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[Europäische Fa-Konferenz 2019] Sich in der Tian Guo Marching Band erhöhen

Vorgetragen auf der europäischen Fa-Konferenz 2019

19. September 2019 |   Von einem Falun-Dafa-Praktizierenden aus Deutschland

(Minghui.org)

Grüße an den barmherzigen und großartigen Meister!Grüße an die verehrten Mitpraktizierenden!

Zuallererst möchte ich Ihnen, verehrter Meister, für die Gelegenheit danken, der Tian Guo Marching Band beizutreten. Ebenso möchte ich Ihnen für den Schutz und die Stärke danken, die Sie mir in meiner Kultivierung in der Zeit der Fa-Berichtigung geschenkt haben.

Ich bin ein Praktizierender aus Deutschland und seit zwei Jahren in der Marching Band. Es bereitet mir große Freude, euch allen heute meine Kultivierungserfahrungen mitteilen zu dürfen.

Ein entschlossenes Herz haben

Ich trat der Marching Band bei, nachdem ich einige Hindernisse überwunden hatte. Am Anfang hatte ich wenig Interesse an der Band und wurde von menschlichen Gesinnungen zurückgehalten.

Im ersten Halbjahr 2013 nahm ich eher zögerlich an einem Workshop der Marching Band teil. Die Zuständige für die Waldhorngruppe meinte, dass dieses Instrument gut zu mir passe. Aber ich hatte den Eindruck, dass sie mir nicht die Wahrheit sagte. Sie sagte es nur, weil es an Waldhornspielern fehlte. Sie ließ mich auch keine anderen Instrumente richtig ausprobieren. Obwohl ich vorher noch nie ein Waldhorn gesehen hatte, fand ich es sehr edel und anmutig.

Das erste Schriftzeichen meines Vornamens ist das gleiche wie das Schriftzeichen auf den Tang-Kostümen der Marching Band und bedeutet „Musik“. Aber so wie man meinen Vornamen ausspricht, bedeutete es eher „Fröhlichkeit“.

Jedes Mal, wenn meine deutschen Freunde und Kollegen mich fragen, was mein Name bedeutet, antworte ich, meine Eltern hätten sich gewünscht, dass ich jeden Tag fröhlich war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Eltern sich womöglich auch noch wünschten, dass ich auch ein wenig von Musik verstand.

Ich konnte noch immer nicht singen. Es interessiert mich auch nicht sonderlich. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin eigentlich unmusikalisch. Seit der Grundschule und später dann an der chinesischen Universität sang ich die Noten falsch, wenn man uns die hirnverbrannten Lieder der bösartigen Kommunistischen Partei Chinas singen ließ. Jedes Mal mussten mich meine Mitschüler, beziehungsweise Studienkollegen daran erinnern, doch bitte leiser zu singen, damit sie nicht gestört und dadurch ebenfalls falsch singen würden.

Durch diese Erlebnisse war ich immer mit der menschlichen Anschauung einverstanden und sie schien mir richtig: nämlich, dass Menschen, die nicht singen können, auch nicht gut Musikinstrumente spielen können. Es hörte sich für mich so an, dass das doch Sinn machte. Deshalb begann ich nach dem Workshop der Marching Band auch nicht wirklich damit, das Waldhornspielen zu lernen. Das Instrument, das man mir gegeben hatte, stand vier Jahre lang nutzlos in meiner Wohnung herum. Zu dieser Zeit dachte ich, dass ich keine Schicksalsverbindung mehr zur Tian Guo Marching Band hätte.

Im Sommer 2017 nahm ich aktiv an einem Workshop teil. Damals lernte ich die große Trommel. Um die große Trommel spielen zu dürfen, muss man einen Rhythmustest machen. Doch kurz vor dem Test geschah etwas.

Vier Jahre waren bereits vergangen, seitdem ich zum ersten Mal mit dem Waldhorn in Berührung gekommen war. Die Praktizierende, die immer gemeint hatte, dieses Instrument würde doch passen, war ziemlich wütend, als sie herausfand, dass ich die große Trommel lernte. Vor einigen anderen Marching-Band-Mitgliedern fragte sie mich direkt: „Es ist leichter, die große Trommel zu lernen. Das schafft man sogar ohne Lehrer. Und da du immer am Anfang des Paradezuges laufen wirst, bist du dann auch recht schön zu sehen. Du willst die große Trommel deshalb lernen, stimmt's?“ Sie hatte nicht ganz Unrecht.

Da ich den Rhythmustest nicht bestand, verhallte mein Wunsch, die große Trommel zu lernen. Unserem musikalischen Leiter zufolge, der den Test abnahm, sollte ich doch besser Bariton spielen, da ich zu wenig Rhythmusgefühl für die große Trommel hätte. Das fachkundige Urteil der Praktizierenden verstärkte bei mir die menschliche Anschauung, dass jemand, der nicht singen kann, auch nicht in der Lage ist, ein Musikinstrument zu spielen. Ich stellte mir ernsthaft die Frage, ob ich weiter in der Tian Guo Marching Band bleiben sollte.

Dann nahm die Geschichte eine interessante Wende. Am Abend des Musiktests bat mich der Koordinator der Marching Band, mich in der Gruppe mit den anderen über meine Erfahrungen beim Workshop auszutauschen. Ich sagte sinngemäß, dass ich die große Trommel gewählt hätte, weil diese meiner Meinung nach leichter zu lernen sei. Ich hätte die Abkürzung nehmen wollen. An der Oberfläche schien es, dass ich innerlich das dringende Anliegen hatte, Menschen zu erretten. In Wirklichkeit zeigten sich aber gerade meine Anhaftungen, die vorher im Verborgenen geblieben waren.

Ich hielt an Bequemlichkeit fest und befürchtete, dass ich es nicht schaffen würde, ein anderes Instrument zu lernen. Außerdem wollte ich mich noch selbst bestätigen, da ich mir selbst beweisen wollte, dass ich die große Trommel so schnell lernen würde, wie ich es mir vorstellte. Am Ende des Austausches sagte ich mit fester Überzeugung zu den Mitpraktizierenden: „Egal welches Instrument ich nun lerne, ich hoffe, dass ich in der Tian Guo Marching Band spielen werde.“

Daraufhin erhielt ich ermutigenden Applaus von vielen Mitpraktizierenden. Mit der Zeit konnte ich spüren, dass meine Angst, ich könnte andere Instrumente nicht so gut lernen, verschwand. Zudem beschränkten mich nicht mehr die Ansichten der gewöhnlichen Menschen. Mir wurde deutlich, dass ich auf Grund der barmherzigen Unterstützung des Meisters ein entschlossenes Herz bekommen hatte, in der Tian Guo Marching Band mitzuspielen.

Das Waldhorn war das erste Instrument, das ich probiert hatte, und seitdem hatte es bei mir den Eindruck von Vornehmheit und Anmut hinterlassen.

Es brachte mich später in Verlegenheit, die Koordinatorin, die wütend auf mich gewesen war, als ich die große Trommel lernen wollte, Folgendes zu fragen: „Kann ich immer noch das Waldhorn lernen und bei euch mitmachen? Dieses Mal werde ich es mit ganzem Herzen lernen, das verspreche ich.“ Sie entgegnete ohne Umschweife: „Natürlich. Willkommen in unserer Gruppe!“ Dann entschuldigte sie sich für ihr damaliges Benehmen.

Im Jahr 2017 am Ende der Parade zur europäischen Fa-Konferenz in Paris fragte mich ein Trommler der großen Trommelgruppe spaßhaft: „Du hast dich nun für das Waldhorn entschieden. Wann wirst du in der Parade mitspielen?“

„Wann ist die nächste Parade?“, fragte ich.

Er antwortete: „Sie sollte nächsten Mai in London sein.“

„Dann sehen wir uns in London.“

Mir wurde klar, dass der Meister mich durch den Mund des Mitpraktizierenden darauf hinwies, mein Versprechen zu halten. Ich musste halten, was ich versprochen hatte.

Kurz darauf fand ich in Deutschland ganz leicht einen Lehrer, einen professionellen Waldhornisten. Als er das erste Mal „Falun Dafa ist gut“ spielte,  entfuhr mir: „Wow! Wie kann der Ton, der aus dem Waldhorn kommt, so schön, anmutig, natürlich und sicher klingen?! Es fühlte sich an, als würde ein großer Sänger vor mir ein Zeichen geben. Die Melodie hallt weiter durch die Luft.“ Als er das Stück beendet hatte, standen mir Tränen in den Augen. Ich war von der schönen Melodie und der tiefen Bedeutung gerührt.

Danach zeigte mir der Musiklehrer, wie man das Waldhorn bläst. Ich machte es genauso, wie er mir sagte. Ich hatte keinen Zweifel und war kein bisschen zögerlich. Ich bat auch noch einen anderen Praktizierenden, der Waldhorn spielte, mir etwas beizubringen. Er spielte erstes Horn und ich zweites. Wir übten gemeinsam.

Fünf Monate später bestand ich erfolgreich den Musiktest der Marching Band. Im Folgemonat durfte ich an der ersten großen Parade im Jahr 2018 teilnehmen, die in London stattfand. Als mein Lehrer meine Fortschritte sah, ermutigte er mich: „Leute, die dich nicht kennen, würden denken, dass du schon seit zwei oder drei Jahren spielst.“

Die Praktizierende, die in diesem Jahr den Test abnahm, schrieb mir eine E-Mail, nachdem ich bestanden hatte: „Deine Stärke ist die Intonation. Du spielst sehr sauber.“

Ich hätte mir nicht erträumt, dass ich, der ich doch eigentlich unmusikalisch bin, den Musiktest bestehen würde und an der Parade teilnehmen könnte, obwohl ich erst seit so kurzer Zeit lernte. Zurückblickend muss ich sagen: Wenn ich nicht zielstrebig gewesen wäre und keine starke Entschlossenheit gehabt hätte, hätte ich nicht die Weisheit erhalten und auch nicht die Hindernisse aus dem Weg räumen können und das Waldhorn-Spielen nicht lernen können. Außerdem hätte ich auch nicht die Gedanken der gewöhnlichen Menschen losgelassen.

Die Menschen von ganzem Herzen retten

Die Reise nach London lief nicht glatt. Der direkte Flug nach London wurde wenige Stunden vorher abgesagt. Deshalb musste ich auf einen anderen Flug ausweichen, der erst am nächsten Morgen gehen und in einer Stadt drei Autostunden von London entfernt landen würde. Glücklicherweise schaffte ich es zu den Proben.

Als ich darüber nachdachte, warum diese Störungen erschienen waren, bemerkte ich, dass mein Herz für die Menschenerrettung nicht hundert Prozent hergab.

Es war mein erster Besuch in London. Als ich den Flug buchte, wollte ich daher einen Tag früher kommen. Ich hatte nicht vor, mich an diesem Tag auf die Parade vorzubereiten oder an der Mahnwache vor der chinesischen Botschaft teilzunehmen. Ich wollte mir lieber einmal die Sehenswürdigkeiten der Stadt ansehen.

Als ich sah, dass der Flug annulliert worden war, schaute ich nach innen. Ich bemerkte, dass mein Ausgangspunkt nicht mit den Anforderungen an Dafa-Jünger übereinstimmte. Ich schämte mich, da ich es gerne gemütlich hatte. Ich hätte mich auf meine erste Parade mit der Tian Guo Marching Band mit ganzem Herzen vorbereiten sollen, denn die Reise nach London verfolgte nur einen Zweck: Lebewesen zu erretten. Doch ich fiel auf das Niveau der gewöhnlichen Menschen. Wie konnte ich so Lebewesen erretten?

Auf dem Weg nach London schaute ich weiter nach innen und mir wurde klar, dass mein Herz nicht so sehr für die Errettung der Lebewesen schlug. Ich fühlte auch die Dringlichkeit dafür nicht. Ich schätzte die wertvolle zusätzliche Zeit nicht, die uns der Meister für die Errettung der Lebewesen gegeben hat. Ich meinte eher, dass ich mich ein wenig ausruhen und einen Tag früher kommen könne und dass es schon okay sei, wenn keine Aktivitäten mit der Marching Band anstünden. Jedoch nutzte das Böse diese Lücke aus. Vor der Schlacht zwischen Gut und Böse hatte ich kein Herz, das sich voll und ganz der Errettung der Lebewesen widmete. Vielmehr wollte ich es gemütlich haben und es mir gut gehen lassen.

Als ich meine Anhaftung sah, entschuldigte ich mich ernsthaft beim Meister: „Ich sehe meinen Fehler ein, Meister, bitte vergeben Sie mir. Meine einzige Aufgabe besteht darin, dem Meister bei der Fa-Berichtigung zu helfen und Lebewesen zu erretten.“

Mein Zustand hat sich seitdem sehr verändert. An meinem zweiten Tag in London saßen wir alle beisammen und übten gemeinsam. Einmal spielten wir „Falun Dafa ist gut“ zusammen. Die Kraft der Musik und das starke Energiefeld gaben mir das Gefühl, nicht mehr auf dem Stuhl sitzen zu können. Es fühlte sich so an, als würde ich emporgehoben. Ich bin dem Meister so dankbar dafür, dass er mir die gewaltige Kraft gezeigt hat, mit der die Dafa-Musik die Lebewesen rettet.

Am Tag der Parade in London sagte ich mir eindringlich: „Nichts ist wichtig, nur die Errettung der Lebewesen. Ich muss die Menschen unbedingt mit einem reinen Herzen retten.“ Dieses reine Herz ließ mich die Feierlichkeit und Heiligkeit der Errettung der Lebewesen spüren.

Wir marschierten auf einer sehr breiten Straße. Der Praktizierende vor mir spielte Saxofon und war ziemlich groß. Um den Stab zu sehen, musste ich immer wieder den Kopf ein wenig heben. Einmal, als der Stabführer das nächste Lied anzeigte, war es „Falun Dafa ist gut“. Die Musik spielte und ich war im tiefsten Innern erschüttert. Ich dachte: „Ich bin gekommen, um Lebewesen zu erretten. Ich hoffe, dass sich alle Lebewesen merken, dass Falun Dafa gut ist. Dann können sie alle gerettet werden.“ Ich spielte, während ich dies dachte, und der Gedanke erfasste mich so stark, dass mir Tränen in die Augen stiegen. Es gab keinen Grund dafür. Ich musste es auch nicht verstehen. Es ging nur darum, die Lebewesen zu erretten.

Wegen der Tränen sah ich alles nur verschwommen. Plötzlich spürte ich, dass uns viele Menschen zusahen. Vielleicht weil ich meinen Kopf immer ein wenig heben musste, kam es mir so vor, als würden wir einen Berg hochlaufen. In Wirklichkeit liefen wir abwärts und uns schauten auch nicht so viele Menschen zu. Später verstand ich, dass wahrscheinlich Lebewesen aus anderen Räumen auf die Ankunft der Marching Band und ihre Errettung gewartet hatten.

Anhaftung beseitigt – Technik verbessert

Mein Waldhorn-Lehrer lehrte mich, dass schon der Anfangston sauber gespielt werden muss, nicht schlampig, dabei sanft und dennoch beständig. Ich darf nicht so laut anfangen zu spielen wie ein Feuerwerk. Schlussendlich braucht man den ganzen Atem, wobei der Ton in der Luft nachklingt. Das lässt sich hier mit ein paar Sätzen beschreiben. In der Praxis ist es allerdings recht schwer, besonders wenn man sich im Spielen verbessern möchte.

Beim Üben bemerkte ich, dass sich meine Atmung nicht sehr verbessert hatte, obwohl sie doch so wichtig ist. Eine Zeit lang konnte ich mich nicht konzentrieren, meine Atmung war ungleichmäßig und ich konnte die Kraft der Ausatmung nicht effizient einsetzen. Ich spürte, dass meine Schultern verspannt waren. Es fühlte sich so an, als würde ich schwere Taschen auf dem Rücken tragen. Der Lehrer fand mich recht stark gebaut. Allerdings wusste er nicht, warum ich die Kraft nicht nutzen konnte.

Für einen Kultivierenden ist nichts zufällig. Alles bezieht sich auf die Höhe der Xinxing. Nach und nach konnte ich beim Nach-innen-Schauen sehen, dass ich mich gerne beschwerte und mich selbst bestätigen wollte.

Ich werde zuerst von meinem Eigensinn der Beschwerde erzählen.

Für lange Zeit konnte ich meinen Hang, mich über Mitpraktizierende zu beschweren, mit denen ich in anderen Projekten arbeitete, nicht loslassen. Oberflächlich betrachtet denke ich, dass ich tatsächlich unfair behandelt worden war. Als die Anhaftung sehr stark war, konnte ich mich beim Üben des Waldhorns nicht mehr konzentrieren – die schlechten Gedanken nahmen mich ein. Manchmal wurde mein Zustand besser, aber er ging nicht über den Gedanken hinaus, dass ich nicht so wäre wie diese Praktizierenden. Ich erkannte die Anhaftung nicht und konnte sie daher nicht dem Fa entsprechend behandeln.

Der Meister hat auf der Fa-Konferenz in Washington, D.C. 2018 eine Frage bezüglich des Grolls beantwortet:

„Jünger: Bei der Kultivierung spüre ich immer Groll in mir. Es ist eine Anhaftung, die ich sehr schwer beseitigen kann.Meister: Der Groll entsteht dadurch, dass man sich an Komplimente und schöne Sachen gewöhnt hat. Wenn es dann anders kommt, entwickelt sich der Groll. Überlegt mal, das geht doch nicht. So kann man sich nicht kultivieren. Ich sage immer wieder, dass die Kultivierenden die Probleme andersrum betrachten sollen. Wenn du auf unangenehme Dinge stößt, sollst du denken, dass es eine gute Sache ist und dazu dient, dich zu erhöhen. Du sollst denken: ,Ich muss gut damit umgehen, das ist schon wieder ein Pass zum Überwinden.‘Das ist die Kultivierung.‘“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Washington, D.C. 2018, 21.06.2018)

Und auf der Fa-Konferenz in New York 2019 sagte der Meister:

„Ganz gleich wie schlimm die zwischenmenschlichen Dinge, denen man begegnet, auch sein mögen, man muss diese positiv betrachten. ,Oh, diese Sache dient meiner Erhöhung.‘ Wenn Konflikte auftauchen, sucht man zuerst bei sich selbst, ganz gleich wen die Schuld trifft. Wenn du es als ein Kultivierender nicht schaffst, diese Gewohnheit zu bilden; wenn du die Dinge nicht umgekehrt wie die Menschen betrachten kannst, dann bleibst du für immer unter den Menschen. Zumindest wenn es um diesen Schritt geht, den du nicht gut gemacht hast, bist du ein Mensch.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in New York 2019, 17.05.2019)

Als ich die Sache mit dem Fa beurteilte und zu den Tiefen meiner Anhaftungen gelangte, wurde mir klar, dass ich nicht bedingungslos nach innen geschaut hatte. Stattdessen hatte ich mich auf die Fehler der anderen konzentriert. Außerdem wollte ich, dass die anderen ihre Fehler nach meinem Maßstab berichtigten und nicht nach dem Maßstab des Fa. Zudem hatte ich über meine eigenen Anhaftungen hinweggesehen. Ich sollte mich bemühen, mich selbst zu kultivieren und nicht die anderen.

Durch intensives Fa-Lernen und Aussenden aufrichtiger Gedanken und nachdem ich den Meister um Hilfe gebeten hatte und die Anforderungen des Fa erfüllte, versuchte ich, die Stärken der Mitpraktizierenden zu sehen.

Dabei konnte ich ständig merken, wie schlechte Elemente aus meinem Raumfeld entfernt wurden. Die Gedanken, die sich gegen die Praktizierenden richteten, über die ich mich beschwerte, wurden nach und nach weniger. Und schließlich konnte ich das Waldhorn aus dem Herzen heraus spielen. Auch fühlten sich meine Schultern entspannter an. Das Gefühl, schwere Taschen zu tragen, verschwand. Mein Atem wurde leichter und ich hatte mehr Kraft.

Die andere Anhaftung, warum ich mich nicht verbesserte, war der Wunsch nach Selbstbestätigung.

Bei Paraden in diesem Jahr spielte ich erstes Horn, das höhere Töne spielen muss. In der Zeit konnten die Praktizierenden, die hohe Töne spielen können, aus verschiedenen Gründen nicht an den Paraden teilnehmen. Als ich meine Rolle und Verantwortung bemerkte, übte ich verstärkt. Ich gab mir Mühe, keine Fehler beim Spielen zu machen und gut mit den Praktizierenden der zweiten Hornstimme zusammenzuspielen wie auch mit der ganzen Marching Band.

Obwohl ich vor unserer ersten Parade dieses Jahres in Frankfurt mehr geübt hatte, gab es keine hörbaren Verbesserungen bei mir. Die Koordinatorin meinte nach der Parade zwar, dass meine Fähigkeiten sich im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert hätten und dass mein Spiel sehr schön geklungen habe, aber ich war mit meinem Spiel in der Parade unzufrieden.

Als ich über mich nachdachte, sah ich meinen Wunsch nach Selbstbestätigung immer noch. Noch tiefer lag meine Geltungssucht. Ich verachtete sogar einige Praktizierende in der Marching Band. Als ich diese Anhaftungen sah, sagte ich mir: „Diese Anhaftungen sind so schmutzig. Meine Weisheit und Fähigkeit hat mir der Meister gegeben. Es war nicht nur so, dass ich sie nicht schätzte. Vielmehr hatte sich Stolz statt Bescheidenheit entwickelt.“

Da nahm ich mir vor, mein Spiel vor unserem nächsten Auftritt zu verbessern.

Zu Beginn der Parade tauchte wieder mein Wunsch nach Selbstbestätigung auf. So konnte ich mich schwer konzentrieren und mein Atem war nicht gleichmäßig. Ich konnte keine Phrasen komplett zu Ende spielen und fürchtete mich vor Fehlern. Zwischenzeitlich konnte ich meinen Körper nicht gut ausbalancieren, mein Ansatz war nicht stabil und meine Töne auch nicht. Für eine Weile fühlte ich mich ziemlich entmutigt.

Als wir das Stadtzentrum erreichten, sah ich so viele Lebewesen. Ich spürte, dass sie auf unsere Ankunft warteten. Sie konnten es kaum erwarten, die Melodien zu hören, durch die ihre eigene barmherzige Seite erweckt würde und die ihre Herzen öffnen würden, so dass sie die Schönheit von Dafa sehen könnten. Diese Bilder gaben mir Mut, meinen Zustand wieder zu stabilisieren. Ich sendete auch aufrichtige Gedanken aus und bat den Meister, mich zu stärken. Ich sagte mir: „Schau einmal, so viele Lebewesen warten gespannt darauf, die Tian Guo Marching Band zu sehen, damit sie gerettet werden. Bin ich nicht gerade deswegen in die Marching Band eingetreten? Eben um sie zu erretten? Ich möchte all meine Anhaftungen aufgeben für den Wunsch, die Lebewesen zu erretten. Meister, geben Sie mir bitte die Kraft dafür.“

Dann, auf halbem Weg der Parade, veränderte sich mein Zustand dramatisch. Mein Körper war stabil und ausbalanciert. Es glich dem Zustand, wie wenn ich in Ruhe still stand. Mein Atem war deutlich entspannter und mein Ton schwankte nicht mehr. Ich konnte auch ganze Phrasen spielen. Es fühlte sich so an, als hätte ich endlos Kraft.

Als die Menschen von ganzem Herzen für uns applaudierten, freute ich mich wirklich für sie. Ich wünschte mir ernsthaft, dass sie alle die Schönheit von Dafa spüren und gerettet werden würden, wenn sie die wahren Umstände verstanden.

In diesem Zustand blieb ich bis zum Ende der Parade. Mir machte das Spiel immer mehr Freude. Je mehr ich spielte, umso mehr verschwand die Müdigkeit. Ich hoffte wirklich, die Parade würde noch weitergehen. So wurde ich zu einem kleinen und dennoch unverzichtbaren Teilchen der Marching Band. Ich hielt nicht mehr an meinem Eigensinn fest, auf die Mitpraktizierenden herabzuschauen, noch wollte ich mich selbst bestätigen. Alles, was ich wahrnahm, war, wie die Mitpraktizierenden von ganzem Herzen miteinander kooperierten und den ganzen Körper harmonisierten. Das wundervolle und angenehme Gefühl lässt sich schwer in Worte fassen.

Nach der Parade sagte der Koordinator zu mir: „Ich habe dich spielen hören. Du hast gut gespielt.“ Ich verstand, dass die Kraft, die mich besser atmen und spielen ließ, durch den Meister gekommen war. Das Schriftzeichen auf den Tang-Kostümen unserer Marching Band kann man verstehen als „Sei glücklich mit Musik“. Ich denke, ich habe am Ende etwas besser den Sinn dahinter verstanden. Ich hatte einige Stunden die hohen Töne der ersten Hornstimme gespielt und war trotzdem nicht müde, sondern voller Energie und sehr glücklich.

Ohne die Kraft, die der Meister mir gegeben hat, und die Weisheit, die er mir geöffnet hat, hätte ich in der Tian Guo Marching Band überhaupt nicht mitspielen können. Es war unvorstellbar für mich, in so kurzer Zeit mitspielen und gemeinsam mit den Mitpraktizierenden unsere heilige Aufgabe der Errettung der Lebewesen erfüllen zu können.

Durch den Vergleich mit den Mitpraktizierenden konnte ich meine Schwachstellen in der Kultivierung und Lücken im musikalischen Können feststellen. Ich danke den Mitpraktizierenden für ihre aufrichtige Unterstützung und Hilfe während der letzten zwei Jahre.

Als Ermutigung möchte ich gerne noch dieses Gedicht des Meisters mit euch teilen:

„Fa lernen, Fa erhalten, Das Lernen vergleichen, Kultivieren vergleichen,Jede Tat danach richten,Das erreichen ist kultivieren.“(Li Hongzhi, Solide kultivieren, 07.10.1994, in: Hong Yin I)

Dies sind meine Kultivierungserfahrungen in der Tian Guo Marching Band. Bitte weist mich barmherzig darauf hin, wenn etwas unangemessen ist.

Dank an den Meister!Dank an die Mitpraktizierenden!