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Menschliche Emotionen – hinter alten Erinnerungen verborgen

2. Januar 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden in Kanada

(Minghui.org) Ich praktiziere Falun Dafa seit etwa 24 Jahren. In all der Zeit ist mir eine Angewohnheit nie wirklich aufgefallen, und zwar die Erinnerung an meine Kindheit und Jugend ständig aufleben zu lassen. Ich hielt das für natürlich und normal und sogar für etwas Positives. Es war fast zu einer Art Unterhaltung geworden, die den Familienzusammenhalt stärkte. Mir war nicht bewusst, dass dies in ganz normalen menschlichen Gefühlen wurzelte. Dabei kann ganz unbewusst Bedauern, Nostalgie oder sogar Sehnsucht nach jener Zeit entstehen.

In unserer Familie ist es seit Langem Tradition, sich gemeinsam alte Familienfotos und -videos anzuschauen, besonders die aus der Kindheit. Wann immer wir zusammenkommen, holt eine meiner Schwestern ihre sorgsam zusammengetragenen und aufbewahrten Fotos hervor und zeigt sie uns. Wir unterhalten uns dann lange über die vergangenen Zeiten, schwelgen in Erinnerungen und sagen oft: „Das waren noch Zeiten!“, „Schade, dass es nicht mehr so ist!“, „Ich wünschte, wir könnten die Zeit zurückdrehen!“, „Damals war alles besser.“ Mir war nicht bewusst, dass solche Gedanken für gewöhnliche Menschen normal sind. Denn sie sind im Kreislauf der Wiedergeburt und in den weltlichen Begierden gefangen. Doch Kultivierende wollen zur Vollendung kommen und sollten sich nicht länger an das alltägliche menschliche Leben klammern. 

Von dem Moment an, als wir mit der Kultivierung begannen, wurde unser Leben neu arrangiert. Dank der barmherzigen Führung des Meisters führen wir ein Leben, das ganz der Kultivierung gewidmet ist. Wie können wir da noch an weltlichen Wünschen und emotionalen Bindungen festhalten?! Behindern solche Gedanken nicht unseren Fortschritt, der Vollendung entgegenzugehen, oder stören gar unseren Kultivierungsweg?

Diese Erkenntnis wurde mir vor einigen Tagen sehr deutlich. Eine meiner Schwestern schickte mir alte Jugendfotos. Ohne es zu bemerken, verbrachte ich viel Zeit mit dem Anschauen. Ich versank in Nostalgie und Sehnsucht und dachte: „Wie schön waren diese Erlebnisse doch. Welche gemeinsamen Pläne wir damals verfolgten!“ Immer wieder ließ ich diese Erinnerungen in Gedanken Revue passieren. Je stärker sie wurden, desto mehr nutzten die alten Mächte meine Lücken aus und ich bekam weitere Fotos zugeschickt. Diese lenkten mich weiter ab und zogen mich noch tiefer in Trauer und Sehnsucht hinein.

Plötzlich bemerkte ich etwas Ungewöhnliches. Obwohl ich früher selbst gerne fotografiert und Familienvideos aufbewahrt hatte, waren fast all meine alten Fotos nicht mehr zu finden, sie waren spurlos verschwunden. Ich besaß praktisch keine mehr. Sogar meine Schwester bemerkte überrascht, dass meine Kinderfotos nicht mehr da waren und sie selbst hatte auch nur wenige. Mir wurde klar, dass die einzigen Fotos, die ich noch hatte, aus der Zeit nach Beginn meiner Kultivierung stammten. Die meisten zeigten „Kultivierungsaktivitäten“. Ich fragte mich: „Kann das wirklich nur Zufall sein?“

Mir wurde klar, ich sollte meine Vergangenheit nicht ständig zum Leben erwecken. Ich hatte mich verändert und sollte nicht länger an den alten Zuständen festhalten. Ich hatte mich für ein Leben der spirituellen Entwicklung entschieden. Warum also klammerte ich mich noch immer an Momente aus einer Zeit, in der ich noch gar keine Praktizierende gewesen war? Verstärkte diese Anhaftung nicht unbewusst meine menschliche Denkweise und beeinträchtigte das womöglich meine spirituelle Entwicklung und bremste mein Wachstum sowie meinen Fortschritt?

Durch diese Erleuchtung wurde mir bewusst, dass mehrere Anhaftungen und Unzulänglichkeiten durch das Anschauen der Fotos und die Erinnerungen an früher verstärkt wurden: die Anhaftung an weltliche Freuden, die mangelnde Verantwortung für unsere große Mission, das Streben nach Bequemlichkeit, die Anhaftung an körperliche Schönheit und eine tiefe emotionale Abhängigkeit an familiäre Beziehungen. Natürlich ist es gut, eine Familie zu haben und liebevolle Beziehungen zu pflegen. Doch durch die Fotos wurden nicht meine Barmherzigkeit und meine Güte gestärkt, sondern meine Sehnsucht an die alten Zeiten und mein Bedauern.

Mir wurde auch bewusst: Ich schätzte nicht wirklich, was ich durch die Kultivierung gewonnen hatte. Was ich erhalten habe, ist unermesslich! Doch in meinen Augen ist es alltäglich geworden. Ein Praktizierender sollte sich auf die Kultivierung konzentrieren und die drei Dinge tun. Die Ausrede, dass das Betrachten der Fotos eine nützliche Unterhaltung sei, erzeugt ungesunde und schmerzhafte Anhaftungen. Im Gegensatz dazu verspüre ich jedes Mal, wenn ich das Fa eingehend lerne, einen tiefen Frieden, Klarheit und Befreiung. Das zeigt mir deutlich, welcher Weg wirklich besser ist und mit meinem wahren Selbst im Einklang steht.

Bitte weist mich auf alles hin, was ich verbessern kann!

Vielen Dank, Meister! Vielen Dank, liebe Mitpraktizierende!