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Folter durch aufrichtige Gedanken aufgelöst

10. März 2026 |   Von einem Falun-Dafa-Praktizierenden in China

(Minghui.org) Langes Stehen mit dem Gesicht zur Wand gehört zu den Methoden, die in Gefängnissen häufig eingesetzt werden, um Falun-Dafa-Praktizierende zu zwingen, ihren Glauben aufzugeben. Viele Praktizierende müssen täglich zehn oder mehr Stunden regungslos stehen. Dadurch schwellen die Beine an; die Betroffenen sind extrem erschöpft oder verlieren sogar das Bewusstsein. Manche Praktizierenden konnten die Misshandlung nicht ertragen und sahen sich dadurch gezwungen, sich „umerziehen“ zu lassen. Das hinterließ tiefe Reue auf ihrem Kultivierungsweg.

Meine eigene Erfahrung mit dieser Folter verlief jedoch anders.

Im Jahr 2017 wurde ich wegen meines Glaubens an Falun Dafa zum zweiten Mal rechtswidrig eingesperrt. Kurz nach meiner Ankunft im Gefängnis befahlen mir die Wärter, mich mit dem Gesicht zur Wand zu stellen. In diesem Moment erinnerte ich mich an die Worte des Meisters:

„Unter keinen Umständen dürft ihr euch auf die Forderungen oder Befehle des Bösen einlassen oder auf Dinge, die es anstiftet.“ (Die aufrichtigen Gedanken der Dafa-Jünger sind mächtig, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)

Ich weigerte mich entschieden zu kooperieren. Der Gefangene, der damit beauftragt war, Praktizierende zu überwachen und unter Druck zu setzen, war überrascht und fragte: „Was hast du gesagt?“ Ich antwortete ruhig: „Ich werde nicht stehen.“ Vor Wut wollte er mich schlagen. Doch ein anderer Gefangener, der während meiner früheren Haft mit mir in einer Zelle gewesen war, hielt ihn zurück. Daraufhin sagte ich: „Ich weiß, dass du auf Anweisung der Wärter handelst. Bitte richte ihnen aus, dass ich direkt mit dem zuständigen Beamten sprechen möchte.“

Fluchend ging der Gefangene hinaus und kam kurz darauf mit der Ansage zurück. „Sie wollen dich im Büro sehen.“Als ich das Büro betrat, sah ich denselben Beamten, der mich bereits während meiner ersten Haft überwacht hatte. Ohne besondere Regung fragte er: „Warum willst du nicht stehen?“ – „Sagen Sie mir zuerst, warum ich stehen soll“, forderte ich. Nach einem kurzen Schweigen sagte er: „So behandeln wir alle Praktizierenden.“ Darauf ich: „Artikel 14 der Gefängnisverordnung besagt ausdrücklich, dass Gefängnisbeamte Gefangene nicht körperlich bestrafen dürfen. Ich bin gerade erst hier angekommen und habe nichts getan, was gegen irgendwelche Regeln verstößt. Warum werde ich gezwungen, mit dem Gesicht zur Wand zu stehen und über mich nachzudenken? Außerdem bin ich unschuldig – ich wurde rechtswidrig hierhergebracht. Selbst wenn ich, wie Sie behaupten, eine Straftat begangen hätte: Hier gibt es viele Gefangene, die zu lebenslanger Haft oder sogar zum Tode mit Aufschub verurteilt wurden. Keiner von ihnen muss so stehen. Warum werden Falun-Dafa-Praktizierende besonders herausgegriffen?“

Er antwortete nicht. Stattdessen ging er im Büro auf und ab und sagte schließlich: „Noch nie hat es jemand gewagt, so mit mir zu sprechen.“ Ich ließ mich davon nicht davon beeinflussen und sandte in Gedanken weiterhin aufrichtige Gedanken aus. Nach einer Weile sagte er: „Du kannst gehen.“ Als ich in die Zelle zurückkehrte, erzählte mir der Gefangene, der mich beaufsichtigte, dass der Beamte beschlossen habe, mich wegen meines Alters vom langen Stehen zu befreien.

Zu dieser Zeit wurde ein anderer Praktizierender, der älter war als ich, bereits seit über sechs Monaten gezwungen, täglich zu stehen. Trotzdem blieb er standhaft und gab seinen Glauben nicht auf. Er meinte, dass das Ertragen von Leiden Karma beseitigen könne. Daraufhin zitierte ich ihm die Worte des Meisters:

„Ich als Meister erkenne bei der Fa-Berichtigung auf keinen Fall an, dass diese bösartige Verfolgung genutzt wird, um die Dafa-Jünger zu prüfen. Dafa-Jünger sollen auch nicht den falschen Gedanken haben, dass sie sich, indem sie die Verfolgung ertragen, noch höher kultivieren können. Das Dafa und die Dafa-Jünger sind gegen die Verfolgung, das ist auch die Verpflichtung als Dafa-Jünger. Wenn man sich nicht im Fa kultiviert, kann man sich auch nicht höher kultivieren, nur weil man die Verfolgung erträgt. Noch weniger kann man den Maßstab eines Dafa-Jüngers erreichen.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz im Westen der USA 2004, 28.02.2004)

Die Worte des Meisters ermutigten ihn. Später sprach er ebenfalls direkt mit den Wärtern. Schließlich wurde auch seine sechs Monate anhaltende Folter des erzwungenen Stehens beendet.

Später wurde ich in eine Gefängnisabteilung verlegt, die für ihre besonders strenge Verwaltung bekannt war. Vier Gefangene überwachten mich rund um die Uhr. Mir wurde klar, dass eine relativ entspannte Umgebung oft aus den eigenen aufrichtigen Gedanken und dem eigenen Verhalten entsteht. Statt den Gefangenen mit Groll zu begegnen, behandelte ich sie mit Barmherzigkeit. Ich kümmerte mich um alltägliche Dinge, dachte aus ihrer Perspektive und bemühte mich, ein aufrichtiges Verhältnis zu ihnen aufzubauen.

Allmählich hörten sie nicht nur auf, mich zu schikanieren, sondern begannen sogar, mir zu helfen. Einer von ihnen gab mir zum Beispiel eine handgeschriebene Abschrift des Zhuan Falun.

Eines Nachts gegen drei Uhr, als ich unter meiner Decke das Buch las, kam plötzlich ein diensthabender Beamter in die Zelle. Er legte mir Handschellen an und fesselte mich. Vor dem Schichtwechsel flüsterte mir ein Gefangener zu: „Du bist diesmal in großen Schwierigkeiten. Der Leiter hat angeordnet, dass du mit dem Gesicht zur Wand stehen sollst.“ Ich antwortete: „Sag ihm, dass ich auf keinen Fall kooperieren werde!“

Der Gefangene versuchte, mich zu überreden: „Leg dich nicht mit ihm an! Hier hat jeder Angst vor ihm. Wenn Gefangene nicht gehorchen, bindet er sie oft mit Seilen zusammen, hängt sie auf und schlägt sie brutal.“ Ich gab ihm zu verstehen: „Ich bin für Dafa in diese Welt gekommen und ich werde auch für Dafa gehen. Er kann tun, was er will.“

Etwa dreißig Gefangene beobachteten die Szene. In ihren Blicken lagen sowohl Sorge als auch Bewunderung. Ehrlich gesagt schlug mein Herz heftig – es fühlte sich an, als würde ich mich einer Prüfung auf Leben und Tod stellen. In diesem Moment kam ein Gefangener hastig zurück und sagte: „Du hast Glück. Der leitende Beamte ist gerade gekommen. Er sagte, dass du zu alt für diese Behandlung seist.“

Was zunächst wie eine gefährliche Situation aussah, löste sich schließlich durch aufrichtige Gedanken und standhaftes Verhalten auf.

Ich bin unserem barmherzigen und großartigen Meister zutiefst dankbar.