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Aufstieg und Fall der Bildung in China

21. Januar 2026

(Minghui.org) Ein Schüler von Konfuzius, Xunzi, erklärte: „[Durch Lernen] kann man Güte ansammeln und Tugend kultivieren und auf natürliche Weise Weisheit erlangen, um ein Weiser zu werden.“

Der Ursprung der Bildung

Im Laufe der langen Geschichte Chinas hatten Schulen zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Namen. In der Xia-Dynastie wurden sie „xiao“ genannt, in der Shang-Dynastie „xu“ und in der Zhou-Dynastie „xiang“. In der Han-Dynastie wurden öffentliche (nationale, provinzielle oder bezirksbezogene, gemeindebezogene) und Privatschulen gegründet. Dieses System blieb auch in der Folgezeit bestehen, und nach der Song-Dynastie gewannen private Schulen an Popularität und entwickelten sich zu der wichtigsten Bildungseinrichtung für die breite Bevölkerung.

Konfuzius, der oft als einer der größten Lehrer angesehen wird, soll über 3.000 Schüler gehabt haben. Er glaubte, dass „jeder unterrichtet werden kann“. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle auf die gleiche Weise unterrichtet werden sollten. Hier ein Beispiel.

Sein Schüler Zilu fragte: „Sollte ich etwas tun, sobald mir etwas gesagt wird?“ – „Wenn der Vater und der ältere Bruder noch da sind, wie kann man dann sofort handeln, sobald man etwas gesagt bekommt?“, antwortete Konfuzius.

Später stellte ein anderer Schüler, Ran You, dieselbe Frage: „Sollte ich etwas tun, sobald mir etwas gesagt wird?“ – „Ja, man sollte handeln, wenn man etwas gesagt bekommt“, erwiderte Konfuzius.

Ein anderer Schüler, Gongxi Hua, war verwirrt und fragte sich, warum zwei Schüler zwei unterschiedliche Antworten erhielten, obwohl sie dieselbe Frage gestellt hatten. Also stellte er diese Frage seinem Lehrer Konfuzius. Konfuzius erklärte: „Ran You ist zögerlich, deshalb musste ich ihn ermutigen; Zilu ist zu energisch, deshalb musste ich ihn zügeln.

Lernen ist kein passiver Prozess. Konfuzius sagte: „Lernen ohne Reflexion führt zu Verwirrung; Reflexion ohne Lernen birgt Gefahren.“

Lernen ist nicht auf bestimmte Umstände beschränkt. Konfuzius erklärte: „Wenn drei Menschen unterwegs sind, sollte ich von einem von ihnen lernen können. Ich werde ihren Stärken folgen und aus ihren Schwächen lernen.“

Wissen ist nicht alles. Der alte Weise Sokrates, der in einer ähnlichen Zeit wie Konfuzius lebte, sagte, dass Tugend ebenso wichtig oder vielleicht sogar wichtiger sei. „Ein guter Mensch sollte seine Überlebens- und Sterbechancen nicht berechnen. Er sollte sich nur fragen, ob er richtig oder falsch handelt – ob sein Inneres das eines guten oder eines bösen Menschen ist“, sagte er und fuhr fort:

„Denn mein Ziel ist es, euch allen, Jung und Alt, dazu zu ermutigen, nicht über euer Leben oder euren Besitz nachzudenken, sondern euch in erster Linie um euer Inneres zu kümmern. Ich sage euch, dass Reichtum euch nicht innerlich gut macht, sondern dass aus innerer Güte Reichtum und alle anderen guten Dinge für den Menschen entstehen“, so Sokrates.

Bildung aus der Sicht der Kaiser

Die Bedeutung der Bildung wurde im Laufe der Geschichte immer wieder betont. Kaiser Taizong der Tang-Dynastie ordnete an, die fünf konfuzianischen Klassiker für die breite Öffentlichkeit zu aktualisieren, um Fehler zu korrigieren, die im Laufe der Geschichte entstanden waren.

Er verfasste auch eine Reihe von Artikeln für seine Kinder, bekannt als Di Fan (Vorbild für einen Kaiser), in denen allgemeine Themen behandelt wurden. „Ein König in einer blühenden Epoche achtet auf Sparsamkeit. Trotz Reichtum und Macht bleibt er bescheiden, trotz Weisheit und Talent bleibt er demütig. Er ist nicht arrogant wegen seines hohen Status und er prahlt nicht wegen seiner hohen Tugend“, schrieb der Kaiser.

Wu Jing, ein Historiker der Tang-Dynastie, trug die Worte von Kaiser Taizong sowie seine Dialoge mit anderen Beamten zusammen und stellte Zhenguan Zhengyao (Politische Grundlagen aus der Regierungszeit von Zhenguan) zusammen. „Die Worte eines Ehrenmannes haben Gewicht – sie sind nicht trivial. Selbst ein gewöhnlicher Mensch könnte in Ungnade fallen, wenn er eine unpassende Bemerkung macht und jemand diese aufschreibt. Wenn ein König etwas Unangemessenes sagt, wie kann der Schaden dann mit dem eines gewöhnlichen Menschen verglichen werden? Ich denke oft daran“, schrieb Kaiser Taizong in diesem Buch.

Kaiser und Beamte aller Dynastien lobten das Zhenguan Zhengyao. Einer von ihnen war Kaiser Kangxi aus der Qing-Dynastie, der sich nicht nur streng an das Buch hielt, sondern auch seinen Kindern beibrachte, dasselbe zu tun. Joachim Bouvet, ein französischer Missionar, der in diesen Jahren Peking besuchte, wurde Zeuge davon und bezeichnete Kaiser Kangxi in seinem Brief an König Ludwig XIV. als „erklärten Feind eines faulen und müßigen Lebens, denn er geht spät zu Bett und steht morgens früh wieder auf“.

Kaiser Yongzheng (der zu dieser Zeit noch Prinz war) trug die Worte von Kaiser Kangxi zusammen und verfasste Tingxun Geyan (Lebensregeln für die Familie). „Auch wenn es keine Probleme gibt, sollten wir immer vorbereitet sein und vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dann gibt es auch keine wirklichen Probleme. Wenn Probleme auftreten, sollten wir ruhig und gelassen bleiben, dann verschwinden die Probleme von selbst“, bemerkte Kaiser Kangxi einmal. „Es gab ein altes Sprichwort: ‚Achte auf Details und handle entschlossen.‘ So sollten die Dinge gehandhabt werden.“

Bildung in China

Diese Weisheit inspirierte Generationen von Menschen und Dynastien über Jahrhunderte hinweg, bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts.

Chiang Kai-shek, Präsident der Republik China, räumte der Bildung auch während des Chinesisch-Japanischen Krieges (1937–1945) Priorität ein. Er sagte wiederholt: „Bildung in Kriegszeiten sollte der Bildung in Friedenszeiten ähneln.“ Die für Bildung bereitgestellten Mittel lagen während seiner Amtszeit an zweiter Stelle hinter den Mitteln für das Militär.

Als der Filmemacher Sun Mingjing 1939 die Provinz Xikang besuchte, war er überrascht, dass die Schulgebäude besser instandgehalten wurden als die Gebäude der Bezirksregierung. Ein Bezirksvorsteher erklärte ihm: „Unser Gouverneur [Liu Wenhui] hat angeordnet, dass die Bezirksvorsteher hingerichtet werden, wenn die Regierungsgebäude besser instandgehalten werden als die Schulen.“

Dank der systematischen Bemühungen der Zentralregierung, lokale Beamte zu fördern, brachte die Republik China eine große Zahl renommierter Gelehrter hervor, die hoch angesehen waren. Als Hu Shih, Präsident der Academia Sinica, 1962 in Taiwan verstarb, nahmen etwa 300.000 Menschen aus allen Gesellschaftsschichten spontan an dem Trauerzug teil. Dies zeigt, welche wichtige Rolle die Bildung in der Gesellschaft spielte.

Tragödien und Lügen des Roten Terrors

In Festlandchina war die Situation anders. Wu Han, ein Freund von Hu, versuchte 1949, Hu davon zu überzeugen, in Peking zu bleiben und für die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) zu arbeiten. Aber Hu sagte, er werde nicht zurückkehren. „In der Sowjetunion gibt es Brot, aber keine Freiheit; in den Vereinigten Staaten gibt es Brot und Freiheit; als die KPCh kam, gab es weder Brot noch Freiheit“, erklärte Hu.

Wu glaubte ihm nicht. Er wandte sich der KPCh zu und wurde im November 1949 stellvertretender Bürgermeister von Peking. Als im Juni 1957 die Anti-Rechts-Kampagne begann, beteiligte er sich ebenfalls aktiv daran und führte ab Juni die Angriffe gegen viele Intellektuelle an.

Doch die Rücksichtslosigkeit der KPCh übertraf Wus schlimmsten Befürchtungen, und bald wurde er selbst zum Opfer. Nach Beginn der Kulturrevolution im Jahr 1966 wurde Wu fast täglich angegriffen. Der Stress führte im März 1969 zu seinem Tod. Auch seine Frau und seine Tochter starben auf tragische Weise.

Neben der Unterdrückung von Intellektuellen und der Vernachlässigung der Bildung verbreitete die KPCh auch unzählige Lügen, um die Bevölkerung, einschließlich der Kinder, einer Gehirnwäsche zu unterziehen. Wie der oben erwähnte Gouverneur Liu Wenhui legte auch sein älterer Bruder Liu Wencai großen Wert auf Bildung. Im Jahr 1942 gab er den größten Teil seines Geldes aus und gründete die Wencai-Mittelschule, die damals beste Schule in der Provinz Sichuan. Leider glaubten diese beiden Brüder der Propaganda der KPCh und begrüßten die Partei. Am Ende wurden beide in politischen Kampagnen rücksichtslos angegriffen. Insbesondere Liu Wencai wurde in Schulbüchern fälschlicherweise als einer der berüchtigtsten Großgrundbesitzer dargestellt, der Bauern misshandelte.

Auch die Schulbücher sind voller Lügen, darunter mindestens eine, die Karl Marx betrifft. In der Geschichte heißt es, Marx habe so oft im British Museum studiert, dass ein Stuhl für ihn reserviert war und seine Fußabdrücke in den Betonboden darunter eingedrückt waren. Viele Chinesen, die das Museum besuchten, wollten den Stuhl und die Fußabdrücke sehen, mussten jedoch erfahren, dass diese Geschichte erfunden war. Die Mitarbeiter erklärten, dass alle Besucher gleichbehandelt würden und Marx keinen reservierten Platz gehabt habe. Der Teppich wird oft ausgetauscht und ist nicht abgenutzt, geschweige denn der Boden darunter.

Die breite Öffentlichkeit in China kannte die Fakten immer noch nicht. So wurden sie Tag für Tag und Jahr für Jahr weiterhin mit den Lügen der KPCh überschüttet und von ihr einer Gehirnwäsche unterzogen. Sie entfernen sich allmählich von der Wahrheit, und mit der Zeit breitete sich der moralische Verfall in der gesamten Gesellschaft aus.

Als es 2008 in der Provinz Sichuan zu einem Erdbeben kam, stürzten zahlreiche Schulen ein und Tausende von Schülern kamen ums Leben. Im Gegensatz dazu blieben die Regierungsgebäude laut einem NPR-Bericht mit dem Titel „Eltern machen chinesische Beamte für den Einsturz von Schulen verantwortlich“ weitgehend unbeschädigt. Dies stand in krassem Gegensatz zu der Anordnung von Gouverneur Liu Wenhui fast 70 Jahre zuvor, wonach Regierungsgebäude nicht besser gebaut oder instandgehalten werden dürfen als Schulen.

Das ist nicht völlig überraschend, da die KPCh die Interessen der Partei stets in den Vordergrund gestellt hat. So brach beispielsweise im Dezember 1994 in der Stadt Karamay in Xinjiang während einer kulturellen Darbietung von Schülern zur Begrüßung von Regierungsbeamten ein Feuer aus. Den Schülern wurde gesagt: „Alle müssen sitzen bleiben und die Beamten zuerst aus dem Saal gehen lassen.”

Wie erwartet konnten alle Regierungsbeamten sicher evakuiert werden. Aber 323 Menschen starben, darunter 288 Kinder.

Moderne: Ein verzerrtes Bildungssystem

All diese Probleme unter der Herrschaft der KPCh haben zu den körperlichen und psychischen Gesundheitsproblemen der jüngeren Generation in China beigetragen. Laut einem Artikel der Chinesische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie vom Juni 2020 zeigen Daten, dass China möglicherweise die höchste Selbstmordrate bei Kindern weltweit hat.

Experten haben herausgefunden, dass die tatsächliche Zahl der Selbstmorde oft drei- bis fünfmal höher ist als die veröffentlichten Statistiken. Auf dieser Grundlage könnte die tatsächliche Zahl der Selbstmorde bei bis zu 600.000 pro Jahr liegen.

Li Yuanhua, ehemaliger Professor an der Pädagogischen Universität der Hauptstadt, sagte, dass diese Probleme größtenteils durch das verzerrte Bildungssystem verursacht werden. Einerseits leben die Schüler in einer moralisch degenerierten Gesellschaft in einem Umfeld mit allerlei ungesunden Ablenkungen und wurden nicht gelehrt, wie man ein guter Mensch ist; infolgedessen haben sie keine Hoffnung. Andererseits stehen sie unter starkem Druck von Eltern, Lehrern, Gleichaltrigen und der Gesellschaft, was zu ihrem psychischen Zusammenbruch führt.

Wessen Schuld ist das also? Es ist bedauerlich, dass eine jahrtausendealte Zivilisation zu dem geworden ist, was wir heute sehen. Wenn die traditionellen Werte der Bescheidenheit, Freundlichkeit und Tugendhaftigkeit durch die Ideologie der KPCh (nämlich Klassenkampf, Hass und Brutalität) ersetzt werden, ist der Niedergang der Bildung und der Gesellschaft insgesamt unvermeidlich.

Man kann immer noch Stellung beziehen. Als der angesehene Gelehrte Qian Mu im Oktober 1949 beschloss, nach Hongkong zu gehen, versuchte sein älterer Bruder Qian Jibo (ebenfalls Historiker) ihn davon zu überzeugen, in China zu bleiben und für die KPCh zu arbeiten.

Qian Mu schüttelte den Kopf und fragte: „Bruder, du bist gut in Sprachen und Geschichte. Hast du in der im April veröffentlichten Proklamation der chinesischen Volksbefreiungsarmee [zur Niederlage von Chiang und der Kuomintang] Großmut und Toleranz [in der KPCh] gesehen?“ Qian Jibo schwieg.

Was danach geschah, war zu erwarten. In Hongkong war Qian Mu Mitbegründer der Neuen Asiatischen Hochschule und genoss eine erfolgreiche Karriere. Später ging er nach Taiwan und wurde Mitglied der Akademie Sinica. Qian Jibo hingegen starb 1959 während der Anti-Rechts-Kampagne.

Dies ist nur eine der unzähligen Tragödien, die der Glaube an die KPCh mit sich bringt. Wann wird die Bildung in China wieder auf den richtigen Weg kommen? Die Antwort darauf findet man vielleicht, wenn man die Geschichte Revue passieren lässt.