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Warum ich es nicht akzeptieren konnte, zu Unrecht beschuldigt zu werden

5. Oktober 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden in China

(Minghui.org) Ich wurde 2015 aus dem Gefängnis entlassen. Da ich nicht in mein früheres Zuhause zurückkehren konnte, blieb ich bei einer Verwandten, die ebenfalls Falun Dafa praktiziert. Ihr Ehemann, der kein Praktizierender war, war darüber unglücklich. Er ignorierte mich, wenn er mich sah. 

Wenn er zu Hause war, ging ich den ganzen Tag in den Park und las das Buch Zhuan Falun. In jenem Sommer stellte mir meine Verwandte die pensionierte Lehrerin A. vor, die kein Falun Dafa praktizierte. Wir gründeten ein Nachhilfestudio und vereinbarten, uns die Kosten dafür zu teilen und jeweils das zu behalten, was wir verdienten. Endlich verfügte ich über ein Einkommen.

Kurzerhand zog ich in das Nachhilfestudio ein. Tagsüber diente es als Unterrichtsraum und nachts stellte ich mir dort ein Klappbett zum Schlafen auf. Obwohl es im Erdgeschoss lag und keine Vorhänge hatte, war ich zufrieden, solange ich das Fa lernen und die Übungen praktizieren konnte. 

Obwohl das Leben schwierig war, lernte ich das Fa mit großer Begeisterung. Die Worte des Meisters flossen tief in mich ein und ich spürte, wie ich mich rasch veränderte – ich wurde durch Dafa gereinigt und war von Freude und Frieden erfüllt.

Nachdem die Sommerferien vorbei waren, teilte mir A. mit, dass sie unsere Zusammenarbeit beenden wolle. Ich war überrascht und fragte sie: „Als wir noch keine Schüler hatten, wolltest du mit mir zusammenarbeiten. Warum möchtest du die Zusammenarbeit jetzt beenden, wo wir Schüler haben?“ Sie schwieg. Ich erklärte ihr, dass ich Falun Dafa praktizieren würde, und akzeptierte ihre Entscheidung.
Als ich meiner Verwandten davon erzählte, war sie darüber sehr unzufrieden und sagte, sie wolle mit A. sprechen. Ich entgegnete, dass ich nichts falsch gemacht hätte und es für A. nicht gut sei, sich auf diese Weise zu verhalten. Doch als ich das Fa lernte, las ich den folgenden Abschnitt im Zhuan Falun:

„Das entsteht nicht aus Barmherzigkeit. Sein Trachten nach Ruhm und Reichtum ist gar nicht beseitigt worden, daher kann bei ihm überhaupt keine Barmherzigkeit entstehen.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 105)

Ich war schockiert und verstand sofort die Situation. Mein Geist wurde klar und ich war erleichtert. Also bat ich meine Verwandte, nicht mit A. zu sprechen.

Ein weiteres unerwartetes Ereignis trat ein, als ich am Ende des Monats mein Gehalt erhielt. Wir hatten vereinbart, dass ich keine Miete zahlen müsse, solange ich über Nacht im Nachhilfestudio blieb – da es den Unterricht nicht störte und ich das Gebäude sauber hielt. Dennoch wurden mir 900 Yuan für Miete und Nebenkosten vom Gehalt abgezogen. 

Eigentlich sollte ich für den ganzen Sommer über 1.000 Yuan erhalten, doch nun bekam ich nur etwas mehr als 200 Yuan. Das reichte nicht einmal aus, um meine Lebenshaltungskosten zu decken. Ich sagte A. nichts davon und dachte mir auch nicht viel dabei. Ich meinte, dass ich ihr immer noch helfen könnte, wenn sie mich brauchte, und vielleicht eine Klasse in der Oberstufe unterrichten.

Vor langer Zeit hatte ich eine Bewerbung ins Internet gestellt, aber nie eine Rückmeldung erhalten. Jetzt erhielt ich jedoch Einladungen aus meinem früheren Wohnort und begann, zwischen zwei Orten zu pendeln.

An einem kalten Tag im Oktober sagte A. dann zu mir: „Die Lehrerin, die dich ersetzt, ist angekommen. Gib ihr einfach den Stundenplan. Du brauchst nächste Woche nicht mehr zu kommen.“ Erst da wurde mir klar, dass A. schon längst wollte, dass ich gehe. Mir blieb nichts anderes übrig, als in meine frühere Stadt zurückzukehren, um dort zu unterrichten. Als ich das tat, stieg mein Einkommen deutlich an.

Bald darauf traf ich meinen jetzigen Ehemann, einen Mitpraktizierenden, und wir gründeten ein kleines, warmes Zuhause. Es schien, als wäre alles bereits im Voraus geplant gewesen und als ob ich schon längst hätte zurückkehren sollen. Meine Entscheidung, nicht zurückzukehren, beruhte auf menschlicher Logik. 

Später entschuldigte sich A. bei mir. Sie sagte, sie habe mein Bett noch lange Zeit aufbewahrt. Ich machte ihr keine Vorwürfe, denn ich wusste, dass Praktizierende die weltlichen Dinge und den Ruhm loslassen sollen. 

Der Weg der Kultivierung ist bereits vom Meister arrangiert und es ist wichtig, dem natürlichen Lauf zu folgen, gemäß den Prinzipien zu handeln und nicht nach der Logik der gewöhnlichen Menschen zu streben. Einmal scherzte ich mit meinem Mann, dass wir ihr dankbar sein sollten – denn hätte sie mich nicht abgelehnt, hätten wir uns vielleicht nie kennengelernt.

Das Bedürfnis beseitigen, falsche Anschuldigungen abzuwehren

Einmal sprach ich mit meiner Schwiegermutter, die ebenfalls Falun Dafa praktiziert. Sie war sehr glücklich und erzählte von ihren Erfahrungen beim Üben. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um ihr zu erklären, dass ich zuvor bestimmte Dinge wegen ihrer starken familiären Bindung nicht hatte loslassen können. 

Ich wollte ihr auch erklären, dass sie in der Zeit, als ihr Sohn krank war, etwas missverstanden habe und der Meinung gewesen sei, ich hätte etwas falsch gemacht. Ich hoffte, sie könnte ihre Sichtweise ändern. Doch zu meiner Überraschung wurde sie sofort ärgerlich und bestand darauf, dass ich tatsächlich dieses und jenes getan hätte. Mein Herz wurde unruhig und wir begannen, uns lautstark zu streiten. Schließlich kamen zwei meiner älteren Brüder, die zu Hause waren, um den Streit zu schlichten.

Später sagte ein Mitpraktizierender, es wäre eine großartige Gelegenheit für mich gewesen, mich zu erhöhen, doch ich hätte sie nicht genutzt. Wenn ich darüber nachdenke, fühle ich mich auch etwas beschämt. Doch ich fragte mich, warum sie so fest darauf bestand, dass ich etwas getan hätte, was ich nicht getan hatte. Und ich konnte das nicht einmal ansprechen? 

Ein Mitpraktizierender fragte mich: „Hast du die einmal Shen Yun gesehen?“ Dann erinnerte er mich an ein Stück über einen bedeutenden Mönch aus alter Zeit. Er wurde zu Unrecht beschuldigt, Vater eines Kindes zu sein. Der Mönch sagte nichts zu seiner Verteidigung und zog das Kind groß. Plötzlich dachte ich an Nachsicht. Obwohl meine Schwiegermutter und ich beide Kultivierende sind, haben wir unterschiedliche Verständnisse vom Fa.

Ich wollte, dass sie sich änderte. Doch ihre Xinxing hatte sich nicht erhöht – deshalb konnte sie sich nicht ändern. Ich erkannte, dass ich nicht nachsichtig genug gewesen war. Warum konnte ich nicht geduldiger sein? War das nicht auch eine Form des Streitens?

Als mein Mann in einer schweren Phase war und mit Krankheitskarma kämpfte, übertrug meine Schwiegermutter all ihre Sorgen, Ängste und Befürchtungen auf mich. Sie war jedes Mal verzweifelt, wenn sie mich sah, und gab mir die Schuld an allen körperlichen Beschwerden ihres Sohnes. Sie redete sogar hinter meinem Rücken mit anderen Praktizierenden schlecht über mich. Ich war das einzige Ventil für ihre Frustrationen. Ihr Verhalten hatte mich damals sehr überrascht und es war schwierig für mich, es zu akzeptieren.

Normalerweise ist meine Schwiegermutter sehr nett zu mir. Wir haben ein sehr enges Verhältnis und ich sage manchmal, dass sie sich besser um mich kümmert als meine eigene Mutter. Umso mehr war ich von dieser plötzlichen Wendung schockiert, die mich tief verletzte. Als ich mich beruhigt hatte und in mir nach den Ursachen suchte, wurde mir klar, dass ich Zuneigung zu ihr entwickelt hatte – das war eine Anhaftung.

Sie hat eine ähnlich starke Bindung zu ihrem Sohn. Wenn ihr Sohn in Schwierigkeiten ist, kann sie nicht gut essen oder schlafen und vergisst, dass sie eine Praktizierende ist. Später sagte sie mir, dass sie drei Monate lang nicht praktiziert hatte.

Der Meister sagt:

„Wenn du dich von Qing nicht trennst, kannst du dich nicht kultivieren.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 201)

Ich erkannte auch, dass die Anhaftung, die ich gegenüber meinem Mann entwickelt hatte, ebenso gefährlich war. Zu dieser Zeit verbreiteten einige Praktizierende unbegründete Gerüchte über mich über Dinge, die zwei oder drei Jahren zuvor passiert waren. Diese Missverständnisse machten immer noch die Runde. Ich fühlte mich wirklich ungerecht behandelt.

Ich wusste, dass ich mich erhöhe musste, konnte aber die eigentliche Ursache nicht finden. Also las ich weiter das Fa.

Der Meister sagt:

„Du hast recht, du hast nichts Falsches gemacht, na und? Hast du dich erhöht im Verständnis vom Fa?“ (Fa-Erklärung in Manhattan, 26.03.2006)

Ich las diesen Absatz des Fa immer wieder, und jeder Satz traf mich mitten ins Herz. Ich sagte mir: Ja, du hast recht, du hast es nicht getan – na und? Hast du deinen Xinxing erhöht? Hast du deine Anhaftungen losgelassen? Allmählich wurde ich friedlich.

Kürzlich erkannte ich, warum ich oft missverstanden werde: Ich kann es nicht akzeptieren, falsch beschuldigt zu werden. Als ich klein war, sagte meine Mutter oft: „Ich ertrage jeden Verlust, aber ich lasse mich nicht falsch beschuldigen.“ 

Diese Anschauung hatte ich übernommen. Als ich erkannte, dass genau darin das Problem lag, löste sich auch meine tief verwurzelte Anschauung auf, es nicht ertragen zu können, zu Unrecht beschuldigt zu werden. Ich verstand, dass es nicht wichtig ist, was andere darüber sagen, was ich getan oder nicht getan habe. Der Meister weiß alles, die göttlichen Wesen sehen alles – und das genügt. Das Prinzip des Universums ist gerecht. Als ich die Angelegenheit aus dieser Perspektive betrachtete, wurde mein Herz weit, friedlich und offen.

Ich war ein sehr introvertiertes und unsicheres Kind. Tief in mir wollte ich immer Bestätigung und Ermutigung. Ich gab mein Bestes in allem, um anerkannt und gelobt zu werden. Mit der Erhöhung meiner Kultivierung erkannte ich, wie wichtig es ist, meinen Geist zu kultivieren. 

Ob etwas gelingt oder nicht, ist nicht wichtig; entscheidend ist, ob meine Absicht rein ist, wenn ich es tue. Wenn die Absicht rein und aufrichtig ist, kann man selbstlos und standhaft in seinen Handlungen sein. Dann werden die Dinge, die Menschen nicht tun können, von den Gottheiten für die Menschen getan, und der Meister wird es für die Praktizierenden tun.

Alle außergewöhnlichen Fähigkeiten werden uns entweder vom Meister gegeben oder er hilft uns, sie zu erlangen. Menschliche Fähigkeiten sind ganz anders als göttliche Fähigkeiten. Wenn die Xinxing erhöht wird, ist man nicht mehr durch niedrigere Prinzipien eingeschränkt und kann Dinge tun, die gewöhnliche Menschen nicht können. 

Der Wunsch nach Bestätigung und Ermutigung ist bei näherer Betrachtung ein Wunsch nach Ruhm. Wir sollten einfach unsere Herzen und Gedanken verbessern und gemäß den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht gute und sogar bessere Menschen sein.

Das ist mein aktuelles Verständnis. Ich bin dem Meister erneut dankbar!