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Mein Verständnis über die Anhaftung an das „Ich“

27. November 2019 |   Von einem Falun-Dafa-Praktizierenden in Malaysia

(Minghui.org) Alle Falun-Dafa-Praktizierenden müssen die Anhaftung an das „Ich“ beseitigen. Während der gesamten Kultivierung können wir die verschiedenen Erscheinungsformen der Anhaftung an das „Ich“ sehen, aber es scheint besonders schwierig zu sein, sie zu überwinden.

Was ist das „Ich“?

Das „Ich“, über das wir hier sprechen, ist tatsächlich aus erworbenen Anschauungen gebildet – aus menschlichen Anschauungen und Karma. Es ist nicht unsere angeborene Natur oder „das wahre Selbst“, über das der Meister in der „Fa-Erklärung in Sydney“ spricht. Mit anderen Worten, dieses „Ich“ ist ein von unseren Emotionen erzeugtes Lebewesen.

Die meiste Zeit leben wir für unser ‚konstruiertes Ich‘, das bestimmt, wie wir unser Leben leben sollen.

Meister Li Hongzhi sagt über das „Ich“:

„Aus Egoismus und Ärger beklagt er sich über sogenannte Ungerechtigkeiten.“ (Ebenen der Gesinnung,  25.09.1995, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Der Meister erklärte auch, dass es ein dämonischer Anteil von uns ist, den wir loswerden müssen. Dieser Anteil ist bei allen von uns sehr dominant. Besonders am Anfang des Kultivierungsweges ist seine Präsenz stark zu spüren. Wenn wir keine Kultivierenden wären und keine Anleitung durch den Meister hätten, würden wir das „Ich“ nur sehr schwer zügeln können.

Wie wird das „Ich“ gestärkt?

Genährt von unseren Emotionen kann das „Ich“ ein unentbehrlicher Teil von uns werden. Es kann auch tief versteckt sein und vielleicht zu einem Selbstschutz-Mechanismus werden. Es ist von Natur aus egoistisch und läuft den Fa-Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zuwider.

Wenn wir in unserer Kultivierung nicht wachsam sind, bekommt es Kraft und wächst. Je stärker es wird, desto mehr neigen wir dazu, es aus Angst vor Angriffen zu beschützen.

Wenn das „Ich“ unsicher ist oder befürchtet, verletzt zu werden oder persönliche Interessen zu verlieren, dann spüren wir Angst in uns.

Der Meister sagt:

„Ob man Angst hat oder nicht, ist jedoch der Beweis für einen Kultivierenden bei der Unterscheidung zwischen einem Menschen und einer Gottheit, das ist die Unterscheidung zwischen einem Kultivierenden und einem gewöhnlichen Menschen. Ein Kultivierender muss unbedingt damit konfrontiert werden, dabei geht es auch um die größte menschliche Gesinnung, die ein Kultivierender loslassen muss.“ (Es ist nicht schwierig, die menschlichen Gesinnungen loszulassen, wenn man das Fa gut lernt, 20.07.2005, Essentielles für weitere Fortschritte III)

Mein Verständnis ist, dass unsere Angst von diesem „Ich“ stammt und nicht von unserem wahren Selbst oder dem fertig kultivierten Teil. Wenn wir aufhören, der Angst nachzugeben, wird das falsche „Ich“ allmählich schwächer. Das ist die größte und schwierigste Hürde, die wir überwinden müssen.

Je mehr wir in der gewöhnlichen Gesellschaft etwas erreichen wollen oder je mehr Autorität wir zu Hause ausüben, desto leichter ist es für unser „Ich“, an Stärke zu gewinnen. Unser Gefühl von einer aufgeblähten Selbst-Überschätzung verlangt, dass die Dinge nach unserem Wunsch laufen. Aber das trägt nur zu unserem Karma und unseren emotionalen Anhaftungen bei.

Das „Ich“ glaubt, dass seine Wünsche nicht abgelehnt werden können, da ansonsten seine Existenz bedroht wäre. Darum wehrt es sich mit Händen und Füßen, um sich selbst zu schützen. Bei seinem heftigen Kampf um Selbstschutz ist ihm kein Preis zu hoch, nicht einmal der Verlust des physischen Körpers.

Wenn unser „Ich“ herausgefordert wird, fühlen wir uns unglücklich, aber das „Ich“ steht vor einem Kampf auf Leben und Tod. Jedes Mal wenn wir einer menschlichen Anschauung nachgeben, fördern wir das Wachstum des ‚Ichs‘. Mit der Zeit kann man es nicht mehr aufhalten. Seine Kontrolle über uns wird uns erst dann bewusst, wenn der Meister uns hinweist, dass es Zeit für uns ist, es loszuwerden.

Das „Ich“ ist ziemlich gerissen, manchmal verdeckt es eine Anhaftung auch mit einer anderen. Wenn eine große Anhaftung unverdeckt ist, kann es eine kleinere als Schild benutzen oder als eine Art Sündenbock, um die größere Anhaftung zu beschützen.

Wie sich das „Ich“ in unserer Kultivierung zeigt

Menschliche Anhaftungen sind Erscheinungsformen des „Ichs“. Unsere Neigung anzugeben, uns mit kleinen Erfolgen zufrieden zu geben, aber auch Neid und Kampfgeist dienen alle dazu, das „Ich“ zu verstärken.

Ein Teil, der das „Ich“ ausmacht, ist Karma – sowohl Gedanken- als auch Krankheitskarma.

Wie das Gift wird das Karma schließlich Schaden verursachen. Wenn es Zeit ist, das Karma aufzulösen, bringt der Meister es für uns an die Oberfläche, damit wir es sehen können. Natürlich wollen wir es vollständig loswerden, aber das Krankheitskarma veranlasst uns, eine medizinische Behandlung vorzunehmen, um eine weitere Überlebenschance zu bekommen. Das Karma bringt uns dazu, mit herkömmlichen Mitteln eine Heilung zu suchen, anstatt der Lehre von Falun Dafa zu folgen. Anstatt zerstört zu werden, hat uns das Karma in seine Falle laufen lassen. Auf diese Weise zermürbt es allmählich unseren Glauben an den Meister und Dafa.

Das „Ich“ fürchtet sich vor dem Tod, während sich unser wahres Selbst nicht fürchtet. Dieses „Ich“ nährt sich von oberflächlicher Anerkennung. Es lässt uns eifrig darstellen, wir gut wir uns kultivieren, anstatt ernsthaft daran zu arbeiten, uns noch weiter zu verbessern. Wir suchen Anerkennung, Ruhm und materielle Vorteile, und wenn wir erfolgreich sind, wächst unser „Ich“ weiter und wird stärker.

Das „Ich“ ist besonders bei denjenigen zu sehen, die innerhalb einer Gruppe oder Organisation Einfluss haben oder Autorität ausüben. Dieses Problem haben Praktizierende, die in vielen Minghui-Artikeln über ihre Rolle als Koordinator geschrieben haben, bereits ausführlich diskutiert.

In unserer Kultivierungsgemeinschaft gefällt es dem „Ich“, wenn wir Grüppchen bilden, weil es sich auf diese Art sicherer fühlt. Diese Grüppchen lästern über andere, machen andere schlecht und werden als Schutzschilde benutzt, um die eigenen, tiefverwurzelten menschlichen Anschauungen nicht aufzudecken. Das kann zu einer Trennung zwischen den Praktizierenden führen.

Da wir uns dem Ende unseres Kultivierungsweges nähern, ist unser Wunsch nach Freizeit auch im „Ich“ enthalten. Es bringt uns dazu, Schwierigkeiten unbewusst zu vermeiden und uns dazu zu bewegen, die wahren Prinzipien dieses Universums aufzugeben – also dass Menschen leiden müssen, um ihr Karma zu begleichen. Der Wunsch nach einem gemütlichen und bequemen Leben ist manchmal schwer zu erkennen, weil es schon zu unserer zweiten Natur geworden ist. Aber es ist wie Gift, das langsam wirkt und unseren Willen zur Kultivierung aufzehrt, während das angesammelte Karma das „Ich“ wiederum verstärkt.

Ob wir freundlich und gütig erscheinen, hängt davon ab, wie stark unser „Ich“ ist. Wenn wir in unserer Kultivierung im Falun Dafa schnell vorankommen und dabei ein Teil von uns den erforderlichen Maßstab erreicht, wird dieser Teil abgetrennt. Daher scheinen wir dann wieder nicht so barmherzig wie vorher zu sein. Ich glaube, je schwächer das „Ich“ ist, desto barmherziger werden wir sein.

Ich habe noch eine besorgniserregende Entwicklung bemerkt. Es gibt wenig Austausch und kaum Diskussionen zwischen den Praktizierenden, besonders nicht nach dem gemeinsamen Fa-Lernen. Manche Praktizierende sorgen sich um ihre Privatsphäre, während andere einfach nicht beurteilt werden wollen. Wenn es trotzdem zu einem Austausch kommt, bleibt er eher auf einer oberflächlichen Ebene.

Die Trennung zwischen den Praktizierenden ist hauptsächlich vom beschützenden „Ich“ verursacht. Natürlich gibt es auch andere Faktoren. Manche Praktizierende kommen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Hintergrund und außerdem gibt es noch Spione unter uns.

Wenn Praktizierende nicht als ein Körper zusammenarbeiten und die Bereitschaft beim Fa-Lernen in der Gruppe und beim Übungsplatz schwindet, verschlechtert sich die Kultivierungsumgebung für alle. Ich denke, wir alle sollten aufrichtig sein und sie zu einer besseren Kultivierungsumgebung für alle gestalten.

Wenn das „Ich“ nicht die Befriedigung bekommt, die es verlangt, kann es sich deprimiert fühlen. Zum Beispiel beim langsamen Tempo der Fa-Berichtigung mangelt es an Verständnis für die Sichtweise des anderen oder ein Praktizierender erzielt bei der Erklärung der wahren Umstände ein weniger gutes Ergebnis als ein anderer Praktizierender. Das kann das Gefühl hervorrufen, deprimiert zu sein. Wir können dann leicht unsere Motivation verlieren, weil unsere menschlichen Begierden nicht befriedigt wurden.

Wenn das „Ich“ herausgefordert wird, können wir emotional werden, wodurch uns viele unnötige Fehler unterlaufen. Der Meister will, dass wir das Fa mit Weisheit bestätigen. Mein persönliches Verständnis von „das Fa mit Weisheit bestätigen“ ist, so wenige Fehler wie möglich zu machen, sodass wir den größten Effekt erreichen. Wenn das „Ich“ stark ist, neigen unsere aufrichtigen Gedanken dazu, schwächer zu werden und unsere Weisheit verringert sich. Das erschafft für die alten Mächte eine perfekte Lücke, die sie ausnutzen und dadurch unsere Bemühungen beim Erretten der Lebewesen schwächen.

Je näher wir an das Ende unseres Kultivierungsweges kommen, desto mehr müssen wir auf winzige Details aufpassen. Wir müssen uns jedes einzelnen Gedanken bewusst sein und fleißig jegliche menschliche Anhaftung aufspüren und sie alle loslassen – egal wie belanglos sie scheinen. Eine kleine Sache kann sehr gut eine Widerspiegelung eines viel größeren Eigensinns sein.

Das „Ich“ wirklich beseitigen

Nach meinem Verständnis gibt es zwei Methoden, wie wir das „Ich“ loslassen können.

Ein Methode ist, unermüdlich unsere eigenen emotionalen Anschauungen und Begierden nach Ruhm, Reichtum und materiellen Vorteilen aufzudecken.

Die andere Methode ist, bei Konflikten immer aus der Sicht des Anderen zu schauen. Um dieses „Ich“ zu zügeln, müssen wir immer zuerst an andere denken. Wenn wir wirklich bescheiden sind, können wir die positiven Aspekte der anderen Menschen sehen. So werden wir die entschlossensten, tolerantesten und gütigsten Lebewesen sein.