(Minghui.org)

Fortsetzung von Teil I: http://de.minghui.org/artikel/80786.html

Folter im Frauengefängnis Liaoning

Die Strafanstalt Nr.1 in Shenyang fuhr fort, mich zu überwachen. Als sie sahen, dass ich mich wieder etwas erholt hatte, nahmen sie mich am 12. Juli 2011 aus meinem Apartment-Komplex und brachten mich am nächsten Tag in das Frauengefängnis Liaoning.

Eine Woche Streckbett-Folter

Bei meiner Ankunft teilte mich Liu Jie, die Leiterin des Gefängnispersonals, für eine Woche Folter auf dem Streckbett ein. Meine Arme und Beine wurden an die vier Ecken eines Metallbettes gebunden. Es gab keine Matratze auf dem Bett, nur ein Holzbrett. Ich war in dieser Position eine ganze Woche rund um die Uhr festgebunden.

Mitte Juli war es sehr heiß in Shenyang. Mir wurde Wasser verweigert. Wenn ich verzweifelt nach Wasser rief, gab man mir nur einen Wasserflaschendeckel voll davon. Ich konnte mich nicht bewegen, auch nicht während der Mahlzeiten. Ich musste schreien, wenn ich etwas brauchte, aber bald wurde mein Mund zugeklebt.

Ich konnte meine Füße nicht sehen, aber meine Hände waren schwarz und blau. Die Haut um mein Steißbein war von meinen Bewegungen ganz aufgescheuert. Ich erlebte in dieser Woche mehrere Krämpfe.

Um die Sache noch schlimmer zu machen, kassierte das Gefängnispersonal 19 Yuan (ca. 2,40 Euro) in bar von mir für die Seile, die sie benutzten, um mich auf dem Metallbett festzubinden.

Akustische Folter, Gehirnwäsche und Demütigung

Bei einer Gelegenheit, nahm Liu mich mit in einen Raum ohne Überwachungskameras und zwang mich, auf einem Bett zu liegen. Mein Kopf wurde über einem mit einer Decke bedeckten Metallbehälter positioniert. Eine Insassin saß neben mir und schlug auf den Metallbehälter. Wegen der Intensität des Klangs, dachte ich, dass der Behälter aus Messing war. Mein Kopf dröhnte noch zwei Tage danach, und mein Gehirn fühlte sich taub an.

Ich konnte nicht aufstehen und musste im Bett liegen. Ich wurde gezwungen, Filme anzuschauen, die Falun Gong verleumdeten. Einmal, mitten in der Nacht, wurde mein Kopf von einem Gerät angesaugt, aber ich konnte nicht sehen, was es war. Die Insassinnen beleidigten mich mit Worten.

Nach einem Monat sagten mir die Gefangenen, dass diejenigen, die mehr als einen Monat unbeweglich im Bett gelegen hatten, Strafaussetzung zwecks medizinischer Behandlung bekommen könnten, wenn sie kooperierten. Sie hielten mir die dafür vorgesehenen Antragsformulare unter die Nase. Ich wusste, dass ich eine ‚medizinische Strafaussetzung‘ nur unter einer Voraussetzung bekommen würde: Verzicht auf meinen Glauben an Falun Gong.

Auch wenn ich auf Freiheit und Bequemlichkeit aus war, nachdem ich einen Monat lang geistig und körperlich gefoltert worden war, wollte ich diesen Preis nicht dafür zahlen!

Nach der einwöchigen Streckbett-Folter waren meine Beine und Füße häufig taub. Da ich mich weigerte, meinen Glauben an Falun Gong aufzugeben, eskalierten Folter und Demütigung. Mir wurden oft die persönlichen Hygienebedürfnisse aberkannt.

Die Insassinnen schleppten mich in den Duschraum, ohne dass sie mir erlaubten mich zu reinigen. Dann lachten sie mich aus, weil ich so übel roch.

Der Winter in Shenyang ist sehr kalt. Die Temperatur kann auf -30° C fallen. Die Fenster in den Gefängnistoiletten waren in der Regel offen.

Nach der Folter auf dem Streckbett hatte ich große Schwierigkeiten, auf der Toilette in die Hocke zu gehen. Bei einer Gelegenheit verboten mir die Häftlinge das Festhalten an den Wänden im Bad. Ich verlor das Gleichgewicht und fiel hin. Die Badezimmer hatten keine Türen. Ich blieb über eine halbe Stunde auf dem Rücken liegen, mit meinem entblößten Unterleib und meinem Kopf auf dem Abfallbehälter für Toilettenpapier.

Erzwungene Urin- und Bluttests

Meine Beine und Füße waren stark geschwollen. Liu Jie nahm mich häufig mit in das Gefängniskrankenhaus, aber nicht, um meine Beine und Füße behandeln zu lassen. Als sich ein Arzt anbot, einen Blick auf meine Beine und Füße zu werfen, winkte Liu ab und fragte stattdessen nach einem Antibiotikum. Sie sagte dem Arzt, dass ich eine Infektion der Harnwege hätte. Ich weigerte mich, das Antibiotikum zu nehmen, weil ich keines der von ihr beschriebenen Symptome hatte.

Ich wurde gezwungen, mich alle zwei, drei Tage Urin- und Bluttests zu unterziehen. Einmal zog mir das Gefängniskrankenhaus 3 ccm Blut ab. Die normalen Bluttests, die außerhalb des Gefängnisses gemacht wurden, waren alle nur einen Stich in den Finger.

Eines Tages, als ich gezwungen wurde, eine Urinprobe abzugeben, konnte ich nach mehr als zwei Stunden im Bad keine zur Verfügung stellen. Liu Jie forderte dann mehrere Häftlinge auf, mich zu zwingen, Wasser zu trinken. Ich musste sechs Wasserflaschen leertrinken. Meine Kleider waren durchnässt.

Um meine geschwollenen Beine und Füße wurde sich nie gekümmert.

„Lüftungsraum“

Am 22. Oktober 2011 wies Liu Jie drei Insassinnen an, mich im Rollstuhl in den „Lüftungsraum“ zu transportieren. Einmal im Zimmer, sah ich einen großen Sandsack mit Hämmern und Boxhandschuhen daneben.

Die Insassinnen begannen mit der Faust auf den Sandsack einzuschlagen, dann kamen sie auf mich zu. Sie umringten mich und zeigten mir einige Papiere. Sie sagten mir, dass die Papiere Garantieerklärungen seien, die ich unterschreiben sollte, um meinen Glauben an Falun Gong aufzugeben. Ich weigerte mich zu unterzeichnen. Sie fuhren fort, mir die Papiere aufzudrängen.

Ich zerriss die Papiere und die Insassinnen stürzten sich auf mich. Während ihres Angriffs wurden zwei Fleischstücke aus meiner Handfläche gerissen. Das Blut tropft von meiner Hand auf meine Hose.

Am Jahresende weigerte ich mich immer noch, „umerzogen“ zu werden, so dass Liu Jie ihren Bonus nicht bekam. Sie verfluchte mich und schwor, mir das „schmerzvollste Leben“ zu bereiten.

(wird fortgesetzt)