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Nach innen schauen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt

Weil der erste Gedanke nicht dem Fa entsprach, nahmen die weiteren Ereignisse ihren Lauf

22. Januar 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden in der Provinz Heilongjiang, China

(Minghui.org) Nur wenn wir das Fa gut lernen, können wir bei Problemen nach innen schauen und anhand des Fa entscheiden, was zu tun ist und was nicht. Wir müssen zwischen menschlichen Gedanken und aufrichtigen Gedanken unterscheiden.

In der Nebensaison im letzten Winter schloss das Restaurant meiner Familie, so dass mein Mann und ich beschlossen, uns nach einer anderen Arbeit umzusehen. Mein Mann fand eine Stelle als Fahrer und ich eine Stelle als Verkäuferin in einem Einkaufszentrum. Heute möchte ich meine Kultivierungserfahrungen während der zwei Monate, in denen ich dort gearbeitet habe, mit euch teilen.

Online fand ich zwei Stellenangebote. Eine als Kellnerin in einem Restaurant und die andere als Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft. Für beide Stellen vereinbarte ich am nächsten Tag Vorstellungsgespräche. Bei der Stelle als Verkäuferin zögerte ich noch, da ich 48 Jahre alt war. Ich war besorgt, da es in manchen Bekleidungsgeschäften eine Altersbeschränkung für Verkäufer gibt. Ich hatte zwar über 20 Jahre Verkaufserfahrung, war aber hauptsächlich in kleineren Geschäften im Bereich Schuhe und Kleidung tätig gewesen, nie in einem großen Einkaufszentrum. Ich befürchtete, dass meine Verkaufsfähigkeiten für diese Stelle nicht ausreichen würden.

Und so beschloss ich, das Vorstellungsgespräch im Bekleidungsgeschäft zuletzt zu besuchen und es mir als Option freizuhalten. Zu meiner Überraschung rief mich der Filialleiter des Bekleidungsgeschäfts jedoch um 23 Uhr an und bat mich, am nächsten Tag mit der Arbeit zu beginnen. Ich sagte: „Lassen Sie uns morgen persönlich treffen, dann werde ich mich entscheiden.“ Nachdem ich aufgelegt hatte, dachte ich, dass dies bestimmt kein Zufall war. Vielleicht hatte der Meister diese Gelegenheit für mich arrangiert. Ich sollte sie nutzen!

Am nächsten Tag beschloss ich, als Erstes zum Vorstellungsgespräch ins Bekleidungsgeschäft zu gehen. Der Manager sah mich und sagte: „Sie sehen aber nicht aus, als wären Sie fast 50. Sie können sofort anfangen!“ Das Geschäft machte einen guten Eindruck, also nahm ich die Stelle an. Das andere Vorstellungsgespräch sagte ich ab.

Das Einkaufszentrum war ziemlich weit von meinem Zuhause entfernt. Die tägliche Fahrt mit dem Bus dauerte etwa eine Stunde, dazu kamen noch Wartezeiten und eine zusätzliche halbe Stunde für Verspätungen. Obwohl es ein achtstündiger Arbeitstag mit hektischem Zeitplan war, musste ich Zeit für das Fa-Lernen finden. Ich stand jeden Morgen um 3:20 Uhr auf, um die Übungen zu praktizieren. Um 6:00 Uhr morgens sandte ich aufrichtige Gedanken aus und machte mich dann fertig. Um 7:20 Uhr war ich an der Bushaltestelle. Während der Wartezeit und auf der Fahrt hörte ich mir Berichte von Praktizierenden auf Minghui.org an.

Ich war den ganzen Tag im Einkaufszentrum. Wenn keine Kunden da waren, rezitierte ich still Hong Yin und Über Dafa. Immer wenn ich Zeit hatte, sandte ich auch aufrichtige Gedanken aus. Am Abend lernte ich zu Hause das Fa und sandte um Mitternacht vor dem Schlafengehen nochmals aufrichtige Gedanken aus. Jeder Tag war sehr erfüllt.

Sobald ein negativer Gedanke aufkam, konnte ich ihn sofort erkennen und beseitigen. Auch bei Schwierigkeiten fand ich rasch die dahinter stehenden Anhaftungen und ließ sie so schnell wie möglich los.

In der ersten Zeit nach meiner Einstellung lief alles reibungslos. Die Kunden kauften fast immer die Kleidung, die sie anprobiert hatten, und für ein paar Tage führte ich die Verkaufsumsätze an. Ich schickte sogar ein paar Kunden zu meinen Kollegen weiter, weil ich befürchtete, sie könnten neidisch auf mich werden.

Doch kurz darauf änderte sich die Lage. Während meine Kollegen 6.000 oder 7.000 Yuan pro Tag verdienten, verdiente ich nichts mehr. Mehrere Tage lang war ich sehr deprimiert und dachte sogar daran, zu kündigen. Ich wusste, dass es nicht gut lief. Und obwohl ich mich bemühte, gelang es mir nicht, diese Schwierigkeit zu überwinden.

Als ich am nächsten Tag mit dem Bus zur Arbeit fuhr, schloss ich die Augen und dachte: So kann es nicht mehr weitergehen. Welche Anhaftung hat es dem Bösen ermöglicht, meine Schwächen auszunutzen? Habe ich etwas gesagt oder getan, das nicht mit dem Fa übereinstimmt? Ich stellte fest, dass bestimmte Anhaftungen, wie Fanatismus, Kampfgeist und Geltungssucht, zu dieser Situation beigetragen haben.

Als meine Verkaufszahlen gut waren, war ich überglücklich. Wenn ich nach Hause kam, erzählte ich meinem Mann als Erstes, wie viel ich an diesem Tag verkauft hatte und dass ich den 1. Platz erreicht habe. Wenn ich jetzt zurückblicke, sehe ich, dass mein Erfolg nicht meinen Fähigkeiten zu verdanken war. Es war der Meister, der mir geholfen hat! Was für ein schrecklicher Gedanke, mir die Verdienste des Meisters anzurechnen. Ich wollte jeden Tag die beste Verkäuferin sein. War das nicht ein Streben nach Ruhm? Sollte ich nicht bei allem dem natürlichen Lauf folgen?

Natürlich als Falun-Dafa-Praktizierende sollte ich unter allen Umständen ein guter Mensch sein und meine Arbeit gut machen. Die Verkaufszahlen sollten für mich keine große Rolle spielen. Ich musste diese Anhaftungen loslassen, mich gut kultivieren und darauf vertrauen, dass der Meister alles arrangiert. Als ich die Augen wieder öffnete, waren wir an der Haltestelle angekommen. Ich stieg aus. Auf einmal fühlte ich mich großartig und so entspannt wie schon lange nicht mehr.

Der Verkauf an diesem Tag verlief außergewöhnlich reibungslos. Ich kümmerte mich nicht mehr um die Verkaufszahlen und erwähnte sie auch am Abend nicht gegenüber meinem Mann.

Eines Tages waren nur wenige Kunden im Einkaufszentrum. Wenn ein Kunde hereinkam, bemühten wir uns sehr um ihn. Solange er uns nicht bat, damit aufzuhören, holten wir ihm immer wieder Kleidung zum Anprobieren. Wir schätzten jeden Kunden. Bevor ich mich versah, begannen meine Kollegen, Bestellungen aufzunehmen, aber ich hatte bis zum Ende der Frühschicht noch nichts verkauft. Ich dachte, das wäre es für diesen Tag gewesen, als ein junges Paar hereinkam. Die Frau sagte, sie hätte einen Termin mit einer unserer Mitarbeiterin gehabt, die aber nach ihrer Schicht gegangen war. Da die Kunden zu spät kamen, musste sich jemand aus unserer Schicht um sie kümmern. Meine Kollegen waren bereits mit anderen Kunden beschäftigt, also musste ich sie bedienen.

Wegen dem vorab vereinbarten Termin und weil die Kundin bereits Guthaben auf ihrem Konto bei uns hatte, war ich zuversichtlich, dass sie etwas kauft, und freute mich insgeheim. Ich führte sie durch den Laden, um passende Kleidungsstücke für sie zu finden. Sie fand zwei Outfits, aber nach der Anprobe gefielen sie ihr nicht. Ich führte sie erneut durch den Laden und schlug ihr noch weitere Kleidungsstücke vor, aber sie war immer noch nicht zufrieden. Ich fragte sie, was ihr an den probierten Kleidungsstücken nicht gefallen habe und welche Art von Kleidung sie bevorzugen würde. Sie antwortete: „Ich mag nichts, was zu weit geschnitten, zu eng anliegend, zu lässig oder aus Leder ist. Es sollte elegant und weiblich sein, nichts Freizügiges.“

Sie sagte lächelnd, dass sie sehr wählerisch sei. Ich beruhigte sie und sagte: „Keine Sorge. Probieren Sie in Ruhe alles an. Bei der großen Auswahl finden wir bestimmt etwas, das Ihnen gefällt.“ Wir gingen noch zweimal durch den Laden, und ich empfahl ihr einige Outfits. Schließlich fand sie etwas, das ihr gefiel, und ich half ihr sogar, ein passendes Paar Schuhe dazu zu finden. Sie war begeistert und lobte mich für meine Geduld und meine ausgezeichnete Beratung. Nachdem der Verkauf abgeschlossen war, begleitete ich sie zur Tür. Sie sagte, sie würde das nächste Mal wieder zu mir kommen und mich um Beratung bitten.

Nachdem sie gegangen waren, rief mich der Filialleiter zu sich und sagte mir, dass es Kunden meiner Kollegin Xiaohong waren. Da Xiaohong ihnen bereits bei den Gutscheinen geholfen hatte, würde ich keine Provision für den Verkauf erhalten. Ich fühlte mich unausgeglichen und fragte: „Warum haben Sie mir nicht vorher gesagt, dass es ihre Kunden sind? Zu diesem Zeitpunkt waren noch andere Kunden im Laden, ich hätte sie beraten können, wenn Sie mir Bescheid gesagt hätten. Jetzt ist der Verkauf abgeschlossen, und Sie sagen mir, dass ich keine Provision bekomme? Wenn die Kunden bereits einen Termin vereinbart hatten, warum hat Xiaohong dann nicht auf sie gewartet? Gleich nachdem sie gegangen war, kamen die Kunden herein. Ich verstehe Ihre Argumentation nicht.“

Je mehr ich redete, desto wütender und frustrierter wurde ich. Der Filialleiter sagte, es sei Unternehmenspolitik. Doch dann wurde mir klar, dass etwas mit mir nicht stimmte und sagte nichts mehr. Obwohl ich äußerlich ruhig blieb, beschwerte ich mich im Inneren.

Zu Hause dachte ich nochmal über die Sache nach. Da der Meister diese Kultivierungsumgebung für mich arrangiert hat, konnte es kein Zufall sein. Welche Anhaftung wollte der Meister mir aufzeigen? Ich war frustriert, weil ich den ganzen Tag umsonst gearbeitet und keine Provision bekommen hatte. War das nicht ein Streben nach Profit? Ich war unruhig, weil ich nichts verkauft hatte. War es nicht normal, dass meine Kollegin pünktlich nach Hause gegangen ist?

Warum war ich so aufgebracht? Es war doch eine Gelegenheit, meinen Neid zu erkennen und zu beseitigen. Als Kultivierende bemühe ich mich, Güte zu kultivieren. Sollte ich nicht bei allem, was ich tue, an die Bedürfnisse anderer denken. Mein Hauptaugenmerk sollte auf dem Wohlergehen der anderen liegen. Ich sollte es als einen Gefallen für meine Kollegin betrachten. Wieso war ich nicht in der Lage, so ein bisschen Freundlichkeit aufzubringen? Mit diesen Gedanken beruhigte ich mich allmählich. Alles was mich bedrückte, begann sich aufzulösen.

Später sprach ich mit anderen Praktizierenden darüber. Durch unser Gespräch wurde mir klar, dass ich die Wurzel meiner Gefühle nicht erkannt hatte. Als die Kundin erwähnte, dass sie einen Gutschein hatte, freute ich mich insgeheim und war überzeugt, dass sie an diesem Tag etwas kaufen würde. Die Verkäuferin, die sie eigentlich bedienen sollte, war bereits gegangen, womit sich mir eine Gelegenheit eröffnete.

Der Meister sagt:

„Wir sagen, Gutes oder Schlechtes entspringt einem einzigen Gedanken. Der Unterschied in diesem einzigen Gedanken wird auch unterschiedliche Folgen mit sich bringen.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 205)

Rückblickend stellte ich fest, dass mein erster Gedanke egoistisch war. Ich hatte versucht, andere auszunutzen. Darüber hinaus hatte ich mich ungerecht behandelt gefühlt und war verärgert gewesen. Wie gerissen ich doch war! Weil der erste Gedanke nicht dem Fa entsprach, nahmen die weiteren Ereignisse ihren Lauf.