(Minghui.org) Seien Sie gegrüßt, Meister! Seid gegrüßt, Mitpraktizierende!
1996 las ich zum ersten Mal das Zhuan Falun. Aufgrund meines begrenzten Erkenntnisvermögens lernte ich das Fa jedoch nicht gründlich. Ich verstand nur oberflächlich, dass Falun Dafa gut ist und den Menschen Nutzen bringen kann. Deshalb bat ich den Meister immer dann um Schutz, wenn ich mich körperlich unwohl fühlte oder mein Leben nicht so verlief, wie ich es mir wünschte. Die wahre Bedeutung der öffentlichen Verbreitung von Dafa erkannte ich damals nicht. Doch der barmherzige Meister gab mich nicht auf und beschenkte mich mit so vielem. Auch die Worte „Falun Dafa ist gut“ schlugen tiefe Wurzeln in meinem Herzen.
In den folgenden rund zwölf Jahren blieb mein Gesundheitszustand schlecht. Ich suchte überall Hilfe – bei Schulmedizinern und Heilpraktikern sowie in traditionellen chinesischen und westlichen Krankenhäusern unterschiedlicher Größe. Schließlich ließ ich mich operieren. Doch auch nach der Operation ging es mir nicht besser. Daraufhin zog ich zu meiner Mutter. Ein Falun-Dafa-Praktizierender, der in der Nähe wohnte, erfuhr von meiner Situation und sagte: „Schau mal, du hast sowohl Schulmediziner als auch Heilpraktiker aufgesucht und dich auch operieren gelassen, aber es geht dir immer noch genauso schlecht. Wie wäre es, wenn du die beiden Sätze: ,Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht sind gut‘“ aufrichtig rezitierst? Es werden ganz sicher Wunder geschehen.“ Ich dachte mir: Mir geht es ohnehin schon so schlecht, egal ob ich es rezitiere oder nicht. Warum sollte ich es nicht mit aufrichtigem Herzen versuchen? Dann rezitierte ich die beiden Sätze aufrichtig und ließ jede Zelle meines Körpers mitrezitieren. Jedes Schriftzeichen erschien in meinem Gehirn. Nach zwei Monaten verbesserte sich mein Zustand, sodass ich in meine eigene Wohnung zurückkehrte und begann, ein normales Leben zu führen.
Durch das Arrangement des Meisters begegnete ich später einem Praktizierenden und begann daraufhin, gemeinsam mit anderen das Fa zu lernen. Nach einiger Zeit gewann ich ein gewisses Verständnis der Fa-Prinzipien. Allerdings neigte ich dazu, das Verhalten anderer an diesen Prinzipien zu messen, ohne dieselben Maßstäbe an mich selbst anzulegen. Mei aus unserer Fa-Lerngruppe bemerkte, dass ich noch nicht verstanden hatte, wie man sich kultiviert, und machte sich Sorgen um mich. Deshalb versuchte sie immer wieder, mich auf unterschiedliche Weise zum Nachdenken anzuregen – durch Worte, Fragen und behutsame Hinweise. Sie gab sich wirklich große Mühe mit mir, doch ich erkannte weiterhin nicht, worauf sie mich aufmerksam machen wollte.
Im Juni 2011 stand ich kurz davor, zu meinem Mann in dessen Heimatstadt zu ziehen. Vor meiner Abreise sagte ein Mitpraktizierender zu mir: „Denk daran: Wenn du Hilfe brauchst, wende dich unbedingt an einen Mitpraktizierenden.“
An dieser Stelle möchte ich allen Mitpraktizierenden für ihren selbstlosen Einsatz und ihre Unterstützung danken. Mir war bewusst, dass hinter diesem Rat auch die Fürsorge des Meisters stand. Wie viel Mühe sich der Meister doch mit einer so begriffsstutzigen Schülerin wie mir machte!
Nachdem ich in der Heimatstadt meines Mannes angekommen war, hatte ich immer wieder den Gedanken, möglichst bald Mitpraktizierende zu finden. Eines Tages entdeckte ich in der Nähe des Hauses meiner Schwägerin an der Eingangstür eines Wohnhauses Spruchpaare, die über die wahren Umstände aufklärten. Auf diese Weise fand ich Mitpraktizierende und schloss mich ihrer Fa-Lerngruppe an. Von da an begann ich allmählich zu verstehen, was wahre Kultivierung bedeutet. Im Folgenden möchte ich einige meiner Kultivierungserfahrungen schildern.
Eines Tages, als mein kleiner Sohn schlief, sah er so niedlich aus, dass ich nicht widerstehen konnte, ihn auf die Wange zu küssen. Als ich mich wieder aufrichtete, kam mir plötzlich der Gedanke: Das ist Sentimentalität, von der die Menschen durchdrungen sind.
In jenem Sommer nahm mein Sohn an einem Fußballtraining teil. An einem besonders heißen Tag ging ich hin, um ihm beim Training zuzusehen. Trotz der großen Hitze und obwohl die Kinder schweißgebadet waren, mussten sie weiter Torschüsse üben. Bei diesem Anblick tat mir das Herz weh, und ich wurde von meinen Gefühlen überwältigt. Da kam mir durch einen Hinweis des Meisters plötzlich ein Gedanke: Auch das ist eine Möglichkeit, Karma zu beseitigen. Der Schmerz in meinem Herzen verschwand, und stattdessen freute ich mich für meinen Sohn.
Mein Mann ist fleißig und macht nicht viele Worte. Wenn jemand in Not ist, tut er sein Möglichstes, um zu helfen. Ganz gleich, wie erschöpft er ist oder welche Schmerzen er hat, beklagt er sich nie. Dennoch tat er mir oft leid. Ich regte mich seinetwegen auf und empfand anderen gegenüber Neid und Groll. Auch darin zeigte sich meine Sentimentalität ihm gegenüber.
Als ich genauer nach innen schaute, erkannte ich, dass ich mich auch deshalb aufregte, weil ich befürchtete, mein erschöpfter Mann könnte dann keine Arbeiten mehr für mich erledigen. Wie egoistisch dieser Gedanke doch war! Mein Mann ist ein eigenständiges Lebewesen mit seinen eigenen schicksalhaften Verbindungen. Als ich dies anhand des Fa erkannte, konnte ich auch meine Sentimentalität ihm gegenüber leichter loslassen.
Als unser Sohn noch klein war, freute er sich jedes Mal sehr, wenn wir ihm Spielzeug kauften. Doch nach wenigen Tagen verlor er das Interesse daran, und schließlich landete es im Müll. Dann kauften wir ihm wieder etwas Neues. Mit der Zeit störte mich diese Verschwendung zunehmend. Als unser Sohn erneut Spielzeug haben wollte, war ich nicht bereit, ihm welches zu kaufen. Mein Mann bestand jedoch darauf. Unzufrieden sagte ich: „Jedes Mal, wenn wir ihm etwas kaufen, spielt er nur kurz damit, und am Ende wird alles weggeworfen.“
Mein Mann blieb dabei und gab mir sogar 400 Yuan (etwa 53 Euro). Lächelnd fragte ich ihn: „Soll ich die ganzen 400 Yuan dafür ausgeben?“ Er antwortete: „Ja, gib ruhig alles aus.“ Da fragte ich mich im Stillen: Warum will ich eigentlich kein Spielzeug kaufen? Weil ich Angst habe, Geld auszugeben. Dann kam mir ein anderer Gedanke: Kauf es einfach. Lass das Kind heute aussuchen, was es haben möchte.
Daraufhin ging ich mit unserem Sohn und dem Geld, das mein Mann mir gegeben hatte, in den Supermarkt. Er durfte sich selbst etwas aussuchen und entschied sich schließlich für zwei Spielzeugautos, die zusammen nur 20 Yuan (etwa 2,70 Euro) kosteten.
Als wir den Supermarkt verließen, fühlte ich mich plötzlich so leicht, als würde ich beim Gehen beinahe schweben. Mein Herz war von einem unbeschreiblich wunderbaren Gefühl erfüllt. Mir wurde klar, dass der Meister mich auf diese Weise ermutigte und mich die Wunder der Kultivierung spüren ließ.
Damals hatte ich nicht bewusst daran gedacht, meine Angst vor dem Geldausgeben wegzukultivieren. Ich hatte mir lediglich eine Frage gestellt und fühlte mich daraufhin erleichtert und bereit, meinem Sohn Spielzeug zu kaufen. Tatsächlich war es der Meister, der mir half, Fortschritte zu machen! Erst später, als ich nach innen schaute, erkannte ich diesen Zusammenhang. Durch die Veränderung eines einzigen Gedankens half mir der Meister, meine Angst vor dem Geldausgeben zu beseitigen, und führte mich auf meinem Kultivierungsweg weiter.
Vor einigen Jahren, als unsere Aprikosen reif waren, pflückte mein Mann einige davon, die ich anschließend zum Verkauf anbot. Ein Kunde hielt mit seinem Auto an, kam auf mich zu und fragte: „Wie viel kosten die Aprikosen?“ Ich antwortete: „Vier Päckchen für zehn Yuan (etwa 1,30 Euro pro Pfund).“ Da er etwas weiter entfernt stand, verstand er mich falsch und glaubte, ich hätte gesagt: „Vier Yuan pro Päckchen (etwa 0,50 Euro pro Pfund).“
Er meinte: „So eine Gelegenheit bekommt man nicht oft. Jetzt ist Aprikosenzeit, und teuer sind sie auch nicht.“ Ich verkaufte ihm die Aprikosen zum ursprünglich genannten Preis von 0,26 Euro pro Pfund.
Nachdem er gegangen war, kam mir der Gedanke: Ich habe sie viel zu billig verkauft. Er hätte sie bestimmt auch für 0,40 Euro pro Pfund gekauft. Sofort wurde mir bewusst, dass dieser Gedanke nicht richtig war. Wie konnte ich nur so denken? Darin zeigte sich meine Anhaftung an persönlichen Gewinn.
Der Meister lehrt uns:
„Hauptsache man betreibt faire Geschäfte und hat ein aufrichtiges Herz.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 192)
Ich spürte, wie meine Anhaftung an persönlichen Gewinn immer kleiner wurde. Es war, als würde sie in die Tiefe sinken und dabei immer weiter schrumpfen, bis sie schließlich ganz verschwand. Ein unbeschreibliches Wohlgefühl erfüllte mich, und ich empfand große Freude.
Die Menschen über die wahren Umstände aufzuklären und Lebewesen zu erretten, gehört zu den drei Aufgaben, die Dafa-Jünger erfüllen sollen. Als ich begann, persönlich hinauszugehen, um die Menschen über die wahren Umstände aufzuklären, hatte ich jedes Mal das Gefühl, als würde mich eine unsichtbare Kraft daran hindern, das Haus zu verlassen. Es fiel mir schwer, über die Türschwelle zu treten. Dazu kam ein kaum beschreibbarer Schmerz.
Doch ich ließ mich davon nicht abhalten. So schwer es mir auch fiel, ich bestand darauf, hinauszugehen. Damals wusste ich noch nicht, dass ich aufrichtige Gedanken aussenden konnte, um diese Störung zu beseitigen. Ich kümmerte mich jedoch nicht darum und dachte auch nicht weiter darüber nach, was es sein könnte. Ich ging einfach weiterhin hinaus. Schon bald verschwand dieses Gefühl, ohne dass ich es zunächst bemerkte.
Um das Jahr 2020 kehrten mein Mann und ich in unser Haus auf dem Land zurück, um an den Kommunalwahlen teilzunehmen. Bei dieser Gelegenheit klärte ich einige Dorfbewohner über die wahren Umstände von Falun Dafa auf. Als wir das Dorf verließen, kam uns ein Fahrzeug entgegen, das im Rahmen der sogenannten „Bekämpfung der organisierten Kriminalität und von Banden“ eingesetzt wurde.
In diesem Augenblick wurde mein ganzes Feld von Angst erfüllt. Mein Herz begann heftig zu klopfen, und ich wurde unruhig. Ich fragte meinen Mann sogar: „Was macht dieses Auto hier?“ Er erwiderte: „Was geht es dich an, wozu es hier ist?“
Sofort kam mir der Gedanke: Ist es meinetwegen hier? Allmählich versuchte ich, mich zu sammeln, und fragte mich, was ich jetzt tun sollte. Dann begann ich, immer wieder die Worte des Meisters aus dem Gedicht „Was zu fürchten“ (29.02.2004, in: Hong Yin II) zu rezitieren.
Nach und nach wurde mein Feld wieder klar. Als die Angst vollständig verschwunden war, erschien sie mir geradezu lächerlich. Ich dachte: Was hat das alles überhaupt mit mir zu tun? Mir war bewusst, dass der Meister mich auf diese Weise barmherzig auf etwas aufmerksam gemacht hatte.
Vor einigen Jahren verstarb die Schwägerin meines Mannes. Als sie noch lebte, beklagte sie sich bei mir darüber, dass ihr Sohn, der Neffe meines Mannes, kein Geld für ihre medizinische Behandlung ausgeben wollte. Ich riet ihr: „Gib ihm dein Geld, damit ihr gemeinsam eine Behandlung für dich organisieren könnt.“ Sie antwortete: „Ich habe ihm mein Geld bereits gegeben.“ Daraufhin begann ich, schlecht über ihren Sohn zu denken.
Wann immer ich einen freien Moment hatte, kreisten meine Gedanken um sein Verhalten: Wie kann er nur so sein? Seine Mutter hat ihm ihr ganzes Geld gegeben, sodass er nicht einmal eigenes Geld ausgeben müsste. Wie kann er nur so undankbar sein? Unsere Großeltern geben uns auch kein Geld, und trotzdem sorgen wir dafür, dass sie medizinisch behandelt werden, wenn sie krank sind. Mehrere Tage lang beschäftigten mich solche Gedanken, bis ich schließlich wieder zur Besinnung kam.
Als meine Gedanken eines Tages erneut in diese Richtung gingen, sagte ich zu mir selbst: „Was geht es mich an, ob dieser Sohn seine kindlichen Pflichten erfüllt oder nicht? Das sind ihre karmischen Beziehungen.“ Von da an tauchten diese Gedanken nicht mehr auf.
Als ich später gründlicher darüber nachdachte, erkannte ich, dass hinter meinen Gedanken Neid, Selbstgefälligkeit und Geltungssucht steckten. Seitdem denke ich nicht mehr schlecht über den Neffen. Stattdessen empfinde ich Mitgefühl für ihn, weil er schon in jungen Jahren beide Eltern verloren hat.
Vor Kurzem schloss sich ein junger Praktizierender unserer Fa-Lerngruppe an. Es war Sommer und sehr heiß. Deshalb brachte er Wasser und einen kleinen Ventilator mit. Während des Fa-Lernens trank er immer wieder etwas und benutzte den Ventilator. Das berührte tatsächlich mein Herz. Ich dachte: Der Meister hält zwei bis drei Stunden lang Vorträge, ohne auch nur einen Schluck Wasser zu trinken, und du ...!
Doch kaum hatte ich diesen Gedanken gefasst, erkannte ich, dass ich bereits nach außen geschaut hatte. Ich fragte mich: Warum stört mich sein Verhalten? Dabei entdeckte ich erneut Neid, Selbstgefälligkeit und Geltungssucht. Nachdem ich meine Gedanken anhand des Fa berichtigt hatte, konnten sie sich nicht länger in meinem Feld halten.
Mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, zunächst zu prüfen, ob wir uns tatsächlich kultivieren. Wenn wir lediglich wissen, dass Falun Dafa gut ist, aber nicht verstehen, was wahre Kultivierung bedeutet, kann es leicht geschehen, dass wir Umwege gehen oder länger brauchen, um Prüfungen zu bestehen.
Menschliche Anhaftungen sind zudem oft miteinander verknüpft. Eine Anhaftung tritt selten allein auf. Wenn wir eine davon entdecken und weiter nach innen schauen, erkennen wir häufig eine ganze Reihe weiterer Anhaftungen, die sich dahinter verbergen.
Auch in meinem Herzen gibt es noch Anhaftungen an Bequemlichkeit, das Bedürfnis nach Lob und die Angst, keine Anerkennung zu finden. Diese habe ich noch nicht beseitigt. Ich bin noch weit davon entfernt, den Anforderungen des Meisters und des Fa zu entsprechen.
Ich werde auf die Worte des Meisters hören und das Fa noch intensiver lernen. Wenn ich künftig auf Prüfungen stoße, werde ich nach innen schauen, aufrichtige Gedanken bewahren und mich dem Fa angleichen. Auf diese Weise können meine Anhaftungen und mein Karma nach und nach beseitigt werden.
Danke, Meister! Danke, Mitpraktizierende!