(Minghui.org) Im Laufe des menschlichen Lebens, so ist mein Verständnis, gehen verschiedene Lebensphasen oft mit verschiedenen Schwierigkeiten in der Kultivierung einher. Für ältere Falun-Dafa-Praktizierende könnte es vielleicht die Anhaftung an Bequemlichkeit und Enkelkindern sein; für Praktizierende mittleren Alters geht es vielleicht um Arbeitsprobleme oder ihre Ehepartner und Familie. Für junge Praktizierende ist eine dieser altersspezifischen Schwierigkeiten die sexuelle Begierde und die Suche nach einem Partner.
Über viele Jahre hinweg stellte diese Anhaftung ein großes Hindernis für meine eigene Erhöhung in der Kultivierung dar. Ich habe diesbezüglich Fehler gemacht und Dinge getan, die ich zutiefst bedauere. Nur mit Hilfe von Mitpraktizierenden, soliderem und konsequenterem Fa-Lernen und der allgegenwärtigen Unterstützung und Barmherzigkeit des Meisters konnte ich diese Hürde überwinden.
Kürzlich hörte ich, wie junge Praktizierende mit dieser Anhaftung zu kämpfen haben und sich dadurch sogar in schwierige Situationen bringen. Ich möchte mein Verständnis auf der Grundlage meiner eigenen Erfahrungen teilen, in der Hoffnung, dass es anderen Praktizierenden helfen kann, nicht dieselben Fehler zu begehen, die ich gemacht habe.
Wie viele andere junge Praktizierende bin ich mit dem Lesen des Zhuan Falun aufgewachsen. Ich wusste, was der Meister in Lektion sechs über Begierde und Dämonen sagt und so wusste ich, dass Begierde eine schlechte Sache für Kultivierende ist. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass ich es nie richtig mit der Tatsache in Einklang bringen konnte, über die der Meister auch spricht, nämlich:
„Unsere jungen Praktizierenden werden doch noch Familien gründen.“ (Zhuan Falun 2019, S. 287)
Vor langer Zeit rechtfertigte ich meine Anhaftung an Begierde mit der Aussage des Meisters, dass junge Praktizierende immer noch Familien gründen würden. Ich hatte fälschlicherweise gedacht, wenn ich eine Familie gründen würde, wäre es nicht schlecht, über Dates oder Beziehungen nachzudenken oder sogar potenzielle Partner in Erfahrung zu bringen. Wie sollte ich eine Familie gründen, wenn ich nicht über all diese Dinge nachdachte?
Das manifestierte sich besonders stark, als ich in der Oberstufe und später an der Hochschule war. Zu dieser Zeit hatten viele der Teenager um mich herum voreheliche sexuelle Beziehungen. So dachte ich, dass ich es doch ganz gut machte. Ich dachte sogar, dass, wenn ich einen geeigneten Partner finden würde, es nur ein Problem wäre, ihnen zu sagen, dass ich bis zur Ehe warten würde. In Wirklichkeit war mein Denken bereits stark vom Bereich einer Kultivierenden abgewichen. Ich war ständig mit meinem Aussehen beschäftigt und damit, wie ich wohl auf das andere Geschlecht wirkte. Dabei reagierte ich extrem empfindlich auf selbst beiläufige Blicke von Männern. Manchmal fantasierte ich sogar über Kommilitonen, mit denen ich noch nie gesprochen hatte. Ich las Liebesromane und hörte Liebeslieder. Es war, als würde ich nur versuchen, das absolute Minimum zu tun, um immer noch als Praktizierende angesehen zu werden.
Dank der Unterstützung von älteren Praktizierenden wurde mir schließlich klar, dass mein Verständnis von „Unsere jungen Praktizierenden werden doch noch Familien gründen“ einseitig war. Im Zhuan Falun macht der Meister tatsächlich sehr deutlich, warum junge Praktizierende noch Familien gründen sollten.
In der Fa-Erklärung in der Schweiz erklärt der Meister diesen Punkt noch ausführlicher:
„Wir haben gesagt, sich so gut wie möglich den gewöhnlichen Menschen entsprechend zu kultivieren. Es gibt jetzt schon einige Dutzend Millionen junge Schüler, die sich kultivieren. Wenn sie alle nicht heiraten und keine Kinder auf die Welt bringen, ist das nicht eine Art Sabotage für die Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen? Zumindest kann ich dir sagen, dass du dich nicht der Form der Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen entsprechend kultiviert hast. Aber mancher sagt: In diesem meinem Leben will ich einfach nicht heiraten, ich habe mich schon entschieden. Ich bin auch nicht dagegen, dann kultiviere dich auf diese Weise. Solange es nicht zu zusätzlichen Belastungen und Konflikten in deinem Leben oder in anderen Hinsichten führen wird, kümmere ich mich auch nicht darum. Die Dinge in der Menschenwelt werden von dir selbst bestimmt, von dir selbst gemacht. Wenn du meinst, dass die Kultivierung gestört wird, wenn Kinder da sind: Der Meinung bin ich nicht. Das wird nicht passieren.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in der Schweiz, 04–05.09.1998)
Es ist also nicht so, dass wir Familien gründen, um die damit verbundenen menschlichen Erfahrungen zu genießen, sondern damit wir die Normen der menschlichen Gesellschaft nicht stören, wenn immer mehr Menschen Falun Dafa praktizieren. In der Tat, genau wie alles andere in unserem Leben – seien es die Freunde, die wir haben, die Arbeit, die wir machen, oder die Schwierigkeiten, auf die wir im Leben stoßen – ist die Gründung einer Familie einfach ein weiterer Weg für uns, Prüfungen zu begegnen, die uns helfen, unsere Xinxing zu erhöhen. Unsere Kultivierungsweise betont die Kultivierung direkt in der Form der gewöhnlichen Gesellschaft. Mit anderen Worten, eine Familie zu gründen (oder nicht) ist einfach eine weitere Facette des Kultivierungsweges, den der Meister bereits für uns arrangiert hat. Daher ist es nichts, was wir erstreben oder woran wir uns zu sehr festzuklammern sollten.
Wenn ich es aus einer anderen Perspektive betrachte, so verstehe ich es so, dass, wenn wir eine Familie gründen und diese Beziehungen nach den Maßstäben des Fa gut behandeln, es auch eine Gelegenheit sein kann, das Fa für gewöhnliche Menschen zu bestätigen. Es ist eine Gelegenheit, den Menschen zu zeigen, dass die Prinzipien von Falun Dafa in der Tat gut sind und den Menschen helfen, besser und harmonischer zu leben. Es kann gewöhnliche Menschen dazu inspirieren, auf den rechten Weg und zu den traditionellen Werten zurückzukehren.
Nachdem ich zu diesen Erkenntnissen gekommen war, konnte ich mich endlich effektiv gegen die Begierden wehren. Früher, als sie mich quälten und ich wusste, dass es schlecht war, hatte ich versucht, sie abzulehnen, aber es hatte nicht funktioniert. Meine Anhaftung versteckte sich hinter der Ausrede „Unsere jungen Praktizierenden werden doch noch Familien gründen“, so dass ich versuchte, ihre Existenz zu schützen. Jetzt, da diese Ausrede, mit einem vollständigeren Verständnis des Fa entfernt wurde, konnte ich die Begierde mit mehr Selbstvertrauen beseitigen.
Obwohl ich große Fortschritte beim Loslassen der Anhaftung der Begierde machte, nachdem ich zu einem besseren Verständnis von „Unsere jungen Praktizierenden werden doch noch Familien gründen“ gekommen war, gelang es mir noch nicht vollständig. Die Spitze des Eisberges kam im Sommer, als ich ein Praktikum bei einem unserer Projekte für Dafa absolvierte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich beschlossen, dass ich, falls ich heiraten würde, nur andere Falun-Dafa-Praktizierende in Betracht ziehen würde. Zufällig gab es in diesem Projekt viele andere junge Praktizierende. Es war das erste Mal, dass ich so viele junge Praktizierende am selben Ort traf und so kam es natürlich im Laufe der Arbeit zu Interaktionen mit Praktizierenden des anderen Geschlechts.
Es gab einen bestimmten Kollegen, mit dem ich in dieser Zeit zusammenarbeitete; manchmal mussten wir eins zu eins miteinander arbeiten. Dabei wurde mir klar, dass wir manche Eigenschaften teilten und die Dinge auf ähnliche Weise betrachteten. Gedanken kamen mir mehrmals in den Sinn, dass dies vielleicht die Person war, die der Meister arrangiert hatte, meine andere Hälfte zu werden, und weil ich dachte, dass dies eine „zulässige“ Beziehung war, begann ich, meinen alten Gewohnheiten wieder freien Lauf zu lassen. Ich dachte oft in meiner Freizeit an ihn und träumte davon, wie es wäre, wenn wir zusammen wären. Je mehr ich über diese Dinge nachdachte, desto mehr schien es mir, dass auch er wahrscheinlich dasselbe im Hinblick auf mich empfand. Ich erzählte sogar einer nicht praktizierenden Freundin von meiner Situation und bat sie zu versuchen, eine Bestätigung zu bekommen, dass dieser Kollege an mir interessiert war. Alles, was er sagte, war genug, um mich zu verunsichern oder zu begeistern.
Wir pflegten auch nach meinem Praktikum eine Arbeitsbeziehung und unterhielten uns oft miteinander, doch dieser Kollege reagierte nie so, wie ich es erwartet hatte. Meine Gefühle schwankten ständig zwischen Begeisterung und Enttäuschung über diese ambivalente Beziehung. Nach ein paar Monaten dieser emotionalen Unruhe beschloss ich, einem unserer gemeinsamen Freunde von der Situation zu erzählen, nur um dann herauszufinden, dass er die ganze Zeit eine Freundin hatte.
Ich schaute nach innen, um herauszufinden, wo ich etwas falsch gemacht hatte, und erkannte, dass ich mich zu sehr an diese Beziehung gebunden und mich nicht vernünftig verhalten hatte. Die ganze Zeit war ich in meinen Illusionen und Träumereien gefangen gewesen, was nicht der Zustand war, den ich als Kultivierende überhaupt haben sollte.
Der Meister sagt uns:
„Die meisten Dinge, die das Karma in Gedanken widerspiegelt, sind Fantasien und das Vor-sich-hin-Träumen, das sind alles menschliche Eigensinne. Meistens sind es Wünsche, die befriedigt werden wollen. Es sind trügerische Hoffnungen, weil man etwas haben will und es nicht bekommen kann, deshalb sind das unrealistische Gedanken. Dabei zerbricht man sich den Kopf umsonst. (Lacht.) So ist das gemeint.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz im Westen der USA 2004, 28.02.2004)
Später wendet sich der Meister in derselben Fa-Erklärung an einen Schüler, der nach der erotischen Gesinnung fragt. Der Meister antwortet ihm:
„Diejenigen, die diese Gesinnung nicht losgelassen haben und eine Ausrede suchen, sind dabei, sich selbst und andere zu betrügen. Ich habe nichts Spezielles für euch arrangiert.“ (ebenda)
Es war also unmöglich, dass der Meister für mich geplant hatte, den Weg zu nehmen, der diese Fantasien verstärkte und dieses Gedankenkarma förderte. Wenn ich mich dieser Situation mit Vernunft genähert hätte, hätte ich das gesehen und es vermeiden können, mich selbst derartig zu blamieren. Und selbst wenn es für diese Person und für mich arrangiert gewesen wäre, zusammen zu sein, kann ich mir nicht vorstellen, dass es ein gutes Ende genommen hätte, wenn ich mit dieser Denkweise darauf eingegangen wäre. Ich erkannte, dass ich mich in Bezug auf diese Anhaftung hatte gehen lassen, gerade weil ich dachte, dass dies eine Art „besonderes Arrangement“ war, das der Meister für mich gemacht hatte. Das war der Grund, warum ich diese Anhaftung nicht beseitigen konnte, obwohl ich intuitiv das Gefühl hatte, dass mein Zustand nicht in Ordnung war.
Wie schon unzählige Male zuvor hatte ich die Gelegenheit, eine der grundlegendsten Lektionen in meiner Kultivierung neu zu lernen: Das beste Ergebnis kommt immer dann, wenn wir auf den Meister hören.
Mein einziger Trost während dieser Erfahrung war, dass ich meine Gefühle dem betreffenden Kollegen gegenüber nie geäußert hatte. Ich bin froh, dass ich die Kultivierung und das Arbeitsumfeld im Projekt nicht auf diese Weise gestört habe. Aber nachdem ich diese Trübsal ertragen hatte, sagte ich mir, dass ich wirklich herausfinden müsse, was es in der Praxis bedeutet, vernünftig mit Qing (Emotionen) umzugehen. Ich durfte nicht immer auf der gleichen Ebene bleiben.
Und so begann ich, im Fa nach Antworten zu suchen. Ich achtete mehr auf die Schriften des Meisters, in denen er von diesen Anhaftungen spricht. Dabei stellte ich fest, dass der Meister es zwar nicht oft erwähnte, aber wenn er es tat, dann sehr ernst.
Aus der Lehre des Meisters wusste ich, dass wir die Begierde beseitigen, aber gleichzeitig nicht daran gebunden sein sollten, wenn wir uns entscheiden, eine Familie zu gründen. Ein älterer Praktizierender, mit dem ich mich über meine Erfahrungen austauschte, empfahl mir, Erfahrungsberichte auf der Minghui-Webseite über das Thema Partnerschaft und Begierde zu lesen, um herauszufinden, wie andere Praktizierende das Gleichgewicht zwischen diesen beiden gefunden hatten. Viele dieser Berichte waren sehr aufschlussreich. Ich erinnere mich, dass ein Praktizierender erwähnte, er verstehe, dass wir die Situation so behandeln sollten, wie der Meister uns sagt, dass wir das Problem des Fleischessens behandeln sollen.
Der Meister sagt:
„Wenn zu Hause Fleisch gekocht wird, isst du einfach mit; wenn nicht, denkst du auch nicht daran. Wenn du es isst, schmeckt es dir nicht mehr besonders.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 431)
Was mir auch sehr geholfen hat, waren Erfahrungsberichte, in denen die Praktizierenden Manifestationen der Begierde in anderen Dimensionen sahen: Ein Praktizierender sah eine Schlange, die sich um einen anderen Praktizierenden wickelte und körperliche Reaktionen verursachte; andere sahen die Substanz der sexuellen Anziehung als schwarzes und rosafarbenes Pulver, das Dämonen auf Praktizierende warfen; wieder andere sahen die von Begierde gefesselten Praktizierenden, die in anderen Dimensionen an Foltergeräte geschnallt waren. Was sie als körperliche Erregung durch Anziehung empfanden, war in Wahrheit Folter durch Dämonen.
Wieder andere Praktizierende erzählten Geschichten von früheren Kultivierenden und wie sie aufgrund ihres Verhaltens im Umgang mit dieser Anhaftung belohnt oder bestraft wurden.
Diese Artikel waren für mich von unschätzbarem Wert, da sie mir halfen, die Anschauungen der gewöhnlichen Menschen zu überwinden und sexuelle Begierde als Anhaftung und Belastung zu erkennen, was sie wirklich war.
Derselbe ältere Praktizierende empfahl mir auch, ich solle mich mit der traditionellen chinesischen Kultur beschäftigen, um zu sehen, wie das Problem der Beziehung zwischen Mann und Frau in der Antike behandelt wurde. Tatsächlich wurde ich auch sehr inspiriert von der Weisheit und den Bräuchen der alten Zeiten. In der antiken Gesellschaft gab es bei der Beziehung zwischen Mann und Frau und der Gründung von Familien strenge Verhaltensregeln, die den Einfluss von Verlangen und Begierde milderten und gleichzeitig die Möglichkeit einer kompatiblen Übereinstimmung erhöhten. Zum Beispiel waren Männer und Frauen sehr zurückhaltend miteinander und vermieden zufällige Begegnungen, es sei denn, es gab eine etablierte familiäre oder geschäftliche Beziehung. Es gab Anstandsregeln, die diktierten, wie nicht verwandte Männer und Frauen miteinander umgehen sollten. Das steht in krassem Gegensatz zur heutigen Gesellschaft, in der Männer und Frauen regelmäßig miteinander Umgang haben und mehrdeutige Beziehungen aufbauen.
Wenn es an der Zeit war zu heiraten, betonten die älteren Menschen, „dem Willen der Eltern und der Beratung der Heiratsvermittler“ zu folgen. Das war ein natürlicher Prozess, in den Männer und Frauen nach dem Erwachsenwerden eintraten, ohne Zeit mit Anhaftungen oder Sorgen zu verschwenden. Nachdem die Eltern und der Heiratsvermittler einen Partner hinsichtlich seines Charakters, der Kompatibilität des familiären Hintergrundes und anderer Faktoren geprüft hatten, stellte eine Reihe von Ritualen sicher, dass beide Seiten sich verpflichteten. Das gab ihnen Zeit, gegebenenfalls zurückzutreten.
In den Literaturbänden der Ming-Dynastie „Erweiterte Sammlung weiser Sprüche“ lernen schon Kinder, dass „von zehntausend Übeln die Begierde die erste darstellt; von hundert Tugenden ist kindlicher Respekt vor den Eltern die beste“. Daraus wurde mir klar, dass dies eine großartige Referenz dafür war, wie man die Beziehung zwischen der Gründung einer Familie und der Kontrolle über das eigene Verlangen ausbalancieren kann; Ehe und Familie waren nur ein natürlicher Teil des Lebens und nichts, wo man sich hineinssteigern sollte. Idealerweise sollte meine Entscheidung mit meiner Familie und der Gemeinschaft um mich herum übereinstimmen. Und als Kultivierende erkannte ich, dass sich dies auch auf meine Kultivierungsumgebung erstreckte, auf die Praktizierenden um mich herum und vor allem auf den Kultivierungsweg, den der Meister für mich arrangiert hatte. Schließlich gibt es im Chinesischen das Sprichwort: „Eines Tages Lehrer, ein Leben lang Vater.“ Wenn kindlicher Respekt gegenüber den Eltern wirklich die höchste Tugend ist, ist dann nicht der Respekt gegenüber dem Meister der wichtigste Faktor bei der Wahl meines Lebenspartners?
Von diesem Zeitpunkt an veränderte ich meine Gedanken. Ich beschloss, das Thema komplett loszulassen und mich einfach auf meine Kultivierung zu konzentrieren. Welches Ergebnis auch immer der Meister für mich geplant hatte – ob es ein Partner war, mit dem ich auskam, mit dem ich nicht auskam, oder gar kein Partner – ich war bereit, es zu akzeptieren. Ich hörte auf, eine Partnerschaft als etwas zu sehen, das ich unbedingt haben musste, trotz alldem was die älteren Erwachsenen oder nicht praktizierende Familienmitglieder um mich herum sagten. Sicherlich war das Arrangement des Meisters für mich das Beste.
Während dieses Kultivierungsprozesses habe ich mehrere Änderungen in meinem Verhalten vorgenommen, die mir sehr geholfen haben.
Eine Sache war, dass ich aufhörte, erotische Inhalte zu konsumieren. Obwohl ich mir als Frau keine Pornofilme ansehen hatte, waren doch einige Bücher und Filme voller Liebesgeschichten oder sogar sexueller Inhalte gewesen. Diese bin ich losgeworden. Ich zwang mich auch, keine Popmusik mehr zu hören, die oft romantische oder sexuelle Themen enthielten. Ich hörte sogar auf, klassische Romane zu lesen, die einen starken Schwerpunkt auf die romantische Beziehung zwischen Männern und Frauen legen, weil die Szenarien zwischen den Charakteren in meinem Kopf hängenblieben.
Ich wurde auch vorsichtiger, wenn ich mit dem anderen Geschlecht zu tun hatte. Früher hatte ich aktiv den Kontakt und die Freundschaften zu Männern gesucht und mich manchmal lange mit ihnen unterhalten. Aber erst nachdem ich mich mit der traditionellen Kultur beschäftigt hatte, wurde mir klar, dass dies eine Brutstätte für lüsterne Gedanken war. Daher reduzierte ich diese Beziehungen und wurde höflicher und zurückhaltender, wenn es um Männer ging, mit denen ich in meinem täglichen Leben interagieren musste.
Ich begann auch, mich konservativer zu kleiden. Während meiner Studienzeit an der Hochschule war ich gewissen Trends gefolgt, denen meine Kommilitoninnen folgten, zum Beispiel starkes Make-up und etwas zu figurbetonte Kleidung zu tragen. Ich erkannte allmählich, dass dies alles Manifestationen der sexuellen Begierde waren. Daher begann ich, mich bescheidener zu kleiden und trug auch natürlicheres und sanfteres Make-up auf.
Was meine Kultivierung betrifft, habe ich auch das Fa-Lernen und die Übungszeit erhöht. Eine meiner Erkenntnisse war, dass die Übungen eine gute Möglichkeit waren, diese Angelegenheit zu bereinigen, da die Begierde oft aus körperlichen Funktionen hervorgeht. Denn die Übungen helfen, den Körper in hochenergetische Materie umzuwandeln, die nicht mehr den gleichen menschlichen Reaktionen unterliegt. Während dieses Prozesses konnte ich schließlich jeden Tag alle fünf Übungen zwei Stunden lang machen.
Der Prozess der Beseitigung der sexuellen Begierde hat mich viele Jahre lang beschäftigt. Aber allmählich spürte ich, dass es immer leichter wurde, sodass sie meine Gedanken nicht mehr beherrschen konnte.
Dann geschah eines Tages etwas Interessantes. Meine Mutter erhielt einen Anruf von einem anderen Praktizierenden, der mir einen männlichen Praktizierenden vorstellen wollte. Nachdem wir uns kennengelernt hatten, verstanden wir uns ziemlich gut und heirateten schließlich. Unsere jeweiligen Familien, einschließlich unserer nicht praktizierenden Familienangehörigen, freuten sich über unsere Verbindung. Wir helfen uns gegenseitig, uns in der Kultivierung zu erhöhen und eine harmonische Familienbeziehung aufrechtzuerhalten. Interessant war, dass wir beide entdeckten, dass einige Jahre vor unserer Begegnung ein anderer Praktizierender versucht hatte, uns einander vorzustellen. Aber unsere Eltern hatten damals nicht auf dieses Angebot reagiert. Rückblickend ist klar zu sehen, dass der Meister die ganze Zeit einen Plan für mich gehabt hatte; es ist nur so, dass meine Anhaftungen diesem Plan im Weg standen.
Es ist mir eigentlich ziemlich peinlich, über die Dinge zu berichten, die ich unter dem Einfluss der Anhaftung an die sexuelle Begierde getan habe. Sie ist eine unglaublich destruktive Anhaftung sowohl für mich als auch für die Menschen um mich herum und intensiviert auch andere Anhaftungen wie Stolz, Konkurrenzdenken und Neid, nur um das zu bekommen, was sie haben will. Angesichts dessen, was der Meister über die Ernsthaftigkeit dieses Problems gesagt hat, bin ich äußerst dankbar, dass er mich nicht aufgegeben hat, auch wenn ich in verschiedenen Anschauungen und Missverständnissen lange Zeit stecken geblieben bin.
Jeder Kultivierungsweg ist anders und die richtige Antwort von anderen wird nicht unbedingt wie meine aussehen. Ich hoffe, dass meine Erfahrungen anderen jungen Praktizierenden helfen können. Viele von uns fühlen sich vielleicht noch jung, aber die Maßstäbe des Fa für uns sind nicht niedriger. Lasst uns in dieser letzten Zeit während der Fa-Berichtigung unsere verbleibenden menschlichen Anhaftungen durchbrechen und alles tun, was wir tun können, um dem Meister zu helfen, Lebewesen zu retten.