Falun Dafa Minghui.org www.minghui.org AUSDRUCK

Die Kraft der Barmherzigkeit

15. März 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden in China

(Minghui.org) Vor 30 Jahren begann ich, Falun Dafa zu praktizieren – damals war ich zehn Jahre alt. Immer mehr empfinde ich, dass der Meister stets an meiner Seite gewesen ist. Solange ich den vom Meister arrangierten Weg weitergehe, werde ich jede Prüfung und jeden Trübsal überwinden können.

Ich habe stets empfunden, wie außergewöhnlich Falun Dafa ist – das Loslassen menschlicher Anhaftungen und Gefühle ist nicht mehr schmerzhaft, sondern erfüllt mich mit Freude.

Als ich einmal mit dem Auto unterwegs war, um meine Tochter von der Schule abzuholen, hörte ich Musik. Dabei rannen mir Tränen übers Gesicht – ich war innerlich tief bewegt von dem Musikstück „Wenn Dafa sich weit verbreitet, werden alle Dinge erneuert“. Mir wurde sofort klar, dass diese Tränen von meiner erleuchteten Seite stammten. Denn tatsächlich hatte ich meinen Groll gegenüber meinem Mann losgelassen und die Barmherzigkeit, die ich im Dafa herauskultiviert habe, könnte auch die schlechten Faktoren beseitigt haben, die meinen Mann gestört hatten. Ich war dem Meister zutiefst dankbar für die Führung und Weisheit, die er mir gegeben hat und die es mir ermöglicht haben, mich aus dem Leid einer sehr unglücklichen Ehe zu befreien.

Lange Zeit bedrückte mich die Beziehung zu meinem Mann. Er beschimpfte mich – und das meist ohne Grund. Ich fragte mich oft, wie Ehepaare respektvoll und höflich miteinander umgehen könnten, so wie es in alten Zeiten der Fall war. Denn mein Mann und ich entfernten uns immer weiter voneinander und waren wie Feinde zueinander. Jedes Mal, wenn mein Mann mich beschimpfte, ertrug ich es einfach und blieb still. Ich erinnerte mich daran, dass ich eine Dafa-Praktizierende bin und immer nach innen schauen sollte, während ich meine Fähigkeit zu mehr Geduld und Verständnis ständig erweiterte. So tat ich über viele Jahre hinweg mein Bestes, die Familie zusammenzuhalten, und stritt nicht mit ihm.

Manchmal setzten sich unsere Kinder für mich ein, doch ich sagte ihnen immer, sie sollten ihrem Vater keine Vorwürfe machen. Ich erklärte ihnen, dass wir ihn sogar noch besser behandeln sollten, weil die alten Mächte stets versuchen würden, uns auseinanderzubringen. Doch egal wie sehr ich mich bemühte – selbst wenn es schien, als hätte ich in dieser Hinsicht keine Lücken mehr –, wurde die Distanz zwischen meinem Mann und mir immer größer.

Ich dachte, ich hätte meine Anhaftung an das Leben eines gewöhnlichen Menschen losgelassen, da ich meine eigenen Bestrebungen und Lebensziele hätte. Abgesehen von der Betreuung meiner Kinder war ich mit meiner Arbeit beschäftigt. Da ich nie wütend wurde, wenn mein Mann die Beherrschung verlor, wurde er still. Aber wir lebten wie Fremde nebeneinander – wir gingen im Alltag einfach getrennte Wege.

Es fehlte an Güte

Ich wusste, dass diese Situation nicht normal war, denn ich konnte meinen Mann nicht einmal so respektvoll behandeln wie die Menschen in alten Zeiten, geschweige denn den Maßstäben einer wahren Dafa-Praktizierenden entsprechend. Was machte ich falsch?

Eines Abends, als ich mit meinem Sohn Gedichte aus „Hong Yin“ las, hinterließen zwei Gedichte einen tiefen Eindruck bei mir. Eines davon lautete:

„Aus den Drei-Weltkreisen herausBitternis und Freude gewöhnlicher Menschen nicht zu Herzen nehmen: Ein Kultivierender. Nicht an weltlichen Gewinn und Verlust festhalten: Ein Arhat.“(Aus den drei Weltkreisen hinaus, 05.1995, in: Hong Yin I)

Das andere Gedicht war:

„Unterschied von Menschen und ErleuchtetenWas ist Mensch? Gefühle und Begierden, der ganze Körper voll. Was ist Gottheit? Menschenherz nicht da. Was ist Buddha? Barmherzigkeit, Tugend riesig groß. Was ist Dao? Rein und ruhig, wahrer Mensch.“(Unterschied von Menschen und Erleuchteten, 10.11.1995, in Hong Yin I)

Mir wurde klar, dass ich, wenn mein Mann mich schlecht behandelte, höchstens nicht zurückschlug, ihn aber nicht wirklich mit Güte behandelte. Wenn er aufhörte, mit mir zu sprechen, hatte auch ich ihm nichts zu sagen. Oft dachte ich: „Über die Jahre habe ich so viel gegeben und er weiß nicht einmal zu schätzen, was ich alles getan habe.“ Da wurde mir bewusst, dass ich noch viele menschliche Anhaftungen hatte. Diese Erkenntnis erschütterte mich zutiefst.

Eines Tages wurde meine Tochter sehr wütend auf mich und sagte, ich hätte ihr Unrecht getan. Weinend beschwerte sie sich bei ihrem Vater. An diesem Tag besuchten wir ihre Großmutter. Mein Mann kümmert sich sehr um seine Mutter und wollte keinen Aufruhr verursachen. Somit funkelte er mich nur bösartig an und sagte mit leiser, scharfer Stimme: „Wenn du dich nicht bei meiner Tochter entschuldigst, werde ich ...“ Der Blick in seinen Augen sagte: „Ich werde dich töten.“

Ich faltete ruhig weiter die Kleidung, als würde ich einfach eine Szene aus der Menschenwelt betrachten. Die Menschen werden von ihren Gefühlen beherrscht, sei es Liebe oder Hass, und verlieren sich dabei selbst. Gefühle sind unzuverlässig; sie können sich innerhalb eines Augenblicks ändern. Wenn Menschen verliebt sind, vergessen sie alles andere; wenn sie hassen, werden sie kalt und grausam. Gefühle bringen Menschen zum Lachen oder zum Weinen und machen sie am Ende zu Narren.

Ich sandte still aufrichtige Gedanken aus, um die Störungen zu beseitigen. Meine Tochter beruhigte sich allmählich und ich spürte ebenfalls, wie ich mich nach und nach von menschlichen Gefühlen löste.

Da mich die Beschimpfungen meines Mannes nicht mehr bewegten, versuchten die Dämonen der Gefühle, mich auf andere Weise zu stören. Sie sandten mir Gedanken in meinen Kopf wie: „Mein Mann spricht jeden Tag mit einer Geschäftspartnerin und sie scherzen und lachen ständig – es scheint kein Ende zu nehmen.“

Da dachte ich an einige Zeilen aus dem Gedicht des Meisters „Im Dao“:

„Schauen ohne sehen; nicht verirrt, nicht verwirrt.Horchen ohne hören; das Herz nicht gerührt“(Im Dao, 04.01.1996, in: Hong Yin I)

Ich war entschlossen, mich von menschlichen Gefühlen und Anhaftungen nicht bewegen zu lassen und sie vollständig loszulassen.

Weil ich tagsüber ungerührt blieb, fand die Untreue meines Mannes ihren Weg in meine Träume. Als ich aufwachte, fühlte ich mich zwar innerlich etwas aufgewühlt, doch bald darauf wurde mein Geist wieder klar. Ich dachte: „Ich werde mein wahres Selbst sein, das mein Leben bestimmt. Nichts kann mich erschüttern oder beeinflussen.“

Ich dachte auch: „Ich kann niemals wissen, wie viel Schlechtes der Meister für mich beseitigt hat und wie viele karmische Schulden er für mich getragen hat. Über unzählige Leben hinweg habe ich immense karmische Schulden angehäuft. Wenn es nicht die grenzenlose Barmherzigkeit des Meisters gäbe, hätte ich mich in diesem Leben niemals von diesen Schulden befreien können.“ 

So gab mir Dafa Kraft und Weisheit und ich spürte, wie ich größer und stärker wurde. Danach wurde ich meinem Mann gegenüber fürsorglicher. Nachdem ich zum Beispiel das Frühstück vorbereitet hatte, klopfte ich leise an seine Schlafzimmertür und sagte: „Ich habe Frühstück gemacht, du kannst dir etwas nehmen, wenn du aufstehst.“ Zur Mittagszeit rief ich ihn an und fragte, ob er mit mir zu Mittag essen wolle.

Wenn wir zusammen zu Mittag aßen, sprach ich immer darüber, wie ich unsere Kinder erziehen würde und wie gut sie in der Schule seien, weil ich wusste, dass sie ihm sehr wichtig sind. Er hörte mir zu und lachte manchmal. Dann sagte ich: „Lass dir Zeit, ich muss jetzt gehen.“ Er nickte mit dem Kopf, alles verlief ruhig.

Eines Nachmittags kam er in mein Büro. Während ich einige Dokumente ordnete, begann er darüber zu sprechen, wie viel er für die Familie getan habe und dass ich ihn enttäuscht hätte. Er sagte, er wolle sich scheiden lassen. Diesmal gab ich nicht nach und sagte ruhig und bestimmt zu ihm: „Alles, was du gesagt hast, ist aus deiner Perspektive. Es stimmt, dass ich nicht so viel Geld verdiene, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht genauso viel für die Familie getan habe. Über die Jahre hinweg habe ich alles gegeben, indem ich mich um unsere Kinder gekümmert habe.

Als wir geheiratet haben, habe ich dich nicht um eine Mitgift gebeten. Als wir unser Haus gekauft haben, habe ich 100.000 Yuan für die Anzahlung gegeben. Das war direkt nach meinem Abschluss und es waren all meine Ersparnisse zu dieser Zeit. Als wir später das Auto gekauft haben, habe ich dir wieder alles gegeben, was ich für die Anzahlung hatte. Ich bin eine Dafa-Praktizierende und lege auf solche Dinge eigentlich keinen Wert. Aber unsere Kinder sind noch nicht erwachsen und es ist meine Verantwortung, sie zu schützen. Ich werde mich nicht scheiden lassen – zumindest nicht, bevor sie erwachsen sind.“

Nachdem ich das gesagt hatte, arbeitete ich weiter. In diesem Moment spürte ich wirklich, dass ich meine menschlichen Gefühle losgelassen hatte und keinerlei Groll mehr empfand. Es war ein so angenehmes Gefühl von völliger Ruhe und innerem Frieden. Mein Mann schwieg lange, dann sagte er leise: „Ich hole heute Nachmittag unseren Sohn ab und du kannst unsere Tochter abholen.“ – „Gut, kein Problem. Ich werde sie abholen“, versicherte ich ihm.

Auf dem Weg, meine Tochter abzuholen, tat mir mein Mann plötzlich sehr leid. Dieses Gefühl der Barmherzigkeit ermutigte mich, wirklich gütig zu ihm zu sein, denn sein wahres Selbst bat vielleicht um meine Hilfe. Die verdorbene Menschenwelt hatte ihn zu dem gemacht, was er heute ist: Er kann keine wahre Freude und Herzlichkeit zwischen Menschen genießen, weil er an seinen Anhaftungen an Ruhm und Gewinn hängt. Ich empfand unendliches Mitgefühl für ihn und die Tränen liefen unaufhörlich über mein Gesicht, während ich mir „Wenn Dafa sich weit verbreitet, werden alle Dinge erneuert“ anhörte.

Während ich mich weiter kultiviere und mich berichtige, verstehe ich schließlich, wie ich meinem Mann begegnen sollte – ich sollte ihn aufrichtig respektieren. Jeder von uns ist ein einzigartiges individuelles Leben und ich sollte ihn mit Wertschätzung und Würde respektieren, während ich die edlen Eigenschaften einer Falun-Dafa-Praktizierenden zum Ausdruck bringe. Wenn ich das tue, werde ich auch den Respekt anderer gewinnen.

Dies sind meine derzeitigen Erkenntnisse. Bitte weist mich gütig auf alles Unangemessene hin.