(Minghui.org) Ich bin eine Praktizierende, geboren in den 1970er-Jahren, und habe im Jahr 1995 begonnen, Falun Dafa zu praktizieren. In dreißig Jahren Kultivierung habe ich unzählige Male die Wunder von Dafa und die Großartigkeit des Meisters erlebt. Heute möchte ich meine Erkenntnisse über das Fa-Lernen mit den Mitpraktizierenden teilen.
Tatsächlich durchläuft jeder Praktizierende auf seinem Weg verschiedene große und kleine Prüfungen. Aufgrund der Unterschiede in Herkunft, Eigenschaften, Größe des Karmas und anderer Faktoren ergeben sich äußerst komplexe Kultivierungsumstände. Manche Praktizierenden empfinden ihren Weg als sehr schwer, manche werden mit der Zeit immer stabiler und leichter, viele bleiben langfristig in unterschiedlichen Schwierigkeiten stecken und finden keinen Ausweg und viele Praktizierende haben durch das Böse ihr Leben verloren, was große Verluste verursachte.
Sind diese Prüfungen wirklich so groß und unüberwindbar? Eigentlich nicht. Der Meister hat die Antwort längst in seinen Fa-Erklärungen gegeben. Der Meister sagt:
„Die Fa-Grundsätze können alle deine Probleme lösen.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in der Schweiz, 04.- 05.09.1998)
Und:
„Das Fa kann alle Anhaftungen aufbrechen; das Fa kann alles Böse besiegen; das Fa kann alle Lügen zerschlagen; und das Fa kann die aufrichtigen Gedanken stärken.“ (Störungen beseitigen, 05.07.2000, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)
Aus diesen Zitaten wird meiner Ansicht nach klar, dass das Fa alle unsere Probleme lösen kann. Anders ausgedrückt: Probleme entstehen, wenn beim Fa-Lernen etwas nicht stimmt – wenn man das Fa nicht gut lernt, wenn man nicht in der Lage ist, das Fa effektiv zu lernen oder das Fa nicht erhält. Dann bekommen bösartige Lebewesen Gelegenheiten, die Prüfungen zu verstärken und das Bestehen der Pässe zu erschweren.
Manche Praktizierenden werden dieser Sichtweise vielleicht nicht zustimmen. Viele schwer verfolgte Praktizierende lernen das Fa sehr aktiv, lernen es jeden Tag, oft sogar viele Stunden. Sie erledigen die drei Dinge und wirken äußerlich sehr fleißig. Doch beim intensiven Austausch mit ihnen stellt man fest, dass sie zwar viel gelernt haben, ihr Zustand dabei und die Wirkung jedoch nicht gut waren. Sie halten lediglich an der Form des Fa-Lernens fest, ohne sich dabei vollständig in das Fa hineinzuversetzen. Während des Lernens zeigen sich ihnen nur wenige Fa-Grundsätze.
Vor vielen Jahren, als ich die Fa-Erklärungen des Meisters studierte, erkannte ich die Bedeutung des Fa-Lernens. Seitdem habe ich begonnen, diesem Thema besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Erklärungen des Meisters zum Fa-Lernen und die Erfahrungsberichte der Mitpraktizierenden, ihre Einsichten und Empfindungen beim Fa-lernen habe ich stets aufmerksam und sorgfältig gelesen. Durch jahrelanges Lernen und Austauschen gewann ich nach und nach eigene Erkenntnisse. Gleichzeitig bemerkte ich Probleme beim Fa-Lernen, die viele Mitpraktizierende langfristig übersehen, die jedoch die Wirkung des Fa-Lernens ernsthaft beeinträchtigen. Diese möchte ich hier teilen.
Zunächst ist zu sagen, dass manche Mitpraktizierenden die Menge des Fa-Lernens als Maßstab dafür nehmen, ob sie an diesem Tag gut gelernt haben. Sie behandeln das Fa-Lernen wie eine Aufgabe: Heute muss ich eine bestimmte Menge schaffen. Während des Lesens, Abschreibens oder Auswendiglernens denken sie daran, schnell fertig zu werden, und nicht daran, ob das Fa wirklich ins Herz gelangt und sie sich in das Fa hineinbegeben. Das Fa-Lernen wird wie eine Pflichtübung behandelt, oberflächlich. Mit dieser Einstellung ist es unmöglich, beim Fa-lernen zur Ruhe zu kommen oder sich ins Fa zu vertiefen – was die Wirkung erheblich beeinträchtigt. Nach jahrelanger Beobachtung kann ich sagen: Mitpraktizierende, die auf diese Weise lernen, können Probleme oft nicht vom Fa her betrachten, haben unzureichende aufrichtige Gedanken, ihr Kultivierungszustand ist nicht gut und menschliche Anschauungen sind stark.
Viele Fa-Lerngruppen lernen ebenfalls auf diese Weise. Früher habe ich an einigen Gruppen teilgenommen. Wegen der hohen Geschwindigkeit hatte ich nach dem Lernen das Gefühl, alles ginge durcheinander. Viele Inhalte vergaß ich wieder. Als ich andere Mitpraktizierende fragte, hatten sie dasselbe Empfinden.
Zu Beginn haben neue Schüler mit dieser Lernweise noch kein großes Problem. Doch mit der Erhöhung der Ebene steigen die Anforderungen der Kultivierung weiter. Beim Fa-Lernen mit dieser Methode wird es schwierig, den Maßstab höherer Ebenen zu erfüllen. Es gibt jedoch Mitpraktizierende, bei denen diese Lernweise den Kultivierungszustand nicht stark beeinträchtigt. Diese Mitpraktizierenden lernen oft sechs oder sieben Stunden am Tag, manchmal noch mehr, und gleichen so die Unzulänglichkeiten der Methode aus. Tatsächlich ist es jedoch eine Methode mit hohem Aufwand und geringem Ergebnis. Die Effizienz des Fa-Lernens ist niedrig.
Als zweites Problem, das meiner Ansicht nach oft auftaucht und ebenfalls stark das Erhalten des Fa beeinträchtigt, möchte ich Folgendes nennen: Viele Mitpraktizierende sind von Natur aus ungeduldig. Sie erledigen alles hastig — und so auch das Fa-Lernen. Sie lesen das Fa sehr schnell. Die direkte Folge des zu schnellen Lesens ist, dass sie innerlich nicht vollkommen zur Ruhe kommen und es nicht genügend Zeit gibt, den Inhalt jedes Satzes wirklich zu verstehen. Das Lernen bleibt oberflächlich, und die inneren Bedeutungen des Fa werden nicht tief erfasst. Auch hier wird das Eintauchen in das Fa verhindert, was die Wirkung des Erhaltens des Fa stark beeinträchtigt.
Ich habe mit einigen Mitpraktizierenden darüber gesprochen. Aufgrund ihrer langjährigen Gewohnheiten hielten sie es für sehr schwierig, diese zu ändern. Doch „Ungeduld“ ist ebenfalls eine Anhaftung. Das Problem dieser Mitpraktizierenden besteht darin, wie sie diese ungeduldige, dämonische Natur beseitigen und langsamer und in Ruhe lernen können. Ich traf einmal einen älteren Falun-Dafa-Praktizierenden, der das Fa sehr flüssig auswendig konnte, aber langfristig unter schwerem Krankheitskarma litt und keinen Ausweg wusste. Im Gespräch stellte sich heraus, dass er das Fa zwar sehr schnell rezitierte, doch keineswegs wirklich verinnerlichte. Er war weit davon entfernt, dass jedes einzelne Wort in seinem Kopf erschien. Der Meister sagt:
„Beim Rezitieren vom Namen des Buddhas muss man sich voll und ganz darauf konzentrieren, an gar nichts anderes denken, bis sich andere Teile des Gehirns taub anfühlen und man von nichts mehr weiß. Zehntausende Gedanken werden durch einen Gedanken ersetzt. Jedes Schriftzeichen des Namens „Buddha Amitabha“ erscheint vor den Augen.“ (Zhuan Falun, 2019, S.445 ff)
Im Vergleich dazu zeigen die Mitpraktizierenden, die langsam lernen und das Fa ruhig und mit ganzem Herzen lernen, meist einen stabileren Kultivierungszustand. Bei ihnen treten selten schwere Verfolgung oder schwere Störungen auf. Ich kenne Praktizierende, die nach dem Austausch ihr Lerntempo verlangsamten und sehr schnell eine positive Veränderung ihres Kultivierungszustandes bemerkten: Die aufrichtigen Gedanken wurden stärker, die Störungen nahmen ab und die Wirkung war deutlich.
Zum Schluss möchte ich noch ein weiteres Problem ansprechen, besonders als Hinweis für die Mitpraktizierenden, die sich in Schwierigkeiten befinden: Man sollte das Fa nicht mit einem strebenden Herzen lernen. In schwierigen Zeiten ist es qualvoll, deswegen entsteht beim Fa-Lernen leicht der Gedanke: „Schnell das Fa lernen, schnell die Prüfung bestehen, um das Leiden loszuwerden.“ Unbewusst entsteht ein „strebendes Herz“. Da der Ausgangspunkt nicht aufrichtig ist, beeinträchtigt dies das Erhalten des Fa und verzögert die Beseitigung der Schwierigkeiten und das Überwinden der Prüfung. Man soll aus der Störung die Schwäche der eigenen Kultivierung erkennen, und das Fa mit der Haltung lernen, „von nun an den eigenen Kultivierungszustand zu verbessern“, sowie nach innen zu schauen.
Die obengenannten Punkte sind jene Probleme, die meiner Ansicht nach das Fa-Lernen stark beeinträchtigen. Natürlich sind dies noch nicht alle. Weitere Probleme wurden von vielen Praktizierenden bereits in ihren Erfahrungsberichten angesprochen, daher werde ich nicht weiter auf diese Punkte eingehen.
Das sind einige meiner Einsichten und begrenzten Erkenntnisse über das Fa-Lernen in den letzten Jahren. Da mein Kontakt zu Mitpraktizierenden begrenzt und meine Ebene beschränkt ist, bitte ich meine Mitpraktizierenden, mich auf etwaige Mängel hinzuweisen.