Warum will einer unserer Kultivierenden diesen Ruhm und dieses Glück der gewöhnlichen Menschen?” In dem Traum stand ich dort, die Trophäe in der Hand haltend und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich wollte sie wirklich jenem Praktizierenden weitergeben, der zuvor mit mir aufgestanden war. Dann sagte der Meister zu mir: „Es ist okay für dich, sie zu behalten, weil du sie bereits bekommen hast. Es wäre aber gut für dich, wenn du diesen Eigensinn loslassen könntest.”

Nachdem ich aufgewacht war, war mir nicht ganz klar, welchen Eigensinn der Meister gemeint hatte. Mein Mann sagte, nachdem er von dem Traum erfuhr: „Denk nach. Wenn dir der Meister wirklich eine Trophäe als Auszeichnung gegeben hätte, wäre es außergewöhnlich, wenn du sie nicht der ganzen Welt zeigen würdest. Der Meister möchte, dass du deine starke Eigenschaft der Prahlerei loslässt.”

Seitdem war ich entschlossen, meine Mentalität des Angebens loszulassen. Doch nach vielen Jahren schien sie stärker geworden zu sein, anstatt zu verschwinden. Der Meister sagte im Zhuan Falun: „Die Geltungssucht kann sich überall zeigen, auch bei guten Taten kann sie sich zeigen.” (Zhuan Falun, Lektion 6, „Geltungssucht”, Übersetzungsversion 2000)

Wenn ich Berichte, Artikel und Erfahrungsberichte verfasste, schrieb ich sie mit einer starken Mentalität von Geltungssucht. Wenn ich Mitpraktizierende sagen hörte: „Mir gefällt dein Erfahrungsbericht. Mir gefallen deine Berichte. Warum schreibst du nicht auch weiterhin? Deine Erfahrung ist wirklich berührend. Warum schreibst du keinen Artikel über diese Angelegenheit, um jeden zu ermutigen? Wie wäre es, wenn du diese Angelegenheit koordinieren würdest, weil du die anderen Praktizierenden motivieren kannst?” Inmitten dieser lobenden Worte blähte sich meine Geltungssucht offensichtlich noch weiter auf, anstatt aufgelöst zu werden. Deshalb, wenn ich von einer unerwünschten Kultivierungssituation anderer hörte, hatte ich die Angewohnheit, auf sie hinab zu schauen, in der Meinung, selbst besser zu sein.

Neid

Der Meister sagte:

„Der Neid ist ein sehr ernsthaftes Problem, weil es sich direkt um die Frage handelt, ob wir uns zur Vollendung kultivieren können oder nicht. Wenn der Neid nicht beseitigt wird, werden alle Gesinnungen, die man kultiviert, sehr schwach und zerbrechlich. Hier gibt es eine Regel: Wenn einer bei der Kultivierung nicht auf seinen Neid verzichtet, kann er keine richtige Frucht erhalten, er kann keinesfalls die richtige Frucht erhalten." (Zhuan Falun, Lektion 7, „Neid”)

Jedes Mal wenn ich diesen Absatz des Fa las, schien es, als ob ich entschlossen wäre, meinen Neid aufzugeben. Jedoch dachte ich, dass mein Eigensinn in dieser Richtung nicht stark sei; ich dachte, dass ich besser als andere sei und dass es nicht viele Gelegenheiten gäbe, wo ich auf sie neidisch sein könnte; es war möglich, dass andere mehr Gelegenheiten hätten, auf mich neidisch zu sein.

Jedoch war es nicht so, wie ich dachte. Wenn ich andere Gutes über Mitpraktizierende reden hörte, erzählte ich von deren Unzulänglichkeiten. Wenn ich sah, dass ein anderer Praktizierender etwas Gutes tat, sagte ich zu diesem einige lobende Worte, doch im Inneren war ich etwas eifersüchtig auf ihn; ich dachte, wenn ich es getan hätte, wäre es noch besser gelungen. Wenn ich einige junge und hübsche Praktizierende sah, erschien unbewusst sofort ein Gedanke: „Als ich jung war, sah ich auch so gut aus wie ihr.” Wenn ich einige Praktizierende sah, die weibliche Sanftmut zeigten (ich hatte diese nicht) kam mir in den Sinn: „Mach das nicht mit mir” und so weiter.

All diese Eigensinne existierten in meiner Kultivierung. Ich sollte sie auflösen, sobald ich sie erkenne, sonst werden sie sich anhäufen und vergrößern und zum Schluss sehr gefährlich sein.

Die Mentalität des Verdeckens

Je mehr Erfahrungsberichte ich schrieb, umso williger waren einige Praktizierende, mit mir auszutauschen. So dachte ich, dass mein Verständnis von den Prinzipien des Fa besonders gut wäre. Wenn einige Praktizierende zu mir zum Austausch kamen, verwendete ich die Fa-Prinzipien, um sie zu überzeugen. Tatsächlich, wenn ich später nach innen schaute, fand ich auf der einen Seite, dass ich die Worte des Meisters verwendete, um Anforderungen an die anderen zu stellen und auf der anderen Seite verdeckte ich meine Eigensinne und Unzulänglichkeiten. Ich hatte Angst davor, dass andere Praktizierende denken könnten, mein Verständnis wäre unklar, und ich fürchtete, dass sie merken könnten, dass meine Kultivierung weit hinter meinen Worten lag.

Deshalb, wenn ich mit anderen sprach, klang es so, als basiere es auf dem Fa. Jedoch vermied ich die Themen, die mein Essentielles berühren würden. Ich hatte ein Gefühl der Erleichterung, wenn ich über andere Praktizierende sprach, die auf Probleme stießen, weil ich meine eigenen Unzulänglichkeiten verdecken konnte, in dem Gefühl, dass meine Gedanken etwas ausgeglichener seien, weil einige andere Praktizierende nicht so gut wären wie ich.

Meinen Mund nicht kultivieren

Eines Tages tauschte sich ein Mitpraktizierender mit mir eine Weile lang aus. Zum Schluss sagte er mit Bedauern: „Ich bin fertig. Ich habe dir alles erzählt und die ganze Welt wird davon erfahren.” Damals begann ich zu erkennen, dass mein unkultiviertes Reden sehr schlecht war. Als er dies sagte, wollte ich es immer noch nicht annehmen und fand immer noch Ausreden. Ich sagte: „Vielleicht ist es so, je mehr du dich sorgst, dass ich deine Geschichte anderen erzählen könnte, tendiere ich möglicherweise noch mehr dazu, es zu tun. Lass deinen Eigensinn los und ich werde es vielleicht nicht jedem erzählen.” Ich suchte mit diesen vernünftigen Worten im Außen.

Der Meister sagte:

„Also wenn wir vom „Mund kultivieren" reden, dann bezieht sich das auf den Ruhm und Reichtum der gewöhnlichen Menschen, der nicht losgelassen werden kann, und auf das, mit dem die Kultivierenden bei der praktischen Arbeit in der Gesellschaft nichts zu tun haben; oder darauf, dass die Schüler der gleichen Schule miteinander Sinnloses reden; oder dass jemand aus Eigensinn prahlt; oder dass jemand Klatsch verbreitet, den er über Hörensagen erfahren hat; oder dass jemand über manche andere Sachen der Gesellschaft begeistert ist und sehr gerne darüber redet. Ich denke, all dies ist Eigensinn der gewöhnlichen Menschen. Und ich denke, dass wir in diesen Bereichen den Mund kultivieren sollen. Das ist das „Mund kultivieren", von dem wir sprechen." (Zhuan Falun, Lektion 8, „Mund kultivieren»)

Ich erinnere mich daran, als unser Orchester einmal nach Ottawa ging, um an einer Parade teilzunehmen. Mehrere Praktizierende fragten mich: „Warum gehst du nicht mit?” (Zuvor begleitete ich das Orchester immer, um Berichte zu schreiben.) Als ich von mehreren Praktizierenden gefragt worden war, antwortete ich: „Ich kann kein Instrument gut spielen, was sollte ich dort tun?” Ein Mitpraktizierender scherzte: „Deine Prahlerei ist in Ordnung.” Jeder lächelte. Wenn das früher passiert wäre, hätte ich es vielleicht sogar als Lob aufgefasst.

Einem Praktizierenden passiert jedoch nichts zufällig. Ich fragte mich zu diesem Zeitpunkt: „Sollte ich das „Mund kultivieren” von nun an nicht doch ernster nehmen?” Meine Art ist es, zu sagen, was immer ich mir denke, ganz gleich ob es gut, schlecht, lustig oder weniger lustig ist. Ich sage es einfach, ohne nachzudenken, ob es die anderen annehmen können oder ob es andere verletzt. Ich muss mir einfach alles von der Seele reden.

Ich erinnere mich, als wir einmal nach New York City fuhren. Mein Auto mit sieben Sitzen war gerammelt voll, während ein Auto mit fünf Sitzen nur mit drei Personen fuhr. Ich fragte diejenigen in meinem Auto, ob jemand in das andere wechseln möchte, doch keiner wollte. Der Grund war, dass sie in meinem Auto die ganze Fahrt über lachen konnten. In der Nacht schliefen sie lieber auf dem Boden, als in andere Räume zu gehen, weil sie meiner Prahlerei lauschen wollten. Je mehr Komplimente mir die Praktizierenden machten, desto mehr wuchs mein Eigensinn. Schließlich brachte ich sie dazu, sich vor lauter Lachen zu krümmen, und genoss gleichzeitig die Selbstzufriedenheit.

Tatsächlich enthüllte diese Art von beiläufigem Geplapper viele meiner Eigensinne: Selbstbezogenheit, Angeberei, Fanatismus und nicht an andere denken. Diese Art des Plauderns brachte gleichzeitig auch sehr große Barrieren und Probleme für meine Kultivierung mit sich. Doch ich fühlte mich immer noch zufrieden, wenn mir andere Komplimente machten, dass ich fähig sei, Geschichten zu erzählen und Artikel zu schreiben. Es war bereits eine sehr gefährliche Situation für mich. Deshalb verstand ich, dass mir der Meister mit den Worten des Mitpraktizierenden, „meinen Mund zu kultivieren” einen Hinweis gab.

Wenn andere auf Probleme stoßen, unterstützt sie mein unkultiviertes Reden dabei nicht, sondern verursacht stattdessen noch größere Probleme für sie. Deshalb ist das Kultivieren des Mundes sehr förderlich, ohne Mängel für andere und für mich selbst. Ich muss wirklich sehr darauf achten, meinen Mund gut zu kultivieren.

Zusammenfassung

Der Meister sagte:

„Wenn du nach innen schauen kannst, ist das eben für dich eine Chance, einen schwierigen Pass zu überwinden und in einen neuen Zustand einzutreten. Warum betrachtet ihr das nicht so? Ihr schiebt es nach außen, wenn ihr auf dämonische Schwierigkeiten stoßt. Ich habe gesagt, dass alles zu eurer Erhöhung dient, ganz gleich, ob ihr bei den Sachen der Fa-Bestätigung und Errettung aller Wesen Auseinandersetzungen habt oder etwas hört, was ihr nicht gerne hört. Denn deine Erhöhung steht an erster Stelle, wenn du dich nicht erhöhst, kann von nichts Weiterem mehr die Rede sein, auch von der Erlösung aller Lebewesen kann dann nicht mehr die Rede sein. Wohin gehen die Wesen, die du errettet hast, ohne deine Erhöhung, ohne deine Vollendung? Wer will sie dann haben? Warum betrachtet ihr das nicht auf diese Weise? Natürlich ist es sehr schwer, alles unter den gewöhnlichen Menschen perfekt zu machen und das wahrhaftig und zu jeder Zeit. Zumindest bei entscheidenden Fragen, bei der Errettung aller Wesen und der Kultivierung, sollt ihr das so sehen, oder? " („Fa-Erklärung auf der New Yorker Fa-Konferenz 2008", 24.5.2008)

Der Meister hat uns dies so ausdrücklich erklärt. Wenn wir immer noch nicht nach innen schauen, um uns zu kultivieren, können wir das Dafa dann gut bestätigen? Können wir den Bemühungen des Meisters, uns zu erretten, würdig sein? Haben wir für uns selbst genug getan? Ich möchte meinem Mitpraktizierenden, den ich zu Beginn erwähnte, danken, dass er mich aufgeweckt hat und mir diese Gelegenheit gab, tief auf meine Mängel zu schauen. Ich hoffe, dass dies für mich auch eine Gelegenheit ist, mich zu verbessern.

Bitte weist mich auf Fehler hin. Ich danke allen!