(Minghui.org) Der Meister hat mich in den vergangenen Jahren während meiner Kultivierung dadurch erleuchtet, dass bestimmte Passagen aus seiner Lehre in meinem Kopf auftauchten. Vielleicht weil ich mehr vom Fa auswendig gelernt habe, ist diese Art der Erleuchtung deutlicher geworden.
Als ich eines Tages die Übungen praktizierte, kam mir plötzlich ein Satz aus der vierten Lektion des Zhuan Falun in den Sinn:
„Ob du dich kultivieren kannst, hängt vollkommen davon ab, ob du aushalten kannst, Einsatz bringen und Leiden ertragen kannst.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 184)
In jenem Moment konnte ich mich jedoch nicht an die Worte „Einsatz bringen“ in diesem Satz erinnern, obwohl ich ihn auswendig gelernt hatte.
Als ich mit den Übungen fertig war, eilte ich zum Buch und schaute nach. Mein Herz bewegte sich .... Wollte der Meister mich daran erinnern, dass ich mich nicht genug anstrengte? Tat ich nicht genug, um Shen Yun zu unterstützen? Vielleicht hatte ich im Vergleich zu vielen anderen Praktizierenden nicht genug getan – auch wenn ich in der Zeit, die ich erübrigen konnte, hart gearbeitet hatte!
Während der einwöchigen Thanksgiving-Feiertage, die sich über zwei Wochenenden und neun Tage erstreckten, habe ich beispielsweise keinen einzigen Tag lang Pause bei der Promotion für Shen Yun gemacht.
War mein Einsatz zu begrenzt? Aufgrund meiner zeitlichen Einschränkungen hatte ich mich hauptsächlich auf das Aufhängen von Plakaten konzentriert. In diesem Moment verstand ich nicht ganz, worauf der Meister mich hinwies. Doch ein Ereignis am darauffolgenden Wochenende brachte mir Klarheit.
Am Samstag ging ich auf eine belebte Straße, um Plakate aufzuhängen. Gegen Ende erreichte ich eine Zahnarztpraxis. Ich hatte keine Kalender mehr und nur noch Plakate und Flyer. Ich wusste, dass Kalender für Praxen gut geeignet sind, da sie das ganze Jahr über verwendet werden können. Ich zögerte und überlegte, ob ich einfach mit dem, was ich hatte, hineingehen oder lieber zum Auto zurückkehren sollte, um einen Kalender zu holen. Das würde zehn Minuten dauern, und diese Praxis war die einzige hier.
Als ich an den damit verbundenen Aufwand dachte, erinnerte ich mich an den Hinweis des Meisters an diesem Tag bezüglich „Einsatz bringen“. Da es zum Wohle anderer ist, was gab es da zu zögern? Und so beschloss ich, zum Auto zurückzugehen.
Als ich dann die Praxis betrat, war der Arzt zufällig an der Rezeption – was selten vorkommt, da er normalerweise im Hinterzimmer ist. Er fragte mich freundlich, ob ich etwas bräuchte. Ich erklärte ihm, dass ich gekommen sei, um einen Shen-Yun-Kalender zu bringen, den sie das ganze Jahr über nutzen könnten.
Er sagte: „Ah, ich sehe oft Werbung für Shen Yun, aber was genau bedeutet eigentlich ‚Shen Yun‘?“ Das war das erste Mal, dass mir jemand diese Frage stellte. Ich dachte sofort daran, was der Moderator während der Shen-Yun-Aufführung gesagt hatte, dass „Shen Yun“ die Schönheit tanzender göttlicher Wesen bedeutet. Und das erzählte ich ihm.
In dem Moment, als ich das Wort „Schönheit“ aussprach, zeigte er einen übertriebenen Gesichtsausdruck und rief aus: „Aha, die Schönheit!“ Ich fügte schnell hinzu: „... von tanzenden göttlichen Wesen.“ Als ich diese Worte aussprach, veränderte sich sein Gesichtsausdruck – von verspielt zu ernst und respektvoll. Ich war tief bewegt. Dieser einfache Satz, den wir oft in der Aufführung hören, hat eine so tiefgehende Kraft.
Nachdem er den Shen-Yun-Kalender und die Flyer entgegengenommen hatte, fiel ihm sofort die oberste Zeile auf: „China vor dem Kommunismus“. Er sagte, dass er gerade ein Buch über die Kulturrevolution lese, in dem beschrieben werde, wie damals sogar Kinder ihre Eltern denunzieren mussten. Ich bestätigte das – Familien, Ehepartner, Lehrer und Schüler konnten gegeneinander vorgehen, obwohl das selten ihrem wahren Willen entsprach; vielmehr standen sie unter dem starken Einfluss der KP Chinas.
Er merkte an, wie erschreckend das sei, und fügte hinzu: „Was für ein Glück, dass Amerika nicht kommunistisch ist!“ Ich erinnerte ihn daran, dass die KP Chinas derzeit auch in Amerika schädliche Dinge tue. Er hörte aufmerksam zu.
Zufällig hatte ich ein paar Flugblätter über die transnationale Unterdrückung durch die Kommunistische Partei Chinas in meiner Tasche. Die gab ich ihm und seinen beiden Mitarbeitern an der Rezeption. Nachdem er das Flugblatt gelesen hatte, sagte der Arzt zu mir: „Ich glaube voll und ganz, was Sie sagen.“ Ich antwortete: „Das liegt daran, dass Sie ein gütiger Mensch sind“, was ihn glücklich machte. Natürlich schlug ich ihm und seinen Mitarbeitern vor, Shen-Yun-Tickets zu kaufen. Wir verabschiedeten uns in guter Stimmung.
Als ich die Praxis verließ, wurde mir sofort klar, dass ich heute nur deshalb die großartige Gelegenheit gehabt hatte, dem Arzt die Fakten zu erklären, weil ich den Gedanken hatte, „ein bisschen mehr für alle Menschen tun zu wollen“. Hätte ich diesen Gedanken nicht gehabt und wäre einfach mit den Flyern hineingegangen, dann wäre der Arzt nicht an der Rezeption gewesen, und all dies wäre nicht geschehen.
Durch diese Erfahrung zeigte mir der Meister, dass sich die Wirkung der Aufklärung über Falun Dafa verändert, wenn ich mich auch nur ein wenig verbessere und barmherziger bin. Umgekehrt kann es sein, dass selbst dann, wenn ich viel tue, die Wirkung nicht unbedingt groß ist.
Daher wurde mir klar, dass es bei der Promotion für Shen Yun nicht nur darum geht, aktiv zu werden, sondern auch darum, sich wirklich um das Wohlergehen anderer zu kümmern – im Wesentlichen darum, barmherzig zu sein.
Wo habe ich zuvor versagt? Als ich sorgfältig nach innen schaute, erkannte ich, dass meine Einstellung bei der Arbeit für Shen Yun oft von einem Pflichtgefühl getrieben war – dem Gefühl, dass ich als Dafa-Schüler dies tun sollte oder muss, weil es der Wunsch des Meisters ist.
Es entsprang weder einer aufrichtigen Wertschätzung und echter Barmherzigkeit für das Leben, noch war es die vollständig bewusste Bereitschaft, Lasten zu tragen und Einsatz für alle Wesen zu bringen.
Ich weiß schon lange, dass „etwas zu tun“ und „sich zu kultivieren“ nicht dasselbe sind. Erst jetzt verstehe ich klar, dass viele Dinge zu tun um Menschen zu erretten auch nicht dasselbe ist, wie den starken Wunsch zu haben, Lebewesen zu retten. Natürlich wird ein Kultivierender mit dem starken Wunsch, Lebewesen zu retten, sicherlich viele Dinge tun, um Menschen zu retten, aber das Gegenteil ist nicht unbedingt der Fall.
Was hindert mich daran, wirklich und von ganzem Herzen bereit zu sein, mehr für alle Wesen zu geben? Ich habe entdeckt, dass es ein tief verwurzelter Mangel an Interesse für andere Wesen ist.
Manchmal äußert er sich als Gleichgültigkeit, und ich hielt ihn sogar fälschlicherweise für ein Zeichen guter Kultivierung. Aber in Wirklichkeit ist es Apathie: zu wissen, dass Leben zerstört werden, aber keine Dringlichkeit zu empfinden und ungerührt zu bleiben. Das entspringt immer noch der egozentrischen Natur des alten Universums.
Wenn ich auf den Weg zurückblicke, den ich gegangen bin, schäme ich mich. Obwohl ich mich jedes Jahr bemühe, Shen Yun bekannter zu machen, hat mich meine unbemerkte Gleichgültigkeit zahllose Gelegenheiten gekostet, die wahren Umstände zu erklären. Manchmal denke ich sogar, dass die meisten Ladenbesitzer während der Geschäftszeiten nicht in ihren Geschäften sind, Ärzte nicht an der Rezeption sitzen und ich die Mainstream-Gesellschaft sowieso nicht erreichen kann!
Wenn ich jedoch wirklich ein Feld mit barmherzigen, rechtschaffenen Gedanken in mir getragen hätte, wäre vielleicht genau jener bestimmte Ladenbesitzer oder Arzt verfügbar gewesen, genau wie im obigen Beispiel.
Ich habe auch viele Menschen getroffen, die Interesse daran zeigten, Shen Yun zu sehen. Doch ich habe sie nur daran erinnert, bald Tickets zu kaufen – ohne jemals daran zu denken, später zurückzukommen, um nachzufragen.
Doch ich weiß ganz genau, dass diese Gleichgültigkeit nicht zur selbstlosen Natur von Dafa-Jüngern gehört, denn unser Leben wurde vom Meister erneuert. Das neue Universum verlangt von uns, dass wir zu Wesen werden, die sich vollständig anderen widmen.
Deshalb dürfen wir diese Gleichgültigkeit auf keinen Fall akzeptieren, sondern müssen sie ablehnen. Als diese Gedanken aufkamen, hallte eine weitere Zeile aus der Lehre des Meisters in meinem Kopf wider:
„Der Schöpfer formt erneut die Himmelskörper,Weil er alle Wesen liebt.“(Versage nicht, 01.10.2019, in: Hong Yin VI)
Die Wesen, die der Meister liebt – auch wir müssen sie lieben! Wir dürfen nicht gleichgültig sein! Natürlich, die Liebe des Meisters ist Barmherzigkeit.
Indem ich diese persönliche Erfahrung teile, hoffe ich, dass wir, während wir uns bemühen, Shen Yun zu unterstützen, auch auf unsere innere Haltung achten, wenn wir Dinge tun und mehr Barmherzigkeit in uns tragen. Nur dann können wir mehr Menschen in die Theater zu Shen Yun bringen. Der Meister wird uns gewiss in den Bereichen erleuchten, in denen wir uns verbessern müssen.