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Sichuan: Nach acht Jahren Haft erneut wegen ihres Glaubens verurteilt

3. Juni 2019 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der chinesischen Provinz Sichuan

(Minghui.org) Chen Jie ist am 20. Mai 2019 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Grund? Sie praktiziert Falun Dafa [1] und hält standhaft an ihrem Glauben fest.

Die 57-Jährige aus der Stadt Chengdu, Provinz Sichuan verteilte am 16. Mai 2018 Informationsmaterialien über die Verfolgung von Falun Dafa. Dabei stieß sie auf einen Zivilbeamten, der sie verhaftete, nachdem er ihr eine Broschüre abgenommen hatte. Anschließend durchsuchte die Polizei Chens Wohnung und beschlagnahmte ihren Computer, mehrere Speicherkarten und zahlreiche Materialien über Falun Dafa.

Acht Tage später wurde sie in Strafhaft genommen. Am zwölften Tag nach ihrer Verhaftung legte man ihre Akte der Bezirksstaatsanwaltschaft Qingbaijiang vor.

Die Staatsanwaltschaft schickte die Akte zweimal an die Polizei zurück und verlangte zusätzliche Beweise. Im Januar 2019 ging der Fall dann an das Bezirksgericht Qingbaijiang.

Verhandlung

Am 20. Mai 2019 erschien Chen vor dem Bezirksgericht Qingbaijiang. Ihr Anwalt Guo Haiyue plädierte für sie auf nicht schuldig und forderte ihren Freispruch.

Chen sagte darüber hinaus zu ihrer eigenen Verteidigung aus. Sie zitierte eine Mitteilung des Hauptamtes für Presse und Publikation aus dem Jahr 2001, mit der das Verbot der Veröffentlichung von Falun-Dafa-Büchern aufgehoben worden war [2]. Sie verwies auch auf das Fehlen einer Rechtsgrundlage für die Verfolgung.

Trotz alle dem verurteilte der Richter sie am Ende des Prozesses zu vier Jahren Gefängnis mit einer Geldstrafe von 5.000 Yuan [3].

Frühere Haftstrafen: insgesamt acht Jahre

Dieser letzten Verurteilung von Chen waren zwei Haftstrafen von insgesamt acht Jahre vorausgegangen, weil sie ihrem Glauben treu blieb. Im Jahr 2001 wurde sie zum erstmalig zu drei Jahren Haft verurteilt. Ihre kleine Tochter blieb unbeaufsichtigt, während Chen im Frauengefängnis der Provinz Sichuan saß. Die Behörden verbreiteten jedoch Gerüchte, dass Chen nur noch das Praktizieren von Falun Dafa im Sinn habe und sich nicht um ihre Tochter kümmere.

Im Jahr 2007 wurde Chen erneut verhaftet, weil sie mit anderen über Falun Dafa gesprochen hatte. Dieses Mal verurteilte man sie zu fünf Jahren Gefängnis. 

Als ihr Mann den Druck der Verfolgung nicht mehr ertragen konnte, ließ er von ihr scheiden – kurz nach ihrer Entlassung im Jahr 2012.

Früherer Bericht:

Her Case Twice Returned Due to Insufficient Evidence, Chengdu Woman Still in Detention for Her Faith


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungswegs werden seit 1999 in China verfolgt.

[2] Siehe dazu: Chinas Verwaltungsbehörde widerruft 2011 das Verbot von Falun-Gong-Büchern – doch die Verfolgung geht unvermindert weiter

[3] Das sind umgerechnet ca. 650 Euro. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters beträgt in den Städten Chinas monatlich umgerechnet etwa 300,- Euro.