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China Fahui | Ich bin dankbar für meine „Trainingspartnerin“

26. Oktober 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden in Peking

(Minghui.org) Nachdem ich angefangen hatte, Falun Dafa zu praktizieren, waren die Menschen, die mir halfen, mich auf meinem Kultivierungsweg zu erhöhen, so etwas wie Trainingspartner in einer Volleyballmannschaft. Volleyballspieler trainieren Tag für Tag und Jahr für Jahr, um Weltmeister zu werden. Ähnlich helfen uns die „Trainingspartner“ auf unserem Kultivierungsweg, uns gut zu kultivieren und unsere Anhaftungen zu beseitigen.

Ich möchte erzählen, wie meine beste „Trainingspartnerin“, meine Mutter, mir bei der Kultivierung geholfen hat.

Alles ist die Schuld meiner Mutter

Meine Mutter ist ein guter Mensch. Sie ist ehrlich und freundlich, arbeitet fleißig und strebt nicht nach Ruhm oder Reichtum. Ihr Herz gehört allein ihrer Familie. Sie ist einfach, bescheiden und unkompliziert. Bevor ich angefangen habe, Falun Dafa zu praktizieren, hatten wir ein sehr harmonisches Verhältnis. Rückblickend wird mir klar, dass wir uns gut verstanden, weil meine Mutter und ich beide gewöhnliche Menschen waren.

Die Lage änderte sich grundlegend, als die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) im Juli 1999 begann, Falun Dafa zu verfolgen. Zwischen uns tat sich eine Kluft auf, die unüberwindbar schien. Nach dem Protest in Peking am 25. April 1999 zeigte meine Mutter jedem Mitpraktizierenden, der uns besuchte, die kalte Schulter. Nachdem die KPCh am 20. Juli die Verfolgung eingeleitet hatte, wurde Falun Dafa in unserer Familie zum Tabuthema.

Ich spürte deutlich die unfreundliche Haltung meiner Mutter mir gegenüber. Sie war äußerst hart: Sie sah mich mit kalten Augen an und ihre Worte waren immer Befehle und Vorwürfe. Die zwei Male, die ich von der KPCh verfolgt wurde, belasteten unser Verhältnis zusätzlich. Sie konnte nicht verstehen, warum ihr stets hervorragendes Kind plötzlich mit Begriffen wie „Polizei“, „Haftanstalt“ und „schlechte Menschen“ in Verbindung gebracht wurde.

Unser Verhältnis entwickelte sich allmählich zu einem kalten Krieg. Ich hatte ihr alles gesagt, was zu sagen war. Ich hatte es immer wieder versucht. Doch warum verstand sie es nicht? Warum glaubte sie lieber den Lügen, welche die KPCh im Fernsehen und in den Zeitungen verbreitete, als ihrem eigenen Kind? Nach und nach verlagerte sich mein Groll von Worten und äußeren Ausdrucksformen in mein Inneres und ich ging ihr aus dem Weg. Wenn sie mich sah, wandte sie sich sofort ab. In unserer Wohnung herrschte eine Atmosphäre aus Groll und Hass. Unter dem kalten Schweigen lagen zwei Herzen, die sich völlig entgegenstanden.

Doch ich hätte nie gedacht, dass im Alltag mit meiner Mutter außer dem Zusammenprall unserer Überzeugungen noch so viele Konflikte entstehen würden. Besonders nachdem ich in Rente gegangen war und mit ihr zusammen wohnte. Da wurde mir klar, dass ich meine Mutter nicht wirklich kannte, obwohl ich jahrzehntelang mit ihr zusammengelebt hatte. Wie konnte es so viele Dinge an ihren Worten und Taten geben, die ich nicht ertragen konnte? Die Reibereien im Alltag verstärkten den Hass und Groll in unserem ohnehin angespannten Verhältnis noch weiter.

Seitdem ich Falun Dafa praktiziere, denke ich sehr logisch. Ich erledige Dinge effizient und ordentlich, meine Wohnung ist blitzsauber und mein Wissen hat sich erheblich erweitert. Früher fiel mir das Lernen sehr schwer. Doch plötzlich kann ich alles schnell lernen und nichts erscheint mir kompliziert. Da Falun Dafa meine Weisheit geöffnet hat, kommt mir jetzt alles einfach vor.

Meine Mutter ist inzwischen eine alte Frau mit der typischen Einstellung eines alten Menschen, der nicht mehr auf Äußerlichkeiten achtet. Sie gibt sich damit zufrieden, irgendwie über die Runden zu kommen. Neues wollte sie nicht dazulernen. Bei der Arbeit hatte sie nur das gelernt, was mit ihrer Tätigkeit zu tun hatte. Dadurch war ihr Wissen sehr begrenzt geblieben. Ihr ohnehin reizbares Temperament und ihr nachlassendes Gehör waren mir sehr unangenehm. Ich fand, dass diese Seite meiner Mutter alt, unfähig, stur, einfältig und unvernünftig war.

In einer Zeit, in der das Internet alles durchdringt, wurde natürlich auch meine Mutter zu einer Gefangenen des Internets. All ihre Worte und Taten richteten sich nach den Anweisungen aus dem Internet. Sie gehorchte den Befehlen des „Internetlehrers“, ohne weiter darüber nachzudenken.

Hin und wieder gab mir meine Mutter allerlei absurde Anweisungen, zum Beispiel: „Du darfst kein Wasser aus Flaschen verwenden, da sind Bakterien drin.“ Ich antwortete sofort: „Das Leitungswasser ist heutzutage so schmutzig. Nicht jedes Flaschenwasser hat Bakterien. Man muss nur eine gute Marke einkaufen.“ Sie verdrehte die Augen und schwieg.

Zwei Tage später sagte meine Mutter wieder: „Das Flaschenwasser ist nicht sauber. Im Internet steht, dass viele Leute davon krank geworden sind.“ Zwei Tage darauf sagte sie: „Im Internet steht, dass man keine Frischhaltefolie mehr verwenden darf. Alles Plastik ist giftig.“ „Im Internet steht, Bittermelone zu essen, ist wie Arsen zu essen.“ „Außerdem hat der Boiler einen Kriechstrom, den darfst du nicht benutzen.“ „Die Steckdosenleiste hat zwar vier Steckplätze, aber du darfst immer nur zwei Geräte gleichzeitig anschließen, sonst fängt sie Feuer!“ „Lade dein Handy nachts nicht auf …“ Jeden Tag überhäufte sie mich mit unzähligen Anweisungen dieser Art.

Nichts, was ich tat, schien richtig zu sein. Ich fühlte mich wie eine gekränkte Schwiegertochter, die von ihrer bösen Schwiegermutter schikaniert wurde. Wütend dachte ich: „Ich bezahle alles im Haushalt. Ich mache die ganze Hausarbeit, verbringe jeden Tag mit dir und kümmere mich um dich. Und trotzdem bist du so unvernünftig!“ Deswegen weinte ich sogar mehrmals heimlich.

Weil meine Mutter mich weder die Spülmaschine noch Spülmittel benutzen ließ, musste ich alles Geschirr, das sie abgewaschen hatte, noch einmal spülen. Sie ist zwar sehr eifrig bei der Hausarbeit. Doch diese Art von Arbeit war schlimmer, als wenn sie gar nichts getan hätte. Sie machte mich nur noch müder. Meine Mutter wurde sehr wütend, wenn sie sah, dass ich ihr Geschirr noch einmal spülte. Doch wenn ich es nicht spülte, war das Geschirr fettig, was ich nicht ertragen konnte.

Je mehr ich mich über die Unsauberkeit meiner Mutter beklagte, desto unsauberer wurde sie: Zuerst spülte sie nach dem Wasserlassen nicht mehr. Später spülte sie auch nach dem großen Geschäft nicht mehr. Ich konnte meine Wut nicht zurückhalten und fragte: „Warum spülst du nicht, nachdem du auf der Toilette warst?!“ Meine Mutter antwortete ruhig: „Ach, wirklich?“ Danach rang ich noch lange nach Luft.

Ist alles die Schuld meiner Mutter?

Als Falun-Dafa-Praktizierende wusste ich, dass ich es ertragen musste. Nicht widersprechen, nichts sagen, nicht nachfragen, nur ertragen, ertragen, ertragen. Damals bestand meine Kultivierung nur noch darin zu ertragen, ohne zu wissen, warum. Es war sehr schwer und es gab überhaupt keine wirkliche Veränderung oder Erhöhung.

Meine Mutter verbot mir, Bittermelone zu essen, also aß ich keine. Sie verbot mir, Flaschenwasser zu verwenden, also tat ich es nicht. Sie verbot mir, Instantnudeln zu essen, also aß ich keine. Sie verbot mir bestimmte Dinge, also tat ich sie nicht. Nach außen schien ich gehorsam und brav zu sein. Doch der Groll, der sich in meinem Inneren ansammelte, brachte mich dazu, gegenüber meiner Mutter fast feindselig zu werden. Mein Mann sagte einmal zu mir: „Du scheinst deiner Mutter nicht nahezustehen.“ Diese scheinbar beiläufige Bemerkung traf mich tief. Ja, als Falun-Dafa-Praktizierende strahlte ich keine Wärme aus, sondern Gleichgültigkeit, Hilflosigkeit und sogar Hass. War ich überhaupt eine Kultivierende?

Mit dem Fortschreiten der Fa-Berichtigung veröffentlichte der Meister fortlaufend Artikel. Dazu kamen verschiedene Informationsmaterialien zur Erklärung der wahren Umstände und die Neun Kommentare über die Kommunistische Partei. Dadurch erkannte ich meine eigenen Anhaftungen und mein extremes Verhalten. Mir wurde klar, dass diese Situation dringend geändert werden musste. Gleichzeitig bekam ich viel Materialien, mit denen ich die Missverständnisse meiner Mutter über Falun Dafa ausräumen konnte. Immer mehr verstand ich, dass all die Disharmonie und die Unannehmlichkeiten zwischen uns von dem Feld aus Groll und Hass herrührten, das ich gegenüber meiner Mutter hatte. Ich hasste es, dass sie die wahren Umstände nicht verstand. Ich hasste es, dass sie unvernünftig war. Ich hasste dies an ihr und grollte ihr wegen jenem … Die Wurzel all dieses Grolls war, dass sich die Haltung meiner Mutter gegenüber Falun Dafa nicht geändert hatte.

Ich wusste, dass ich meiner Mutter so schnell wie möglich die wahren Umstände erklären musste. Dann könnte sie sich aus den Lügen der KPCh befreien, aus dem Schatten heraustreten und ins Licht gehen. Das wurde zu einer sehr dringenden und wichtigen Angelegenheit.

Durch das Fa-Lernen begann ich zu erkennen: Um meine Mutter zu verändern, musste ich zuerst mich selbst ändern. Ich musste meinen Mangel an Aufrichtigkeit und Freundlichkeit beseitigen. Noch wichtiger war es, mein Inneres zu schützen, das sich so leicht bewegen und stören ließ. Ich verstand: Über meinen eigenen Wirkungsbereich bestimme ich selbst. Wenn ich mich aufrichtig verhalte und aufrichtige Dinge tue, wird das Verständnis meiner Mutter bedingungslos von allem Aufrichtigen assimiliert. 

Natürlich musste ich bei einem so alten Menschen überlegen, wie ich mit ihr sprechen sollte. Ich sollte geduldig sein. Ich fragte mich: „Wie lange ist es her, dass ich meine Mutter gelobt habe?“ Die Frage erschreckte mich: Sie loben? Was gab es an ihr zu loben? Doch als ich die Brille des Grolls abnahm und meine Mutter erneut ansah, entdeckte ich, dass sie viele gute Eigenschaften hatte. Viele davon waren Eigenschaften, die ich von ihr lernen musste.

Da wir nur schwer miteinander reden konnten, nutzte ich jede Gelegenheit, ihr zu schreiben. Ich ließ keine Gelegenheit aus, ihr Glückwünsche zu schicken, sei es zum Geburtstag, zum Muttertag oder zu anderen Anlässen. In meinen Briefen dankte ich meiner Mutter für ihre Fürsorge. Ich erklärte ihr die wahren Umstände über Falun Dafa und die Lügen der KPCh. Ich schrieb ihr auch, wer das Gesetz gebrochen und sogar Verbrechen begangen hatte … Meine Mutter hatte verschiedene politische Kampagnen miterlebt. Daher kannte sie die Hässlichkeit und den Schmutz der Politik unter der Herrschaft der KPCh. Viele ihrer Verwandten waren während der Kulturrevolution verfolgt worden und ums Leben gekommen. Einen Punkt zu finden, an dem ich mich in ihre Lage hineinversetzen konnte, bedeutete, einen Ansatzpunkt zu finden, um ihr die Wahrheit über Falun Dafa zu vermitteln.

Allmählich erkannte ich: Sobald meine Mutter mich akzeptierte, würde sie alles an mir akzeptieren, auch meinen Glauben. Mit anderen Worten: Ein Hauptgrund für die früheren Konflikte war, dass meine Mutter in meinem Verhalten nichts von Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht erkennen konnte.

Fortan begann ich, darauf zu achten, auf die Bedürfnisse und Überzeugungen meiner Mutter einzugehen. Allmählich erkannte ich, dass es bei all dem Widerstand und der Unzufriedenheit in meinem Inneren in Wahrheit um meine eigenen Anhaftungen ging.

Ein Beispiel: Ich wollte abends nicht zu viel essen, um nicht zuzunehmen. Daraufhin ließ mich meine Mutter alle Reste aufessen. Ich mochte schön angerichtete, duftende und schmackhafte Gerichte. Aber sie wärmte die Reste so lange auf, bis sie völlig verfärbt und matschig waren. Ich mochte weich gekochte Eier. Sie kochte jedoch die Eier immer so lange, bis das Eigelb hart war. Jeder „Ball“, der mir zugespielt wurde, zielte auf meine Anhaftungen: die Anhaftung an Farben, die Anhaftung an Ruhm, die Anhaftung an gutes Essen … Woran auch immer ich hing, sie brachte es durcheinander. Ich verstand dies allerdings nicht. Und so machte sie weiter, bis ich es verstand.

Als ich endlich den wahren Grund hinter all diesen Konflikten verstanden hatte, musste ich unwillkürlich schmunzeln: Meine Mutter gab sich als „Trainingspartnerin“ so viel Mühe! Und hing ich nicht viel zu sehr an diesen Dingen? Wenn man verletzt wird, soll man die Anhaftung loslassen. Hat man sie losgelassen, soll man sie nicht wieder aufnehmen. Wie könnte man sich sonst erfolgreich kultivieren?

Meine Mutter glaubte, alle Plastikprodukte seien giftig. Deshalb ersetzte sie in ihrem Leben alles durch Produkte ohne Plastik, sogar ihren Joghurt. Paradoxerweise fand sie das selbst später unnötig. Heute trinkt sie ihren Joghurt wieder aus Plastikflaschen. Sie lebt zwar weiterhin nach ihren alten Überzeugungen, doch ihre Fixierung auf das Internet findet sie inzwischen selbst etwas lächerlich. Nachdem sie beim Onlineshopping mehrmals betrogen worden war, erkannte sie, dass nicht alles im Internet stimmt. Außerdem widerspricht sich das Internet ständig. An einem Tag heißt es, man solle weniger Salz essen, am nächsten Tag, man dürfe den Salzkonsum nicht senken. Deshalb wusste sie nicht mehr, wem oder was sie glauben sollte.

Als meine Mutter merkte, dass ich all ihre Anweisungen ohne Widerrede befolgte, begann sie sich zu verändern und gab ihre Feindseligkeit mir gegenüber und auch ihren Widerstand gegen meinen Glauben auf. Sie begann sogar, mich anzulächeln.

Als mein Fa-Lernen tiefer wurde, begann ich, das Fa wirklich von ganzem Herzen zu lernen. Ich betrachtete Probleme vom Standpunkt des Fa aus statt von meinem eigenen Verständnis her. Ich überlegte, was ein Praktizierender tun sollte, um dem Meister bei der Fa-Berichtigung zu helfen. Ich begann zu verstehen, dass alles, was die Lebewesen tun, mit unserer Kultivierung zusammenhängt. Ich begann, meine frühere Unzufriedenheit und meine Klagen zutiefst zu bereuen. Ebenso bereute ich, dass ich meiner Mutter immer die ganze Schuld gegeben hatte.

Wenn ich jetzt auf die sogenannten Fehler meiner Mutter zurückblicke, erscheinen sie mir nicht mehr als ihre Schuld.

Alles ist meine Schuld

Das Fa lernen, das Fa lernen, das Fa lernen – es scheint, dass ich erst durch fleißiges Fa-Lernen die folgende Passage wirklich verstanden habe.

Der Meister sagt:

„Wie auch immer, als ein Kultivierender sollte man unbedingt auf die Art und Weise eines Kultivierenden und mit den Gedanken eines Kultivierenden denken, man darf auf keinen Fall mit den Gedanken der gewöhnlichen Menschen denken. Alle Fragen, die dir begegnen, sind keinesfalls einfache Fragen, nichts ist zufällig und all dies sind keine Fragen der gewöhnlichen Menschen, sie haben bestimmt mit der Kultivierung und deiner Erhöhung zu tun. Weil du ein Kultivierender bist, ist dein Lebensweg schon geändert worden, dein Kultivierungsweg wurde erneut arrangiert, deshalb gibt es auf diesem Weg keine Zufälle. Es wird dann aber in einem zufälligen Zustand erscheinen, denn erst im Nebel, im gleichen Zustand wie bei den gewöhnlichen Menschen, kann sich zeigen, ob du dich auch wirklich kultivierst, ob du dich gut kultivierst oder nicht und ob du die Pässe einen nach dem anderen überwinden kannst. Das ist eben die Kultivierung, das genau ist orthodoxes Erkennen!“ (Fa-Erklärung in Los Angeles City, 25.02.2006)

Aus diesem langanhaltenden Zustand kam ich heraus, weil ich das Fa beständig lernte. Wirklich nur Falun Dafa, das Gesetz des Universums, konnte mein verhärtetes Herz verändern und den Groll durch Liebe und Freundlichkeit ersetzen. Als ich die Fa-Erklärungen des Meisters weiterlas, entdeckte ich, dass der Meister mich schon vor allen Problemen gewarnt hatte, auf die ich auf meinem Kultivierungsweg stoßen könnte.

Der Meister sagt:

„Lasst mich euch eine Geschichte erzählen: In dem Buch ‚Romanze der Götterernennung‘ war Jiang Ziya in den Augen von Shen Gongbao nicht nur alt, sondern auch unfähig. Doch der Ur-Himmelsherr hieß Jiang Ziya, den Gottheiten Titel zu verleihen. Shen Gongbao fühlte sich dann unausgeglichen: ‚Warum wird er geheißen, den Gottheiten Titel zu verleihen? Schau mal, wie tüchtig ich, Shen Gongbao, doch bin. Auch wenn mir der Kopf abgehackt wird, kann ich ihn wieder anbringen. Wieso bin nicht ich geheißen worden, den Gottheiten Titel zu verleihen?‘ Er war äußerst neidisch und störte Jiang Ziya immer wieder.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 356f.)

Die Worte „alt und unfähig“ sind besonders auffällig. Ist das nicht genau das, was ich meinte, als ich meine Mutter für alt und unfähig hielt? Mein Neid ist derselbe wie der von Shen Gongbao, nur noch schlimmer – ich fand meine Mutter sogar hässlich! Ihr Alter, ihre Unfähigkeit und ihre Hässlichkeit spiegelten meinen eigenen Neid und meine Begierde wider. Hätte ich das nicht erkannt und mich korrigiert, hätte ich dann nicht mir selbst und anderen geschadet?!

Ich verachtete meine Mutter, weil sie hässlich, unelegant und unsauber war. Das kam von einer tiefsitzenden Begierde. Das Schöne zu mögen und das Hässliche abzulehnen – ist das nicht ein Ausdruck von Begierde? Menschen zu mögen, die wir elegant oder attraktiv finden, kommt aus dem Wunsch, anzugeben und von anderen gelobt zu werden. Das ist Geltungssucht verbunden mit dem Streben nach Ruhm – eine so furchtbare Anhaftung. Sauberkeit? Was ist der Maßstab für Sauberkeit? Mit einem solchen menschlichen Herzen ist man hässlich, auch wenn man versucht, elegant zu wirken.

Außerdem spiegelten die Ungeduld und Schroffheit meiner Mutter mein eigenes Verhalten wider: Ich handelte überstürzt. Schnelligkeit war mir wichtiger als Qualität. Ich war immer in Eile, wenn ich etwas tat, auch wenn ich den Menschen von der Verfolgung erzählte. Mir fehlten Überlegung und Planung. Das führte dazu, dass ich verfolgt wurde. Ich maß meine angesammelten Verdienste an der Zahl meiner Gespräche und am Umfang meiner Bemühungen. Das zeigte, dass ich unruhig und aufgewühlt war.

Meine Anhaftung an Essen zeigte sich auch stark darin, dass ich Instantnudeln und Speisen von McDonald’s aß. Meine Mutter bestand darauf, kein Essen zu verschwenden. Bittermelonen, die zu Arsen wurden, und Mineralwasserflaschen, die mit Bakterien verseucht waren – in dieser moralisch verkommenen Zeit sind skrupellose Händler tatsächlich zu so etwas fähig. Ganz zu schweigen von minderwertigen Steckdosenleisten, Boilern und Ähnlichem. Die Fälle, die meine Mutter im Internet sieht, könnten durchaus stimmen. Ich bestand darauf, dass sie objektiv denken und logische Schlüsse ziehen sollte. Doch warum konnte ich nicht allen Seiten zuhören und so Klarheit gewinnen? Warum fragte ich mich nicht öfter „Warum?“, wenn ich etwas tat? Wie konnte es sein, dass ich andere mit dem Maßstab von Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht maß?!

Meine Mutter lehnte mein gut gemeintes Geschenk ab, weil ich Groll gegen sie hegte. Sie konnte keine Freundlichkeit oder Liebe von mir spüren. Ein Geschenk von jemandem, der Groll gegen einen hegt, wirkt böswillig. Dass sie es ablehnte, war daher unvermeidlich.

Nach langem Nachdenken erkenne ich, dass alles meine Schuld ist. Als Falun-Dafa-Praktizierende habe ich in meiner Kultivierung Fehler gemacht. Deshalb erinnerten mich alltägliche Menschen auf verschiedene Weise daran, sie zu korrigieren. Ich war mir meiner Lücken überhaupt nicht bewusst. Diejenigen, die mich darauf hinwiesen, griff ich sogar wütend an. Jetzt schäme ich mich wirklich dafür!

Jetzt verstehe ich: Wenn der Mensch, mit dem ich zu tun habe, immer wieder einen „Makel“ oder einen „Fehler“ zeigt, ist das ein Weckruf für mich. Ich muss sofort bei mir selbst schauen. Es muss ähnliche Probleme bei mir geben. Ich muss verstehen, dass der „Trainingspartner“ mir die Bälle nicht einfach wahllos zuspielt. Sie sind gezielt darauf ausgerichtet, meine Schwächen zu beseitigen. Es ist, als sähe man im Spiegel ein schmutziges Gesicht – den Spiegel abzuwischen, hilft nicht. Die einzige Lösung ist, sich das Gesicht zu waschen.

Der Meister hat uns das kostbare Werkzeug des Nach-innen-Schauens gegeben und uns immer wieder daran erinnert, es anzuwenden. Zu Beginn meiner Kultivierung hielt ich es nur für eine Methode, Konflikte zu lösen. Nach innen zu schauen, bedeutete für mich, dem anderen nicht böse zu sein. Das konnte den Konflikt entschärfen. Weil ich wusste, dass auch ich Fehler haben musste, sollte ich mich zuerst selbst korrigieren, bevor ich versuchte, andere zu korrigieren.

Als ich begann, meine Mutter mit Freundlichkeit, Verständnis und Nachsicht zu betrachten, entdeckte ich, dass sie eigentlich sehr liebenswert ist. Sie hat viele bewundernswerte Eigenschaften, von denen ich lernen kann. Trotz ihres hohen Alters ist sie sehr fleißig. Mit sich selbst ist sie außergewöhnlich sparsam, zu ihrer Familie aber großzügig. Sie hat einen großen Wissensdurst und will jeden neuen Begriff lernen. Ich dagegen bin selbstgerecht und schütze mich mit meinem begrenzten Wissen und meinen vorgefassten Anschauungen vor Verletzungen. Ständig versuche ich zu vermeiden, dass man mich infrage stellt oder kritisiert. Ich ziehe vorschnelle Schlüsse. Damit bin ich nicht anders als meine Mutter, die allem, was sie im Internet liest, blind folgt.

Ich ließ mein Ego wirklich los und betrachtete meine Mutter freundlich. Ich akzeptierte ihre Lücken, korrigierte ihre Fehler stillschweigend und lobte jede ihrer Verbesserungen. Da veränderte sie sich wirklich: Sie ließ sich von mir die Haare schneiden, spülte das Geschirr mit Spülmittel und kaufte mir Flaschenwasser. Sogar ihr Aussehen wurde liebenswert. Ach! Es stellte sich heraus, dass meine Mutter vorher nur gespielt hatte – eine falsche Version ihrer selbst. Doch das war in Wahrheit ich gewesen! Als ich zu meinem wahren Selbst zurückkehrte und von mir wirklich verlangte, wahrhaftig, gütig und nachsichtig zu sein, kam auch ihre liebenswerte, wahre Seite zum Vorschein.

Mir wurde klar, dass meine „Trainingspartner“ ein besonderes Geschenk des Meisters sind. Ich muss ihr Verhalten genau ansehen, meine eigenen Lücken finden und das Versprechen erfüllen, das ich ihnen im Himmel gegeben habe. Ich muss verstehen, dass diese Vorstellung irgendwann endet und dass dieser Tag immer näher rückt. Ob sie mit Freude oder mit einer völligen Niederlage endet, hängt wirklich von meinem Verständnis und meiner Kultivierung ab.

Zum Schluss möchte ich sagen: „Vielen Dank, Mutter! Ich werde mich auf jeden Fall fleißig kultivieren und dich nach Hause mitnehmen!“