Falun Dafa Minghui.org www.minghui.org AUSDRUCK

Anwalt lehnt Richter wegen Bestechlichkeit und Befangenheit ab

12. Juni 2019 |   Von einem Minghui-Korrespondenten aus der chinesischen Provinz Heilongjiang

(Minghui.org) Der Ehemann der eingesperrten Falun-Dafa-Praktizierenden Wang Xiaorong erhielt am 16. April 2019 einen Anruf. Die Anhörung seiner Frau sollte am nächsten Tag vor Gericht stattfinden.

Sofort kontaktierte der Mann einen Anwalt in Peking, der sich zur Übernahme des Mandates bereit erklärte. Der Anwalt fuhr noch am Nachmittag zum Wohnort des Ehepaares in den Kreis Bin, Provinz Heilongjiang. Dort ließ er sich kurz vor Geschäftsschluss die Gerichtsakte kopieren. Er verbrachte den Abend damit, den Fall aufzuarbeiten, und bereitete sich auf die Anhörung am darauffolgenden Nachmittag vor.

Wang Xiaorong

Als die Praktizierende Wang am 17. April 2019 vor Gericht erschien, war sie sehr blass und schwach.

Zunächst beantragte der Anwalt bei dem Vorsitzenden Richter Zhang Anke, die Anhörung um mindestens zehn Tage zu verschieben, um den Fall in Ruhe zu überprüfen. Der Richter lehnte diesen Antrag ab.

Als nächstes beantragte der Anwalt, dass der Vorsitzende Richter von der Anhörung ausgeschlossen wird. Gegen ihn lagen bereits Ermittlungen wegen Annahme von Bestechungsgeldern durch örtliche kriminelle Bandenmitglieder vor. Darin sah der Anwalt den Verdacht der Befangenheit, weshalb der Richter nicht qualifiziert war, die Verhandlung zu führen.

Richter Zhang wurde wütend und weigerte sich, den Fall abzugeben.

Der Anwalt plädierte für seine Mandantin auf „nicht schuldig“. Als er anführte, dass seine Mandantin mit der Ausübung von Falun Dafa gegen kein Gesetz verstoßen habe, unterbrach ihn der Richter und warnte davor, auch nur einmal die Worte Falun Dafa zu erwähnen.

Der Anwalt zeigte auf, dass der Staatsanwalt nur unbestätigte Zeugenaussagen gegen Wang vorgelegt habe. Richter Zhang schrie den Anwalt an: „Was auch immer! Sie können ja gehen, wenn Ihnen die Anhörung nicht passt!“

Rückblick: Massenverhaftung

Die 39-jährige Wang wurde am 9. November 2018 bei einer Massenverhaftung von Praktizierenden in Heilongjiang verhaftet. Seitdem wird sie im Untersuchungsgefängnis Harbin Nr.2 festgehalten.

Ihre Verhaftung brachte die Familie in große Not. Ihr 10-jähriger Sohn bekam häufig Fieber und weinte nach seiner Mutter. Weil sich Wangs Mann um das Familienunternehmen kümmerte, bat er seine Schwiegermutter aus Peking um Hilfe. Sie sollte die Pflege des Sohnes übernehmen. Nur einen Tag nach ihrer Ankunft teilte das Gericht den Anhörungstermin telefonisch mit.

Früherer Bericht:Massenverhaftung in der Provinz Heilongjiang - Zahl auf 119 gestiegen


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit 1999 in China verfolgt.