(Minghui.de) Ich bin eine junge Dafa-Praktizierende. Im Jahr 1997 begann meine Mutter, Falun Dafa zu praktizieren. Als ich acht Jahre alt war, fing ich an, mich gemeinsam mit meiner Mutter im Falun Dafa zu kultivieren. Damals kam ich nicht besonders fleißig voran. Obwohl ich wusste, dass Dafa gut ist, hatte ich jedoch nicht den Wunsch, die Vollendung zu erlangen, sondern wollte lediglich ein guter Mensch sein.
Am 20. Juli 1999 begann das Jiang-Zemin-Regime mit der Verfolgung von Falun Dafa. Meine Mutter wurde mehrfach verhaftet und in sogenannte Gehirnwäsche-Einrichtungen gebracht. Zudem wurde sie immer wieder erpresst und zur Zahlung von hohen Geldstrafen gezwungen, was die ohnehin schwierige finanzielle Lage unserer Familie weiter verschärfte. Nach einer widerrechtlichen Wohnungsdurchsuchung musste meine Mutter untertauchen und unser Zuhause verlassen. Ihr Leben war in Gefahr und ihr Verbleib unbekannt. Mein Vater lebte ebenfalls in ständiger Angst und sein Unverständnis gegenüber Dafa wurde immer größer.
Aufgrund der Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas hatte ich von klein auf kaum ein ruhiges Leben. Unsere Familie lebte in Armut und die familiären Beziehungen waren angespannt. Tagsüber ging ich zur Schule, abends weinte ich in der Parteischule und sehnte mich nach meiner Mutter. Meine Kindheit war durchgehend von Angst und Unsicherheit geprägt.
Als unsere Wohnung erneut durchsucht wurde, besuchte ich gerade die Oberschule. Das Untertauchen meiner Mutter versetzte mich in tiefe Angst. Zurück im Wohnheim sprach ich kaum noch und wusste nicht, ob ich meine Mutter in diesem Leben jemals wiedersehen würde. Weil wir kein Geld hatten, aß ich heimlich ungefüllte Dampfbrötchen, damit meine Mitschüler es nicht bemerkten. Abgesehen davon gab ich so gut wie kein Geld aus. Diese Erfahrung zeigte mir, dass ein Mensch bereits mit wenig Essen und einem Dach über dem Kopf überleben kann – alles andere ist im Grunde Luxus.
Auch unter diesen Umständen empfand ich neben all dem Leid immer wieder Freude. Der Grund dafür war, dass ich seit Beginn meiner Schulzeit scheinbar über eine besondere Fähigkeit verfügte: Ohne große Anstrengung erzielte ich fast immer die besten Noten. Von der Grundschule bis zur unteren Mittelstufe war ich über neun Jahre hinweg nahezu durchgehend Klassenbeste und etwa die Hälfte der Zeit auch Jahrgangsbeste. Selbst während der Verfolgung meiner Mutter blieb ich auf dem ersten Platz. Dafür musste ich mich kaum anstrengen: Oft reichte es, in der Nacht vor einer Prüfung zu lernen, um am nächsten Tag den ersten Platz einzunehmen. Trotz aller Härten trug mich daher ein Gefühl innerer Gewissheit: die Überzeugung, über eine besondere Stärke zu verfügen, die mir scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen würde.
Die Aufnahmeprüfung für die Oberschule bestand ich mühelos und wurde in die leistungsstärkste Gruppe der Klasse an der renommiertesten Schule vor Ort aufgenommen. Anschließend wählte mich eine bedeutende Schwerpunkt-Mittelschule auf Bezirksebene für eine große Elitegruppe aus, in der die besten Absolventen verschiedener Landkreise zusammenkamen. Auch dort lagen meine Leistungen stabil im oberen Bereich.
Nach der Hochschulaufnahmeprüfung (dem Abitur) jedoch schienen plötzlich alle Spitzenuniversitäten für mich außer Reichweite. Mit dem schwächsten Ergebnis meiner gesamten Schulzeit schloss ich diese Prüfung ab. Meine einzige innere Stütze brach zusammen. Von vielen Kindern aus Kultivierungsfamilien hatte ich gehört, dass sie bei entscheidenden Prüfungen außergewöhnlich gut abschnitten. Bei mir war es genau umgekehrt: Mir gelang nicht einmal ein durchschnittliches Resultat, stattdessen erzielte ich das schlechteste Prüfungsergebnis meines bisherigen Bildungsweges.
Vor der Hochschulaufnahmeprüfung hatte ich mir drei Tage lang meine Studienwünsche überlegt und wollte mich zwischen den beiden besten medizinischen Fachhochschulen in Wuhan entscheiden. Nach dem enttäuschenden Prüfungsergebnis musste ich jedoch Wuhan aufgeben und wusste nicht mehr, welche Universität ich wählen sollte. Meine Mutter, zu der ich wieder Kontakt hatte, hörte zufällig von einem Studiengang für Traditionelle Chinesische Medizin und so entschied ich mich innerhalb von drei Minuten für einen siebenjährigen Studiengang an einer Universität für Traditionelle Chinesische Medizin. Damals galt sie als Randfach und die beruflichen Perspektiven waren unklar.
Während meines Studiums litt ich vier Jahre lang unter Depressionen. Im fünften Studienjahr wollte ich noch einmal gegen das Schicksal ankämpfen und meldete mich für ein Masterstudium an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften an. Ich lernte intensiv und schaffte es sogar in die zweite Auswahlrunde. Doch am Abend vor der Reise nach Peking für das Auswahlgespräch änderte ich meine Entscheidung erneut, gab auf und beschloss, an meiner Universität zu bleiben und den siebenjährigen Studiengang fortzusetzen. Später hörte ich, dass Kommilitonen mit schlechteren Noten als meine in Peking geblieben waren und dort sogar eine ständige Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatten. Viele Kommilitonen bedauerten meine Entscheidung. Auch bei der Doktoranden-Aufnahmeprüfung schaffte ich es mühelos in die Auswahlrunde der berühmten Shanghai Jiao Tong Universität, zog mich jedoch aus verschiedenen persönlichen Gründen dann erneut zurück.
In der Folge verpasste ich beim Masterabschluss, bei der Arbeitssuche und bei den Prüfungen für den öffentlichen Dienst die großen Krankenhäuser der höchsten Stufe nur knapp. Schließlich blieb mir lediglich eine Stelle in einem Bezirkskrankenhaus. Unter meinen Kommilitonen gehörte meine berufliche Entwicklung zu den ungünstigsten. Auch nach Arbeitsbeginn hatte ich es besonders schwer: Anders als die meisten Berufsanfänger erhielt ich keine Einarbeitung durch erfahrene Ärzte und musste bald danach allein Nachtdienst machen.
Bereits im ersten Monat wurde ich allein für Nachtdienste eingeteilt. In meinen Schichten gab es außergewöhnlich viele Notfälle sowie schwere und komplexe Krankheitsfälle, die im Krankenhaus als besonders arbeitsintensiv galten. Selbst die Pflegekräfte hatten Angst, mit mir Dienst zu machen, da sie bis zum Schichtende ohne Unterbrechung arbeiten mussten. Ich selbst arbeitete häufig zwanzig bis dreißig Stunden am Stück ohne Schlaf und Essen. Für eine frisch graduierte Ärztin war das sowohl körperlich als auch psychisch extrem belastend. Zu jener Zeit fragte ich mich, ob es überhaupt eine härtere Arbeit unter dem Himmel geben könne, da ein kleiner Fehler lebensbedrohliche Folgen haben konnte. Damals fürchtete ich mich davor arbeiten zu gehen und nach der Arbeit weinte ich oft bitterlich.
Mit dreißig Jahren hatte ich genug von der klinischen Medizin und wollte zur Traditionellen Chinesischen Medizin wechseln, weshalb ich kündigte. Obwohl meine Arbeit anerkannt wurde und ich sogar befördert worden war, war eine Eigenkündigung nicht erlaubt; ich musste formal als entlassen gelten, um frei zu sein. Danach stieß ich bei der Arbeitssuche immer wieder auf Hindernisse und war Gerede und Vorurteilen aus der Nachbarschaft ausgesetzt.
Ich verstand nicht, warum ich unter Gleichaltrigen immer diejenige mit dem ungünstigsten Schicksal war. Ob Hochschulaufnahmeprüfung, Master-, Doktoranden-Aufnahmeprüfung, Prüfungen für den öffentlichen Dienst oder Arbeit – alles schien stetig bergab zu gehen, als wäre mein Schicksal ausschließlich von Leiden bestimmt. Während andere nach dem Beginn der Kultivierung im Dafa Wendepunkte und Lichtblicke erlebten, wurde mein Weg immer schwieriger. Warum?
Nach wiederholten Zusammenbrüchen erkannte ich schließlich, dass der Mensch kaum drei gute Tage hintereinander erlebt und das ertragen muss, was ihm das Schicksal auferlegt. Wenn dieses Leben leidvoll ist, könnte das nächste noch schlimmer sein. Ein guter Mensch zu sein, ist nicht das Ziel; man sollte sich gut kultivieren, denn das eigentliche Ziel ist es, zum Ursprung zurückzukehren.
In jener Zeit las ich alle Dafa-Bücher einmal durch und ließ Ruhm, Reichtum und Gefühle los. Ich sagte mir, dass ich selbst die Tage überstanden hatte, an denen ich nur von ungefüllten Dampfbrötchen gelebt hatte. Nun hatte ich einen Studienabschluss, Berufserfahrung und fleißige Hände. Solange ich Dafa und etwas zu essen hätte, könnte ich überall überleben, ganz gleich welche Arbeit ich verrichten müsste.
Nachdem ich den Tiefpunkt meines Lebens erreicht hatte, kam die Wende. Ein Freund teilte mir plötzlich mit, dass ein privates Krankenhaus Personal suche. Ohne große Erwartungen ging ich hin, lediglich um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Unerwartet stellte sich heraus, dass diese Stelle wie für mich gemacht war. Alles, was ich gut konnte, entsprach genau den Bedürfnissen des Krankenhausleiters, und sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Ausstattung waren besser als erwartet. Dort wurde ich geschätzt und konnte erfolgreich von einer Ärztin der Schulmedizin zu einer Ärztin für Traditionelle Chinesische Medizin wechseln.
Nach Ausbruch des Covid-Virus' begann eine Renaissance der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dank der Weisheit, die mir der Meister gegeben hat, und meiner Liebe zur chinesischen traditionellen Medizin entwickelte sich meine Laufbahn sehr erfolgreich. Zur gleichen Zeit gerieten viele staatliche Spitzenkrankenhäuser zunehmend in Schwierigkeiten. Als ich sah, dass gerade die beiden großen Krankenhäuser in Wuhan, die zu den Universitäten gehören, an denen ich einst studieren wollte, während der Pandemie besonders schwer betroffen waren, fand ich plötzlich eine Antwort auf meine Fragen, die ich jahrelang unbeantwortet in mir getragen hatte.
Durch Recherchen auf Baidu und Weibo erfuhr ich, dass Wuhan als der Ort gilt, wo die Organtransplantationen in China ihren Ursprung genommen haben. Dort fand kurz vor Ausbruch der Pandemie eine landesweite Transplantationskonferenz statt. Auf Weibo berichtete ein Kardiologe eines Krankenhauses in Wuhan, dass dort alle ein bis zwei Wochen eine Herztransplantation durchgeführt werde. Bei einer derart hohen Frequenz wirft die Herkunft der Spenderherzen zwangsläufig Fragen auf. Zudem spielte das „Wuhan-Fernsehen“ (ein wichtiges Medium bei der Verleumdung von Falun Dafa) eine führende Rolle. All dies kann so verstanden werden, dass Wuhan himmlischer Vergeltung ausgesetzt war.
In diesem Moment fanden all die Rückschläge zwischen meinem 18. und 30. Lebensjahr ihre Erklärung. Hätte ich die Hochschulaufnahmeprüfung nicht schlecht bestanden, wäre ich an einer dieser beiden medizinischen Fachhochschulen gelandet. Medizinstudenten assistieren häufig bei Operationen, so hätte ich mich möglicherweise an Organtransplantationen beteiligt und schwere Schuld auf mich geladen. Wäre ich dort geblieben, hätte ich mich womöglich mit dem Bösen verbündet.
Auch dass ich damals nicht zur Augenheilkunde an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften ging, hatte tiefere Gründe. Oberflächlich betrachtet wollte ich nach dem Tod meines Großvaters bei meinen Eltern bleiben. Tatsächlich sind jedoch Hornhauttransplantationen in der Augenheilkunde sehr verbreitet. Auch dort hätte ich mich mit den Sünden des Organraubs bei Falun-Dafa-Praktizierenden belastet. Zudem gilt Peking als Zentrum des Bösen bei der Verfolgung der Falun-Dafa-Praktizierenden. Dass ich nicht dorthin ging, ist rückblickend ebenfalls dem Schutz des Meisters zuzuschreiben.
Das Promotionsstudium hätte umfangreiche Experimente und viel Töten erfordert und später wäre es auch schwierig gewesen für mich, in der Traditionellen Chinesischen Medizin zu arbeiten. Deshalb schlug ich auch diesen Weg nicht ein. Dass ich nicht in öffentlichen Krankenhäusern blieb, hatte jetzt ebenfalls seine Erklärung: Die ideologische Kontrolle dort ist sehr streng. Durch meine formelle Entlassung konnte ich das System verlassen und wurde vor weiterer ideologischer Unterdrückung geschützt.
Die extrem harte Zeit zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn erwies sich rückblickend als wertvolle Erfahrung. In kurzer Zeit begegnete ich zahlreichen schweren und seltenen Fällen, mit denen viele Ärzte ihr ganzes Leben nicht konfrontiert werden. Das legte ein solides klinisches Fundament für meine spätere Arbeit in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Es half mir, Prognosen zu stellen, Behandlungsfehler zu vermeiden und auch schwierige Fälle zu übernehmen, vor denen andere zurückschreckten. So entwickelte ich meinen eigenen medizinischen Weg in der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Rückblickend erkenne ich, dass ich stets einen Weg gegangen bin, der mich von der Kommunistischen Partei Chinas, vom Bösen und von Sünden fernhielt und mich zurück zur Tradition führte. Die Fachhochschulen und Arbeitsstellen, die ich einst angestrebt hatte, waren keine wirklich guten Optionen, sondern leere Titel, teils sogar mit dem Verbrechen des Organraubs verbunden. Jeder Schritt meines Weges war ein barmherziges Arrangement des Meisters und diente in Wahrheit meinem Wohl.
Mit der heutigen Renaissance der Traditionellen Chinesischen Medizin sind auch die erforderlichen Noten für eine Aufnahme an den entsprechenden Universitäten strenger geworden. Die Entscheidung, die ich vor über zehn Jahren unter scheinbar ungünstigen Umständen traf, hat sich heute als die beste Wahl erwiesen.
Heute ermutige ich häufig Mitpraktizierende, deren Kinder vor der Hochschulaufnahmeprüfung stehen oder eine Arbeit suchen. Solange man den Weg der Kultivierung beschreitet, verändert sich das Leben. Unabhängig davon, ob man gegenwärtig Gutes oder Schlechtes erlebt, sollte man nicht vorschnell urteilen, sondern weitergehen und zurückblicken: Alles Gute und alles Schlechte erweist sich letztlich als gut.
Dank an den Meister! Sie haben sich unermüdlich um mich gekümmert. Alles, was Sie mir gegeben haben, war stets das Beste.