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Die traditionelle Sicht auf gute Taten und die Wesenszüge guter Menschen

26. Januar 2026 |   Von einem Falun-Dafa-Praktizierenden außerhalb Chinas

(Minghui.org) Bald 27 Jahre dauert die Verfolgung von Falun Dafa durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) an. In einigen Regionen Chinas sind erneut gefälschte Jingwen aufgetaucht. Obwohl die involvierten Personen und ihre Vorgehensweisen jedes Mal recht plump erscheinen und wenig überzeugend sind, gelingt es ihnen doch immer wieder, eine kleine Anzahl von Praktizierenden in die Irre zu führen.

Diese Situation bringt mich auf den Gedanken – unabhängig von den grundlegenden Fragen der Kultivierung – einen Blick auf die Vorstellungen der traditionellen Kultur über das „Menschsein“, die Wesenszüge eines „guten Menschen“ und die Charakteristik „guter und schlechter Taten“ zu werfen. Vielleicht bietet das eine Möglichkeit, Lücken in unserem Verständnis zu schließen.

Wenn man von guten Menschen spricht, dann lehrt die 5000-jährige chinesische Kultur: „Eine Familie, die viel Tugend sammelt, wird gewiss gesegnet sein.“ Doch was bedeutet es eigentlich, Gutes zu tun? Der Gelehrte Yuan Liaofan aus der Ming-Dynastie schrieb in den Lehrbriefen an seinen Sohn zehn Geschichten über gutes Handeln nieder. Dazu erklärte er, dass das Gute bei genauerer Betrachtung viele Unterscheidungen aufweise: Gutes zu tun, könne echt oder vorgetäuscht sein, direkt oder umständlich; verborgen oder offen; angemessen oder fehlgeleitet; parteiisch oder aufrichtig; halbherzig oder von ganzem Herzen; bedeutend oder unbedeutend; mühsam oder mühelos. All das habe jeweils seine eigenen Gründe und müsse sorgfältig unterschieden werden. Wenn man Gutes tue, ohne diese Zusammenhänge zu verstehen, halte man sich womöglich selbst für tugendhaft, ohne zu wissen, dass man in Wirklichkeit Schuld auf sich lade.

In dem Abschnitt „Wege, die Tugend zu pflegen“ schildert Yuan Liaofan ein Phänomen, das sich auch in der heutigen Zeit vielfach beobachten lässt: Mehrere Gelehrte waren der Ansicht, dass sie selbstverständlich zwischen Gut und Böse unterscheiden könnten und Gutes und Böses ganz gewiss nicht vertauschen würden. In einem Gespräch wies ein buddhistischer Mönch sie jedoch sehr deutlich darauf hin, dass die Menschen, einschließlich der Gelehrten, von weltlichen Vorstellungen geblendet seien. Sie oft vorschnell und nach eigenem Ermessen über Gut und Böse urteilen und sich zugleich darüber beklagen, dass der Himmel bei der Vergeltung von Gutem und Bösem angeblich ungerecht verfahre.

Was also gilt als gut und was gilt als schlecht? In seinen Lehrbriefen wird es folgendermaßen beschrieben:

„Handlungen, deren Ausgangspunkt und Ziel es ist, dem Wohl andere zu dienen, sind gut; Handlungen, deren Ausgangspunkt und Ziel der eigene Vorteil ist, sind schlecht. Wenn die guten Taten eines Menschen anderen zugutekommen, so ist dies selbstlos und damit richtig. Wenn man hingegen nur an den eigenen Gewinn denkt, so ist dies eigennützig und damit falsch. Gute Taten, die aus dem Gewissen hervorgehen, sind richtig; solche, die lediglich routinemäßig oder der Form halber getan werden, sind falsch. Gutes, das ohne das Streben nach Gegenleistung getan wird, ist wirklich Gutes; tut man es jedoch in der Hoffnung auf Belohnung, ist es falsch.“

Über den Unterschied zwischen Aufrichtigkeit und Arglist heißt es in dem Text: „Die Weisen der Antike schätzten entweder Menschen mit hohem moralischen Anspruch und dem Willen voranzukommen oder solche, die standhaft waren und sich weigerten, leichtfertig oder rücksichtslos zu handeln. Denn solche Menschen tragen Verantwortung, sind zu Leistungen fähig und lassen sich anleiten und fördern.“ Die heutigen Menschen hingegen bewundern häufig glatte, gewandte Personen oder solche, die nach außen hin ehrlich und gutmütig erscheinen, in Wahrheit jedoch ihre Prinzipien verloren haben – jene „allzu guten Menschen“, die Konfuzius als heuchlerisch bezeichnete.

Wer also Tugend erwerben möchte, muss auf den richtigen Ausgangspunkt achten, bei der kleinsten Regung von Gedanken und Absichten sein Herz rein halten und darf nicht zulassen, dass unrechte oder unlautere Gedanken Einzug erhalten.

Weiter heißt es: „Wenn das Herz ganz von dem Wunsch getragen ist, Menschen zu helfen, so ist dies aufrichtig; wenn es einem aber dabei um das eigene Ansehen geht, so ist es verwerflich. Wenn das Herz ganz von Liebe und Mitgefühl für andere erfüllt ist, so ist es aufrichtig; wenn man dabei auch nur ein wenig Groll oder Unzufriedenheit hegt, so ist es verwerflich. Wenn das Herz ganz von Respekt gegenüber anderen erfüllt ist, so ist es aufrichtig; sobald auch nur ein Hauch von manipulativem Verhalten oder Herablassung damit einhergeht, so ist es verwerflich. All dies muss äußerst sorgfältig unterschieden werden.“

Was ist nun, bezogen auf gute Taten, die Bedeutung von Yin (verborgen) und Yang (offen)? Gute Taten, die von anderen wahrgenommen werden, nennt man Yang-Tugend; gute Taten, die vollbracht werden, ohne dass andere davon wissen, nennt man Yin-Tugend. Wer Yin-Tugend besitzt, wird vom Himmel anerkannt und belohnt. Wer Yang-Tugend besitzt, ist den Menschen bekannt, wird von ihnen gelobt und genießt einen guten Ruf. Ein guter Ruf ist zwar ebenfalls eine Form von Glück, doch Ruhm alleine ist etwas, das von Himmel und Erde missbilligt wird; Himmel und Erde sind Menschen, die dem Ruhm verfallen, nicht zugetan.

An dieser Stelle kann man dann auch die Verbindung erkennen. Während man sich in früheren Zeiten bei der Kultivierung an den Weisen und Heiligen orientierte, sollten wir Praktizierende umso mehr das Fa als Meister betrachten.

Gefälschte Schriften, das Streben nach Originalität um jeden Preis, lautstarkes Auftreten, Cliquenbildung, endloses Streiten, stures Festhalten an der eigenen Meinung, das Abschieben von Verantwortung nach außen sowie die Gewohnheit, Menschen und Ereignisse, denen man in der Kultivierung begegnet, stets mit einer gewöhnlichen, weltlichen Denkweise zu betrachten – all dies sind Verhaltensweisen, die immer wieder auftreten.

Abgesehen von äußeren Störungen stellt sich die Frage, ob diese Erscheinungen nicht sowohl auf der Ebene der gewöhnlichen Menschen als auch auf der Ebene der Kultivierung ihre Ursache darin haben, dass man Gutes und Böses nicht klar unterscheiden kann.

Was bedeutet es, sich wahrhaft zu kultivieren und Gutes zu tun?

Mit anderen Worten: Es fehlt an einem wirklichen Verständnis davon, was es bedeutet, sich zu kultivieren und wahrhaftig Gutes zu tun.

Im Zhuan Falun heißt es:

„Tatsächlich sagen die Praktizierenden: ‚Gewöhnliche Menschen haben das, wonach sie streben. Danach streben wir nicht. Was die gewöhnlichen Menschen besitzen, schätzen wir nicht. Aber was wir haben, können die gewöhnlichen Menschen nicht bekommen, selbst wenn sie es haben wollen.‘“ (Zhuan Falun, 2019, S. 462)

Ferner erklärt der Meister:

„Was ist Xinxing? Xinxing beinhaltet Tugend (Tugend ist eine materielle Substanz), Nachsicht, Erkennen und Loslassen; das Loslassen aller Begierden und Anhaftungen eines gewöhnlichen Menschen. Außerdem muss man auch Leid ertragen können. Sie beinhaltet Dinge in vielen Bereichen.“ (ebd., S. 34)

In manchen Regionen ist der Anteil derjenigen, die sich über lange Zeit nicht fleißig erhöht haben, relativ hoch. Ein Großteil der Zeit, der für die Kultivierung in der Zeit der Fa-Berichtigung gedacht war, wurde mit gewöhnlichen weltlichen Angelegenheiten vergeudet. Daher sind die Gedanken und Auffassungen bis heute noch auf der Ebene gewöhnlicher Menschen geblieben. Entsprechend ähneln die begangenen Fehler denen aus früheren Zeiten, als man noch unreif war.

In manchen Regionen ist der Druck der Verfolgung etwas größer und die Lage etwas chaotischer. Begegnet man solchen Dingen aufrichtig und direkt, kann dies die letzte Gelegenheit zur Erhöhung sein. Wenn man jedoch bei auftretenden Problemen über lange Zeit hinweg unaufhörlich streitet, das eigene Ich betont, andere ablehnt oder bei Schwierigkeiten die Antworten ausschließlich bei anderen sucht, läuft man leicht Gefahr, Verfolgung herbeizuführen.

Könnte man sagen, dass Bescheidenheit und Demut sowie die Fähigkeit, Gutes und Böses klar zu unterscheiden, die Basis dafür sind, ein guter Mensch zu sein? Nur wer sich bemüht, den Anforderungen des Fa gerecht zu werden, ist ein Kultivierender. Natürlich ist die Kultivierung eine persönliche Entscheidung. An sich selbst zu arbeiten und sich zu erhöhen, lässt sich nicht erzwingen.

Deshalb soll dieser Beitrag nur eine Perspektive bieten und eine gut gemeinte Erinnerung beziehungsweise ein Anstoß für eigene Überlegungen sein.