(Minghui.org) Seien Sie gegrüßt, Meister! Seid gegrüßt, Mitpraktizierende!
Ich bin dieses Jahr 86 Jahre alt und begann 1995 mit der Kultivierung im Falun Dafa. In den vergangenen 30 Jahren verlief mein Kultivierungsweg ruhig und ungestört. Meine wichtigste Veränderung war, nachsichtig und beharrlich zu werden. Ich möchte dem Meister von meinen Kultivierungserfahrungen berichten und sie mit den anderen Praktizierenden teilen.
In jungen Jahren war ich Hebamme; außerdem studierte ich vier Jahre in Großbritannien. Doch nach meiner Rückkehr wollten meine Eltern, dass ich im Restaurant unserer Familie mitarbeite. Wir waren insgesamt elf Kinder, doch ich war die Einzige, die bereit war, ihren Beruf aufzugeben und den Eltern zu helfen.
Ein Restaurant zu führen ist harte Arbeit – man muss früh aufstehen und bis spät abends arbeiten. Damals war ich jung und voller Energie und konnte viele Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Ich leitete Küche und Rezeption, kümmerte mich um die Gäste und war für die Lieferung von Gemüse und Fisch zuständig. Damals erschien es mir sehr nützlich, durchsetzungsstark zu sein, damit man auf mich hört. Deswegen trat ich sehr bestimmt auf, war entscheidungsfreudig und stellte strenge Anforderungen an die Angestellten. Zum Beispiel verlangte ich während des chinesischen Neujahrsfestes, dass sie am ersten Tag frei nahmen, aber am zweiten Tag wieder zur Arbeit kamen. Wer am zweiten Tag nicht erschien, verlor seine Anstellung.
Ich dachte immer, wenn ich die anderen nicht zurechtweise, würden sie mich nicht genug fürchten, und ihre Arbeit nicht gut machen, darum müsse ich sehr streng sein. Sobald ich etwas nachlässiger wurde, geriet alles außer Kontrolle. Damals trug ich die gesamte Verantwortung allein und kümmerte mich auch noch um meine Eltern.
Um für meine Eltern, das Restaurant und die beiden Söhne meines jüngeren Bruders sorgen zu können, gab ich meinen Wunsch nach einer eigenen Familie auf. Die Frau dieses Bruders verließ die Familie, und da mein Bruder in Indonesien arbeitete, übernahm ich die Verantwortung für seine beiden Kinder – eines war ein Jahr alt, das andere fast drei. Meine Familie sah die Opfer, die ich brachte, und obwohl ich ein aggressives Auftreten hatte, hörten sie alle auf mich.
1995 erzählte mir eine gute Freundin von Falun Dafa und meinte, diese Praxis sei sehr gut. Sie lud mich ein, mit ihr zusammen zu üben. Wir besuchten gemeinsam das neuntägige Einführungsseminar und ich spürte, dass Falun Dafa gut war, und begann zu praktizieren.
Ich erhielt zwar das Fa, verstand aber zunächst nichts. Zum Beispiel rauchte ich, während ich im Zhuan Falun las. Schließlich erreichte ich die Lektion 7, in der etwas über das Rauchen stand. Der Meister sagte:
„Im Feld dieses Kurses denkt niemand ans Rauchen. Wenn du es aufgeben willst, kannst du es mit Sicherheit aufgeben. Wenn du wieder rauchst, schmeckt dir die Zigarette nicht mehr.“ (Zhuan Falun, 2019, S.349)
Sofort hörte ich auf zu rauchen und habe seitdem nie wieder eine Zigarette angerührt. Die größte Veränderung die nach meinem Beginn mit der Praxis sichtbar wurde, war die Verbesserung meines Charakters: Ich lernte, nachsichtig zu sein. Früher bin ich bei jeder Kritik ausgerastet und meine Familie hat mir immer nachgegeben.
Jetzt bin ich nachsichtig und schweige oder lächle, wenn mich jemand kritisiert. Ich entschuldige mich, wenn mich jemand ausschimpft, denn wenn ich an den Meister denke, kann ich alles aufgeben. Ich möchte meine Tugend nicht verlieren. Meine Geschwister sagten: „Toll, du bist ja ganz anders geworden! Früher warst du immer diejenige, die alle anderen ausschimpft.“
Ich kultiviere mich seit 30 Jahren und war während all der Jahre bei guter Gesundheit. Gelegentlich habe ich Kopfschmerzen oder Fieber, aber nach den Übungen geht es mir wieder gut. Manchmal, wenn mir die Beine oder Füße wehtun, geht es mir nach der zweiten Übung wieder besser. Die Gemeinde schreibt für alle älteren Menschen eine ärztliche Untersuchung vor. Nach der Untersuchung sagen die Ärzte, dass einige Werte erhöht sind und verschreiben Medikamente. Ich nehme die Medikamente zwar an, aber ich nehme sie nicht ein, weil ich sie nicht brauche.
Meine Familie, die mich seit 30 Jahren beobachtet, sah, dass ich immer gesund war, nie krank wurde und sehr gut laufen konnte. Ich gehe sogar jeden Tag aus dem Haus. Später begann auch einer meiner jüngeren Brüder, Falun Dafa zu praktizieren.
Als der Enkel meiner jüngeren Schwester geheiratet hatte, wohnten sie bei mir, da ihr eigenes Haus noch nicht fertig war und ich allein lebte. Nachdem sie eingezogen waren, verteilten sie ihre Sachen überall, aber ich sagte nichts. Zuerst belegten sie lediglich ein Zimmer, bevor sie ihre Sachen in einem weiteren Zimmer und schließlich im Wohnzimmer stapelten. Sie bezahlten nur für Wasser und Strom.
Ich regte mich gar nicht auf, schließlich brauchte ich ja nur einen Tisch für das Fa-Lernen, und Platz für die Übungen. Meinetwegen konnten sie tun was sie wollten. Ich kochte sogar für sie.
Als ihr Baby geboren wurde, musste ich bei der Betreuung des ein oder zwei Monate alten Säuglings helfen. Ich hielt das Baby, während ich online mit Praktizierenden das Fa lernte. Die Praktizierenden hörten die typischen Babygeräusche und fragten mich, ob ich eines im Haus hätte. Durch das Praktizieren hatte ich mich erhöht und hing ich nicht mehr an Gewinn und Verlust. Ich half, wo ich konnte, ohne Aufhebens darum zu machen.
Obwohl ich aufgrund meiner Opfer für meine Familie keine Kinder hatte, bereute ich es nicht, denn ich erhielt das wertvollste Geschenk: Dafa. Vielleicht konnte ich Dafa nur aufgrund meiner Hingabe an die Bedürfnisse meiner Familie und meiner kindlichen Pietät gegenüber meinen Eltern erhalten? Jedenfalls war ich sehr froh über meine Entscheidung. Da ich meinen Eltern in ihrem Restaurant half, hatte ich weder ein Gehalt noch zahlte ich Beiträge zur Altersvorsorge. Meine Eltern kauften deshalb zwei Grundstücke und ließen mich als Eigentümerin eintragen. Nach dem Tod meiner Eltern verkaufte ich die Häuser und kaufte mir ein eigenes. Ich behielt etwas Geld und verteilte den Rest an meine Geschwister. Ich dachte, es sei besser, etwas Geld zu behalten, damit ich nicht auf die Hilfe anderer angewiesen bin.
Wenn ich kein Geld mehr hätte, könnte ich auch mein jetziges Haus verkaufen und ein kleineres kaufen. Ich möchte nicht ohne ein eigenes Zuhause leben und von anderen abhängig sein. Ich muss weiterhin für meinen Lebensunterhalt sorgen und darf anderen nicht zur Last fallen. Früher hing ich sehr an Geld, doch nachdem ich mit der Kultivierung begonnen hatte, konnte ich diese Anhaftungen ablegen.
Der Meister sagte
„Als Kultivierende sollen wir den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen. Was deins ist, wirst du nicht verlieren; was nicht deins ist, kannst du auch nicht erkämpfen.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 354
Eine Praktizierende aus Indonesien wollte mit uns die chinesische Version des Zhuan Falun lesen, konnte aber beim Fa-Lernen nicht mit den anderen mithalten, da alle sehr schnell lasen. Ich sagte zu ihr: „Komm zu mir und lies mir vor, und ich sage dir die Worte, die du nicht kennst. Du kannst dir Zeit lassen; wenn du es nicht in einem Jahr schaffst, sind zwei Jahre auch in Ordnung.“
Wir trafen uns zweimal pro Woche und lernten das Fa zusammen, dabei brachte ich ihr das Lesen auf Chinesisch bei. Anfangs konnte sie die erste Lektion nicht lesen, aber ich bat sie, mir vorzulesen, und korrigierte sie, wenn sie die Wörter nicht kannte. Ich wies sie auch an, zu Hause weiterzulesen, damit sie das Lesen nicht verlernte.
Manchmal stotterte sie beim Lesen. Sie schaffte den Anfang, aber die letzten paar Wörter nicht. Ich musste sehr geduldig und nachsichtig sein, aber jetzt kann sie die erste Lektion recht gut lesen.
Oberflächlich betrachtet mag es so aussehen, als würde ich ihr helfen, aber eigentlich helfen wir uns gegenseitig, da mir diese Erfahrung hilft, geduldiger zu werden.
In den ersten Jahren meiner Kultivierung hatte ich keine Zeit, die Übungen mit anderen zu machen, da meine 97-jährige Mutter noch lebte und ich arbeiten musste. Ich lernte das Fa nur einmal wöchentlich mit anderen Praktizierenden bei einem von ihnen zu Hause. Die Übungen machte ich zwar mehr als dreimal wöchentlich, aber selten zu Hause.
Die anderen Praktizierenden ermutigten mich, das Fa gemeinsam mit allen im Gemeinschaftszentrum zu lernen. So begann ich allmählich, mit anderen das Fa zu lernen und die Übungen zu machen. 2012 reiste ich mit Praktizierenden in die USA, um an einer Fa-Konferenz teilzunehmen. Seitdem schätze ich jede Gelegenheit, an einer Fa-Konferenz teilzunehmen.
Meister sagt:
„Unmögliches ist möglich.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 480)
Mir ist klar, dass ich Dinge tun sollte, selbst wenn sie unmöglich erscheinen. Selbst wenn ich nicht weiß, wie es gehen soll, wie ich das schaffen soll, muss ich diese Sache tun. Und wenn ich es dann aber geschafft habe, löst sich alles und es ist gut. Jedes Mal, zum Beispiel, wenn ich müde bin und nicht rausgehen will, ziehe ich mich um und fühle mich sofort besser, sobald ich das Haus verlasse. Manchmal fragen mich die Praktizierenden: „Nimmst du heute am Fa-Lernen teil?“ Es kommt vor, dass ich mich zu müde fühle und nein sage. Wenn ich aber durchhalte und zur Fa-Lerngruppe gehe, fühle ich mich energiegeladen.
Manchmal will ich morgens nicht aufstehen, um die Übungen zu machen, aber die Praktizierenden rufen mich an und erinnern mich daran. Sobald ich aufstehe, fühle ich mich besser, und es tut gut, sich von der Bequemlichkeit zu lösen. Mein Zustand wäre noch viel schlimmer, wenn ich nicht zum Fa-Lernen oder zu den gemeinsamen Übungen gehen würde.
Einmal war ich beim Gehen unvorsichtig und trat in einen Gully, dabei verstauchte ich mir den Knöchel. Doch der Arzt sagte, es sei ein Knochenbruch. Ich konnte den doppelten Lotussitz nicht einnehmen und nur ein Bein beugen. Trotz der Schmerzen machte ich die Übungen, denn ich dachte, solange ich mein Bein beugen kann, ist mir alles andere egal. Mit der Zeit gelang es mir, den doppelten Lotussitz wieder einzunehmen, und mein Knöchel erholte sich später vollständig.
Mit Beginn der COVID-Pandemie trafen die anderen Praktizierenden und ich uns online, um die Übungen zu machen. Wir begannen jeden Tag um 4:20 Uhr und machten die Stehübungen 1,5 Stunden lang. Anschließend sandten wir aufrichtige Gedanken aus und meditierten.
Das ist nun über vier Jahre her und vor Kurzem erklärte uns der Praktizierende, der für die Musik zuständig war, dass wir damit aufhören sollten, da die Pandemie vorbei sei.
Ich erklärte, dass es nicht mehr nur um die persönliche Kultivierung gehe, sondern dass es unsere zusätzliche Aufgabe sei, das Fa zu bestätigen, und wir zu diesem Zweck die Übungen im Freien machen sollten. Ich beschloss, zu einer Touristenattraktion zu fahren, da dort viele Menschen sein würden. Um 7 Uhr morgens verließ ich das Haus und lernte das Fa im Bus. Die Hin- und Rückfahrt dauerte etwa zwei Stunden und ich konnte in dieser Zeit eine Lektion abschließen. Ich begann die fünf Übungen an der Touristenattraktion um 8:30 Uhr und reiste mittags ab, nachdem ich aufrichtige Gedanken ausgesandt hatte.
Während der Übungen hörte ich, wie Praktizierende zu den Touristen sagten: „Sehen Sie diese Frau? Sie ist 86 Jahre alt …“ Ich konnte die Verwunderung der Touristen förmlich spüren. Es machte mich sehr froh, dass ich diese Methode zur Fa-Bestätigung nutzte, denn ich konnte dreifach profitieren: Ich lernte das Fa im Bus, zeigte die Übungen an der Touristenattraktion und bestätigte damit das Fa.
Nach meiner Pensionierung im Alter von 75 Jahren begann ich, an vielen Dafa-Aktivitäten im Ausland teilzunehmen. Ich besuchte jedes Jahr die Fa-Konferenz in den USA und nahm an den Paraden in Hongkong und New York teil.
Die Parade in Hongkong war die längste, da wir 10 km laufen mussten. Für die Dauer von fast 10 Jahren nahm ich vier- bis fünfmal pro Jahr daran teil und konnte vier bis fünf Stunden ohne Pause laufen – wie ein junger Mensch.
Einmal, als ich am Flughafen Hongkong war und in die USA reisen wollte, geschah etwas Unglaubliches: Viele Menschen standen Schlange vor den Toiletten. Als ich fertig war, gingen meine Begleiter und ich durch den Zoll und betraten den Wartebereich. Dort bemerkte ich, als ich gerade ins Flugzeug einsteigen wollte, dass meine kleine Bauchtasche weg war. Mein Reisepass, meine Bordkarte und mein Geld waren darin; was sollte ich tun?
Da fiel mir ein, dass ich sie wohl auf der Toilette vergessen hatte. Ich durfte aber nicht mehr zurück und nach Hongkong einreisen. Was nun? Außerdem war es schon einige Zeit her. Würde die Bauchtasche noch da sein? Wir suchten Flughafenmitarbeiter auf und schilderten ihnen meine Situation. Die Angestellten eilten zur Toilette, um nach der Tasche zu suchen. Obwohl noch viele Leute anstanden, war eine Kabine verschlossen. Die Wartenden sagten, die Tür sei wohl verschlossen und darum könne man die Kabine nicht benutzen. Als die Flughafenangestellte die Tür öffnete, fand sie die Bauchtasche ordentlich auf dem Toilettenpapierbehälter!
Wer konnte diese Kabine verschlossen haben? Das Reinigungspersonal konnte es nicht gewesen sein. Der Meister muss sie abgeschlossen haben, damit niemand meine Bauchtasche stehlen konnte und ich sicher in die USA zur Fa-Konferenz reisen konnte. Danke, Meister, dass Sie auf mich aufgepasst haben!
In 30 Jahren Kultivierung bin ich bis hierhergekommen dank meines Glaubens an den Meister und an das Fa. Die stürmischen Zeiten sind für mich vorbei, doch meine Anhaftung an Bequemlichkeit konnte meinen Willen manchmal schon untergraben. Ich bin sehr dankbar, dass ich durch das Fa-Lernen, das Üben und die ermutigende Unterstützung durch andere Praktizierende diese Anhaftung überwinden konnte.
Ich danke Ihnen, Meister! Vielen Dank, liebe Mitpraktizierende!