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Geschichte von Sun Simiao: Medizin, Kultivierung und Tugend (Teil III)

23. September 2019

(Minghui.org) Fortsetzung von Teil II

Als Kultivierender besaß Sun Simiao nicht nur wundersame medizinische Fähigkeiten, sondern auch hohe moralische Tugenden. Er behandelte nicht nur Menschen, sondern setzte seine Fähigkeiten auch ein, um Nicht-Menschen zu helfen, wie zum Beispiel Drachen und Tigern.

Einen Drachen geheilt

Eines Nachts klopfte jemand an die Tür von Suns Hütte in den Bergen. Sun öffnete und sah einen weiß gekleideten Gelehrten. Draußen regnete es in Strömen und am Himmel blitzte und donnerte es, doch die Kleidung des Gelehrten war kein bisschen nass. Sun fragte: „Sind Sie wegen einer Erkrankung hier?“ Der Mann nickte.

Nachdem Sun dessen Meridiansystem untersucht hatte, fragte Sun: „Sie sind kein Mensch, richtig?“

Der Mann hatte das nicht erwartet und erschrak. Als er sich beruhigt hatte, fragte er: „Warum denken Sie das?“

Sun lächelte und antwortete: „Sie kamen mit Donner, Blitz, bei strömenden Regen und heulenden Winden. Als sie sich beruhigt hatten, verschwand das alles. Ihre Kleider waren trotz des Regens nicht nass und ihr Meridiansystem ist sehr einzigartig. Wenn ich mich nicht irre, müssten Sie die ehrwürdige Drachengottheit vom Wasserpalast sein.“

Der Mann nickte und antwortete: „Die Leute sagen, dass Ihr ein Erleuchteter seid, der Himmel und Erde gut kennt. Ich denke, Ihr seid es wirklich.“

Der Drachengott sprach dann über sein Problem. Vor ein paar Tagen war er besonders hungrig gewesen und hatte in Eile ein paar Dinge verzehrt. Dabei war ihm etwas in der Speiseröhre steckengeblieben. Um zu überleben hatte er in den letzten Tagen bloß etwas Suppe getrunken.

Als Sun diese Geschichte hörte, bat er seinen Bediensteten, einen Kessel voll Kräutersuppe zu bringen. Er bat die Gottheit die Suppe ohne Unterbrechung zu trinken; ansonsten würde es schwierig werden ihn zu behandeln.

Der Mann nahm den Kessel und leerte ihn in einem Zug. Danach rumorte es in seinem Bauch und er spürte einen Brechreiz im Hals. Dann erbrach er sich in den Kessel. Als er das Erbrochene anschaute, entdeckte er zu seiner Verwunderung eine lange Schlange darin.

„Vielen Dank für die wundervolle Medizin! Sie hat mein Problem wirklich geheilt!“ sagte der Mann ehrfürchtig.

„Nichts Besonderes, es ist nur eine Brühe mit zerdrücktem Knoblauch gemischt mit Essig. Die Schlange kann einen so sauren und scharfen Geschmack nicht aushalten“, antwortete Sun lächelnd.

Nach einer Pause fuhr er fort: „Obwohl die Wurzel ihrer Erkrankung beseitigt worden ist, müssen ihre Kräfte wiederhergestellt werden. Wie wäre es, wenn ich Sie mit der Nadel behandeln würde und sie ein für alle Mal wiederhergestellt wären?“ Der Mann war einverstanden und sagte Ja.

Sun stellte sich hinter den Mann. Er nahm eine fußlange Nadel hervor und steckte sie in der Nähe des Scheitels in den Kopf des Mannes. Laut heulend kehrte der Mann in seine ursprüngliche Gestalt zurück – einen riesigen Drachen so dick wie ein Kübel – mit silbernen Schuppen bedeckt. Er brach regungslos auf dem Boden zusammen, seine zwei gigantischen Augen auf Sun gerichtet.

„Wenn ich die Nadel herausziehe, stürmen Sie bitte schnell auf jene Steinwand zu. Wenn Sie es durch die Felsen hindurch schaffen und weit nach oben fliegen können, wird ihre Energie wiederhergestellt sein“, sagte er.

In dem Moment als er die Nadel herauszog, rief er laut: „Jetzt, schnell!“

Der Drache schnellte mit seinem Körper auf die Felsen zu. Schnell verschwand er in der Felswand und hinterließ darin eine große tiefe Höhle.

Nach einer Weile ertönte die Stimme des weiß gekleideten Mannes vom Himmel: „Danke, dass sie Nicht-Menschen behilflich und ein gutes Vorbild für die Unsterblichen sind. Nach meiner Rückkehr werde ich auf ewig den Menschen helfen und Dürren und Überschwemmungen verhindern.“

Als Sun die Tür seiner Hütte öffnete, sah er ein Wetterleuchten am Himmel. Die in Weiß gekleidete Figur schoss hinauf und verschwand in den Wolken.

Einem Tiger helfen

Einmal, als Sun in die Berge zurückkehrte nachdem er Patienten behandelt hatte, sprang ein wilder Tiger aus dem Gebüsch und blockierte seinen Weg. Als Tao-Kultivierender nahm Sun Leben und Tod sehr leicht, aber die Begegnung mit einem Tiger stimmte ihn nachdenklich und er war etwas ratlos.

Der Tiger schien es wahrzunehmen, dass Sun seine Absichten missverstand. Und so hielt er drei Schritte von Sun entfernt an. Er zog seine Krallen in seinen Vorderpfoten ein und kauerte auf dem Boden, wie eine Person, die sich verbeugt.

Sun fand das eigenartig und dachte, dass dieser Räuberbaron vielleicht Hilfe benötigte. Also fragte er den Tiger: „Hast du eine Erkrankung, die geheilt werden muss?“ Der Tiger senkte drei Mal seinen Kopf bis auf den Boden.

Sun dachte: „Drachen gehören zum Göttlichen, aber der Tiger ist der König der Bestien, er verletzt Menschen. Würde ich ihn behandeln, würde ich dann nicht etwas Schlechtes tun?“

Deshalb erklärte er ihm: „Ich habe in meinem ganzen Leben keinen einzigen Verbrecher, Bösewicht oder Schlechten behandelt. Du bist eine grausame Kreatur. Wenn ich dir bei deiner Erkrankung helfe, wie kann ich wissen, ob du nicht weiterhin Menschen töten wirst?“ Nach diesen Worten ging Sun weiter.

Der Tiger folgte Sun und knabberte an seinem Mantel, mit Tränen in den Augen schurrte er ihn an. Als barmherziger Kultivierender fühlte Sun mit ihm und war zu Tränen gerührt. Er hielt an und sagte: „In Ordnung, ich glaube du willst wirklich, dass ich dich behandle. Aber du musst mir versprechen, von nun an keine Menschen mehr zu verletzen.“ Der Tiger ließ Suns Mantel los. Er kauerte sich wie ein Lamm auf den Boden und nickte.

Sun fuhr fort: „Heutzutage halten die Menschen nicht mehr ihr Wort. Ich weiß nicht, ob du das auch so machst. Bitte komm jeden Tag zu mir, damit ich überprüfen kann, was du gegessen hast.“ Der Tiger nickte erneut.

Als der Tiger sein Maul öffnete, sah Sun hinein und sah, dass ein Knochen im Rachen steckte. Er nahm eine Kupferglocke und platzierte diese zwischen dem Tigerkiefer, damit er nicht zubeißen konnte. Dann streckte er seinen Arm in das Maul und zog mit aller Kraft an dem Knochen. Der Tiger hatte unsägliche Schmerzen und biss aus Schmerz auf die Glocke, aber dank der Glocke blieb Sun unverletzt.

In alten Zeiten trugen chinesische Ärzte immer eine Glocke mit sich herum. Wegen dieser Geschichte über Sun wurde die Glocke später „Tigerglocke“ genannt.

(Fortsetzung folgt)