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Todesmeldung: 77-jährige Falun-Dafa-Praktizierende stirbt nach langjähriger Verfolgung

20. Februar 2021 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz , China

(Minghui.org) Die 77-jährige Deng Guiying starb am 30. Oktober 2020 an einem Schlaganfall. In den vergangenen Jahren war sie ständig von Polizisten schikaniert worden, weil sie Falun Dafa [1] praktizierte.

Deng Guiying

Deng lebte in der Stadt Kunming in der Provinz Yunnan und arbeitete früher in einem Chemieunternehmen. Im Jahr 1997 hatte sie begonnen, Falun Dafa zu praktizieren. Weil sie trotz der Verfolgung ihren Glauben bewahrte, wurde sie fünfmal verhaftet und zweimal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Sie war ständigen Schikanen durch die Polizei ausgesetzt, die ihre Wohnung durchsuchten.

Erste dreijährige Haftstrafe

Im Jahr 2008 wurde Deng verhaftet, weil sie mit Einheimischen über Falun Dafa gesprochen und Informationsmaterialien verteilt hatte. Am 11. August 2008 fand die Anhörung vor dem Mittleren Volksgericht statt. Der Richter verurteilte Deng zu einer dreijährigen Haftstrafe, die sie im Frauengefängnis der Provinz Yunnan verbringen musste. Im November 2008 brachten die Beamten Deng ins Gefängnis. Dort zwangen die Wärter sie jeden Tag, von 7 Uhr bis 23 Uhr auf einem kleinen Hocker zu sitzen. Gleichzeitig musste Deng Propagandavideos anschauen, die Falun Dafa verleumdeten. Die Wärter befahlen ihr, Gedankenberichte zu schreiben. Ihr wurden vier Toilettenpausen gewährt.

Nach vier Monaten intensiver Folter wurde Deng in eine normale Abteilung verlegt, wo sie unbezahlte Arbeit verrichten musste. Wie andere Praktizierende auch musste sie täglich von 6 bis 22:30 Uhr arbeiten, dazu gehörte das Sortieren von getrocknetem Paprika, Geldbörsen nähen und Perlenstickerei. Wenn sie ihr Pensum nicht schaffte, wurde sie zu Überstunden gezwungen.

Während des mehr als zweijährigen Gefängnisaufenthalts durfte Deng nur dreimal ihre Bettwäsche waschen. Durch die intensive Arbeit, die Misshandlungen und aufgrund der schlechten Lebensbedingungen litt Dengs Gesundheit und sie bekam Bluthochdruck. Aber auch nach ihrer Freilassung schikanierte die Polizei sie weiterhin.

Zweite Haftstrafe

Wegen des Verteilens von Informationsmaterialien über Falun Dafa wurde Deng auch am 27. Oktober 2011 sowie in den Jahren 2014 und 2016 verhaftet. Jedes Mal kam sie nach kurzem Gewahrsam wieder frei. Während der Haft forderte Deng die Polizisten oft auf, sich nicht länger an der Verfolgung von Falun Dafa zu beteiligen. Sie riet ihnen, die Informationsmaterialien zu lesen. Nach ihrer Verhaftung im Oktober 2011 kaufte ein Beamter Mittagessen für Deng und ließ sie nach dem Essen frei.

Im Jahr 2015 erstattete die Praktizierende Strafanzeige gegen Jiang Zemin, den früheren Staatschef, der 1999 die Verfolgung angeordnet hatte.

Am 24. September 2016 wurde Deng mit fünf anderen Praktizierenden festgenommen. Sie waren angezeigt worden, weil sie Informationen über Falun Dafa verteilt hatten. Alle sechs wurden zur Untersuchung in Krankenhaus gebracht. Die Beamten durchsuchten sie und machten Fotos von ihnen.

Die Familien der Praktizierenden suchten die Polizeiwache auf und forderten ihre Freilassung. Daraufhin wurden vier über 70-jährige Praktizierende gegen eine Kaution von je 2.000 Yuan (ca. 260 Euro) freigelassen, darunter Deng, die 80-jährige Zhai Xuexian, die 78-jährige Gao Qiaongxian sowie die 76-jährige Lu Changying.

Die 57-jährige Zhu Yulian und die 66-jährige Li Shixia wurden von den Beamten ins Frauengefängnis Kunming gebracht.

Am 19. Oktober 2016 erhielten die vier freigelassenen Frauen eine Mitteilung der Kreispolizeibehörde Jingning. Ihnen wurde ein Verbrechen zur Last gelegt. Gemeinsam verfassten die Frauen eine Stellungnahme an die Polizei. Sie forderten diese auf, nicht den Anweisungen des Regimes zu folgen. Falun-Dafa-Praktizierende, die nur nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht leben wollen, sollten nicht beschuldigt werden. Die vier Frauen erklärten, warum sie ihr Leben aufs Spiel setzten, um die Menschen über die Verfolgung zu informieren. Es ginge ihnen darum, den Menschen zu helfen, die unrechtmäßige Verfolgung zu verstehen und sich vom Regime abzuwenden. So könne vermieden werden, dass auch sie zur Verantwortung gezogen werden, wenn die Urheber eines Tages vor Gericht stehen.

Am 29. August 2017 wurden alle sechs Praktizierenden vom Kreisgericht Jinning verurteilt. Deng, Lu und Gao wurden jeweils zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, die auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt wurde. Gegen Zhu verhängte der Richter drei Jahre, gegen Li zwei. Zhais Urteil lautete eineinhalb Jahre Haft auf zwei Jahre Bewährung.

Während dieser Zeit schikanierte die Polizei Deng fortwährend. Dadurch verschlechterte sich ihr Zustand immer weiter, bis sie schließlich starb.


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.