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Den Neid konsequent beseitigen

2. Januar 2026 |   Von einem jungen Falun-Dafa-Praktizierenden in Irland

(Minghui.org) Es fiel mir etwas schwer, diesen Bericht zu schreiben, da ich mich schämte, diese unschönen Anhaftungen offenzulegen. Ich stellte fest, dass dieses Gefühl aus der Anhaftung an Ansehen entstand, und wünschte mir daher, diese Anhaftung zu beseitigen. Ich weiß, dass der Meister mich nicht aufgeben wird und dass Mitpraktizierende mich deshalb nicht ablehnen werden. Deshalb hatte ich den Mut, mich selbst zu analysieren und diese unschönen Anhaftungen offenzulegen.

Als ich klein war, war ich sehr introvertiert und wollte allein sein. Nach dem Eintritt in die Mittelstufe begann mein Neid stark zum Vorschein zu kommen, sodass sogar meine Familienangehörigen (ebenfalls Praktizierende) bemerkten, dass ich mich unwohl fühlte, wenn andere besser waren als ich, und dass ich dadurch auch andere Menschen in eine unangenehme Lage brachte. Aufgrund des Drucks der Hochschulaufnahmeprüfung, der Erwartungen meiner Familie und der Tatsache, dass ich in der Oberstufe fast immer unter den besten drei meiner Klasse war und Blumen, rote Teppiche, Urkunden und Applaus erhielt, schenkte dem jedoch niemand viel Beachtung.

Die Zeit verging schnell und ich trat von der Jugendzeit ins junge Erwachsenenalter ein. Nachdem ich wirklich begonnen hatte, mich im Falun Dafa zu kultivieren, stellte ich fest, dass meine Kultivierung sehr unzureichend war. Unter den vielen Anhaftungen, die ich hatte, war Neid diejenige, die am schwierigsten zu beseitigen war. Ich fragte mich immer wieder, warum es so schwer war, diese Anhaftung loszuwerden. Stets meinte ich, sie bereits beseitigt zu haben, doch nach einiger Zeit wurde ich erneut neidisch.

Der Meister sagte:

„Damit du nicht herunterfällst und dich gleichzeitig unter den gewöhnlichen Menschen kultivieren kannst, trennen wir die Portion, die du fertig kultiviert hast, sofort ab, sie wird von deinem nicht fertig kultivierten Teil, also von den groben Teilchen abgetrennt.“ (Fa-Erklärung auf der ersten Fa-Konferenz in Nordamerika (29.–30.03.1998)

Der Neid ist für mich keine gewöhnliche Anhaftung, sondern eine sehr starke. Ich darf bei seiner Beseitigung nicht nachlassen. Daher habe ich beschlossen, tiefer darüber nachzudenken, wie ich ihn rational verstehen kann, um ihn gründlicher zu beseitigen.

Mein Verständnis von Neid

Es gibt immer höhere Sphären und fähigere Menschen. Viele Menschen sind besser als ich, aber warum bin ich nicht neidisch auf sie? Nehmen wir zum Beispiel ein Wunderkind – ich wäre definitiv nicht neidisch auf ein Wunderkind, weil ich selbst keines bin und die Distanz zwischen uns zu groß ist. Ich wäre auch nicht neidisch auf Menschen, die eine bessere Figur haben und besser aussehen als ich, denn das sind Dinge, mit denen sie geboren wurden.

Ich habe festgestellt, dass Neid am leichtesten unter zwei Umständen auftritt: Erstens, wenn jemand nur etwas besser ist als ich und der Abstand zwischen uns relativ klein ist; zweitens, wenn der Abstand so gering ist, dass ich ihn durch eigene Anstrengung verändern könnte. Ich bin nicht auf Wunderkinder neidisch, aber auf meine Mitschüler, da unsere Fähigkeiten in etwa vergleichbar sind. So wurde ich beispielsweise neidisch, wenn ihre Leistungen besser waren als meine oder wenn sie häufig vom Lehrer gelobt wurden.

Eines Tages las ich einen Artikel über das Feitian College. Darin hieß es, dass ein Schüler, nachdem er die wesentlichen Punkte einer Bewegung gemeistert hat, sofort seine Mitschüler zusammenruft und alle Techniken, die er erlernt hat, mit ihnen teilt. So können alle die Bewegungen fließend wie Wasser, sauber und effizient ausführen. Das würde an einer gewöhnlichen Schule, insbesondere in China, nicht geschehen. Manche Mitschüler kennen vielleicht die Lösung einer Aufgabe, behalten sie aber für sich. Sie sagen sogar kühl: „Ich weiß nicht, wie man das löst.“

Warum habe ich kein so gutes Umfeld wie am Feitian College? Mir wurde klar, dass dieser Gedanke aus Neid entstand. Ich war neidisch auf das Umfeld der Studierenden des Feitian Colleges. Ich sollte mich selbst ändern, denn wenn man einen Schritt zurücktritt, eröffnet sich eine ganz neue Welt. Wir alle befinden uns in dem Kultivierungsumfeld, das der Meister für uns arrangiert hat. In dieser weiten Welt sind die Menschen von Natur aus unterschiedlich und besitzen jeweils ihre eigenen Stärken. Das macht das Leben vielfältig und das Universum gedeihlich.

Neid in meiner Kultivierung beseitigen

Wir sind eine kleine Fa-Lerngruppe und lernen jeden Morgen regelmäßig das Fa. Eine Praktizierende namens Jenny, die genauso alt ist wie ich, kam etwas später zu unserer Gruppe. Sie ist sehr beständig beim Fa-Lernen, im Gegensatz zu uns anderen, die wir nicht immer mit gleichbleibender Geschwindigkeit lesen und manchmal stottern oder einige Wörter falsch lesen. Als meine Familie auf den Unterschied in unserem Zustand hinwies, wurde ich neidisch. Also begann ich, mich heimlich mit ihr zu vergleichen, um zu sehen, wer öfter zum Fa-Lernen der kleinen Gruppe kommt und wer pünktlicher ist, so sehr, dass ich mich sogar ein wenig freute, wenn sie nicht zum Fa-Lernen kam.

Ich schaute nach innen und fragte mich, warum ich mich mit einer Mitpraktizierenden über oberflächliche Dinge verglichen hatte. Das entsprach eindeutig nicht dem, was der Meister gesagt hat:

„Fa lernen, Fa erhalten,Das Lernen vergleichen, Kultivieren vergleichen …“(Solide kultivieren, 07.10.1994, in: Hong Yin I)

Diese Art von Konkurrenz entstand aus Neid, daher war mein Beweggrund nicht richtig. Ich hatte zuvor keinen Kontakt mit Jenny gehabt. Hätte ich nicht Dafa kultiviert, wäre ich ihr mit großer Wahrscheinlichkeit nie begegnet. Selbst wenn ich ihr begegnet wäre, wäre ich nicht neidisch auf sie gewesen. Gewöhnliche Menschen legen Wert auf Fähigkeiten und äußere Bedingungen. Aus dieser Perspektive gibt es an ihr tatsächlich nichts, worauf ich neidisch sein müsste.

Warum also war ich neidisch auf sie? Der Meister erwähnte im Zhuan Falun die Geschichte von Shen Gongbao, der auf Jiang Ziya neidisch war. Warum war Shen Gongbao neidisch auf Jiang Ziya? Shen Gongbao war sehr mächtig, während Jiang Ziya alt und unfähig war, doch die Ehre der Götterernennung wurde Jiang Ziya zuteil.

Möchte ich wirklich auf eine Mitpraktizierende neidisch sein? Ganz und gar nicht. Das Aufkommen von Neid versetzte löste bei mir Unbehaglichkeit aus. War es mein wahres Ich, das neidisch war? Ganz sicher nicht. Es war ein falsches Ich, das aus Neid bestand. Dieses falsche Ich war neidisch auf Jenny. Diese Art von Neid, wie sie zwischen Shen Gongbao und Jiang Ziya sowie zwischen den alten Mächten und den Dafa-Praktizierenden besteht, ist sich sehr ähnlich.

Ich erkannte diese Anhaftung sofort, trennte sie von meinem wahren Ich und sandte einen Gedanken aus: Du bist nicht ich – ich muss dich beseitigen.

Früher war ich auf andere Menschen neidisch. Die Lebewesen um mich herum sind alle außergewöhnlich fähig, doch ich bin nicht mehr neidisch auf sie. Später wurde ich auf Mitpraktizierende neidisch, doch auch das ist nicht mehr der Fall. Dies war ein langer und schmerzhafter Kultivierungsprozess. Der Meister sagte:

„Wenn aber der Neid nicht beseitigt ist, dann geht das absolut nicht.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 359)

Der Meister sprach separat über den Neid, um uns zu lehren, dass wir ihn unbedingt beseitigen müssen, solange er noch in uns hochkommt – egal, wie viel Neid wir noch haben.