(Minghui.org) Vor Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 begann ich bereits zusammen mit meiner Familie, Falun Dafa zu praktizieren. Damals war ich noch Studentin. Mein Fokus lag hauptsächlich auf meinem Studium und ich war nicht fleißig in der Kultivierung. Nach meinem Universitätsabschluss ging ich nach Südkorea, um dort zu arbeiten.
Im Jahr 2010 wurde meine Mutter von der Kommunistischen Partei Chinas verfolgt. Mein Vater, der immer sehr gesund gewesen war, erkrankte plötzlich schwer. Zusammen mit einer Reihe weiterer Probleme war die Flut des Leids in diesem kurzen Monat etwas, das ich nicht ertragen konnte. Ich hatte den Gedanken, meinem Leben ein Ende zu setzen, um all dem zu entfliehen. Zwar wusste ich, dass dies eine familiäre Prüfung war, aber da mein Kultivierungszustand nicht gefestigt und mein Fa-Lernen nicht gut war, konnte ich diese Prüfung nicht durchbrechen. Ich hatte sogar den Gedanken: „Es ist so schmerzhaft, was bringt es dann, sich zu kultivieren?“ Und so hörte ich mit dem Praktizieren auf.
Auf dem Rückweg von einer Auslandsreise im Jahr 2018 geriet mein Flugzeug in einen Taifun und wurde heftig durchgeschüttelt. Da bat ich Meister Li, mein Leben zu retten: „Wenn ich sicher nach Hause komme, werde ich auf jeden Fall das Zhuan Falun lesen.“ Nach meiner Rückkehr wollte ich mein Versprechen einhalten, doch immer, wenn ich das Zhuan Falun zur Hand nahm, wurde ich durch einen Anruf oder eine andere Angelegenheit unterbrochen. Ich hatte immer vor, das Buch zu lesen und die Übungen zu machen, aber irgendwie gelang es mir nie. So verzögerte sich die Sache um ein weiteres Jahr. Dann, im Jahr 2020, brach die COVID-19-Pandemie aus, und ich blieb zu Hause.
Das Virus breitete sich in Südkorea rasch aus und viele Menschen starben. Ich lebte in dieser Zeit bei meiner Mutter. Ich hatte Angst, nach draußen zu gehen, aber meine Mutter ging täglich hinaus, um die Menschen über die wahren Umstände zu informieren. Dabei trug sie lediglich eine Einwegmaske. Zu sehen, wie leichtsinnig sie mit der Sicherheit umging, machte mich wütend; ich war zornig und hatte Angst. Egal, wie sehr ich mit ihr stritt, ich konnte sie nicht davon abhalten hinauszugehen. Ich dachte: „Wenn sie so weitermacht und sich mit dem Virus ansteckt, werde ich dann nicht auch infiziert? Wir könnten beide sterben. In diesem Fall werde ich auch keine Maske tragen. Ich werde wie sie einfach nur die Dafa-Übungen machen.“
Aus dieser Angst heraus und in dem Wunsch, mein Leben zu retten, begann ich heimlich, zu Hause die Dafa-Übungen zu machen. Da ich die Übungen seit zehn Jahren nicht mehr gemacht hatte, taten mir die Beine bei der Sitzmeditation furchtbar weh. Der Minutenzeiger der Uhr schien sich erst nach einer gefühlten Ewigkeit zu bewegen. Ich dachte: „Als ich jung war, konnte ich eine Stunde lang in der vollen Lotusposition sitzen. Ich weigere mich zu glauben, dass ich das jetzt nicht mehr kann.“ Mit diesem Stolz ertrug ich die Schmerzen und beendete die Meditation, während mir die Tränen übers Gesicht liefen.
So verliefen der erste und der zweite Tag. Als der Schmerz unerträglich wurde, wiederholte ich immer wieder: „Ich werde niemals aufgeben. Meister, bitte stärken Sie mich. Ich muss bis zum Ende durchhalten!“ Am dritten Tag, kurz nachdem ich meine Beine gekreuzt hatte, setzten die Schmerzen wieder ein. Nach etwa zehn Minuten hielt ich es nicht mehr aus und nahm meine Beine herunter. Doch da kam mir ein Gedanke: „Wenn ich heute so aufgebe, könnte das Sitzen in der vollen Lotusposition zu einem unüberwindbaren Berg werden, den ich erklimmen muss.“
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und begann erneut mit der Meditation. Kaum hatte ich die Beine übereinandergeschlagen, kehrte der Schmerz zurück. Tränen liefen mir über das Gesicht und ich begann unkontrolliert zu weinen. Ich versuchte, mit dem Weinen aufzuhören, konnte es aber nicht, da der Schmerz unerträglich war. Innerlich hatte ich nur einen Gedanken: „Ich muss diese Prüfung heute bestehen!“
In Gedanken rezitierte ich immer wieder das Fa:
„Wenn es schwer zu ertragen ist, versuch doch mal, es zu ertragen. Wenn es unmöglich erscheint oder man glaubt, dass es nur schwer möglich ist, versuch es mal und schau, ob es tatsächlich unmöglich ist oder nicht.“ (Zhuan Falun, 2019, Seite 480)
Ich bat den Meister auch, mir Kraft zu geben. Auf diese Weise schaffte ich es schließlich, die Meditation zu Ende zu bringen. Ich hatte meine ganze Kraft aufgebracht, um den Schmerz zu ertragen, und sank danach vor völliger Erschöpfung zur Seite.
Nachdem ich über einen Monat lang starke Schmerzen ertragen hatte, taten mir die Beine nicht mehr so weh und ich dachte, ich hätte die Prüfung bestanden. Doch auch später gab es noch Momente, in denen die Schmerzen schwer zu ertragen waren, wenn auch nicht mehr so schlimm wie zu Anfang.
Nachdem ich eines Morgens auf einem Gruppenübungsplatz die Übungen praktiziert hatte, lud mich ein Mitglied der Tian Guo Marching Band ein mitzumachen. Ich besaß absolut kein musikalisches Talent. Nicht nur, dass ich nicht singen konnte, sondern ich hatte Musik auch schon in der Schule gehasst. Der Musikunterricht war mir wie eine endlose Qual vorgekommen.
Musik und ich waren wie zwei parallele Linien, die sich niemals kreuzen würden. Außerdem handelte es sich bei den Instrumenten der Band um Blasinstrumente. Da ich nicht einmal richtig singen konnte, wie hätte ich da ein Instrument spielen sollen? Das schien mir unmöglich, deshalb lehnte ich ab.
Ein paar Tage später sprach der Praktizierende das Thema auf dem Übungsplatz erneut an. Wieder sagte ich, ich hätte kein musikalisches Talent. Aber dieser Praktizierende gab nicht auf und bat sogar einen anderen Praktizierenden, mir die Sache schmackhaft zu machen. Da kam mir meine pauschale Ablehnung plötzlich unangemessen vor. Ich dachte: „Ich bin ja keine Berühmtheit. Dreimal hintereinander abzulehnen, wäre sehr unhöflich.“ Und so sagte ich, ich würde zur Bandprobe gehen, um mir das Ganze einmal anzusehen.
Die Band traf sich sonntags zum gemeinsamen Fa-Lernen und Proben. Nach dem Fa-Lernen stellte mir die Koordinatorin die Instrumente vor. Ich sah sie mir an und dachte: „Die Snare Drum muss ständig gespielt werden und scheint anstrengend zu sein. Die Becken sind schwer und umständlich zu halten. Die Holzblasinstrumente haben zu viele Klappen. Die Blechblasinstrumente sind schwer zu tragen und müssen kräftig geblasen werden.“ Keines der Instrumente sah einfach aus.
Ich war mir sicher, dass ich das nicht schaffen würde, und so sagte ich der Koordinatorin, dass ich es nicht könne, und ging zur Tür. Eine Teilnehmerin, die Waldhorn spielte, nahm mich beiseite und bat mich, mich hinzusetzen. Sie reichte mir das Waldhorn und riet mir zu versuchen, darauf zu blasen. Ich hatte so ein Instrument noch nie zuvor gesehen. Ich hielt es in meinen Armen, es war nicht gerade leicht. Aber als ich den hoffnungsvollen Blick in ihren Augen sah, versuchte ich es. Sofort kam ein Ton heraus. Ihre Augen leuchteten auf. Sie applaudierte und sagte, der Ton, den ich erzeugt hätte, sei stabil und voll. Es war mir zu peinlich zu gehen und so setzte ich mich hin und hörte der Band bei der Probe zu.
Als sie begannen, klangen die tiefen Schläge der Basstrommel neben mir unglaublich schön. Mit jedem Schlag hatte ich das Gefühl, als würden schädliche Stoffe in meinem Körper vertrieben. Nachdem ich mir die zweistündige Probe angehört hatte, fühlte ich mich körperlich zutiefst gereinigt.
Auf dem Heimweg fühlte ich mich leicht und fröhlich, als würde ich mit dem Wind gehen. Dieses Gefühl war unbeschreiblich, ein unvergessliches Erlebnis. Von da an fühlte sich mein Körper jedes Mal, wenn ich von der Probe nach Hause kam, leicht und wohl an. Am nächsten Tag bei der Arbeit war ich nicht müde, sondern voller Energie.
Von dieser Erfahrung erzählte ich einer anderen Praktizierenden. Sie sagte: „Du bist eine neue Praktizierende. Du hast das Fa noch nicht einmal gründlich gelernt, gehst aber schon hinaus, um andere Dinge zu tun. Du solltest besser zu Hause bleiben und zuerst das Fa sorgfältig lernen.
Was sie sagte, leuchtete mir ein. Die Arbeit war stressig und Überstunden waren an der Tagesordnung. Allein die drei Dinge ließen mir schon kaum Zeit. Ich dachte, ich sollte mich mehr auf das Fa-Lernen konzentrieren. Außerdem wusste ich gar nicht, ob ich das Waldhorn überhaupt lernen könnte. Und so wandte ich mich an den Bandleiter und erklärte ihm, warum ich zögerte mitzumachen. Er meinte jedoch: „Junge Leute lernen schnell, ein Instrument zu spielen. Habe Vertrauen in dich selbst. Die Band ist ein wichtiges Dafa-Projekt und das Erlernen eines Instruments wird dich in nichts behindern.“ Als er sah, dass ich weiter zögerte, ermutigte er mich, einfach vorbeizukommen und jeden Tag ein wenig zu üben. So trat ich der Band bei und begann, das Spielen zu lernen.
Auf der Website von Shen Yun Creations entdeckte ich die Waldhornkonzerte und erkannte, wie wunderschön der Klang des Waldhorns ist – elegant, bescheiden und harmonisch. Sein Aussehen gleicht einer wunderbaren, würdevollen Krone. Nachdem ich eine Weile gelernt hatte, darauf zu spielen, empfand ich es als ein heiliges Instrument aus dem Himmel. Ich begann es so sehr zu schätzen, dass ich es sogar mit zur Arbeit nehmen wollte und es beim Schlafen an meiner Seite behielt. Es hatte mich völlig in seinen Bann gezogen. Nun spiele ich das Waldhorn schon seit drei Jahren und schätze es immer noch genauso sehr wie am ersten Tag.
Ich hatte kein musikalisches Talent und musste härter proben als die anderen, daher wagte ich nicht nachzulassen. Egal bei welchem Wetter, ich ging nach der Arbeit zum Üben. Selbst nach dem gemeinsamen Fa-Lernen am Donnerstag übte ich noch eine Weile Waldhorn. In der Hochsaison in meiner Firma machte ich fast jeden Tag Überstunden. Drei oder vier Monate im Jahr arbeitete ich bis 23 Uhr und in drei weiteren Monaten bis 21 Uhr. Wenn ich nach 23 Uhr Feierabend hatte, war ich traurig, weil ich nicht mehr Waldhorn üben konnte.
Die Mitgliedschaft in der Band hatte keinen Einfluss auf meine Arbeit, da ich meine Aufgaben so effizient wie möglich erledigte. Ich machte selten Fehler und erhielt Lob von meinen Vorgesetzten und Kollegen. Mein Chef war sehr zufrieden mit meiner Arbeit und lobte mich oft.
In unserem Unternehmen endet die Arbeit normalerweise um 19 Uhr, daher kam ich 40 Minuten später zur Probe. Um Zeit zu sparen, aß ich unterwegs gedämpfte Brötchen oder Teigtaschen oder, wenn ich dort angekommen war, Instant-Nudeln. Zuerst übte ich Waldhorn, nahm dann eine Stunde lang am Online-Fa-Lernen teil und übte nach dem Fa-Lernen weiter bis kurz vor Mitternacht.
In Korea ist die Zeit für das Aussenden der aufrichtigen Gedanken um 00.55 Uhr. Danach ging ich dann schlafen. Damit war auch mein langjähriges Problem gelöst, nicht mehr aufzuwachen, um aufrichtige Gedanken auszusenden. Wenn ich früh am Morgen aufwachte, machte ich alle fünf Übungen. Wenn ich spät aufwachte, machte ich die Sitzmeditation vor der Arbeit und fand in den Pausen Zeit, die erste, dritte und vierte Übung zu machen. Wenn ich unter der Woche Übungen verpasste, holte ich sie am Wochenende nach. An Wochenenden ging ich nachmittags zur Probe und blieb dort bis nach 22 Uhr. Jeder Tag war sehr ausgefüllt und voller Freude.
Ich konnte so spät noch üben, weil mein Zuhause sowohl in der Nähe meiner Firma als auch des Probenortes lag. Wäre einer der beiden Orte weiter entfernt gewesen, hätte ich das Waldhornspielen vielleicht nicht lernen können. All dies wurde vom Meister so arrangiert, dass ich es unter den besten Bedingungen gut erlernen konnte. Ich wurde mir noch sicherer, dass der Beitritt zur Tian Guo Marching Band ein für mich arrangierter Kultivierungsweg war. Danke, Meister!
Am Anfang brachten mir Mitpraktizierende bei, wie man das Waldhorn spielt. Zuerst lernte ich alle Noten, dann begann ich, Dafa-Stücke zu üben. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass meine Grundlagen schwach waren und ich einen Punkt erreicht hatte, an dem ich mich nicht mehr verbessern konnte. Deshalb suchte ich mir einen privaten Waldhornlehrer und begann, Unterricht zu nehmen. Da der Lehrer oft Auftritte hatte und ich arbeiten musste, konnte ich nur in der Nebensaison Unterricht nehmen. Zunächst war das einmal alle ein bis zwei Wochen, später einmal alle zwei bis drei Wochen. Auf diese Weise lernte ich etwa zwei Jahre lang bei dem Lehrer. Seit ich umgezogen bin, kann ich nur noch gelegentlich zum Unterricht gehen.
Zu dieser Zeit hatte ich Schmerzen in meiner rechten Schulter. Und da die U-Bahn-Station etwas weit vom Übungsraum des Lehrers entfernt war, war es schwierig, mein schweres Horn zu tragen. Aber selbst, wenn ich mit dem schweren Instrument ging, freute ich mich jedes Mal auf den Unterricht. Ich kam immer mit vielen Gewinnen zurück und wurde nie müde davon.
Sechs Monate später zog der Lehrer um. Der neue Proberaum war besser und viel größer. Einige Monate später zog er dann in einen frisch renovierten Raum um, der noch etwas größer war. Im Rückblick wurde mir klar, dass die verbesserten Bedingungen der Proberäume nicht nur mein Spielniveau widerspiegelten, sondern auch den Zustand meines eigenen Raumfeldes.
Im Unterricht konnte ich zwar meistens verstehen, was der Lehrer erklärte, aber wenn ich versuchte, es in die Praxis umzusetzen, war das extrem schwierig. Außerdem klangen die Töne gut, wenn ich alleine im Proberaum spielte, aber sobald ich beim Lehrer zu Hause war, kam oft kaum ein Ton heraus oder es klang verstimmt. Besonders beim Spielen der Dafa-Musikstücke waren meine Gedanken, meine Hände, meine Atmung und meine Zunge völlig aus dem Takt. Sobald ich einen Fehler korrigierte, tauchte ein anderer auf.
Ich war frustriert und schämte mich. Ich hatte das Gefühl, der schlechteste Schüler zu sein, den der Lehrer je unterrichtet hatte. Während ich das Waldhorn lernte, legte ich auch mein Ego ab; mein Bedürfnis, mein Gesicht zu wahren; meine Prahlerei, gut spielen zu wollen, um Lob zu erhalten; und meine Scham, wenn mir eine Note nicht gelang. Außerdem schaffte ich es, mein Streben nach sofortigem Erfolg sowie Gefühle wie Frustration, Enttäuschung, Mängel und Scham abzulegen.
Der Lehrer sagte einmal: „Die meisten Schüler schaffen es schon nach ein paar Unterrichtsstunden, den Ton zu treffen. Warum schaffst du es nicht? Vielleicht weiß ich einfach nicht, wie man das richtig vermittelt. Die Kompetenz eines Lehrers zeigt sich darin, dass er es schafft, den Leuten etwas verständlich zu machen.“ Als ich das hörte, fühlte ich mich schuldig und war sogar ein wenig verärgert über mich selbst, weil ich darin so schlecht war.
Als ich einmal einfach nicht richtig spielen konnte, egal was ich tat, blickte der Lehrer plötzlich zur Decke und fragte: „Stört dich irgendetwas?“ Mir wurde klar, dass ich beim Waldhorn-Unterricht mit zwei großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die eine war mein extrem schlechtes musikalisches Gehör. Die andere war, dass ich in Gedanken ständig abgelenkt war, was dazu führte, dass ich beim Notenlesen sehr langsam reagierte. Meine Finger, meine Zungenführung, meine Bindebögen und meine Atmung ließen sich nicht koordinieren. Trotzdem dachte ich nicht ein einziges Mal daran aufzugeben.
In den zehn Jahren, in denen ich die Kultivierung aufgab, hatte ich gelegentlich Dafa-Bücher gelesen. Immer, wenn ich eine Stunde lang las, wurde mein Kopf sofort klar. Doch dieses Mal, als ich entschlossen war, mich erneut zu kultivieren, schien mein Gedankenkarma alle Kräfte zu mobilisieren und Widerstand zu leisten. Es führte dazu, dass mein Hauptbewusstsein ständig nicht wachsam bleiben konnte, sodass mir den ganzen Tag über schwindelig war. Ich versuchte, diese Gedanken zu beseitigen, indem ich sie gewaltsam zurückwies, aber es fühlte sich an, als würde der Druck in meinem Kopf zunehmen. Es tauchten immer wieder seltsame Gedanken auf. Ich wusste ganz genau, dass sie nicht meine eigenen Gedanken waren.
Beim Fa-Lernen wurde ich oft schläfrig oder meine Gedanken schweiften ab, sodass ich den Inhalt nicht wirklich aufnehmen konnte. Bei den Übungen kamen mir ständig ablenkende Gedanken in den Sinn. Manchmal wurde es so schlimm, dass ich nicht einmal mehr die Übungsmusik hören konnte. Diese Probleme bereiteten mir große Sorgen. Ich fragte mich: „Wie kann ich dieses Gedankenkarma beseitigen? Wann werde ich endlich wirklich zur Ruhe kommen?“
Während ich mir über diese Dinge den Kopf zerbrach, kam mir plötzlich der Gedanke, das Fa auswendig zu lernen. Nur wenige Tage später fragte mich ein Praktizierender, ob ich das Fa gemeinsam online auswendig lernen wolle. Ich war überglücklich. Der Meister wusste, dass ich das Fa auswendig lernen wollte, und sorgte dafür, dass Mitpraktizierende es gemeinsam mit mir taten. Ich hatte zuvor schon versucht, das Fa auswendig zu lernen, aber nie durchgehalten. Nach ein paar Tagen gab ich immer wieder auf. Dieses Mal, in einer Gruppe mit Praktizierenden, die sich gegenseitig ermutigten, gelang es mir endlich, das Zhuan Falun auswendig zu lernen. Wir brauchten dafür anderthalb Jahre. Wir legten keinen Wert auf Schnelligkeit, sondern konzentrierten uns einfach darauf, das Fa auswendig zu lernen.
In unserer Gruppe war eine koreanische Praktizierende. Sie las zwar langsamer und ihre Aussprache war nicht perfekt, aber sie las jedes Wort mit großer Sorgfalt vor, was mir sehr half. Im Laufe der Zeit verbesserte sich ihre chinesische Aussprache erheblich.
Manchmal konnte ich wegen Überstunden bei der Arbeit oder aus anderen Gründen nicht teilnehmen, daher holte ich die versäumten Teile am Wochenende nach. Während ich weiter auswendig lernte, ließ mein Gedankenkarma allmählich nach und mein Kopf wurde wieder klar.
Eines Tages, nach dem Üben, füllte sich mein Kopf, sobald ich mich hinlegte, plötzlich mit den Geräuschen vieler Menschen, wie auf einem lauten Marktplatz. Ich hatte ein wenig Angst. Ich setzte meine stärksten aufrichtigen Gedanken ein, um es abzuwehren und zu beseitigen, doch es zeigte keine Wirkung. Dann rezitierte ich mit ganzer Kraft in Gedanken Wort für Wort:
„Das Fa berichtigt das Universum, das Böse vollständig vernichtet“ (Zwei Handgesten zum Aussenden der aufrichtigen Gedanken, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)
Ich bat den Meister auch, mich zu stärken. Innerhalb weniger Sekunden wurde es plötzlich still. Dann schlief ich ein oder verlor vielleicht das Bewusstsein. Als ich am nächsten Tag aufwachte, war mein Kopf viel klarer.
Das Fa auswendig lernen, Gedankenkarma mit aufrichtigen Gedanken abwehren, bei auftretenden Problemen in mich hineinhören, um meine Anhaftungen zu beseitigen, und das Instrument üben, um meine Konzentration und mein Hauptbewusstsein zu stärken – durch diese tägliche Kultivierungsroutine wurde ich geistig allmählich klarer.
Wenn ich jetzt das Fa lerne, werde ich nicht mehr müde. Wann immer meine Gedanken abschweifen, kann ich mich schnell wieder konzentrieren. Beim Üben spüre ich, dass die Kraft des Gedankenkarmas stark nachgelassen hat. Ich muss meine Konzentration nicht mehr so sehr erzwingen, dass der Druck in meinem Kopf steigt. Mit einem klareren Kopf kann ich auch besser mit dem mithalten, was mir der Lehrer auf dem Waldhorn beibringt. Wir verbessern uns beide gemeinsam.
Während der Proben in den einzelnen Gruppen gab es keine größeren Probleme, daher dachte ich, dass das Spielen im gesamten Orchester lediglich bedeute, dem Rhythmus zu folgen und meinen eigenen Part zu spielen. Doch sobald die Probe mit dem gesamten Orchester begann, ging mein Klang in den Klängen der anderen Instrumente unter und ich konnte mich selbst nicht mehr hören. Was sollte ich tun? In meiner nächsten Unterrichtsstunde sprach ich den Lehrer darauf an. Er sagte: „Deine Tian Guo Marching Band spielt Ensemblemusik, daher musst du die Harmonie üben.“
Die Harmonieübung war einfach: Der Lehrer und ich begannen gemeinsam, denselben Ton zu spielen, dann wechselte er mitten im Stück den Ton. Ich dachte, das wäre leicht. Doch sobald der Lehrer den Ton wechselte, verschob sich mein Ton sofort. Das war mir ziemlich peinlich. Der Lehrer sagte mir, ich solle mich konzentrieren und den Ton, den ich spielen würde, halten. Nach ein paar Mal Üben verbesserte sich meine Technik deutlich. Das Üben der Harmonie und das Spielen in der ganzen Band halfen mir, mein Hauptbewusstsein zu stärken und Gedankenkarma zu beseitigen.
Während einer Probe bat der Bandleiter die Klarinettengruppe, einen Abschnitt aus „Triumphale Rückkehr“ zu spielen. Während ich zuhörte, sah ich vor meinem inneren Auge ein junges Mädchen mit einem gelassenen Gesichtsausdruck, das langsam durch ein Blumenfeld lief. Ihr langes Haar wehte im Wind, während sie gelegentlich lächelnd zurückblickte. Ihre Unschuld vermittelte mir ein sehr angenehmes Gefühl. In diesem Moment wurde mir klar, dass dies das Gefühl war, das die Musik von „Triumphale Rückkehr“ vermittelte. Ich hatte immer gedacht, sie würde nur siegreiche Begeisterung und wogende Energie darstellen.
Ein anderes Mal bat ich meinen Lehrer, „Falun Dafa ist gut“ zu spielen. Die Melodie, die er spielte, war so fröhlich und erhebend. Ich spürte, dass die Botschaft der Musik lautete: „Mit dem gütigsten und aufrichtigsten Herzen sage ich dir aus tiefstem Herzen: Falun Dafa ist gut! Falun Dafa ist wirklich sehr gut!“ Ich war tief bewegt. Das ist also, was das Stück wirklich ausdrückt!
Sieben Monate, nachdem ich angefangen hatte, Waldhorn zu lernen, bestand ich die Prüfung und begann, an Paraden und Veranstaltungen mit der Tian Guo Marching Band teilzunehmen. Bei meinem ersten Auftritt traten viele Probleme auf. Während ich marschierte und gleichzeitig spielte, konnte ich meine Atmung nicht gut kontrollieren und musste häufig Luft holen. Außerdem verschob sich das Mundstück beim Gehen ständig, sodass die Luft nicht richtig ins Horn gelangte und ich keine präzisen Töne spielen konnte. Ich war sehr beunruhigt. Auch nach mehreren Veranstaltungen blieben die Probleme bestehen. Ich dachte: „Das muss ich verbessern.“ Also übte ich das Spielen bei gleichzeitigem Gehen, um das Atmen zu trainieren und das Mundstück fest an meinen Lippen zu halten.
Ein Praktizierender rief mich an und sagte: „Du spielst nicht gut. Hör auf zu spielen. Die Leute sagen, du spielst falsch. Du solltest die Tian Guo Marching Band verlassen. Du beeinträchtigst die Gesamtleistung und störst.“ Ich antwortete: „Ich werde die Blaskapelle nicht verlassen. Das Waldhorn ist ein heiliges Instrument, das vom Himmel gesandt wurde. Das hat der Meister für mich so arrangiert.“
Als der Praktizierende diese Worte zu mir sagte, war ich ein wenig verärgert. Es kamen Groll, Eifersucht und Konkurrenzdenken in mir auf. Aber ich wusste, dass der Praktizierende Recht hatte. Es waren tatsächlich meine eigenen Unzulänglichkeiten und ich konnte anderen keinen Vorwurf dafür machen. Doch ich ließ mich davon nicht entmutigen. Ich bat den Meister, mich zu stärken, und war entschlossen, das Waldhorn gut zu spielen. Auch wenn ich langsam lerne, besitze ich Ausdauer, habe aufrichtige Gedanken und bin entschlossen, alle Schwierigkeiten zu überwinden. Außerdem habe ich die Stärkung durch den Meister und das allmächtige Dafa, das Weisheit eröffnet. Was gibt es da zu fürchten?
Während einer Veranstaltung auf der Insel Jeju im Jahr 2024 saß ein Praktizierender aus meiner Gruppe neben mir. Ich erwähnte, dass sich meine Probleme mit der Atmung und dem Mundstück nur sehr langsam bessern würden. Der Praktizierende riet mir, meinen Schwerpunkt zu senken, den Oberkörper nicht schwanken zu lassen und so zu gehen, als würde ich gleiten. Nach meiner Rückkehr nach Seoul übte ich, auf diese Weise zu gehen, und passte meinen Schritt und meine Haltung nach und nach an. Meine Atmung verbesserte sich und das Mundstück blieb an meinen Lippen.
Während ich diesen Erfahrungsbericht schreibe und auf meinen Weg der Kultivierung zurückblicke, wird mir bewusst, dass jeder meiner Schritte untrennbar mit der barmherzigen Stärkung und den sorgfältigen Arrangements des Meisters verbunden war. Danke, Meister, dass Sie mich, einen Menschen voller Karma, gerettet haben.
Das Obige beschreibt meinen Kultivierungsprozess und meine Entwicklung in der Tian Guo Marching Band. Sollte etwas nicht im Einklang mit dem Fa sein, bitte ich euch, mich darauf hinzuweisen.