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Gesundheit nach drei Haftstrafen ruiniert: Ehemaliger Geschichtslehrer stirbt in Verzweiflung

9. April 2021 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der chinesischen Provinz Hunan

(Minghui.org) Als Lu Songming 2018 nach einer dritten Gefängnisstrafe wegen des Praktizierens von Falun Dafa [1] nach Hause zurückkehrte, war er aufgrund der Folterungen in der Haft bereits mehrmals dem Tod nahe gewesen. Da er wegen eines schweren Herzleidens nicht mehr arbeiten konnte, sammelte er auf dem Bauernmarkt übriggebliebenes Gemüse auf, um irgendwie über die Runden zu kommen. Wenn er schwere Gegenstände trug, war er schnell erschöpft und musste sich häufig hinlegen. Drei Jahre lang kämpfte der 53-jährige Mann mit seinem schlechten Gesundheitszustand, bis er am Abend des 28. März 2021 verstarb.

Lu Songming vor der Verfolgung

Lu hatte im Kindesalter seine Mutter verloren und wurde von seinem Vater aufgezogen. Nachdem er 1990 sein Studium an der Pädagogischen Universität der Provinz Hunan abgeschlossen hatte, wurde er Geschichtslehrer an einer Mittelstufe in der Stadt Xiangtan in der Provinz Hunan. Im Jahr 1996 begann er, Falun Dafa zu praktizieren.

Drei Jahre später ordnete das kommunistische Regime Chinas die Verfolgung von Falun Dafa an. Weil Lu sich weigerte, seinen Glauben aufzugeben, wurde er von der Schule entlassen und dreimal zu insgesamt 14 Jahren Haft verurteilt. Während seiner Haftzeit wurde er verschiedenen Folterungen unterworfen, unter anderem wurde er aufgehängt, geschlagen, mit Elektrostöcken geschockt und zu stundenlanger harter Arbeit gezwungen. Die Folterungen und Misshandlungen zerstörten seine Gesundheit vollständig. Wegen eines schweren Herzleidens war er ein Dutzend Mal dem Tod nahe.

Als Lu 2006 nach der ersten Haftstrafe entlassen wurde, war seine Frau bereits von den Behörden gezwungen worden, sich von ihm scheiden zu lassen. Das Gericht übertrug seiner Frau das Haus und das Sorgerecht für seinen Sohn, so dass Lu obdachlos und mittellos war. Er musste Gelegenheitsjobs annehmen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dazu gehörte das Reparieren von Schuhen auf der Straße und der Verkauf von Erdnüssen.

Als Lu im September 2014 erneut verhaftet wurde, reiste sein über 80 Jahre alter Vater die 50 Kilometer von seiner Heimatstadt zum Untersuchungsgefängnis, um ihn zu besuchen, doch der Besuch wurde ihm verwehrt.

Erste Gefängnisstrafe

Lu wurde erstmals am 11. März 2001 verhaftet, weil er Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Später wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er saß in drei Gefängnissen, in dem Gefängnis Chishan in der Stadt Yiyang und in den Gefängnissen Jinshi und Wuling in der Stadt Changde.

Im Februar 2002 fesselten die Wärter ihn sechs Tage lang mit weit ausgestreckten Armen und Beinen an ein Bett. Sie erlaubten ihm nicht zu schlafen und wollten ihn dazu bringen, eine Erklärung über den Verzicht auf Falun Dafa zu schreiben.

Folter-Nachstellung: Auf einem Bett gefesselt

Lu schrieb im November 2002 einen Satz aus der Falun-Dafa-Lehre auf ein Stück Papier. Der diensthabende Wärter befahl den Insassen, ihm das Papier wegzunehmen und rief weitere Wärter hinzu.

Die Wärter beschuldigten Lu, sie „angegriffen“ zu haben und zerrten ihn zurück in seine Zelle. Sie fesselten seine Hände an die Metallstangen des Kopfteils des Bettes und hielten ihn sieben Tage lang gefesselt, wobei sie die Handschellen nur lockerten, wenn er auf die Toilette gehen musste.

Zusätzlich zu der körperlichen Folter wurde Lu auch zu schwerer Arbeit gezwungen, manchmal 16 Stunden am Tag. Seine Beine waren durch das stundenlange Stehen stark geschwollen. Er war nicht mehr in der Lage zu gehen und musste in die Werkstatt getragen werden.

Am 10. Januar 2003 traten Lu und zwei weitere Praktizierende in den Hungerstreik, um dagegen zu protestieren, dass ihnen die Köpfe rasiert wurden. Die Wärter schlugen und zwangsernährten ihn. Sie führten eine lange Gummisonde in seinen Mund ein, was zu Magenkrämpfen führte und ihm das Atmen erschwerte. Ein paar Minuten später stieß der Würgedruck den Brei aus seinem Magen und der spritzte auf den Gefängnisarzt. Erst dann wurde die Zwangsernährung eingestellt.

Weil Lu sich weigerte zu arbeiten, traten die Wärter ihn und trampelten auf seine Brust. Er erklärte den Wärtern, dass er kein Verbrechen begangen habe, sondern verfolgt werde, weil er an seinem Glauben festhalte. Er erzählte, wie die Wärter ihn aufhängten und ihn zwangen, jeden Tag stundenlang zu arbeiten, oder andere Praktizierende in Isolationshaft in Zellen voller Mäuse und Moskitos hielten und sie zwangen, bis zu 18 Stunden am Tag zu stehen, ohne sich zu bewegen.

Die Wärter waren wütend, als sie seine „Beschwerde“ hörten und befahlen den Häftlingen, ihn am Fensterrahmen aufzuhängen.

Ein Häftling zerrte Lu am achten Tag seines Hungerstreiks über den Boden, so dass ihm dabei seine Hose und Unterwäsche weggezogen wurden. Als er in der Werkstatt ankam, trat der Häftling ihn auf die rechte Seite in der Nähe seiner Leber. Lu schrie vor Schmerzen und sagte später, dass er das Gefühl hätte, dass alle seine Organe verrutscht wären. Der Häftling schleppte ihn dann weiter zu einem Fenster und hängte ihn für die nächsten zehn Tage dort auf.

Folter-Abbildung: über den Boden schleifen

Als Lu am 5. Mai 2003 versuchte, die Wärter daran zu hindern, einen anderen Praktizierenden zu foltern, schlugen sie ihn mit einem elektrischen Schlagstock an die Schläfe. Er wurde ohnmächtig und schlug mit dem Kopf auf einen Stein, wodurch sein Kopf stark blutete. Er litt unter schwerem Gedächtnisverlust und hatte danach Schwierigkeiten zu sprechen und das Gleichgewicht zu halten.

Die ständigen Prügel, das Aufgehängt-Werden und die harte Arbeit führten schließlich dazu, dass Lu eine schwere Herzkranzgefäßerkrankung bekam. Trotz seines Zustands folterten ihn die Wärter noch mindestens zwei Jahre lang jeden Tag.

Zweite Gefängnisstrafe

Weniger als ein Jahr nach seiner Entlassung wurde Lu am 4. Februar 2007 erneut verhaftet, weil er Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Er wurde zu einer weiteren fünfjährigen Haftstrafe im Gefängnis von Jinshi verurteilt.

Weil er sich weigerte, die Zwangsarbeit zu verrichten, schlugen ihn die Insassen, was zu einer Gehirnverletzung führte. Bei einer anderen Gelegenheit legten die Häftlinge ein Tuch über seinen Mund und zogen das Tuch fest auf beide Seiten, während ein anderer Häftling ihm die Hände hinter den Rücken zog und seinen Körper nach vorne drückte. Infolge der Folterungen lockerten sich die meisten seiner Zähne.

Durch die fortgesetzten Folterungen und Schläge verlor Lu schließlich fast alle seine Zähne. Als er am 3. Februar 2012 entlassen wurde, hatte er nur noch sechs Zähne. Neben der schweren Herzerkrankung bekam er auch hohen Blutdruck.

Lu Songming hatte nur noch sechs Zähne, als er entlassen wurde.

Dritte Gefängnisstrafe

Am 31. August 2014 wurde Lu erneut verhaftet, weil er Materialien von Falun Dafa verteilt hatte. Während er im Untersuchungsgefängnis der Stadt Xiangxiang festgehalten wurde, erlitt er mehrere Herzinfarkte, aber die Behörden ignorierten seinen Zustand und beschleunigten das Verfahren, um ihn zu verurteilen.

Lus Vater war über 80 Jahre alt. Trotz seines fortgeschrittenen Alters suchte er die Polizeiwache, die Staatsanwaltschaft, das Gericht, das Büro 610 (eine extra für die Verfolgung von Falun Dafa geschaffene Behörde), das Untersuchungsgefängnis und die lokale Regierung auf, um die Freilassung seines Sohnes zu erwirken, aber ohne Erfolg.

Lu stand am 9. Dezember 2014 vor Gericht und wurde zum dritten Mal verurteilt. Während er die vierjährige Haftstrafe im Gefängnis von Wangling absaß, wurde er gezwungen, bis zu 16 Stunden am Tag auf einem kleinen Hocker zu sitzen, ohne sich zu bewegen. Durch die Folter erlitt er häufig Herzinfarkte und musste oft wiederbelebt werden.

Selbst nachdem der Arzt mehrmals einen kritischen Zustand festgestellt hatte, hörten die Wärter nicht auf, ihn zu zwingen, auf dem kleinen Hocker zu sitzen. Manchmal wälzte sich Lu aufgrund der starken Schmerzen in der Brust, die auch einen gefährlich hohen Blutdruck verursachten, auf dem Boden. Dennoch erlaubten ihm die Wärter nicht, sich im Bett auszuruhen, obwohl dies vom Arzt dringend empfohlen worden war.

Da er nirgendwo die Möglichkeit hatte, um Gerechtigkeit zu ersuchen, sah sich Lu gezwungen, in den Hungerstreik zu treten, um gegen die Verfolgung zu protestieren. Das führte dazu, dass sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechterte.

Im Herbst 2017 unterzog ein Wärter, der gerade seine Arbeit im Gefängnis aufgenommen hatte, Lu erneut der Sitz- und Stehfolter, was sofort akute Brustschmerzen auslöste. Obwohl der Arzt Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung empfahl, bestand das Gefängnis weiterhin darauf, ihn in Gewahrsam zu halten. Die Wärter untersagten ihm auch oft, Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen. Häufig musste er hungern und hatte nicht genug Kleidung und nicht einmal eine Decke, um sich warm zu halten.

Lu wurde am 31. August 2018 in kritischem Zustand entlassen. Er starb drei Jahre später, nachdem er mit schlechter Gesundheit und miserablen Lebensbedingungen zu kämpfen gehabt hatte.

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[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschheit an Falun-Dafa-Praktizierenden.