Falun Dafa Minghui.org www.minghui.org AUSDRUCK

Meine Einstellung zu Falun Gong: Von Gleichgültigkeit zu wahrlich berührt sein

7. Juni 2016 |   Von Cecilia, einer Nicht-Praktizierenden

(Minghui.org) Cecilia war in China Angestellte der Regierung und wusste nur wenig über Falun Dafa (auch Falun Gong genannt). Am 13. Mai 2016 beteiligte sie sich an der großen Parade der Praktizierenden in New York. Sie schrieb darüber, wie berührt sie durch diese Erfahrung war.

***

Obwohl schon über ein halber Monat vergangen ist, seit ich in New York war, kann mein Herz nicht zur Ruhe kommen, wenn ich an meinen Kontakt mit den Falun Gong-Praktizierenden denke. Ich war stolz, wenn ich daran dachte, dass ich Falun Gong-Praktizierende in China nie diskriminiert und mich auch nie an der Verfolgung beteiligt hatte. Es machte mich beschämt und traurig, zu hören, dass eben solche unschuldigen und gutherzigen Praktizierenden, wie jene, die ich bei der Parade getroffen habe, in China brutal verfolgt werden.

Im Mai 2013 lernte ich in China zufällig einen Falun Gong-Praktizierenden kennen. Er schenkte mir eine DVD von Shen Yun Performing Arts 2013 und bat mich wiederholt, sie anzuschauen.

Ich bin eine junge Frau mit einigen Kenntnissen in darstellender Kunst. Aber ich war sehr beschäftigt und sah mir die DVD erst Ende 2013 an. Eines Tages blieb ich aufgrund des heftigen Smogs zuhause. Ich borgte mir einen DVD-Player von meinem Nachbarn und sah mir nach dem Essen die DVD an. Es war sehr interessant.

Einige Programmpunkte in der Show handelten von der Verfolgung von Falun Gong in China. Ich wusste nicht viel darüber, da ich in den ersten Jahren der brutalen Verfolgung in der Oberstufe war und sehr viel lernte. Auch sah ich selten fern. Woran ich mich schon erinnerte, war die weit verbreitete Verleumdung von Falun Gong in den Medien. Aufgrund der Propaganda sprachen meine Eltern und andere Menschen negativ über Falun Gong.

Als ich mir die DVD ansah, war ich sehr ruhig und später gewann die Aufführung meine Bewunderung. In meiner Jugend hatte ich Volkstanz gelernt. Es war mir unvorstellbar, wie schwierig es für die Künstler sein musste, so eine groß angelegte und hochklassige Tournee vorzubereiten.

Ich las die Aufschrift auf der DVD und ging ins Internet, um nach Shen Yun Performing Arts zu suchen. Überraschenderweise bekam ich eine Error-Meldung. Die Website war in China gesperrt. Mit Hilfe einer Software zur Umgehung der Zensur besuchte ich die Shen Yun-Website.

Ich war mit dem Praktizierenden in Kontakt geblieben, der mir die DVD gegeben hatte. Aber ich hatte ihn nie nach Falun Gong gefragt. Als ich eines Tages nach Hause kam, hing eine kleine rosa Tasche an meinem Türgriff. Darin befand sich eine DVD der Shen Yun Performing Arts Show 2014. Ich sah sie mir an.

Erster Kontakt mit Falun Gong in Kalifornien

Im September 2015 kam ich alleine in die Vereinigten Staaten. Kurz danach gab es eine Falun Gong Konferenz in Los Angeles. Der Praktizierende, der mir die DVD gegeben hatte, reiste von der Ostküste an (er war seit über einem Jahr in den USA) und ich traf ihn nach der Veranstaltung. Ich sah ihn etwas essen und sich fröhlich mit anderen Praktizierenden unterhalten. Diese Menschen waren herzlich, zufrieden und nett. Es erstaunte mich, dass Falun Gong-Praktizierende so sind.

Er fragte mich, ob ich schon gegessen hätte. Ich verneinte. Wir gingen in das nahe gelegene LA Cafe, setzten uns und bestellten etwas zu essen und zu trinken. Es war das erste Mal für mich, ihn mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „Falun Dafa ist gut“ zu sehen.

Er sprach mit mir über Falun Gong. Er versuchte nicht, mich zu einer bestimmten Sicht über Falun Gong zu drängen, sondern erklärte mir, was Falun Gong sei und warum die Kommunistische Partei Falun Gong verfolge. Ich hatte viele Fragen und er beantwortete alle. So zum Beispiel: Was ist Falun Dafa? Wie steht es mit der angeblichen Selbstverbrennung auf dem Platz des Himmlischen Friedens? Warum wird Dafa in China verleumdet? Welche Folterungen erleiden die Praktizierenden? Es war das erste Mal, dass ich einem Freund zuhörte, wie er diese Dinge beschrieb. Auch sprach er ruhig über seine eigene Erfahrung, im Gefängnis gefoltert worden zu sein.

Als Regierungsangestellte wusste ich nur zu gut, wie fieberhaft die staatliche Maschinerie die Parteipolitik umsetzt. Ich konnte mir vorstellen, wie die Gefängniswärter Kriminelle folterten, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein gutherziger Mensch wie er Folterungen erlitt, wie zum Beispiel Elektroschocks und die „Tigerbank“[1]. Ich konnte nicht verstehen, warum Gefängnisse, die dazu da sind, Straftäter einzusperren, benutzt werden, um Falun Gong-Praktizierende zu verfolgen. Mein praktizierender Freund ist ein guter Mensch und immer hilfsbereit. Warum wurde er im Gefängnis solchen Folterungen ausgesetzt?

Auf meinem Heimweg war ich traurig und fassungslos. Was ich während des Tages von Falun Gong gesehen und gehört hatte, unterschied sich vollkommen von dem, was in den chinesischen Medien verbreitet wird.

An der Parade in New York teilnehmen

Im April benachrichtigte mich mein praktizierender Freund, dass im Mai in New York eine Veranstaltung von Falun Dafa stattfinden würde. Er lud mich ein, sie mitzuerleben, wenn ich Zeit hätte. Ich nahm die Einladung an und buchte einen Flug und ein Hotel.

Am 13. Mai 2016 ging ich um 8:30 Uhr auf den Platz vor dem UN-Hauptquartier. Es waren sehr viele Leute dort. Eine große Gruppe von Praktizierenden machte die Falun Gong-Übungen. Viele Menschen bereiteten sich auf die große Parade vor. Einige andere unterhielten sich. Es gab sehr viele nicht-chinesische Praktizierende. Ich ging herum und spürte, wie neu das alles für mich war.

Ein Festzugswagen bei der Parade

Mein praktizierender Freund war schon lange zuvor angekommen. Nach unserer Begrüßung folgte ich ihm, um an der Parade teilzunehmen. Die Parade ging über eine lange Route. Ich sah, dass die Praktizierenden unerschütterlich, stolz und zufrieden waren und die Zuschauer anlächelten. Diese lebendigen freiheitlich gestimmten Menschen berührten und bestärkten mich. Ihre Mienen zeigte mir, dass es Prinzipien gibt, die es wert sind, dass man ihnen folgt.

Falun Gong-Praktizierende in der Parade

Besonders erwähnenswert halte ich ein Interview, das ein Reporter während der Parade mit einem Praktizierenden mit dem Namen Wenyu geführt hatte. Ich stand daneben und hörte, wie er ruhig die drei Jahre beschrieb, die er wegen des Praktizierens von Falun Gong im Gefängnis in China verbracht hatte. Ich war schockiert, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass so ein fröhlicher Menschen diese Folterungen erlitten hatte. Ich war berührt von seiner Stärke und seiner Beständigkeit, nach der Wahrheit zu streben.

Ich bin in einer strenggläubigen Familie aufgewachsen und dazu erzogen worden, ein aufrechter, guter und mutiger Mensch mit Glauben an Gerechtigkeit und Wahrheit zu sein. Traurige Liebesgeschichten anderer machten mich betrübt, ich spendete Geld für bedürftige Menschen und war empört über illegale Lieferungen von Hunden und Katzen an Restaurants. Doch ich hatte mich noch nie für eine Gruppe wie diese gutherzigen Falun Gong-Praktizierenden eingesetzt und auch keine Zweifel an den Lügen der Kommunistischen Partei Chinas über Falun Gong gehabt. Ich fand es gut, neutral zu sein. Dabei ich hatte nie erkannt, dass Gleichgültigkeit eine indirekte Unterstützung der Täter der Verfolgung war. Wenn jemand sich nicht dagegen auflehnt, ist es so, als ob man zu den Tätern stehen würde.

Ich hatte das Glück, nicht gefoltert worden zu sein. Die Praktizierenden, die ich in New York traf, haben das Glück, dass sie am Leben sind und weiterhin gegen die Verfolgung protestieren können. Doch all jene, die durch die Verfolgung gestorben sind, und all jene, die in China immer noch misshandelt werden, haben es nicht. Wer kämpft für ihre Rechte? Wann können sie ein normales Leben führen, ohne verleumdet, verspottet oder verfolgt zu werden?

Eine wunderschöne Lotusblume aus Papier

Viele Falun Gong-Praktizierende, die in anderen Ländern leben, haben Familienangehörige oder Verwandte in China. Sie hoffen auf ein Ende der Verfolgung, um wieder mit ihren Familien zusammen sein zu können. Die Tatsache und Brutalität der Verfolgung bestärkt uns, voran zu gehen und nach einer strahlenderen Zukunft zu suchen. Ich hoffe, dass wir alle eines Tages nach China zurückkehren, gute Menschen sein und offen der Wahrheit folgen können.

Anmerkungen:[1] Die Praktizierenden müssen auf einer kleinen, ca. 20 cm großen Metallbank sitzen. Die Knie werden den Opfern dabei gefesselt und der Betroffene muss sehr lange regungslos in dieser Haltung verharren. Oftmals werden noch kleine harte Objekte unter das Gesäß oder zwischen die Unterschenkel oder Knöchel gelegt, um es schwieriger zu machen und die Schmerzen zu vrstärken. Eine Zeichnung finden Sie unter: http://www.clearwisdom.net/emh/articles/2001/11/24/16156.html