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11 Jahre Haft nach Strafanzeige gegen Jiang Zemin – halbes Jahr nach Haftaussetzung tot

13. Juli 2020 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Liaoning, China

(Minghui.org) Eine Falun-Dafa-Praktizierende aus der Stadt Chaoyang, Provinz Liaoning war zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem sie den früheren Staatschef Jiang Zemin wegen der Verfolgung ihres Glaubens an Falun Dafa [1] angezeigt hatte. Während der Haft bekam sie Krebs. Nach beharrlichen Bemühungen ihrer Familie wurde die Haftstrafe sechs Monate vor ihrem Tod zur medizinischen Behandlung ausgesetzt, aber die Verfolgung ging weiter.

Li Guojun nach einer Chemotherapie

Nach ihrem Schulabschluss begann Li Guojun in der Propaganda-Abteilung der Regierung des Kreises Chaoyang zu arbeiten. 1995 fing sie an, Falun Dafa zu praktizieren.

Nachdem das chinesische Regime im Jahre 1999 mit der Verfolgung von Falun-Dafa-Praktizierenden 1999 begonnen hatte, wurde Li mehrmals inhaftiert. Einmal brachte man sie in ein Zwangsarbeitslager. Unter Druck ihres Arbeitgebers schrieb sie eine Erklärung während ihres Aufenthalts im Zwangsarbeitslager Masanjia, dass sie ihren Glauben aufgebe.

In den folgenden sechs Jahren lebte sie ein genussvolles und zügelloses Leben, fühlte sich aber verloren. Dem Ruf ihres Herzens folgend beschloss sie schließlich, wieder zu Falun Dafa zurückzukehren.

Nachdem sie die Praktik erneut aufgenommen hatte, half sie bei der Pflege ihrer Eltern und versorgte Kinder von inhaftierten Praktizierenden. Sie hoffte, mit ihrem Beitrag einiges Leid lindern zu können.

Verurteilt wegen der Anzeige gegen Jiang Zemin

Im Mai 2015, als Falun-Dafa-Praktizierende eine Welle von Strafanzeigen gegen Jiang Zemin wegen seiner Rolle bei der Verfolgung auslösten, reichte auch Li ihre Anzeige ein. Die Vergeltung seitens der Behörden ließ nicht lange auf sich warten.

Als Li am 9. November 2015 ihren Wohnblock betrat, warteten bereits Polizisten in einem Versteck auf sie und verhafteten sie. Die Beamten durchsuchten Lis Wohnung und beschlagnahmten Computer, Falun-Dafa-Bücher und viele andere persönliche Gegenstände. Sogar der Drucker, den ihr Mann für einen Freund reparierte, und einige seiner Werkzeuge wurden eingezogen.

Am selben Tag nahmen die Beamten über dreihundert Praktizierende in Chaoyang fest. Später wurden über fünfzig von ihnen verurteilt. Die Praktizierende Jiang Wei erhielt mit zwölf Jahren Gefängnis die höchste Haftstrafe.

Im März 2016 verhängte das Gericht Shuanga gegen Li elf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 1.000 Yuan (ca. 130 Euro). Ihr Arbeitgeber kündigte ihr.

Sie legte beim Mittleren Volksgericht Chaoyang Berufung ein. Am 6. Juni 2016 bestätigte der Richter Meng Fanshi ihr Urteil nach einer 15-minütigen Verhandlung. Der Praktizierenden war es nicht erlaubt, für sich auszusagen.

Gesundheitszustand im Gewahrsam

Man brachte Li nach ihrer Verhaftung zunächst in die städtische Haftanstalt Chaoyang. Im Winter 2015 ließen die Wärter sie nur sehr dünne, kurzärmelige Hemden tragen. Das Fenster stand offen.

Aufgrund der körperlichen Strapazen bekam Li vaginale Blutungen. Da ihr keine Damenbinden überlassen wurden, war das Blut überall. Mitgefangene beschimpften sie deshalb. Während dieser Zeit verhörte die Polizei die Praktizierende mehrmals, doch Li verweigerte die gewünschten Auskünfte.

Am 16. August 2016 brachte man Li in die vierte Abteilung des Frauengefängnisses Liaoning. Trotz ihres Zustands war sie der Folter der Wärter ausgesetzt, die sie zum Verzicht auf Falun Dafa zwingen wollten. Um den Druck zu erhöhen, bestraften die Wärter die Häftlinge, die Li überwachen sollten. Sie durften keine Dinge des täglichen Bedarfs kaufen.

Lis gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich. Am 8. Februar 2018 wurde sie ins Krankenhaus gebracht und operiert. Davor war es ihrer Familie untersagt worden, sie im Gefängnis zu besuchen. Über ihren Zustand erfuhren ihre Angehörigen nichts. Erst als die Arztrechnung zu bezahlen war, informierte man die Familie über die Operation und forderte die Kosten ein.

Danach drängte Lis Familie auf Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung. Die Verwaltung des Gefängnis Liaoning verzögerte den Vorgang immer wieder, ohne auf den Antrag einzugehen.

Am 18. Juli 2018 musste Li erneut im Krankenhaus operiert werden. 23 Tage lang wurde sie behandelt und erhielt während dieser Zeit vier Runden Chemotherapie. Dann brachten die Beamten sie zurück ins Gefängnis. Lis Familie wurde aufgefordert, die Arztkosten in Höhe von 30.000 Yuan (rund 3.800 Euro) zu zahlen.

Trotz der beharrlichen Forderung ihrer Familie auf Aussetzung der Haft zur medizinischen Behandlung wurde diese von den Behörden erst im November 2019 gewährt. Als man Li am 5. November freiließ, nahmen ihr die Wärter die Handschellen und Fußfesseln erst ab, als sie wieder zu Hause war.

Nach ihrer Rückkehr war Li verängstigt. Sie wollte nicht über ihre im Gefängnis erlittenen Misshandlungen sprechen und wollte sich mit niemandem außerhalb ihrer unmittelbaren Familie treffen. Die Polizei schikanierte sie weiterhin zu Hause oder rief sie an.

Am 28. März 2020 besuchte Li ihre betagte Mutter, die sie seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Kurz nachdem sie bei ihrer Mutter angekommen war, rief die Polizei zweimal an und beanstandete, dass Li ihr Einzugsgebiet verlassen habe. Sie musste sich von ihrer Mutter verabschieden und nach Hause zurückkehren.

Danach wurde sie bettlägerig. Als die Beamten erneut Druck ausübten, um sie zum Verzicht auf Falun Dafa zu zwingen, verfasste ihre Familie eine Erklärung für sie und setzte zur Bestätigung ihren Fingerabdruck unter das Dokument.

Li starb am 5. Mai 2020 im Alter von 53 Jahren.

Frühere Berichte:

Frauengefängnis von Liaoning: Praktizierende werden hier gnadenlos gefoltert, auch wenn sie krank sind - fünf Frauenschicksale

Frauengefängnis Liaoning: Wie Falun-Dafa-Praktizierende in der „Konzentrations- und Korrekturabteilung" gefoltert werden

Frau aus Liaoning nach zwei Jahren Haft in kritischem Zustand

Chaoyang, Provinz Liaoning: 36 wegen ihrer Strafanzeige gegen Jiang Zemin verurteilt


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.