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Grundlegende Anhaftungen erkennen und beseitigen

31. März 2025 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden in China

(Minghui.org) Als ich anfing, Falun Dafa zu praktizieren, verstand ich es nicht wirklich mit klarem Verstand und wusste nicht, welche Bedeutung es für mein Leben haben würde. Heute frage ich mich an, warum ich damals mit der Kultivierung angefangen habe. War es wegen meiner grundlegenden Anhaftungen? Habe ich sie inzwischen beseitigt? In letzter Zeit habe ich begonnen, mich diesbezüglich ernsthaft zu hinterfragen.

Anfängliche Motivation

Ich hörte zum ersten Mal von Falun Dafa kurz nachdem ich mein Studium begonnen und Schwierigkeiten hatte, mich an das Leben auf dem Campus zu gewöhnen. Der Grundsatz von Dafa, dass man Tugend erhält, wenn andere einen schlecht behandeln, tröstete mich. Außerdem stellte ich mir vor, dass ein gemeinsames Leben mit einem Praktizierenden mir Glück bringen würde. Diese naive Vorstellung war es, die mich dazu bewegte, mit der Kultivierung zu beginnen.

Früher glaubte ich, dass mein Streben nach einem glücklichen Leben und meine Absicht, durch das Praktizieren von Dafa zu profitieren, meine grundlegenden Eigensinne wären. Daher konzentrierte ich mich bei meiner Kultivierung darauf, diese Eigensinne zu beseitigen.

Vor ein paar Tagen war ich schockiert, als ich während des Fa-Lernens die Worte des Meisters las:

„Mancher fand das Dafa in dieser oder jener Hinsicht gut, die heutige Prüfung ist aber gnadenlos, denn keine der menschlichen Gesinnungen darf in den Himmel mitgenommen werden.“ (Der Vortrag von Meister Li Hongzhi auf der Falun Dafa-Konferenz zum Erfahrungsaustausch im Westen der USA, 21.10.2000 )

Da Dafa allumfassend ist, musste ich lernen, alle Aspekte zu verstehen und mich nicht nur auf ein oder zwei Prinzipien zu konzentrieren. Deshalb nahm ich mir die Zeit, meine Gedanken seit Beginn meiner Kultivierung zu ordnen und rückblickend zu betrachten.

Einer meiner Hochschullehrer hatte mir Dafa vorgestellt. Ich begann aus Bewunderung und Respekt gegenüber den Hochschullehrern und Professoren, die ich als gebildeter und überlegen empfand, mit der Kultivierung. Es gab mir das Gefühl, selbst zu einer überlegenen Gruppe zu gehören. Doch dieses Denken war Ausdruck meiner starken Anhaftung an Ruhm.

Ich schätzte auch den Charakter des Meisters, nämlich dass er fähig, zivilisiert und aufrecht war. In meinem Kopf hatte ich ein perfektes Bild von ihm. Ich erkannte nicht, dass diese oberflächlichen menschlichen Anschauungen nicht mit dem Fa übereinstimmten, sondern eine Anhaftung waren – sogar eine grundlegende Anhaftung.

Auf der Suche nach dem grundlegenden Eigensinn

Kurz nach Beginn der Verfolgung von Falun Dafa im Juli 1999 verleumdete das chinesische Regime den Meister mit der Behauptung, er führe ein luxuriöses Leben, was ich lächerlich fand. Ich war überzeugt, dass der Meister gekommen war, um uns zu erretten, und sich nicht um weltlichen Ruhm und Reichtum scherte. Zudem war ich der Meinung, dass meine Sichtweise in dieser Frage klar war. Dennoch konnte ich wegen der Verfolgung meine Falun-Anstecknadel nicht mehr in der Öffentlichkeit tragen. Ich war enttäuscht, dass ich nicht zeigen konnte, dass ich zu einer herausragenden Gruppe von Menschen gehörte.

Vor Kurzem hörte ich mir wieder einmal die Kultivierungsgeschichte von Buddha Milarepa an. Ein Teil der Geschichte erregte meine Aufmerksamkeit. Als Milarepas Meister Marpa sich wiederholt weigerte, ihn als Schüler anzunehmen, weil er zu arm war, um Opfergaben zu bringen, beschuldigte oder verachtete er Marpa nicht, gierig zu sein. Er hielt sich selbst für schuldig, weil er zu arm war, um zu zahlen.

Ich jedoch fällte ein Urteil über den Meister (obwohl ich dachte, ich sei positiv). Als ich die Lüge hörte, war ich nicht urteilsfrei, so wie Milarepa es war. Was war mein Problem?

Der Meister sagt:

„Bei den Geschehnissen vom ,25. April‘ letzten Jahres bis zum ,20. Juli‘ sind manche Lernende zu Anfang innerlich häufig hin und her geschwankt. Das war auch normal. Gerade weil du die Gedanken eines gewöhnlichen Menschen hast, kannst du dich kultivieren; gerade weil die Gedanken eines gewöhnlichen Menschen vorhanden sind, wirst du ins Schwanken geraten; weil die Gedanken eines gewöhnlichen Menschen vorhanden sind, kannst du beim Schwanken den richtigen Weg, den du gehen sollst, bestimmen. Das ist eben Kultivierung. Deshalb haben viele von uns zu dieser Zeit darüber nachgedacht: Ist das Fa, das ich lerne, richtig oder nicht? Aufrichtig oder nicht? Was ist Li Hongzhi für ein Mensch? Trifft das, was die verleumdende böse Macht gesagt hat, zu? Über diese Fragen hat jeder Schüler nachgedacht, mehr oder weniger habt ihr alle euch darüber Gedanken gemacht. Das ist auch eine Gelegenheit zum Nachdenken, die euch gegeben worden ist. Das war kein Fehler.“ (Erklärung des Fa durch Meister Li Hongzhi bei der Great Lakes-Konferenz in Nordamerika, 09.12.2000)

Ich verstand, dass der Meister uns Zeit zum Nachdenken gab und dass es nicht falsch war, so einen Denkprozess zu durchlaufen. Aber viele Praktizierende brauchten nicht darüber nachzudenken und verteidigten Dafa sofort. Warum brauchte ich Zeit zum Nachdenken?

Zu Beginn meiner Kultivierung war ich mit einer Aussage des Meisters nicht einverstanden. Ich vermutete, dass dies mit meinen grundlegenden Anhaftungen zu tun hatte, konnte jedoch nicht erkennen, worin sie bestanden. Der Meister muss meine innere Unruhe gesehen haben und führte mich dazu, einen Erfahrungsbericht auf der Minghui-Website zu lesen. Der Autor dieses Berichtes erkannte seine grundlegende Anhaftung darin, dass er die Lehre von Dafa nur deshalb akzeptierte, weil sie mit dem übereinstimmten, was er selbst für richtige Prinzipien und universelle Werte hielt.

Diese Erkenntnis erinnerte mich an einen Traum, den ich vor ein paar Jahren hatte, nachdem ich den ganzen Tag das Fa auswendig gelernt hatte, um meinen schlechten Kultivierungszustand zu verbessern. In diesem Traum hatte mich der Meister angelächelt und ermutigt, das Fa auswendig zu lernen. Dann zeigte er auf einen Stapel Bücher auf dem Boden, die Biographien von Weisen und Helden enthielten.

Ich vermutete, dass der Meister damit andeuten wollte, dass ich mich nicht an menschliche Ideologien halten sollte. Da ich diese Bücher jedoch nicht gelesen hatte, wischte ich den Gedanken beiseite und erkannte nicht die bedeutenden Auswirkungen, die die menschlichen Prinzipien auf mich hatten.

Tiefer schauen

1999 war ich Anfang 20 und hatte zu vielen Dingen noch keine eigene Meinung. Warum also beherrschten meine menschlichen Anschauungen meine Wahrnehmung vom Meister und vom Dafa? Ich glaubte, dass sich meine Anschauungen durch zahlreiche Reinkarnationen angesammelt und ein starkes Ego gebildet hatten.

Als ich neulich über meine Anhaftungen nachdachte, erklang ein Lied der Kommunistischen Partei Chinas in meinem Hinterkopf. Da erkannte ich, dass meine Missachtung des Meisters und des Dafa von der in mir verborgenen Parteikultur herrührte und mich davon abhielt, meine Anhaftungen zu erkennen.

Die Kultur der KPCh ist auf der ganzen Welt verbreitet und hat auch Praktizierende außerhalb Chinas beeinflusst.

Der Meister sagt:

„China betreibt scheinbar den häretischen Kommunismus, in Wirklichkeit ist das eine gaunerische Fraktion und gleichzeitig eine Sekte. Die westliche Gesellschaft ist scheinbar gegen den häretischen Kommunismus, in Wirklichkeit betreibt sie den häretischen Kommunismus.“ (Fa-Erklärung auf der internationalen Fa-Konferenz im Westen der USA, 26.02.2005)

Die linksextreme Ideologie und die kommunistische Kultur sind bereits in die Köpfe der Praktizierenden eingedrungen. Sie beeinflussen unbewusst unsere Gedanken, obwohl wir Praktizierende ihre Schäden aufdecken und sie ablehnen sollen.

Die meisten Lieder, die in den letzten Jahren in den Shen-Yun-Shows aufgeführt wurden, zeigten die Schäden auf, die durch Atheismus und Evolutionstheorie verursacht wurden. In dem Gedichtband Hong Yin VI erwähnt der Meister wiederholt den Schaden, den die Parteikultur angerichtet hat, und weist auf ihren großen Einfluss auf unsere Kultivierung hin.

Ich habe die Ansichten eines Artikels, den ich gelesen habe, aufgegriffen: Wenn die Kultivierenden denken, dass ihre menschlichen Anschauungen der ultimative Maßstab sind, ist das ein Problem. Wenn sie feststellen, dass die Prinzipien des Fa auf einer bestimmten Ebene – oder etwas, das das Fa von uns verlangt – nicht mit den menschlichen Grundsätzen übereinstimmt, an die sie glauben, kann es durchaus vorkommen, dass sie sich vom Fa abwenden.

Menschliche Anschauungen und die Parteikultur können unser Urteil über alles beeinflussen, auch über den Meister und andere Praktizierende, und uns dazu bringen, uns selbst zu bestätigen, anstatt das Fa zu bestätigen. Wenn man Dafa benutzt, um sich selbst und seine Theorien zu bestätigen, stellt man sich über den Meister und Dafa. Das Festhalten an unseren grundlegenden Eigensinnen ist zum größten Hindernis geworden, das die Dafa-Praktizierenden heute erleben.

Beim Lesen vom letzten Jingwen des Meisters „In kritischen Momenten wird das Herz geprüft“ wurde mir klar, dass „das Herz geprüft" bedeutet, dass wir Anhaftungen erkennen müssen, die nicht nur unsere Handlungen, sondern auch die Grundlage unserer Kultivierung beeinflussen. Wir müssen Anhaftungen und Anschauungen bei jedem Konflikt finden, ganz zu schweigen von den Prüfungen, die Praktizierende durchmachen. Nur wenn wir uns selbst läutern, können wir die vom Meister gesetzten Maßstäbe im neuen Kosmos erreichen.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel stellt die persönliche Ansicht und Erkenntnis des Autors dar und dient dem Verständnisaustausch.