Falun Dafa Minghui.org www.minghui.org AUSDRUCK

Meine Jahre der Tortur im Gefängnis – ein persönlicher Bericht (Provinz Heilongjiang)

26. April 2020 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Heilongjiang, China

(Minghui.org) Zuo Xiuwen aus Heilongjiang begann 2002, Falun Dafa [1] zu praktizieren, obwohl sie Gefahr lief, verfolgt zu werden. Sie wurde dreieinhalb Jahre lang inhaftiert, weil sie Menschen über die wahren Umstände von Falun Dafa aufklärte.

Die 69-jährige Zuo hatte sie sich von all ihren Krankheiten erholt, seitdem sie Falun Dafa praktizierte. Aber dann wurde sie zweimal wegen ihres Glaubens rechtswidrig verhaftet. Im Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang eingesperrt, musste sie Gehirnwäsche und Folter erdulden. Das Folgende ist ihr persönlicher Bericht.

Zuo Xiuwen

Schicksalsschläge 

Mein Name ist Zuo Xiuwen. Ich wurde im Juli 1951 geboren. Ich lebe in der Gemeinde Hengtoushan des Bezirks Huachuan der Stadt Jiamusi.

Im Jahr 2002 hatte mein Mann eine Hirnblutung. Um ein Heilmittel für ihn zu finden, begann ich Falun Dafa zu lernen und wurde am 25. Oktober 2002 eine Praktizierende.

Wir hatten eine gute Ehe. Mein Mann war immer sehr gütig zu mir. Bevor er die Hirnblutung hatte, ließ ich mich für längere Zeit von meiner Arbeit beurlauben, und wir zogen aufs Land. Wir züchteten mehr als 40 Schweine, und es ging uns gut in unserem Geschäft. So beschlossen wir, ein Restaurant zu eröffnen.

Als unser Geschäft florierte und wir unser Leben genossen, erlitt mein Mann plötzlich eine Gehirnblutung und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Unser Leben änderte sich, und vor allem konnte ich mich nicht mehr um unser Geschäft kümmern.

Nach einem zweimonatigen Krankenhausaufenthalt blieb mein Mann im Koma und zeigte keine Besserung. Seine Krankenhausrechnungen fraßen fast unsere gesamten Ersparnisse auf. Ich musste ihn aus dem Krankenhaus holen. Ich suchte weiter nach einem Heilmittel für ihn, aber vergeblich.

Dafa trat in unser Leben

Gerade als ich am verzweifeltsten war, erzählte mir meine Nachbarin von Falun Dafa. Sie bat mich, für meinen Mann immer wieder „Falun Dafa ist gut“ zu rezitieren. Er war zu diesem Zeitpunkt nicht bei vollem Bewusstsein und konnte nicht sprechen, aber manchmal nickte er als Antwort. Sie gab mir auch das Buch Zhuan Falun, das Hauptbuch des Falun Dafa, und schlug mir vor, es ihm vorzulesen. Während ich es meinem Mann vorlas, verstand ich allmählich viele Prinzipien des Lebens. Obwohl er sich nicht mehr erholte, beschloss ich, Falun Dafa zu praktizieren.

Als ich es einige Monate praktiziert hatte, erholte ich mich von all meinen Krankheiten. Unter anderem von unzureichender Blutversorgung des Gehirns, Entzündung der Gallenblase und einer Herzkrankheit.

Obwohl die schwere Verfolgung von Falun Dafa immer noch andauerte, war ich entschlossen, es weiterhin zu praktizieren, da ich persönlich davon profitierte und wusste, dass Falun Dafa gut ist.

Erste Verhaftung: Zwei Wochen eingesperrt

Am 6. Januar 2009 ging ich mit einer anderen Falun-Dafa-Praktizierenden in ein Dorf in unserem Landkreis, um Kalender mit Informationen über Dafa zu verteilen. Als wir das Haus des Dorfvorstehers besuchten, war ein Angestellter der Stadtverwaltung dort, und er zeigte uns bei der Polizei an.

Polizisten der Bezirkspolizei Huachuan nahmen uns fest. Der Dorfvorsteher bat die Polizei, uns zu verschonen, da wir beide über 60 Jahre alt waren. Doch die Polizei brachte uns ins Gefängnis.

Meine Tochter besuchte mich mit ihrer Familie im Gefängnis. Sie weinte pausenlos. Ich tröstete sie: „Weine nicht, deine Mutter hat kein Verbrechen begangen.“ Zwei Wochen später wurde ich entlassen.

Seitdem kam die Polizei oft zu mir nach Hause, um mich zu belästigen. In den Sommernächten 2010 sprangen ie sogar über den Zaun unseres Hofes, um mich zu kontrollieren.

Zweite Verhaftung: Zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt

Beamte der Staatssicherheitsabteilung in Huachuan brachen am 13. Dezember 2010 in mein Haus ein, als ich mit drei Praktizierenden Falun-Dafa-Bücher las. Ohne ihren Ausweis oder einen Durchsuchungsbefehl vorzuzeigen, durchwühlten sie mein Haus und beschlagnahmten viele Materialien über Falun Dafa, ein Notebook, einen Drucker und andere Geräte.

Als ich sah, wie sie das Plakat mit dem Bild des Begründers von Falun Dafa beschlagnahmten, wollte ich es ihnen aus den Händen reißen. Dong Hongsheng, der Leiter der Staatssicherheitsabteilung von Huachuan, sah das und trat mich mit seinen dicken Lederstiefeln. Ich wäre fast hingefallen. Nachdem sie jeden Winkel meines Hauses durchsucht hatten, verhafteten sie uns vier.

Am nächsten Tag wurden wir auf der Polizeiwache von Huachuan verhört. Am Abend wurden wir dann in das Gefängnis gebracht. Bei meiner Ankunft im Gefängnis durchsuchten die Wärter mich; sie schnitten sogar die Knöpfe meiner Kleidung und Hose ab. Wir vier beschlossen, in den Hungerstreik zu gehen, um gegen unsere Inhaftierung zu protestieren.

Während der zehn Tage Hungerstreik wurden wir von Häftlingen überwacht. Die ganze Zeit beleidigten sie uns. Wir wurden jeden zweiten Tag verhört, aber wir weigerten uns, ihre Fragen zu beantworten oder unsere Fingerabdrücke abzugeben. Die Polizisten wurden wütend.

Während des Verhörs machte einmal ein Polizeibeamter einen Annäherungsversuch und sagte, dass er ein sehr guter Freund einer meiner Verwandten sei. Er sprach auch über die junge Praktizierende Wang, eine von uns vieren. Er sagte, dass Wangs Leben ruiniert wäre, wenn sie in so jungen Jahren verurteilt würde. Er versuchte, Informationen über andere Falun-Dafa-Praktizierende von mir zu erhalten, doch ohne Erfolg. Ich sagte ihm, dass Wang in nichts verwickelt sei, und dass er sie gehen lassen solle.

Als ich verhaftet wurde, hatte ich mehr als 200 Yuan (27 Euro) bei mir, die konfisziert wurden. Meine Tochter wurde vorgeladen und gezwungen, 1.000 Yuan (130 Euro) als mein Taschengeld zu hinterlegen. Ein anderes Mal kam meine Familie, aber sie durften mich nicht sehen, bis sie weitere 500 Yuan (65 Euro) bezahlten. Das Geld habe ich nie gesehen.

Am Tag meiner Gerichtsverhandlung legte die Polizei Wang und mir Handschellen und Fußfesseln an und bedeckte unterwegs unsere Köpfe. Alle Polizeibeamten des Bezirks wurden entsandt. Während des Prozesses schrie mich ein stellvertretender Staatsanwalt an, weil ich Falun Dafa nicht aufgegeben hatte.

Ich wurde zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, Wang zu drei Jahren, Wangs Mutter, die auch eine von uns vieren war, zu zwei Jahren. Der vierten Praktizierenden wurden unbekannte Drogen gespritzt, während sie in der Haftanstalt war, danach war sie gelähmt.

Im Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang eingesperrt

Am 15. Juni 2011 wurde ich in das Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang gebracht. Mein Gepäck und meine Habseligkeiten wurden bei der Ankunft durchsucht. Ich war gezwungen, ein paar Kleider wegzuwerfen.

Neun Personen waren in meiner Zelle. Acht Strafgefangene wurden angewiesen, mich rund um die Uhr zu überwachen. Sie erlaubten mir nicht, mit irgendjemandem Kontakt zu haben. Nur wenn niemand in den Toiletten oder auf dem Korridor war, durfte ich die Toilette benutzen.

Ich hatte keine Freiheit und niemanden, mit dem ich sprechen konnte. Daher fühlte ich mich einsam und war deprimiert. Weil ich seelisch und körperlich gequält wurde, fühlte ich mich ständig elend.

Gezwungen, auf kleinem Hocker zu sitzen und Gehirnwäsche-Videos anzuschauen

Eine Zeit lang musste ich jeden Tag um 5:00 Uhr aufstehen und auf einem kleinen Hocker stillsitzen, die Hände auf den Knien. Dabei musste ich mir Videos ansehen, in denen Falun Dafa verleumdet wurde.

Wenn die Häftlinge bemerkten, dass ich mich ein wenig bewegte oder die Augen schloss, schrien sie mich an. Sie wechselten sich ab und überwachten mich bis 23:00 Uhr, wobei ich gezwungen war, mit dem Gesicht zur Wand zu schlafen. Die Häftlinge kontrollierten mich sogar während des Schlafs.

Durch langes Sitzen auf dem kleinen Hocker entzündete sich mein Gesäß. Der Schmerz war unerträglich.

Die Häftlinge nutzten mich immer aus. Wenn ich neue Sachen kaufte, nahmen sie mir diese weg und ersetzten sie durch ihre alten. Während des Essens nahmen sie die guten Sachen von meinem Teller und ließen nur eine kleine Menge nicht so gutes Essen für mich übrig. Mir wurde wenig Zeit zum Essen gegeben, manchmal hatte ich keine Zeit, die Mahlzeiten zu beenden.

Nach einer langen Zeit derartiger Qualen erreichte meine Ausdauer fast ihre Grenze. Einmal während einer Gehirnwäschesitzung wurde mein Verstand unklar. Ich fühlte mich so schrecklich, dass ich die Reueerklärung unterzeichnete, die sie für mich vorbereitet hatten.

Als mir jedoch klar wurde, was ich da unterschrieben hatte, erklärte ich schriftlich meine Reueerklärung für null und nichtig, unterzeichnete das neue Schriftstück und übergab es einer Wärterin. Die war sehr wütend. Sie befahl den Häftlingen, mich genau zu beobachten. Vier Häftlinge folgten mir auf Schritt und Tritt und ließen mich nirgendwo alleine hingehen.

Ich wurde seelisch und körperlich gequält und fühlte mich jede Sekunde schrecklich. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich kurz vor dem Zusammenbruch stand und kaum noch atmen konnte.

Zwangsarbeit

Eine Zeit lang wurde ich gezwungen, jeden Tag zu arbeiten. Ich musste Zahnstocher oder Wattebällchen einpacken. Aufgrund meines Gesundheitszustandes konnte ich nur die Hälfte der Quote erfüllen.

Um zu verhindern, dass Praktizierende Falun-Dafa-Schriften untereinander weitergaben, durchsuchten die Wärter uns vor und nach der Arbeit. In der Werkstatt pfiffen sie plötzlich und verlangten, dass wir uns in einer Reihe aufstellten, um durchsucht zu werden. Die Wärter durchsuchten auch häufig unsere Zellen.

Vielen Praktizierenden gelang es immer noch, Schriften untereinander weiterzugeben. Einmal erhielt ich eine Kopie. Ich war begeistert, aber auch den ganzen Tag nervös, weil ich Angst hatte, dass die Schriften entdeckt würden. Am Ende des Tages hatte ich Gelegenheit, sie unter meiner Bettdecke zu lesen.

Einer der Hauptwärter fragte mich, warum ich keine Fristverkürzung beantragte, da viele Häftlinge den Antrag gestellt hätten. Ich sagte ihm, dass ich kein Verbrechen begangen hätte und dass ich keine Kriminelle sei. Einfach deshalb wurde ich später in die streng geführte Gruppe gebracht. Fünf Häftlinge überwachten mich, und eine gab mir jeden Tag Gehirnwäscheunterricht.

Mutter verstorben und das Zuhause verwüstet

Meine Mutter war ebenfalls eine Falun-Dafa-Praktizierende. Nach meiner Verhaftung und Verurteilung war sie am Boden zerstört. Unter dem ständigen Druck und aus Sorge um meine Sicherheit starb sie Ende 2006.

Als ich 2013 entlassen wurde, kam ich in ein leeres Haus zurück. Der Kühlschrank stand auf dem Hof in Wasser getränkt. Die Haustür und die Hoftür waren verschlossen worden. Aber die Schlösser am Haus, am Lagerraum und an den Schränken in den Zimmern waren alle aufgebrochen und mein ganzes Hab und Gut, vom Bettzeug bis zu den Kochutensilien, war gestohlen worden.


[1] Falun Dafa, auch Falun Dafa genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.