(Minghui.org) Eine Frau aus der Stadt Fushun, Provinz Liaoning, war nach der Freilassung aus einer Haftstrafe weiterhin ständiger Schikane ausgesetzt. Man hatte sie interniert, nur weil sie Falun Gong praktizierte. Die psychische Belastung beeinträchtigte ihre Gesundheit, bis sie am 6. April 2026 verstarb. Sie wurde 70 Jahre alt.
Yu Hailan wurde am 24. April 2018 zu Hause festgenommen – zusammen mit ihren beiden Schwestern, Yu Haiping und Yu Haiqiu, sowie einer weiteren Praktizierenden namens Zuo Yuhua. Die Polizei beschlagnahmte die Falun-Gong-Bücher von Yu Hailan, ihren Laptop sowie 5.400 Yuan (etwa 721 Euro) in bar.
Die Praktizierenden wurden in die Haftanstalt der Stadt Fushun gebracht. Dort wurden sie bis auf die Unterwäsche entkleidet und gezwungen, sich vor einem männlichen Arzt sowie Wärtern körperlichen Untersuchungen zu unterziehen. Zudem wurde jeder der Praktizierenden Blut abgenommen – jeweils zwei Röhrchen. [Anmerkung der Redaktion: In einem früheren Bericht aus dem Jahr 2018 wurde fälschlicherweise angegeben, dass sie auf der Polizeistation Jianshe einer Leibesvisitation unterzogen worden seien.]
Die Wärter der Haftanstalt forderten Yu Hailan dazu auf, Erklärungen zu verfassen, in denen sie Falun Gong abschwört und verurteilt. Sie weigerte sich.
Am 6. September 2018 fand im Bezirk Wanghua die Gerichtsverhandlung gegen Yu Hailan statt. Sie wurde später zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe sowie einer Geldstrafe von 3.000 Yuan (etwa 400 Euro) verurteilt. Gegen ihre Schwester, Yu Haiping, fand am 14. September 2018 eine Gerichtsverhandlung statt. Sie wurde später zu einer 2,5-jährigen Haftstrafe sowie einer Geldstrafe von 5.000 Yuan verurteilt.
Kurz nach Yu Hailans Verurteilung stellte das Sozialversicherungsamt der Stadt Fushun ihre Rentenzahlungen ein.
Infolge körperlicher Misshandlungen in der Haftanstalt verlor Yu Hailan die Fähigkeit zu gehen. Am 3. Januar 2019 wiesen die Wärter ihre Familie an, sie zum Arzt zu bringen. Das Krankenhaus weigerte sich jedoch, der Familie den Untersuchungsbericht auszuhändigen.
Später stürzte Yu in der Haftanstalt und verlor das Bewusstsein. Sie wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Dort stellte der Arzt eine Verkrümmung ihrer Lendenwirbelsäule auf der linken Seite fest.
Trotz Yus gesundheitlichem Zustand und einem dauerhaft hohen Blutdruck wurde sie am 19. Februar 2019 im Rollstuhl sitzend in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning gebracht.
Nach ihrer Entlassung am 23. Oktober 2019 wurde Yu weiterhin von der örtlichen Polizei sowie von Mitarbeitern des Nachbarschaftskomitees schikaniert. Am 1. Dezember 2022 erlitt sie einen Schlaganfall, infolgedessen sie inkontinent und gelähmt war. Mitte Oktober 2025 trat bei ihr Herzversagen ein und sie fiel ins Koma. Sie verstarb am 6. April 2026.
Frühere Berichte:
Fushun, Provinz Liaoning: Vier Frauen zu Haft verurteilt
Blutabnahmen bei inhaftierten Falun-Gong-Praktizierenden – zum Aufbau einer DNA-Datenbank?