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„Genug ist genug“ – warum KPCh-Mitglieder der Partei den Rücken kehren

11. April 2021 |   Von Li Qing

(Minghui.org) Vor kurzem erinnerte sich ein chinesischer Netizen namens Qu Hudong an die Zeit, als seine Austrittserklärung aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) im März 2020 auf der Website von The Epoch Times veröffentlicht wurde. „Vor Jahrzehnten schloss ich mich vielen jungen Intellektuellen in der Bewegung ‚Rauf auf den Berg und runter aufs Land‘ an. In der extrem kalten Wildnis Nordostchinas litt ich endlos, ohne dass ich mich beschweren konnte.“

Qu lebt in Shanghai. Vor einigen Jahren erfuhr er, wie man mit einer Software die Internet-Firewall der KPCh umgeht und so unzensierte Informationen lesen kann. Von YouTube, The Epoch Times und anderen Websites erfuhr er, wie die KPCh die Menschen betrügt und mit ihren unerbittlichen politischen Kampagnen Elend über das chinesische Volk bringt.

„Ich werde diese Software meinen intellektuellen Mitmenschen zeigen, die in die nordöstliche Wildnis verbannt wurden, damit ihnen klar wird, wer für unsere Sorgen und Tränen verantwortlich ist“, so Qu weiter. „Ich werde aus den KPCh-Organisationen austreten und meinen Kindern und ihren Kindern sagen, dass sie nicht der KPCh oder ihren Jugendorganisationen beitreten sollen.“

Für chinesische Einwohner ist Qus Erfahrung nicht ungewöhnlich. Nach jahrzehntelanger Gewalt und Gehirnwäsche durch die KPCh ist ihnen nun bewusst, was die KPCh für sie persönlich und für China im Allgemeinen bedeutet. Nachfolgend erfahren Sie, was andere Menschen in ihren Erklärungen zum „Austritt aus der KPCh“, die auf der Website von The Epoch Times veröffentlicht wurden, geschrieben haben.

Pensionierter Militäroffizier: Zwei DVDs änderten mein Leben

Ein Netizen mit dem Pseudonym Xin Zeqiang reichte seine Austrittserklärung aus der Partei im November 2019 ein. Nachdem er vor über 30 Jahren dem Militär und der KPCh beigetreten war, lernte er die Geschichte der Partei, die von der KPCh propagierte chinesische Historie und alle erforderlichen marxistischen Lehren kennen. „Obwohl diese Dogmen mich fast zu einem Hardcore-Marxisten und KPCh-Mitglied machten, konnte ich noch ein bisschen unabhängig denken, was ich meinen Eltern zu verdanken habe“, berichtet er.

Einer der Wendepunkte ereignete sich nach dem 16. Nationalkongress der KPCh im Jahr 2002. Damals wurde bekannt gegeben, dass die staatlichen Unternehmen in Privatbetriebe umgewandelt werden sollten. „Ich war verwirrt, denn mir wurde gesagt, dass die Kommunisten das Privateigentum abschaffen würden. Warum machten wir dann nicht mit den Staatsbetrieben und der Planwirtschaft weiter? Warum sollten wir zu einer Marktwirtschaft wechseln? Außerdem war es schwer erklärbar, warum die wohlhabenden westlichen Länder alle kapitalistisch waren.“

Auf seine Fragen fand Xin keine Antworten. Einige Jahre später, nachdem er in seiner beruflichen Karriere und auch in der Familie Fortschritte gemacht hatte, nahm er sich die Zeit und dachte über diese Fragen nach. Damals ahnte er, dass mit den Aussagen der Partei, der Lage in China und der kommunistischen Theorie selbst etwas nicht stimmte.

Xin kaufte sich viele Bücher über Demokratie und Freiheit – von Montesquieu (einem französischen Philosophen, der die Theorie der Gewaltenteilung aufstellte), Alexis de Tocqueville (einem französischen Diplomaten, der eine parlamentarische Regierung befürwortete) und Adam Smith (dem Begründer der freien Marktwirtschaft). Insbesondere in „Die Verfassung der Freiheit“ von Friedrich Hayek fand er die Erklärung, dass das Prinzip der Freiheit die Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum ist, und nicht umgekehrt. Xin griff auch auf Enzyklopädien zurück, um diese Konzepte zu sortieren.

Die eigentliche Veränderung ergab sich 2005: „Während ich einkaufen war, gab mir eine Frau zwei DVDs in einem Umschlag. Eine davon war von einer Shen Yun-Aufführung und die andere war eine Software, die mir half, die Internet-Firewall zu umgehen.“

Zu Hause schaute er sich die beiden DVDs an. „Die erste DVD half mir zu verstehen, was wahre chinesische Kultur ist, und die zweite öffnete ein Fenster, um frische Luft und Ansichten hereinzulassen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte“, berichtet er. „Danach las ich viele unzensierte Informationen in The Epoch Times, NTD und auf anderen Websites. Das half mir zu verstehen, wie hinterhältig die KPCh ist – und ich begann auch, anderen davon zu berichten. 

Hiermit erkläre ich feierlich, dass ich mich für immer von der KPCh und allen mit ihr verbundenen Organisationen distanziere.“

Eine über 80-Jährige: Von einer „fortschrittlichen Jugendlichen“ zum Parteiaustritt

Zhang Aiyuan lebt in Peking und ist über 80 Jahre alt. Sie trat vor fast 70 Jahren der KPCh bei. In ihrer Erklärung schildert sie: „Im Moment hilft mir mein Enkel, die Internet-Firewall zu umgehen und meine Erklärung zum Austritt aus der KPCh abzutippen.“

Aufgewachsen im Nordosten Chinas erlebte Zhang die Brutalität, die von der Sowjetunion ausging. „Sowjetische Soldaten kamen oft in unsere Dörfer, plünderten, vergewaltigten und terrorisierten uns“, erinnert sie sich. Wegen der Armut musste sie wie andere Jugendliche ihre Heimat verlassen. Kurz nachdem sie in die Provinzhauptstadt gezogen war, kam die KPCh an die Macht. Zhang trat zunächst dem Jugendverband und dann der Partei selbst bei. Von Gleichaltrigen wurde sie als „fortschrittliche Jugendliche“ angesehen. „Aber in meinem Kopf wollte ich nur Nahrung finden und satt werden“, schreibt sie. „Was unseren ‚großen Bruder‘, die Sowjetunion, betraf, so sah ich sie noch immer als einen Ort von Banditen und Vergewaltigern.“

Nachdem die KPCh das ganze Land erobert hatte, breitete sich schon bald der sowjetische Terror über ganz China aus. Ein Beispiel war das Jahr 1960 – nach dem chinesischen Mondkalender ein „Gengzi“-Jahr, worauf weiter unten noch eingegangen wird. Viele Chinesen verhungerten während der Großen Hungersnot, einer von Mao Zedong verursachten Katastrophe. Vor lauter Hunger verlor Zhang einmal das Bewusstsein und wäre fast gestorben. Auf dem Land war die Lage noch verheerender.

Nach Beginn der Kulturrevolution wurde Zhangs gesamte Familie im Rahmen des Parteiprogramms „Reform durch Arbeit“ in die ländlichen Gebiete in Chinas Nordwesten umgesiedelt. Es war eine salzige, unfruchtbare Region. Nur selten traf man dort einen anderen Menschen, selbst wenn man mehrere Kilometer lief. „Wir hatten weder Nahrung noch Trinkwasser. Zu allem Übel erkrankte meine Tochter bei der Arbeit in einer Papierfabrik an einer Staublunge. Mein kleiner Sohn spielte derweil oft in einem schlammigen Teich, wo er versuchte, schwimmen zu lernen“, schildert Zhang. „Erst nachdem wir Jahre später in die Stadt zurückgekehrt waren, traute sich mein Sohn, seinen Kopf ins (nicht mehr schlammige) Wasser zu tauchen, und lernte dann erst schwimmen. Das waren traurige Erinnerungen. Ich wollte nie wieder in den Nordwesten Chinas zurückkehren.“

Nachdem Zhangs Enkel die Internet-Firewall umgangen hatte, teilte er oft unzensierte Informationen, die er gelesen hatte. Zhang erkannte, dass das KPCh-Regime sehr eifrig dabei war, die kommunistische Ideologie voranzutreiben. „Wenn das so weitergeht, werden wir höchstwahrscheinlich in die Ära von Mao zurückfallen und ein weiteres Nordkorea werden. Das bedeutet, dass wir vielleicht zu der dunklen Ära zurückkehren, in der sich Familienangehörige gegenseitig bekämpften und alles im Chaos versank. Obwohl die Propaganda der KPCh mit der Wirtschaft prahlt, fließt das meiste Vermögen tatsächlich an korrupte Beamte. In meiner Heimatstadt lebt die gesamte Familie meines Bruders noch immer in Armut“, berichtet sie weiter.

Ein weiteres „Gengzi“-Jahr (das alle 60 Jahre vorkommt) war 2020. In diesem Jahr ermöglichten die durch die KPCh verursachte Desinformation und täuschende Propaganda, dass sich das Coronavirus zu einer weltweiten Pandemie ausbreitete. 

„Deshalb möchte ich aus der KPCh und dem Jugendverband austreten. Ich möchte auch, dass meine Kinder das Gleiche tun, damit sie in einem besseren, KPCh-freien China leben können“, so Zhang.

Hochschulprofessorin: Die Verlogenheit der KPCh

Am 29. Juli 2020 erklärte Xiao Jun, eine Hochschul-Professorin in China, ihren Austritt aus der KPCh. Sie erinnerte sich an ihre schwierige Kindheit während der Kulturrevolution. Damals wurde ihr Großvater als Intellektueller angegriffen und starb im Alter von Mitte 50. Ihre Familie erzählte Xiao von dem Alptraum der großen Hungersnot, dem ihre Tante und viele andere Menschen zum Opfer fielen.

Der Zugang zu Informationen aus dem Ausland wie The Epoch Times und NTD half Xiao, über die Lage in China nachzudenken. „Ein Wort kann die Natur der KPCh zusammenfassen: verlogen. Weil jeder einer Gehirnwäsche unterzogen wurde, sagt er etwas anderes, als er denkt. Die Propaganda entspricht oft dem Gegenteil von dem, was tatsächlich passiert.“ Zum Beispiel sind viele Kinder von Parteifunktionären ins Ausland ausgewandert, treten aber noch immer öffentlich für die KPCh ein und kritisieren die westlichen Länder.

Die Professorin erinnert sich, dass der Parteisekretär des Jugendverbands an ihrer Schule sie überredet hatte, der KPCh beizutreten. Damals war sie auf der Hochschule. Als sie nicht wusste, wie sie das tun sollte, gab er ihr ein Bewerbungsformular und sagte, sie solle es einfach kopieren. „So wurde ich Mitglied der KPCh – die schändlichste Sache in meinem ganzen Leben“, schreibt sie.

Nachdem Xiao viele Jahre lang Zugriff auf Informationen aus dem Ausland gehabt hatte, bekam sie ein viel besseres Verständnis über die wahre Natur der KPCh. Sie schreibt: „Hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der KPCh, damit meine Gedanken und meine Seele frei werden können. Ich hoffe auch, dass noch mehr Menschen auf der ganzen Welt erkennen werden, was die KPCh wirklich ist. Indem wir zusammenarbeiten, werden wir eine bessere Gesellschaft und eine bessere Zukunft erschaffen.“

Öffentlicher Beamter verweigert Erneuerung des Parteischwurs

Mo Daoke ist Staatsbeamter. Am 28. Juli 2020 reichte er seinen Parteiaustritt ein. 

Er schreibt von sich, dass er über keinen besonderen Hintergrund verfüge. Weder habe er Verwandte noch Vermögen im Ausland, er sei auch nie außerhalb Chinas gewesen. „Rückblickend muss ich jedoch zugeben, dass ich von der KPCh einer Gehirnwäsche unterzogen wurde und ein großes Interesse an ihr hatte“, beschreibt er seine Situation. „Als ich in der Lage war, über die Runden zu kommen, war ich deshalb der  Partei dankbar.“

1995 wurde Mo in der KPCh aufgenommen, obwohl er dies nicht einmal beantragt hatte. Erst zwei Jahre später veranlasste sein Vorgesetzter, dass er rückwirkend einen Antrag einreichte. Mos Vater war sehr verärgert, dass sein Sohn zum Parteibeitritt gezwungen worden war, weil dessen Vater (Mos Großvater), ein chinesischer Bauer, während der Drei- und Fünf-Anti-Bewegung [politische Bewegungen unter Mao Zedong] in den früher 1950-er Jahren angegriffen worden war. „Während der Großen Hungersnot starb er vor Hunger und wir haben nicht einmal seinen Leichnam gefunden“, schildert Mo. „Das Qingming-Fest [das Totengedenkfest in China, auch Grabfegertag genannt] ist der schmerzhafteste Tag des Jahres für meinen Vater.“

Dank seines Maßstabs der Ehrlichkeit und dem von der Familie vermittelten Wert der harten Arbeit war Mo ein vorbildlicher Mitarbeiter. „Das ist genau das, was die KPCh braucht – jemanden, der die Arbeit wie eine Arbeiterameise erledigt und sich nicht beschwert“, so Mo weiter. Allmählich wurde ihm klar, was die KPCh wirklich war – hasserfüllt, grausam und verlogen. Als er einmal darum bat, aus der Partei auszutreten, wiesen die höheren Parteifunktionäre seine Bitte zurück. „Danach habe ich jedes Mal, wenn wir Zeremonien zur Erneuerung des Parteischwurs hatten, aus Protest mit der Zehenspitze ‚Nein‘ auf den Boden geschrieben“, erinnert sich Mo.

Später kam er zufällig in den Besitz eines Buches über die jüngste chinesische Geschichte, das ein westlicher Gelehrter geschrieben hatte. „Als ich mich an die Erfahrungen meiner Familie erinnerte, wurde mir klar, dass wir alle von der KPCh getäuscht worden waren. Das machte mich sehr traurig – und wütend“, schreibt er. „Die Leute sagen oft, dass einem das Lesen der Historie hilft, Weisheit zu erlangen. Ich denke, das ist nur möglich, wenn man Geschichte liest, die nicht von Kommunisten verfasst wurde.“

Im Januar 2018 erfuhr Mo dann, wie man die Internet-Firewall umgehen konnte, um an unzensierte Informationen zu gelangen. „Die KPCh ist noch schlimmer, als man sich das vorstellen kann. Deshalb habe ich angefangen, anderen die Fakten über das Regime zu erzählen, sodass noch mehr Menschen darüber Bescheid wissen.“ Einige von Mos Freunden bezeichnen ihn aus Spaß Konterrevolutionär – und er ist stolz darauf.

Genug ist genug

Zhao Chongqhen ist Beamter einer Gemeindeverwaltung in der Stadt Zhoukou in der Provinz Henan. „Ich weiß, dass die KPCh die ganze Zeit lügt und ich mag das ehrlich gesagt nicht“, schrieb er in seiner im Juli 2019 eingereichten Austrittserklärung. „Aber um zu überleben, habe ich keine andere Wahl, als das zu erdulden und damit zu leben.“

Doch mit der Zeit fiel es Zhao immer schwerer, die KPCh zu ertragen. Neben der täglichen Arbeit und dem Umgang mit allen Arten von offiziellen Kontrollen muss Zhao seine Zeit mit Xueqi Qiangguo verbringen – einer vorgeschriebenen Telefon-App, mit der man Reden und Schriften des aktuellen KPCh-Vorsitzenden studieren kann. In einem BBC-Artikel vom Februar 2019 wurde diese App als moderne Version von Maos „Kleinem Roten Buch“ bezeichnet.

„Genug ist genug! Wenn ich mir unsere hilflosen Bürger ansehe, würde ich am liebsten das Partei-Abzeichen in den Mülleimer werfen und die Xueqi-Qiangguo-App von meinem Telefon entfernen“, so Zhao. „Aber die KPCh überwacht die Dinge so genau und lässt niemanden davonkommen. Deshalb bin ich froh, dass es hier [auf The Epoch Times] eine Plattform für Leute gibt, die aus der KPCh austreten wollen – und ich möchte einer von ihnen sein.“