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„Gerissenheit“ loslassen und sich solide weiterentwickeln

27. März 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden außerhalb von China

(Minghui.org) Auf Anregung meiner Mutter begann ich 1998, Falun Dafa zu praktizieren. Ich ging damals zur Oberschule und die anderen Praktizierenden betrachteten mich als „junge Dafa-Schülerin“.

Da ich sehr viel für die Schule zu tun hatte, machte ich die Übungen nur gelegentlich mit meiner Mutter und las das Zhuan Falun, wenn ich Zeit hatte. Mein Verständnis der Fa-Prinzipien war ziemlich oberflächlich.

Nach Juli 1999, als die Verfolgung begann, gaben die meisten jungen Praktizierenden in meinem Alter in unserer Gegend das Praktizieren auf. Dank der anhaltenden Ermutigung meiner Mutter praktizierte ich weiter. Wenn ich Zeit hatte, half ich ihr beim Drucken von Informationsmaterialien, um die wahren Umstände zu erklären sowie beim Aufhängen von Flyern und so weiter. Ich ging auch mit meiner Mutter zum gemeinsamen Fa-Lernen und sandte aufrichtige Gedanken aus, während andere Praktizierende den Menschen persönlich die wahren Begebenheiten erklärten.

Mitpraktizierende lobten mich oft und sagten: „Es ist toll, dass du immer noch praktizierst! Wenn nur mein eigenes Kind so sein könnte wie du.“

Aufgrund dieser positiven Rückmeldungen und Komplimente wurde ich in Bezug auf die Kultivierung etwas selbstgefällig und hatte das Gefühl, dass ich, auch wenn ich nicht besonders fleißig war, mich dennoch kultivierte. Nach den Worten meiner Mutter könnte man sagen, ich hätte „den Fortschritt der Fa-Berichtigung eingeholt“. Sie wollte mich damit motivieren, damit ich nicht zurückfiel, aber stattdessen wurde ich selbstzufrieden.

Als ich China verließ, konnte ich mich im Einklang mit anderen Praktizierenden kultivieren. Später begann auch mein Mann zu praktizieren. Ermutigt durch seine Begeisterung als Neuling schien unsere Kultivierung gut zu verlaufen und wir taten auch die drei Dinge, die Praktizierende tun sollten.

Ich spürte, dass sich meine Kultivierung durch Prüfungen und das Loslassen menschlicher Anhaftungen verbesserte. Oberflächlich betrachtet war ich recht fleißig. Doch dann begannen meine anhaltenden Probleme, die darauf zurückzuführen waren, dass ich mich lange Zeit nicht solide kultiviert hatte, an die Oberfläche zu kommen.

Ich schien immer wieder wegen derselben Dinge geprüft zu werden. Auch mein Zustand beim Praktizieren der Übungen und beim Aussenden aufrichtiger Gedanken war nicht gut und ich hatte Schwierigkeiten, einen Durchbruch zu erzielen. Insbesondere wenn ich mich mit anderen fleißigen Praktizierenden austauschte, hatte ich immer das Gefühl, dass ich mich irgendwie von ihnen unterschied, aber ich konnte nicht erkennen, worin die Unterschiede bestanden.

Ein Hinweis

Als ich einmal um Mitternacht aufrichtige Gedanken aussandte, bat ich den Meister um einen Hinweis auf meine grundlegende Anhaftung.

In dieser Nacht hatte ich einen Traum. Es war während der Zeit der Republik China; ich war der Anführer einer Gruppe von Straßenkindern im Alter von etwa 14 oder 15 Jahren. Da ich es in der Stadt langweilig fand, sagte ich, wir sollten die Stadt verlassen, um Spaß zu haben.

Ein alter Mann sagte zu uns: „Das dürft ihr nicht tun. Da draußen herrscht Chaos. Wenn ihr geht, könnte es euch das Leben kosten.“ Ich widersprach seiner Warnung nicht, dachte mir aber: „Du willst nicht, dass ich gehe, aber ich werde es trotzdem tun. Ich höre dir überhaupt nicht zu.“

Ich schlich mich mit einem Jungen in die Kaserne der japanischen Armee und stahl zwei Uniformen. Der Junge war mutig. Er kletterte in einen Lastwagen, setzte sich vorne drauf und tat so, als würde er Befehle erteilen: „Du, geh da rauf! Du, komm her!“ Ich stand nur da und sah ihm zu. Als ich aufwachte, hörte ich ein Wort in meinem Ohr: „Gerissenheit!“

Ich konnte damals nicht herausfinden, was es bedeutete. Erst vor Kurzem begann ich, den Hinweis des Meisters zu verstehen. Das Konzept, „gerissen“ zu sein, verkörpert eine Ansammlung von Anschauungen und negativen Eigenschaften aus dem alten Universum, wie hinterhältig und betrügerisch zu sein, um sich aus Angst durchs Mitläufertum zu schützen. Es ist ein falsches Selbst, das meine Kultivierung auf vielfältige Weise behindern kann. Manchmal ist es tief verborgen, sodass meine Kultivierung oberflächlich und ohne solide Substanz bleibt, worüber ich mir nicht einmal bewusst bin.

Um beispielsweise Nachsicht zu kultivieren, bemühte ich mich, ruhig zu bleiben, und achtete darauf, meine Worte zu zügeln. Auch wenn ich nicht behaupten kann, jedes Mal meine Xinxing bewahrt zu haben, versuchte ich stets, es so gut wie möglich zu machen.

In diesem Jahr verrichtete ich Gelegenheitsarbeiten in einem Hotel und wurde zum ersten Mal mit Mobbing am Arbeitsplatz konfrontiert. Ich wusste, es war eine Prüfung, deshalb nahm ich mir vor, meine Xinxing zu bewahren, um die friedliche Güte eines Dafa-Praktizierenden zu zeigen, damit ich meinen Kollegen, die alle wussten, dass ich eine Dafa-Praktizierende bin, besser die wahren Umstände über Falun Dafa erklären konnte.

Egal, wie beleidigend meine Kollegin mich behandelte – sie schrie mich an, knallte das Rechnungsbuch auf den Tisch und hackte ohne Grund auf mir herum –, ich behielt mein Lächeln bei, blieb ruhig und arbeitete noch fleißiger. Manchmal spürte ich deutlich, dass die negativen Wesen hinter ihr immer verzweifelter und hilfloser wurden.

Die Prüfung dauerte etwa zwei Monate, bis sie sich allmählich zu verändern begann und aufhörte, mich zu schikanieren. Später, als ich hinausging, um etwas zu essen zu kaufen, sagte sie: „Schwester, draußen ist es kalt. Hier, zieh meinen Mantel an.“ Es war wirklich eine wundersame Wende. Ich hätte die Situation nicht so bewältigen können, wenn ich keine Dafa-Praktizierende gewesen wäre.

Ich hatte das Gefühl, dass ich große Fortschritte beim Kultivieren der Nachsicht gemacht hatte – bis ich auf einen weiteren Vorfall stieß, der mir half, mein verborgenes Problem der ‚Gerissenheit‘ zu erkennen.

Eines Tages kamen sowohl mein Mann als auch ich zu spät zu den Gruppenübungen im Freien. Er war etwas früher dort als ich. Als ich ankam, bemerkte ich, dass seine Bewegungen langsamer waren und nicht mit den anderen synchron liefen. Ich runzelte die Stirn und ärgerte mich über ihn.

Nach den Übungen machten sich die Leute auf den Weg zum gemeinsamen Fa-Lernen, aber zwei Praktizierende blieben bei mir zurück und warteten darauf, dass mein Mann die letzte Übung beendete. „Wie lange wird er noch brauchen?“, fragte einer von ihnen. Innerlich begann ich, meinen Mann zu kritisieren, und dachte: „Du hättest versuchen sollen, dich den anderen anzupassen, auch wenn du zu spät warst. Du hast nicht an den einen Körper gedacht, sondern nur an dich selbst. Jetzt, wo alle fertig sind, solltest du wenigstens innehalten und schauen, was die anderen tun. Bist du nicht egoistisch? Du scheinst fleißig zu sein, aber ist das nicht nur zur Schau?“

Als die anderen alle gegangen waren, fing ich an, mit ihm zu streiten, ohne Rücksicht auf Nachsicht, da ich das Gefühl hatte, im Recht zu sein. Daraufhin fragte ich mich: „Warum kann ich Prüfungen im Umgang mit gewöhnlichen Menschen bestehen, behandle meinen Mann jedoch anders und werfe ihm vor, sich ‚nur zur Schau‘ zu verhalten? Ist er nicht ebenfalls ein Spiegel, in dem ich mich selbst erkennen kann? Handle ich in meiner Kultivierung vielleicht auch manchmal ‚nur zur Schau‘?“ Dieser Gedanke erschütterte mich zutiefst.

Plötzlich wurde mir klar, dass meine Nachsicht an Bedingungen geknüpft war, dass sie je nach Person und Situation variierte. Wenn es um gewöhnliche Menschen ging, konnte ich bedingungslos Nachsicht üben. Während der Arbeit an Dafa-Projekten, wenn der Koordinator mich gelegentlich kritisierte, dachte ich, auch wenn ich nichts sagte: „Es ist nicht ganz meine Schuld.“

Manchmal spürte ich eine gewisse Distanz zu diesem oder jenem anderen Praktizierenden und wenn die andere Seite nicht freundlich reagierte, konnte ich meine Xinxing bewahren und mich entschuldigen, in der Annahme, dass dahinter irgendeine Störung stecken müsse. Aber innerlich dachte ich dabei: „Ich habe auch viel durchgemacht.“

Diese Beispiele zeigen, dass es mir nicht gelang, mich auf der Grundlage wahrer Selbstkultivierung zu verhalten und egoistische Anhaftungen bedingungslos loszulassen. Meine Nachsicht war „nur zur Schau“. Während ich den Anschein erweckte, nachsichtig zu sein, erwartete ich von anderen, dass sie sich so verhielten, wie ich es von ihnen erwartete. Verhielt ich mich dann nicht wie der Anführer der Straßenkinder, von dem ich geträumt hatte? Ich widersprach nicht der Warnung des alten Mannes, hielt aber an meinem eigenen Plan fest.

Hinter meiner oberflächlichen Nachsicht verbargen sich viele menschliche Anschauungen und Anhaftungen wie zum Beispiel Unruhe; die Sorge um das ‚Gesicht wahren‘; der Versuch, aus Bequemlichkeit Ärger zu vermeiden, und so weiter. Gegenüber meinem Mann habe ich noch weniger Nachsicht, besonders wenn ich denke, dass er im Unrecht ist.

Meine Nachsicht ist nur oberflächlich. Das mag zwar gut erscheinen, doch in Wirklichkeit habe ich es versäumt, mich nach denselben Maßstäben zu kultivieren – eine Form von „List und Gerissenheit“. Was lediglich den Anschein erweckt, den Anforderungen zu entsprechen, ist äußerst irreführend. Ich glaubte, mich zu kultivieren, habe es jedoch versäumt, mich grundlegend zu verändern.

Ich erinnere mich an eine Geschichte aus der Sendung ‚Göttliche Kultur‘ mit dem Titel ‚Spuck mir ins Gesicht, ich lasse es trocknen‘, in der Kanzler Lou Shide aus der Tang-Dynastie seinem jüngeren Bruder sagte, wenn jemand ihm ins Gesicht spucke, solle er es einfach trocknen lassen, da es besser sei, Demütigungen ruhig und mit einem Lächeln zu ertragen, um einen Konflikt zu lösen.

Ich war fassungslos und schüttelte immer wieder den Kopf: „Auf keinen Fall. Das könnte ich niemals tun, niemals.“ Rückblickend war es kein Zufall, dass ich diese Geschichte hörte.

Als ich mein grundlegendes Problem erkannt hatte, fasste ich den Entschluss, immer nach innen zu schauen, wenn ich auf eine Xinxing-Prüfung stoße, die Nachsicht erfordert. Wenn es mir nicht gelingt, meine Xinxing zu 100 Prozent zu bewahren, muss es das ‚gerissene‘ falsche Selbst sein, das sich bemerkbar macht. Wenn ich tiefer grabe, werde ich mit Sicherheit die verborgenen menschlichen Anschauungen und Anhaftungen finden, damit ich sie durch Kultivierung beseitigen kann.

Diese ‚Gerissenheit‘ zeigt sich auch in vielen anderen Aspekten. Einmal, als ich mich am Übungsplatz mit anderen austauschte, wies Shun darauf hin, dass ich dazu neige, nach außen hin Freundlichkeit vorzugeben, anstatt meine Gedanken offen zu teilen und auszusprechen, was ich wirklich denke.

Ehrlich gesagt war ich damals nicht ihrer Meinung, da ich beim Austausch mit anderen immer einem Grundsatz gefolgt war: Es reicht, ‚nur den Kern der Sache anzusprechen‘. Schließlich muss man sich selbst kultivieren. Außerdem entspricht das, was ich sehe, vielleicht nicht der Realität, und mein Verständnis könnte ebenfalls falsch sein. Und wenn das, was ich sage, falsch ist, könnte es Mitpraktizierende leicht verletzen. Darüber hinaus ist es auch Kultivierung, anderen meine eigenen Ansichten nicht aufzuzwingen. Erst später wurde mir klar, dass meine Denkweise völlig falsch war.

Ich erinnere mich, als ich meinem Mann von dem Traum erzählt hatte, meinte er, der Junge gewesen zu sein, der mit mir die Uniformen gestohlen hatte. Er sagte, er sei in jenem Leben nicht besonders klug gewesen. Nachdem wir die Uniformen gestohlen hatten, wurde er übermütig und wurde infolgedessen durch einen Kopfschuss getötet. In diesem Leben wurde er mit einem Hämangiom auf der Stirn geboren und ließ es operativ entfernen, doch es blieb eine Narbe zurück. „Du warst diejenige, die mich angestachelt hat, und am Ende wurde ich getötet. Du solltest die Verantwortung übernehmen“, sagte er.

Als ich darüber nachdachte, was Shun sagte und was ich in meinem Traum sah, stimmt es, dass ich nicht mit dem Jungen auf den Lastwagen gestiegen bin oder ihn gewarnt habe, dass er getötet werden könnte. Ich hatte lediglich von einem sicheren Ort in der Nähe zugesehen. Es ist genauso, wie Shun es angesprochen hatte – dass ich, wenn ich die Probleme von Mitpraktizierenden sehe, sie nicht direkt darauf hinweise.

Oberflächlich betrachtet kultivierte ich meine Sprache und hielt mich nicht an mein eigenes ‚Ego‘, aber tief im Inneren waren menschliche Anschauungen am Werk. Unter dem Deckmantel, ‚freundlich‘ zu anderen zu sein, wich ich listig meiner gebührenden Verantwortung oder Problemen und Konflikten aus, die Mitpraktizierende tatsächlich in Gefahr bringen könnten.

Meine Sorge, dass Mitpraktizierende sich durch Kritik verletzt fühlen könnten, hat meine eigene Abneigung gegen Kritik offenbart. Deshalb legte ich zu viel Wert darauf, wie sich andere fühlten. Diese ‚List‘ ist wirklich sehr listig!

Der Schlüssel liegt nicht darin, ob wir uns mit Mitpraktizierenden austauschen sollten, sondern in welcher Geisteshaltung und auf welche Weise wir das tun. Unsere Ansichten mögen nicht immer richtig sein, können anderen jedoch wertvolle Hinweise oder Warnungen geben. In meinem Fall hätte ich mich vielleicht immer noch oberflächlich kultiviert, wenn Shun mich nicht auf mein Problem hingewiesen hätte.

Ich bin dem Meister zutiefst dankbar für seinen barmherzigen Hinweis sowie für die aufrichtigen Warnungen von Mitpraktizierenden, auch wenn ich so lange gebraucht habe, um meine Probleme wirklich zu erkennen.

Gerissen zu sein ist in der Tat sehr schädlich. Oberflächlich betrachtet kultivierte ich mich, aber im Grunde hatte ich mich kaum verändert. Kein Wunder, dass ich eine Kluft zwischen mir und den wirklich fleißigen Mitpraktizierenden spürte.

Während ich diesen Erfahrungsbericht schrieb, sind mir viele meiner Probleme bewusster geworden, und dennoch spüre ich, dass es auf tieferen Ebenen noch Probleme gibt, die durch mehr Fa-Lernen und fleißige, solide Kultivierung aufgedeckt und losgelassen werden müssen. Ich bin entschlossen, die ‚Gerissenheit‘ aufzugeben und mich der wahren und soliden Kultivierung meiner Xinxing zu widmen, anstatt mich nur zum Schein zu kultivieren.

Danke, Meister! Danke, Mitpraktizierende!

Bitte weist mich gütig auf alles Unangemessene in diesem Erfahrungsbericht hin.