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75-jährige Frau aus Chongqing festgenommen, weil sie einen Brief an einen Polizeichef geschickt hatte

30. März 2026 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in Chongqing, China

(Minghui.org) Xia Jiesheng, 75, lebt in Chongqing. Sie wurde am 18. März 2026 verhaftet, weil sie im Juli 2022 einen Brief an den örtlichen Polizeichef geschickt hatte. Darin forderte sie ihn auf, sich nicht an der Verfolgung ihres Glaubens Falun Dafa zu beteiligen. Derzeit befindet sie sich in der Haftanstalt des Bezirks Beibei.

Xias jüngster Verhaftung gingen zwei weitere Festnahmen voraus, die ebenfalls auf ihren Brief an den Polizeichef zurückzuführen waren. Am 22. September 2022 gegen 8 Uhr morgens befand sie sich zu Hause, als es an der Tür klopfte. Eine Frau, die sich als Mitarbeiterin der Hausverwaltung ausgab, erklärte, dass es im Erdgeschoss ihrer Wohnung einen Wasserschaden gebe.

Sobald Xia die Tür öffnete, stürmten die Frau und fünf Zivilbeamte herein. Die Polizei gab an, von der Polizei des Bezirks Yuzhong zu sein, und erklärte, ihr Überwachungssystem habe sie dabei gefilmt, wie sie den besagten Brief im Juli 2022 im Postamt der Datong-Straße in ihrem Zuständigkeitsbereich eingeworfen habe.

Nach einer Hausdurchsuchung wurde Xia gegen 9 Uhr zur Vernehmung auf die Polizeiwache Wanglongmen gebracht. Sie wurde zu 15 Tagen Verwaltungshaft und einer Geldstrafe von 1.000 Yuan (ca. 120 Euro) verurteilt (beides wurde jedoch nicht vollstreckt). Anschließend wurde die Polizeiwache Tushan in ihrem Heimatbezirk Nan’an benachrichtigt, sie abzuholen. Gegen 15 Uhr kehrte sie am selben Tag nach Hause zurück.

Am nächsten Tag (23. September 2022) erhielt Xia gegen 11 Uhr einen Anruf von einem Mitglied des örtlichen Straßenkomitees. Sie wurde gebeten, ins Hausverwaltungsbüro zu kommen, um „etwas zu überprüfen“. Sie ging nicht hin, wurde jedoch erneut unter einem Vorwand dazu gebracht, die Tür für die Polizei zu öffnen. Vier Zivilbeamte des Polizeireviers Yuzhong – von denen drei bereits am Vortag bei ihr gewesen waren – sowie eine Hausverwalterin fotografierten ihre Wohnung und durchsuchten sie gründlich.

Xia wurde erneut zur Vernehmung auf die Polizeiwache Wanglongmen gebracht und um 15:00 Uhr wieder freigelassen.

Frühere Verfolgung

Xia war früher Leiterin der Kunststofffabrik Shuangqiao und später stellvertretende Dorfsekretärin. Für ihre hervorragenden Leistungen als Managerin und Beamtin wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ihre beruflichen Erfolge wurden jedoch von verschiedenen gesundheitlichen Problemen, darunter einem Kompressionsbruch, überschattet. Sie war auf Medikamente angewiesen, und ihre Familie hatte große Schwierigkeiten, die Behandlungskosten zu tragen.

Nachdem Xia im November 1997 begonnen hatte, Falun Dafa zu praktizieren, verschwanden ihre Krankheiten, und sie fühlte sich voller Energie. Sie entwickelte sich zu einem besseren Menschen und führte ein glückliches Familienleben.

Xias Welt geriet aus den Fugen, als das kommunistische Regime im Juli 1999 begann, Falun Dafa zu verfolgen. Allein wegen ihres Glaubens wurde sie wiederholt verhaftet. Beamte der Polizei des Bezirks Nan’an nahmen sie am 10. Mai 2000 am Bahnhof von Chongqing fest, als sie gerade einen Zug nach Peking besteigen wollte, um sich für Falun Dafa einzusetzen. Sie wurde einen Monat lang im Gefängnis des Bezirks Nan’an festgehalten.

Beamte der Polizeistation Xuantanmiao verhafteten Xia am 27. September 2000 und hielten sie einen Monat lang auf der Polizeistation Tushan sowie im Gefängnis des Bezirks Nan’an fest. Anschließend wurde sie zu einem Jahr Zwangsarbeit im Frauenarbeitslager Maojiashan verurteilt.

Mehr als zehn Beamte der Polizeistationen Danzishi und Tushan stürmten die Kunststofffabrik Yuxia, in der Xia zu diesem Zeitpunkt arbeitete, und verhafteten sie. Sie brachten sie in die Gehirnwäsche-Einrichtung Jingkou. Dort wurde sie gezwungen, den ganzen Tag Videos anzusehen, die Falun Dafa verunglimpften. Als sie sechs Monate später freigelassen wurde, hatte sie 22 kg an Gewicht verloren. Nach ihrer Rückkehr nach Hause erbrach sie zudem tagelang Blut.

Am 16. Mai 2011 wurde Xia von Beamten der Polizeistation Tushan und des Polizeireviers Nan’an, Yang Wei, dem Sekretär der Gemeinde Xinglongwan, sowie von über zehn Hilfspolizisten in ihrer Wohnung festgenommen. Sie wurde mehr als zwei Monate in der Gehirnwäsche-Einrichtung Wangxiangtai festgehalten.

Am 8. September 2012 wurde Xia erneut von mehreren Zivilbeamten der Polizei Chongqing festgenommen. Diese wiesen die Polizeistation Tushan an, sie in die Haftanstalt Shibanpo zu bringen. Nach einem Monat Untersuchungshaft wurde sie erneut in die Gehirnwäsche-Einrichtung Wangxiangtai verlegt. Am 27. November 2012 wurde sie schließlich unter Hausarrest gestellt.

Am 26. März 2019 drangen zwei Beamte der Polizeistation Tushan, vier Beamte des Polizeireviers Nan’an sowie zwei Mitarbeiter der Gemeinde Xinglongwan um 11:30 Uhr in Xias Wohnung ein. Sie behaupteten, die Polizei von Chongqing habe sie darüber informiert, dass ein anderer Falun-Dafa-Praktizierender sie verraten habe. Xia verlangte, einen Durchsuchungsbefehl zu sehen, doch dieser wurde ihr verweigert.

Die Polizei forderte ihren Sohn auf, einige Dokumente zu unterschreiben. Da er einen Zug erreichen musste, ging er, ohne zu unterschreiben. Kurz darauf trafen ihre Schwester und ihr Bruder ein, nachdem sie von dem Vorfall erfahren hatten. Die Polizei zwang auch ihre Schwester zur Unterschrift und durchsuchte anschließend die Wohnung. Dabei beschlagnahmten sie etwa 20 Falun-Dafa-Bücher, einen Laptop sowie zwei Kreuzstich-Wandbilder mit den Aufschriften „Falun Dafa ist gut“ und „Wahrhaftigkeit-Güte-Nachsicht sind gut“.

Früherer Bericht:

Aktuelle Fälle von Falun-Dafa-Praktizierenden in China, die wegen ihres Glaubens schikaniert oder verhaftet wurden