(Minghui.org) Im Frauengefängnis der Provinz Jilin werden Falun-Gong-Praktizierende in der 5., 7., 8., 10. und 13. Abteilung festgehalten.
Die 10. Abteilung dient vorwiegend der Unterbringung älterer und behinderter Personen. Die 13. Abteilung ist für neu eingetroffene Gefangene vorgesehen. Sie müssen dort ein etwa zweimonatiges „Training“ absolvieren, bei dem sie unter anderem an Appellen und am Durchzählen teilnehmen, in Formation marschieren und Lieder singen müssen, die die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) verherrlichen. Anschließend werden die Praktizierenden in die 8. Abteilung verlegt.
Nachdem Praktizierende in die 8. Abteilung verlegt wurden, werden sie zunächst von den Wärterinnen einer Ganzkörperdurchsuchung unterzogen. Dies bedeutet für die Praktizierende die Demütigung, ihre gesamte Kleidung ablegen zu müssen.
Die 8. Abteilung wird gezielt dazu eingesetzt, Praktizierende zu einer „Umerziehung“, also zum Abschwören ihres Glaubens, zu zwingen. Die Praktizierenden werden auf vielfältige Weise gefoltert: Sie werden mit heißem Wasser verbrüht, mit Elektrostäben geschockt und ins Gesicht geschlagen. Zudem wird ihnen der Schlaf entzogen und sie müssen Sklavenarbeit verrichten. Sie dürfen sich nicht waschen, müssen stundenlang auf einem winzigen Hocker sitzen oder lange Zeit stehen, werden zwangsernährt, dürfen die Toilette nicht benutzen, werden an ein „Totenbett“ gefesselt, erhalten keinen Besuch und dürfen nicht mit anderen kommunizieren.
Zudem ist es ihnen untersagt, Körperpflegeprodukte zu erwerben. Während ihrer Menstruation dürfen sie kein Toilettenpapier benutzen. Die Wärter und Mitgefangenen nehmen ihnen zudem neu mitgebrachte Kleidung weg, besprühen diese mit Pfefferspray, schütten Wasser auf ihre Schlafunterlagen und schleifen sie über den nassen Boden, bis sie vollständig durchnässt sind.
Die Wärter setzen die Praktizierenden zudem der Witterung aus. Im Winter öffnen sie die Fenster und lassen die Gefangenen nur in dünner Kleidung zurück. Nachts müssen sie ihre Arme auf der Decke liegen lassen. Im Sommer hingegen zwingen sie die Praktizierenden dazu, schwere Kleidung zu tragen, und nachts müssen sie sich unter dicke Decken legen, wobei sie ihre Arme unter der Decke halten müssen.
Die Praktizierenden werden zudem gezwungen, Theaterstücke aufzuführen, in denen Falun Gong verleumdet wird. Die Täter gehen zudem respektlos mit Fotografien des Begründers von Falun Gong um. Sie zwingen die Praktizierenden beispielsweise dazu, die Fotos in den Schritt zu stecken, sich darauf zu setzen oder sie unter ihre Matratze zu legen. Außerdem schreiben die Täter verleumderische Begriffe über Falun Gong und dessen Begründer auf die Rückseite der Kleidung der Praktizierenden. Im Gefängnis wurde zudem ein System eingeführt, bei dem die gesamte Etage bestraft wird, falls sich auch nur eine Person weigert, sich „umerziehen“ zu lassen.
In der 5. und 7. Abteilung werden Praktizierende zu Sklavenarbeit gezwungen. Nachdem sie in der 8. Abteilung zur „Umerziehung“ gezwungen wurden, werden sie in eine dieser beiden Abteilungen verlegt zur sogenannten „Umerziehung durch Arbeit“.
Einige Praktizierende im Alter von 50 bis 60 Jahren mussten sehr schwere Eimer mit Essen tragen, was häufig zu Verletzungen im unteren Rückenbereich führte. Es ist den Praktizierenden nicht gestattet, die Eimer ohne die Erlaubnis der Wärter abzustellen. Geschieht dies dennoch, erhalten sie zehn Minuspunkte, was zudem Konsequenzen für die „gegenseitige Unterstützungsgruppe“ nach sich zieht. Ältere Praktizierende, die aufgrund von Sehproblemen oder verlangsamten Reflexen Schwierigkeiten hatten, wurden häufig dazu gezwungen, die Gefängnisregeln abzuschreiben oder über lange Zeiträume hinweg auf einem schmalen Brett zu sitzen. Diese langanhaltende Folter führte dazu, dass manche Praktizierende blass und abgemagert waren; sie ertrugen ein Leid, über das sie nicht sprechen konnten.
Nachfolgend sind konkrete Beispiele aufgeführt.
Tian Yujie, um die 60, hat nur einen Arm. Da sie sich weigerte, sich „umerziehen“ zu lassen, wurde sie verschiedensten Foltermethoden ausgesetzt. Nachdem sie gezwungen worden war, über längere Zeiträume hinweg auf einem kleinen Hocker zu sitzen, entwickelte sie ernsthafte gesundheitliche Probleme und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Sun Qingju, die damals um die 60 war, wurde während ihrer Zeit in der Haftanstalt so heftig auf die Ohren geschlagen, dass sie gehörlos wurde. Später wurde sie zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt und in das Frauengefängnis der Provinz Jilin eingeliefert. Dort war sie in Zelle sieben im ersten Stock der achten Abteilung untergebracht. Da sie sich weigerte, sich „umerziehen“ zu lassen, musste sie auf einem kleinen Hocker sitzen, bis sich an ihrem Gesäß Blasen bildeten. Als sie nicht mehr sitzen konnte, wurde sie über längere Zeiträume an ein Bett gefesselt, was bei ihr zu einem seelischen Zusammenbruch führte. Während ihres Aufenthalts im Krankenhaus trank sie ihren eigenen Urin, zog ihre gesamte Kleidung aus und redete wirres Zeug.
Zhang Shurong wehrte sich gegen die „Umerziehung“ und trat aus Protest in einen 45-tägigen Hungerstreik. Während des Hungerstreiks setzte die achte Abteilung mehrere Mitgefangene ein, die sie im Schichtdienst zwangsernährten. Zudem verwehrte man ihr die Möglichkeit, zu baden oder ihre Kleidung zu waschen, was dazu führte, dass sie einen üblen Körpergeruch entwickelte. Trotz alledem hielt Zhang an ihrem Hungerstreik fest. Später brachten die Wärter sie an einen geheimen Ort; danach begann sie wieder zu essen.
Die 59-jährige Jin Min wurde im September 2022 zu einer sechsjährigen Haftstrafe in das Frauengefängnis der Provinz Jilin eingeliefert. In der achten Abteilung gibt es eine sogenannte „Eingreif-Truppe“, die aus etwa einem Dutzend Insassinnen besteht. Diese Gruppe setzt sich hauptsächlich aus den jeweiligen Zellsprecherinnen zusammen und nimmt gezielt Falun-Gong-Praktizierende ins Visier, die Widerstand leisten. Sobald der Ruf „Eingreifen!“ ertönt, eilen sie herbei und greifen die Praktizierenden an.
Jin Min wurde von der „Eingreif-Truppe“ zu Boden gedrückt und so schwer geschlagen, dass ihr Gesicht anschwoll und blutete. Ihr systolischer Blutdruck stieg auf über 200 mmHg an, was schließlich zu einer Gehirnthrombose und Aphasie (Sprachverlust) führte. Die Gefängnisleiterin Jiang Wei stopfte ihr eine Taschenlampe in den Mund und zwang sie zur Einnahme von Medikamenten.
Die 58-jährige Li Cuiling war zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Während ihres Aufenthalts in der Abteilung für Neuankömmlinge wurde sie mit Pfefferspray besprüht und mit einem Elektrostab geschockt, weil sie sich weigerte, in die Hocke zu gehen, ihren Kopf zu bedecken oder an der Abzählung teilzunehmen. Im Mai 2023 wurde sie in die achte Abteilung verlegt. Da sie sich weigerte, sich „umerzogen“ zu werden, musste sie täglich etwa 20 Stunden lang auf einem kleinen Hocker sitzen. Es war ihr untersagt, Kontakt zu anderen aufzunehmen oder mit jemandem zu sprechen. Sie durfte weder duschen, sich die Zähne putzen noch ihre Kleidung waschen; zudem wurde ihr Toilettenpapier verweigert. Die Toilette durfte sie lediglich dreimal täglich aufsuchen.
Das lange Sitzen auf dem kleinen Hocker führte dazu, dass das ihr Gesäß zu eitern begann. Die Mitgefangenen, die sie bewachen mussten, gossen täglich Salzwasser in ihre Wunden. Da sie sich über einen langen Zeitraum nicht waschen durfte, verbreitete sie einen so üblen Geruch, dass die für ihre Überwachung zuständigen Mitgefangenen sich die Nase zuhalten mussten. Weil ihr Gesäß durch das Sitzen so schwer in Mitleidenschaft gezogen war, wurde sie gezwungen, täglich von 4 Uhr morgens bis 23 Uhr abends zu stehen. Dies führte zu Schwellungen in den Beinen und Blasen an den Füßen. Sie war nicht in der Lage, für den Toilettengang in die Hocke zu gehen. Zeugen beobachteten, wie sie auf dem Boden kniend die Toilette benutzte.
Einmal, als sie die unmenschliche Folter nicht mehr ertragen konnte, rief Frau Li: „Falun Dafa ist gut!“ Sie wurde daraufhin sofort von den Mitgefangenen, die dazu abgestellt waren, sie und mehrere ehemalige Praktizierende zu überwachen, zu Boden gedrückt. Sie schlugen auf sie ein, bis ihr Gesicht blutig zerkratzt und von Wunden übersät war.
Li wurde wiederholt von der Mitgefangenen Li Mingzhu misshandelt und angegriffen, ohne dass die Wärter jemals eingriffen. Später ließen die Wärter eine psychiatrische Begutachtung an ihr vornehmen, mit dem Ziel, sie als psychisch krank zu behandeln; zudem verabreichten sie ihr gewaltsam Psychopharmaka.
Wu Xiuqin, um die 50, war zu Unrecht zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sie wurde gezwungen, täglich 18 Stunden lang auf einem kleinen Hocker zu sitzen, was dazu führte, dass die Haut an ihrem Gesäß stark wundgescheuert wurde. Die für ihre Überwachung eingeteilten Mitgefangenen wandten die Foltermethode „Bodenreinigen“ an: Dabei schütteten sie Wasser auf den Boden und zogen die Praktizierende durch das Wasser, bis ihre Kleidung vollständig durchnässt war. Zudem setzten sie sie Beschimpfungen aus, während die Wärter bewusst wegschauten. Eine Aufseherin namens Gao Ying setzte Pfefferspray gegen sie ein.
Einmal brachten sechs Mitgefangene – auf Anweisung der Wärter –Wu in eine separate Zelle. Sie rissen ihr die wattierte Jacke und die wattierte Hose vom Leib, sodass sie nur noch in dünner Unterwäsche zurückblieb. Dann nahmen sie ihr die Socken und Schuheinlagen weg und warfen sie fort; anschließend öffneten sie die Fenster und setzten sie der eisigen Kälte aus. Die für die Überwachung zuständigen Gefangenen trugen derweil jeweils zwei Schichten wattierter Baumwolljacken und hielten Thermoskannen mit heißem Wasser in den Händen.
Während dieser Zeit goss eine Mitgefangene namens Zou Lijuan, die dazu eingeteilt war, Wu zu überwachen, kochendes Wasser in deren Hose. Viele Menschen hörten, wie Wu um Hilfe schrie: „Sie verbrennen mich mit kochendem Wasser! Sie verbrennen mich mit kochendem Wasser!“
In jener Nacht bildeten sich an Wus unterem Rücken und an ihren Hüften große Brandblasen; die Flüssigkeit aus den Blasen durchnässte ihre Bettwäsche. Eine Mitgefangene, die ebenfalls Falun Gong praktiziert –Wang Liqing –, wurde Zeugin dieser Verletzungen. Wang war früher als Wärterin im Gefängnis Zhenlai in der Provinz Jilin tätig gewesen; da sie sich jedoch geweigert hatte, Falun Gong aufzugeben, wurde sie selbst zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Es gelang ihr, Einzelheiten über den Vorfall nach außen zu übermitteln.
Unter dem ausgeübten Druck begab sich die Gefängnisleiterin Zhu Xiaoyan vor Ort, um den Vorfall zu untersuchen. Die Insassin Zou gab zu, Wu Verbrennungen zugefügt zu haben, woraufhin sie in Einzelhaft genommen wurde. Sie verbrachte dort jedoch nur wenige Tage, bevor sie aus medizinischen Gründen in ein Krankenhaus verlegt und kurz darauf entlassen wurde.
Um sich an Wang dafür zu rächen, dass sie den Vorfall öffentlich gemacht hatte, unterzogen die Wärter sie einer strengen Überwachung und zwangen sie, täglich auf einem kleinen Hocker zu sitzen.
Wu hingegen litt infolge der anhaltenden Misshandlungen unter Symptomen wie Erbrechen und Desorientierung; zudem war sie nicht mehr in der Lage zu essen. Sie wurde häufig in ein Krankenhaus gebracht.
Einmal beobachtete die Insassin, die Nachtdienst hatte, wie Wu die ganze Nacht hindurch erbrach – zunächst Galle, dann eine schwarze Flüssigkeit. Dieses Erbrechen hielt zwei Monate lang an, wodurch Wu extrem geschwächt und abgemagert war.
Nie Yan, um die 60, wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Während ihrer Inhaftierung in der achten Abteilung wurde sie in einem Raum eingesperrt und verschiedenen Formen körperlicher Misshandlung ausgesetzt.
Die Gefängniswärter verweigerten ihr den Zugang zur Toilette. Als sie es nicht mehr aushalten konnte, war sie gezwungen, ihre Notdurft auf dem Boden zu verrichten. Qi Xin, eine Mitgefangene, die dazu abgestellt war, sie zu überwachen, wischte den Urin mit Frau Nies Kleidung auf und warf die Kleidungsstücke anschließend weg.
Zudem servierte Qi ihr absichtlich große Portionen Essen; wenn Nie nicht alles aufessen konnte, wickelte Qi die Reste in Nies Kleidung ein und warf diese dann weg. Innerhalb kurzer Zeit war Nies gesamte Kleidung entsorgt worden, sodass ihr nur noch ihre Bettwäsche blieb. Schließlich wurde auch diese weggenommen. Qi und Dai Yu, eine weitere Mitgefangene, die ebenfalls für ihre Überwachung zuständig war, zwangen sie dazu, auf einem bloßen Holzgestell ohne Matratze oder Bettzeug zu schlafen. Es war mitten im Winter, und die Zelle war nicht beheizt. Für Nie war es nahezu unmöglich, einzuschlafen.
Dai und Qi zwangen Nie zudem, über lange Zeit auf einem kleinen Hocker zu sitzen. Wenn sie sich auch nur ein wenig bewegte, beschimpften sie sie und schlugen auf sie ein. Die beiden zwangen sie dazu, jeden Tag auf diesem kleinen Hocker zu sitzen – mit geradem Rücken, herausgestreckter Brust, erhobenem Kopf und den Händen auf den Knien. Nach einiger Zeit konnte Nie ihren Rücken nicht mehr aufrichten, und ihr Gesäß war vom langen Sitzen eitrig entzündet.
Als Nie körperlich nicht mehr in der Lage war zu sitzen, legte sie sich einfach auf den Boden. Als Dai und Qi dies sahen, überschütteten sie sie mit Beleidigungen und riefen nach einer weiteren Gruppe von Peinigern, damit diese Nie zurück auf den kleinen Hocker setzten. Dabei brachen die Täter ihr Steißbein, was bei Nie so unerträgliche Schmerzen verursachte, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Eines Abends beschimpften Dai und Qi Nie so lautstark, dass alle anderen Personen auf der Etage davon aufwachten. Die anderen Insassen äußerten daraufhin den Wunsch, in eine andere Zelle verlegt zu werden. Dai und Qi zwangen Nie, vom frühen Morgen bis spät in die Nacht zu stehen, wodurch ihre Beine anschwollen. Sie hatte kaum noch Kraft zum Gehen und konnte ihren Rücken nicht mehr aufrichten.
Zhang Minzhi verbüßt eine Haftstrafe von unbekannter Dauer. Sie wurde gezwungen, über lange Zeiträume auf einem kleinen Hocker zu sitzen, und es wurde ihr untersagt, die Toilette zu benutzen, was zu starken Bauchschmerzen führte. Bei ihr wurde ein Darmverschluss diagnostiziert, der einen chirurgischen Eingriff erforderlich machte. Sie ist nun auf einen Katheter und einen Stoma-Beutel angewiesen. Sie ist abgemagert, ihr Teint ist fahl und ihr Gesicht wirkt ausgemergelt. Ihr psychischer Zustand ist sehr schlecht und sie leidet täglich unter starken Schmerzen.
Eine weitere Praktizierende, deren Name nicht bekannt ist, wurde vom Abteilungsleiter Gao Yang so lange mit Pfefferspray besprüht, bis sie das Bewusstsein verlor. Sie musste zur Notfallbehandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Um den Vorfall zu vertuschen, wurde Gao kurz darauf in die Fünfte Abteilung versetzt, wo er die Leitung des Teams für „psychologische Umerziehung“ übernahm.