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Den grundlegenden Eigensinn beseitigen und zu einem Lebewesen ohne Ego werden

19. Dezember 2016 |   Von einem Falun Dafa-Praktizierenden aus der Provinz Jilin, China

(Minghui.org)

Der Meister erklärte:

„Lass mich dir eine Wahrheit sagen: Der gesamte Kultivierungsvorgang eines Menschen ist ein Vorgang, bei dem die Eigensinne des Menschen ständig beseitigt werden.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, S.3)

Während meiner Kultivierung suchte ich ständig nach meinen Eigensinnen und Fehlern und tat mein Bestens, um mich zu verbessern. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass ich manche Eigensinne immer noch nicht komplett beseitigen konnte. Insbesondere der Eigensinn, andere zu kritisieren, tauchte immer wieder auf. Ich bedauerte es immer wieder und entschloss mich, diesen Eigensinn zu beseitigen. Aber es war kein deutlicher Fortschritt zu erkennen.

Einmal kritisierte ich eine Mitpraktizierende, sodass sie weinte. Ich sah, dass ich sie verletzt hatte, und war im Herzen auch traurig. Ich entschuldigte mich bei ihr. Sie war nachsichtig und antwortete, dass es eine gute Sache sei, dass meine Worte ihr Herz getroffen hatten und dass sie es dadurch noch besser machen könne. Durch ihre Nachsicht sah ich meinen Mangel und entschloss mich noch einmal, diese schlechte Gesinnung zu beseitigen. Danach erinnerte ich mich stets daran, während der Zusammenarbeit mit Mitpraktizierenden toleranter zu sein. Aber wenn die Mitpraktizierenden etwas Falsches getan hatten, fühlte ich mich im Herzen immer unwohl. Wir arbeiteten trotzdem weiter zusammen und ich kritisierte sie auch nicht mehr. Aber ich fühlte mich unwohl und wollte mich deshalb von ihnen fernhalten. Ich wusste, dass dieser Zustand nicht in Ordnung war und nicht dem Fa entsprach.

Eines Tages lernte ich Fa-Erklärungen des Meisters und las:

„Der Prozess der Kultivierung ist ein Prozess, in dem man ununterbrochen die eigenen Schwächen erkennt und sie beseitigt. Es ist jedoch am besten, wenn man die grundlegendsten Eigensinne so früh wie möglich erkennt. Sie zu erkennen ist schon Erhöhung. Der Prozess, in dem man sie ablegt, sie überwindet, sie schwächer werden lässt und sie letztendlich ganz ablegt, ist eine ständige Erhöhung, und das ist auch die grundlegende Umwandlung eines Lebewesens.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Atlanta 2003, 29.11.2003)

Ich fragte mich: „Ist diese ,grundlegende Umwandlung‘ bei mir zu sehen?“ Meine Bemühungen hatten anscheinend keinen großen Erfolg, denn ich konnte keine solche grundlegende Veränderung bei mir feststellen. Dann verstand ich plötzlich, dass ich bei der Kultivierung Lücken und meine ‚grundlegendsten Eigenssinneʿ nicht erkannt hatte.

Ich fragte mich weiter, was für grundlegende Eigensinne ich hatte. Als das Unwohlsein wieder auftauchte, nahm ich es wahr und fragte mich, warum ich mich unwohl fühlte. In diesem Moment kam der Satz des Meisters in meinen Kopf:

„Ihr wisst, wenn einer die Ebene des Arhats erreicht hat, nimmt er sich nichts zu Herzen, egal was ihm begegnet, alles unter den alltäglichen Menschen nimmt er sich überhaupt nicht zu Herzen und bleibt immer fröhlich. Egal wie sehr er den Kürzeren gezogen hat, er bleibt fröhlich, es ist ihm egal. Wenn du das wirklich erreichen kannst, hast du die anfängliche Fruchtposition eines Arhats schon erreicht.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, S.569)

Ich erkannte, dass ich nicht einmal den Maßstab eines Arhats erreicht hatte, und war geschockt.

Der Meister sagte:

„Bei der Kultivierung kultiviert man sich selbst. Egal welch ein Zustand aufgetaucht ist, man soll über sich selbst nachdenken.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in der Hauptstadt der USA, 22.07.2006)

Ich sagte mir: „Es stimmt. Bei der Kultivierung soll man bedingungslos nach innen schauen und sich selbst kultivieren. Das erst ist die Anforderung, die das Dafa an uns stellt.“ Ich schaute mit ruhigem Herzen nach innen und erkannte, dass ich den Eigensinn hatte, mich selbst sehr wichtig zu nehmen und mein Ego nicht loslassen wollte. Mir wurde bewusst, dass dies einer meiner grundlegenden Eigensinne war und viele schlechte Gesinnungen daraus entstanden waren. Zum Beispiel der Wunsch, andere zu etwas zu zwingen, die eigene Meinung für richtig zu halten, andere zu verachten und Geltungssucht. Angetrieben von meinem starken Ego neigte ich auch dazu, andere Menschen mit den Fa-Grundsätzen meiner Ebene zu beurteilen, anstatt mich wirklich zu kultivieren.

Durch viel Fa-Lernen verstand ich, dass sich selbst bzw. das eigene Ego wichtig zu nehmen und nicht loszulassen eine Eigenschaft des alten Universums ist. Es sah zwar so aus, als ob ich mich im Fa kultivierte, aber in Wirklichkeit wich ich ab. Der Meister sagte:

„Wenn ihr in Zukunft etwas tut, denkt zuerst an die anderen und kultiviert euch bis zur Selbstlosigkeit. Um das richtige Bewusstsein zu erlangen: Zuerst die anderen, dann ich.“ (Li Hongzhi, In der Buddha-Natur wird nichts ausgelassen, 13.Februar 1997, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Ich verstand, dass dies die Anforderungen des Dafa an uns und die Maßstäbe des neuen Universums sind. Wir sind Lebewesen, die für die anderen gekommen sind und Selbstlosigkeit ist eine Eigenschaft unseres Lebens. Auf der Welt verlor ich mich und war zu lange verwirrt.

Das Leben wird im Fa Stück für Stück gereinigt. Ich bemerkte, dass meine Toleranz und mein Blickfeld immer größer und breiter wurden. Als ich die „Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in New York 2016“ (Li Hongzhi, 30.05.2016) las, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Nachdem ich lange geweint hatte, sagte ich mir: „Von jetzt an darfst du nicht mehr verwirrt sein. Du musst Klarheit haben.“

Als ich dann mit Mitpraktizierenden zusammenarbeitete, versuchte ich, mich unterzuordnen und ein bescheidenes und ruhiges Herz zu bewahren. Das Unwohlsein, das früher immer wieder auftauchte, verschwand langsam. Ich versuchte, mehr auf die gute Seite der Mitpraktizierenden zu achten.

Vielleicht sah der Meister mein Herz, mich von Grund auf verändern zu wollen, und arrangierte, dass ich bei einer Mitpraktizierenden zu Hause mit ihr zusammen das Fa lernte. Diese Mitpraktizierende hatte sich seit fast zwei Jahren von der Gruppe entfernt, weil sie ihre kranken Eltern pflegen musste. Sie wünschte sich aber sehr, mit Mitpraktizierenden zusammen das Fa zu lernen, und wollte auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten Dinge für die Fa-Bestätigung tun. Ich ging einmal pro Woche zu ihr, um mit ihr das Fa zu lernen. Außerdem brachte ich ihr „Minghui Weekly“ und Material zur Erklärung der wahren Umstände mit. Am Anfang war der Zustand der Mitpraktizierenden nicht gut. Sie war schläfrig und machte manchmal Fehler beim Lesen. Nach dem Lesen tauschte ich mit ihr kurz aus und ging dann weg. Die Zeit zum Fa-Lernen mit ihr hatte ich ursprünglich für die Erklärung der wahren Umstände geplant. Ich wollte die Zeit daher kurz halten, um die Menschen zu erretten. Später bemerkte ich, dass die Mitpraktizierende den Wunsch hatte, ein bisschen länger auszutauschen. Die Gruppe hatte sie schon lange nicht mehr treffen können und sie fühlte sich wie ein gewöhnlicher Mensch. Sie war deprimiert, beschwerte sich oft, kritisierte andere und war auch häufig unausgeglichen. Aus diesem Zustand wollte sie sehr gerne herauskommen.

Ich erkannte, dass ich etwas loslassen musste, insbesondere das Herz, das eigene Selbst wichtig zu nehmen. Ich verstand, dass der Wunsch, die Zeit kurz zu halten, in gewisser Hinsicht auch ein Eigensinn war . Dieser Wunsch stammte aus dem Ego. Ich bleibe seitdem länger zum Austausch nach dem Fa-Lernen und achtete nicht mehr auf die negative Seite der Mitpraktizierenden. Die Mitpraktizierenden sind ein Spiegel. Ich erkannte, dass einige ihrer Zustände meinen Eigensinnen sehr ähnlich waren, nur die Erscheinungsformen waren unterschiedlich. Ich wusste, dass wir ein Körper sind. Der Meister hofft, dass wir alle durch Kultivierung aus dem menschlichen Verhalten heraustreten und das alte Universum durchbrechen können. Wir tauschten deshalb immer darüber aus wie wir unsere Herzen kultivieren, nach innen schauen und unsere Eigensinne beseitigen können.

Nach einiger Zeit verbesserte sich der Zustand der Mitpraktizierenden ein wenig. Allerdings verschlechterte sich gerade zu dieser Zeit die Gesundheit ihrer Eltern und sie mussten stationär behandelt werden. Aus diesem Grund wurde unser Fa-Lernen für drei Wochen unterbrochen. Als wir uns wieder trafen, sah die Mitpraktizierende deutlich mitgenommen aus. Sie meinte, sie habe das Gefühl, wieder heruntergefallen zu sein, weil sie keine Zeit zum Fa-Lernen hatte. Ich vereinbare deshalb mit ihr, in Zukunft länger mit ihr das Fa zu lernen, um unseren Geist mehr mit dem Fa zu erfüllen. Das Fa ist das, was den Menschen ändern kann. So verlängerten wir die Zeit zum Fa-Lernen von einer auf zwei Stunden und vereinbarten außerdem, das Zhuan Falun, Hong Yin IV und neue Fa-Erklärungen (Li Hongzhi) auswendig zu lernen. Dadurch wurde zwar die Zeit zum Austausch weniger, aber wir beide spürten durch die Verlängerung des Fa-Lernens körperliche Veränderungen. Ich sah, dass die Mitpraktizierende beim Fa-Lernen nicht mehr schläfrig war und im Lotussitz länger sitzen bleiben konnte. Beim Lesen machte sie auch weniger Fehler und ihr Herzenszustand wurde immer stabiler. Eines Tages sagte sie tief gerührt: „Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich die Hauptrolle spiele. Ich bin eine Dafa-Jüngerin und soll die Hauptrolle übernehmen, egal, wo ich bin. Ich bestimme alles und dieser Gedanke kann wirklich meine Umgebung verändern.“ Nachdem sich ihre Erkenntnisse über die Fa-Grundsätze erhöht hatten, ließen ihre Eigensinne auch langsam nach. Ihre Angehörigen fingen infolgedessen an, ihre Interessen zu berücksichtigen. So konnte sie sich jede Woche etwas Zeit nehmen, um Dinge der Fa-Bestätigung zu tun.

Wenn ich zurückblicke, bin ich am meisten davon berührt, wie mein Blickwinkel auf verschiedene Probleme sich geändert hat. Wenn ich andere betrachte, denke ich automatisch daran, nach innen zu schauen. Ich lernte, aus der Perspektive anderer Menschen zu denken, und lernte loszulassen, sodass meine egozentrische Neigung immer schwächer wurde. Obwohl ich diesen Eigensinn bis heute immer noch nicht beseitigt habe, glaube ich fest daran, dass ich in Zukunft jede Chance zur Erhöhung nutzen und mich nach den Anforderungen des neuen Universums fordern werde.