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17 Jahre hinter Gittern, nur weil sie an ihrem Glauben festhält

23. September 2023 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Yunnan, China

(Minghui.org) Song Lixia war früher Arbeiterin eines Asphaltmischwerkes in der Stadt Kunming, Provinz Yunnan. Seit Beginn der Verfolgung von Falun Dafa durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) im Juli 1999 wurde sie viermal inhaftiert.

Die inzwischen 61-Jährige weigerte sich trotz aller Verfolgung, das Praktizieren von Falun Dafa aufzugeben. Daraufhin steckten die Behörden sie für zwei Jahre und drei Monate in ein Zwangsarbeitslager und verurteilten sie dreimal zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt 15 Jahren.

Während Song im Gefängnis saß, kündigte ihr ihr Arbeitgeber, sodass sie den Anspruch auf ihre Rentenzahlung verlor, und ihr Mann ließ sich von ihr scheiden, weil er den Druck der Verfolgung nicht ertragen konnte. Auch nach der Entlassung aus ihrer letzten Haft im Dezember 2022 schikanierten die örtliche Polizei und das Justizbüro sie weiter. Unter diesen Umständen war es schwer für sie, eine Arbeit zu finden. Sie lebt jetzt mittellos.

Vorteile des Praktizierens von Falun Dafa

Song hatte als Kind häufig Durchfall. Im Erwachsenenalter litt sie an Cholezystitis, Gallensteinen und Anämie und wurde oft ohnmächtig. Ihr Mann arbeitete das ganze Jahr über außerhalb der Stadt, und so musste sie sich neben der Arbeit allein um ihr Kind kümmern. Als das Kind sechs Jahre alt war, hatte ihr Mann eine Affäre, aber Song bemühte sich, die Ehe wegen ihres Kindes zu erhalten.

1996 begann Song, Falun Dafa zu praktizieren und wurde bald darauf gesund. Voller Hoffnung auf ein besseres Leben ließ sie ihren Groll gegen ihren Mann los. Er war gerührt und versprach ihr, von nun an ein gutes Leben miteinander zu führen.

Der Supermarkt, in dem Song als Kassiererin arbeitete, erhielt gelegentlich gefälschte Geldscheine von Kunden. Jede andere Kassiererin hätte dies dem Vorgesetzten gemeldet, der dann einen Weg gefunden hätte, die Fälschungen wieder in Umlauf zu bringen. Aber nachdem Song zu praktizieren begonnen hatte, hörte sie damit auf. Sie zerriss dann den gefälschten Schein, den sie erhalten hatte, und ersetzte ihn durch einen echten Geldschein von gleichem Wert aus eigener Tasche.

Am Ende des Tages stellte der Supermarkt manchmal fest, dass der Verkaufsbetrag nicht mit dem erhaltenen Geldbetrag übereinstimmte. Die Mitarbeiter verdächtigten einander, das Geld gestohlen zu haben. Wenn das passierte, bat Song oft alle, sich zu beruhigen und erst einmal zu überprüfen, ob eventuell die Registrierkassen kaputt seien. Einige Male stellte man dabei fest, dass die Scheine in den Kassen stecken geblieben waren, was zu Fehlern bei der Geldzählung geführt hatte. Durch den Abbau von Konflikten und die Förderung des Vertrauens unter ihren Kolleginnen trug sie dazu bei, ein angenehmeres Arbeitsklima zu schaffen.

Nachdem das chinesische kommunistische Regime 1999 die Verfolgung von Falun Dafa angeordnet hatte, nahmen die Behörden Song ins Visier, weil sie ihren Glauben nicht aufgab. Daraufhin wurde sie zur einfachen Arbeiterin im Asphalt-Mischwerk degradiert, wo sie bei der schweren Arbeit giftigen Chemikalien ausgesetzt war. Sie beklagte sich nie darüber und arbeitete weiterhin hart, was ihr den Respekt ihrer Kollegen einbrachte.

Erste Haftstrafe im Zwangsarbeitslager

Song wurde am 9. November 2001 zum ersten Mal verhaftet, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte, und zu zwei Jahren Haft im Frauenzwangsarbeitslager der Provinz Yunnan verurteilt. Die Beamten dort unterzogen sie nicht nur einer Gehirnwäsche, sondern ließen sie auch unbezahlte Schwerstarbeit verrichten. Sie musste zum Beispiel den Boden pflügen, Gülle transportieren und Gemüse pflanzen.

Weil sie eines Tages versuchte, einen Häftling davon abzuhalten, eine andere Falun-Dafa-Praktizierende zu schlagen, verlängerten die Behörden als Vergeltung ihre Haftzeit um drei Monaten, sodass sie erst im Februar 2004 entlassen wurde.

Zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, vom Arbeitgeber gekündigt

Sechs Monate nach ihrer Freilassung wurde Song am 7. Juli 2004 erneut von Beamten der Polizeiwache der Stadt Luoyang verhaftet, weil jemand sie angezeigt hatte, als sie in einem Dorf Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte.

Zwar wurde sie bald wieder freigelassen, aber eine Woche später tauchte die Polizei an ihrem Arbeitsplatz auf und verhaftete sie erneut. Die Polizisten sperrten sie in die Haftanstalt des Landkreises Chenggong und das Kreisgericht Chenggong verurteilte sie am 31. Dezember zu vier Jahren Gefängnis.

Kurz nachdem Song im Februar 2005 in das zweite Frauengefängnis der Provinz Yunnan verlegt worden war, teilte ihr eine Person aus ihrer Arbeitseinheit mit, dass sie von ihrem Arbeitgeber gekündigt worden sei, wo sie 21 Jahre lang (seit 1984) gearbeitet hatte. Die Person sagte auch, dass sie keinen Anspruch auf eine Altersrente haben werde.

Weil Song sich weigerte, Falun Dafa aufzugeben, wurde sie für sechs Monate in Isolationshaft gesteckt und musste den ganzen Tag auf einer Bank sitzen. Die Wärter schlugen sie mit Schlagstöcken, bis sie blutüberströmt war und ohnmächtig wurde. Sie wurde am 30. August 2008 entlassen.

Zweite Haftstrafe von fünf Jahren und Scheidung 

Am 22. Januar 2009 verteilte Song zusammen mit der Mitpraktizierenden Ni Meizhen in die Stadt Baoshan Informationsmaterialien über Falun Dafa. Dabei wurden sie erneut festgenommen und in die Haftanstalt des Landkreises Changning gebracht. Das Kreisgericht Changning verurteilte Song später zu fünf Jahren Haft und Ni zu drei Jahren.

Im zweiten Frauengefängnis der Provinz Yunnan musste Song stundenlang regungslos auf einem kleinen Hocker sitzen. Die Folter schädigte ihren unteren Rücken, ihr Gesäß und die unteren Gliedmaßen. Die Wärter sperrten sie für sechs Monate in Einzelhaft und ließen sie ohne Bezahlung winzige Perlen aufsticken und Röcke nähen.

Während Song noch im Gefängnis saß, gab ihr Mann dem Druck der Behörden nach und reichte 2010 die Scheidung ein. Den größten Teil ihres gemeinsamen Eigentums nahm er mit.

Als sie am 22. Januar 2014 entlassen wurde, litt sie unter Gedächtnisverlust und Schmerzen im unteren Rücken und war in ihren Reaktionen allgemein verlangsamt.

Bei Antragstellung auf ein Wiedereinsetzen der Rente herumgeschickt

Kurz nach ihrer Freilassung ging Song zum Petitionsbüro der Stadt Kunming, um die Wiedereinsetzung ihrer Rente zu beantragen. Die Rezeptionistin erklärte ihr, dass sie die fehlenden Beiträge zwischen 2004 und 2014 (der Zeit, als sie im Gefängnis war) nachzahlen müsse und erst Anspruch auf eine Rente habe, wenn sie 55 Jahre alt sei (das gesetzliche Rentenalter in China).

Song erwiderte, dass es von vornherein falsch gewesen sei, dass ihr Arbeitgeber sie wegen ihres Glaubens entlassen habe. Sie fügte hinzu, dass es keinerlei rechtliche Grundlage für die Behörden gebe, von ihr die Zahlung des Beitrags für die zehn Gefängnisjahre zu verlangen. Die Rezeptionistin wollte keine detaillierte Erklärung abgeben, sondern sagte ihr nur, dass dies eben die Politik der Regierung sei.

Im März 2015 konsultierte Song einen Anwalt in der Anwaltskanzlei der Gewerkschaft der Provinz Yunnan, der ihr auch sagte, dass er nichts tun könne und dass sie die fehlenden Beiträge nachzahlen müsse. Dann ging sie zum Gewerkschaftsvorsitzenden ihres Arbeitsplatzes, um sich nach der Rechtsgrundlage für ihre Entlassung zu erkundigen. Der Vorsitzende brachte sie zur Sekretärin, die dann den Leiter der Personalabteilung bat, das Sozialversicherungsamt anzurufen, aber auch das war erfolglos.

Dann suchte Song selbst das örtliche Sozialversicherungsbüro auf, wo die Rezeptionistin sie auch wieder aufforderte, die Beiträge nachzuzahlen, bevor sie ihre Rente erhalten könne.

Dritte Freiheitsstrafe von sechs Jahren

Zwei Jahre nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis nahmen zwei Zivilpolizisten Song am 17. Dezember 2016 erneut fest, als sie auf der Straße Flyer über Falun Dafa verteilte.

In der Haftanstalt steckten die Wärter sie für eine Woche in Einzelhaft, weil sie sich weigerte, die schwere Arbeit zu verrichten oder den Anweisungen der Wärter zu folgen, in die Hocke zu gehen, am Appell teilzunehmen oder sich für eine Leibesvisitation auszuziehen.

Ohne vorherige Ankündigung wurde Song am 19. Mai 2017 zu einer Anhörung in das Bezirksgericht Guandu gebracht. Sie weigerte sich, den vom Richter bestellten Anwalt zu akzeptieren, der angewiesen wurde, für sie auf schuldig zu plädieren. Als sie als ihre eigene Anwältin auftrat und auf nicht schuldig plädierte, unterbrach der Richter sie ständig und vertagte nach nur zehn Minuten die Anhörung.

Am 25. Mai verurteilte der Richter die Praktizierende zu sechs Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (knapp 2.600 Euro). Sie legte Berufung beim Mittleren Gericht der Stadt Kunming ein, das am 4. August entschied, das ursprüngliche Urteil aufrechtzuerhalten. Am 17. September wurde Song in das zweite Frauengefängnis der Provinz Yunnan gebracht.

Sechs Jahre Folter im Frauengefängnis von Yunnan

Als sie im Gefängnis ankam, hatte sie keine Dinge des täglichen Bedarfs dabei. Da sie nur einen Einkauf pro Monat tätigen durfte, liehen ihr zwei Insassinnen Waschmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Song fand das nett, doch als der nächste Einkaufstermin kam, verlangte ein Häftling von ihr, in den ersten Absatz ihres Kaufantrags die sogenannten Verbrechen zu schreiben, die sie begangen hatte. Die Insassin bestand darauf, dass sie die Gegenstände, die sie ihr bei ihrer Ankunft geliehen hatte, zurückgab und dass die einzige Möglichkeit für sie, die Gegenstände zu erhalten, darin bestehe, den Kaufantrag auszufüllen. Eine Wärterin erklärte ihr dann, dass die Rückgabe von Gegenständen, die sie sich geliehen hatte, ihr das Leben im Gefängnis erleichtern würde. Um den Kauf zu tätigen, blieb ihr keine andere Wahl, als zu schreiben, dass sie sich des Praktizierens von Falun Dafa schuldig gemacht habe.

An jedem Gefängnistag musste Song morgens Psychologiebücher lesen und nachmittags winzige Perlen auf einen zehn Meter langen Nylonstreifen nähen. Während sie jede Woche einen Gedankenbericht schreiben musste, versuchten die Insassen ständig, sie unter Druck zu setzen, ihren Glauben aufzugeben.

Falun-Dafa-Praktizierende durften die Toilette nur zu bestimmten Zeiten benutzen und sie mussten dafür außerdem die Erlaubnis des beaufsichtigenden Häftlings einholen. Manchmal schrie der Häftling die Praktizierenden an, wenn sie auf die Toilette gingen, um sie nervös zu machen und es ihnen schwer zu machen, sich zu erleichtern.

Das Gefängnis richtete im Juli 2019 in der neunten Abteilung zwei Zellen ein, die speziell für die Folter von Praktizierenden genutzt werden sollten, die sich weigerten, Falun Dafa aufzugeben. Die Wände waren mit blauen und weißen Streifen bemalt, damit den Praktizierenden schwindlig wurde, wenn sie sie eine Weile angeschaut hatten. Die Etage war in drei Bereiche unterteilt: Selbstbeobachtung, Lernen und Schlafen.

Die 15 weiblichen Praktizierenden, die im Jahr 2020 im Gefängnis gefoltert wurden, waren: Xiao Yuxia, Zhao Feiqiong, Wang Meiling, Liang Yun, Yu Lanru, Deng Cuiping, He Lichun, Zhao Chenyu, Guo Qiong, Xu Yamei, Chen Shimei, Wang Jinxian, Bi Jinmei, Pu Baoyu und Luo Baixiu.

Das Gefängnis stellte im Februar 2022 alle standhaften Praktizierenden unter das sogenannte „strenge Management“. Tagsüber mussten sie schwere Arbeit verrichten. Wenn sie das Arbeitspensum an diesem Tag nicht bewältigen konnten, wurden sie mit militärischen Übungen bestraft. Wenn sie dann abends in ihre Zellen zurückkehrten, mussten sie bis 22 Uhr still auf kleinen Hockern sitzen, bevor sie zu Bett gehen durften. Während andere Insassen sonntags einen freien Tag hatten, mussten die Praktizierenden um sechs Uhr morgens aufstehen und bis 22 Uhr auf kleinen Hockern sitzen, mit nur vier Toilettenpausen dazwischen.

Unter strengem Management durfte jede Praktizierende pro Monat nur Dinge des täglichen Bedarfs im Wert von 50 Yuan (umgerechnet 6,40 Euro) kaufen und sie mussten sich auf dem Kaufantrag als Kriminelle bezeichnen, damit er genehmigt wurde. Die Praktizierenden konnten sich nur einmal pro Woche mit zwei Eimern Wasser waschen und alle zwei Wochen ihre Wäsche waschen. Wenn eine Praktizierende ihre Bettwäsche waschen wollte, musste sie einen Antrag schreiben. Weil Song sich weigerte, sich selbst als Kriminelle zu bezeichnen, durfte sie ihre Bettwäsche über neun Monate lang nicht waschen. Ihr wurde der Besuch ihrer Familie verwehrt und sie durfte ihnen auch nicht schreiben oder sie anrufen.

Songs Gesundheitszustand verschlechterte sich im Laufe der Jahre durch die Folter. Ihr fielen mehrere Zähne aus und sie konnte während der begrenzten Essenszeit kaum ihr Essen kauen, das auch nur wenig Gemüse enthielt. Auch wegen des langen Sitzens und der eingeschränkten Benutzung der Toilette litt sie unter Verstopfung, Blähungen, Magenschmerzen und anderen Verdauungsproblemen. Einmal hatte sie das dringende Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen, aber die Insassen erlaubten es ihr nicht. Sie rannte trotzdem in den Waschraum und stürzte dabei.

Bevor sie freigelassen wurde, führten die Wärter einen Bluttest bei ihr durch, ohne ihr den Grund dafür zu nennen oder ihr die Ergebnisse mitzuteilen. Als Song das Gefängnis am 6. Dezember 2022 verließ, stiftete ein Wärter eine Insassin an, alle ihre Gerichtsdokumente und ihr Urteil zu zerreißen, und sagte, dass Falun-Dafa-Praktizierende sie nicht bräuchten.

Als die Familienangehörigen wieder vereint waren, sagten sie, Song sehe abgemagert aus und mindestens zehn Jahre älter, als sie wirklich sei. Ihr tat der Rücken weh und sie fühlte sich schwach, konnte keine schweren Gegenstände heben und litt unter Brustschmerzen und Kurzatmigkeit.

Non-Stop-Belästigung

Kurz nachdem Song freigelassen worden war, kamen im Januar 2023 örtliche Polizisten und Gemeindearbeiter zu ihr nach Hause unter dem Vorwand, sie zu besuchen. Im April 2023 kamen Beamte der Polizeiwache Fude erneut und fragten, ob sie noch Kontakt zu anderen Falun-Dafa-Praktizierenden habe. Sie warnten sie, nach draußen zu gehen und mit den Menschen über Falun Dafa und die Verfolgung zu sprechen. Vier Beamte belästigten sie im Juli noch einmal und befragten sie erneut, ob sie Kontakt zu örtlichen Praktizierenden habe.