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Wegen ihres Glaubens in Isolationshaft – nun droht ihr der Prozess

10. April 2026 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der chinesischen Provinz Sichuan

(Minghui.org) Jian Yicong, eine 62-jährige Einwohnerin der Stadt Deyang, Provinz Sichuan, wird seit ihrer Festnahme am 17. März 2026 ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt festgehalten, weil sie Falun Dafa praktiziert. Außerdem wurde sie angeklagt und soll nun vor Gericht gestellt werden.

Jian wurde am 17. März 2026 gegen 17 Uhr von sechs Beamten in ihrer Wohnung verhaftet. Laut ihrer Nachbarin trug sie noch Hausschuhe, als sie abgeführt wurde, und rief: „Falun Dafa ist gut!“

Als Jians Anwalt am 23. März zur örtlichen Haftanstalt ging, um seine Mandantin zu besuchen, wurde ihm mitgeteilt, dass sie in ein Krankenhaus verlegt worden sei. Die Wärter weigerten sich jedoch, ihm zu sagen, in welches. Daraufhin kontaktierte der Anwalt die Staatssicherheitsabteilung des Bezirks Jingyang, die für den Fall seiner Mandantin zuständig war. Auch die Polizeibeamten weigerten sich, ihm die Adresse des Krankenhauses preiszugeben, indem sich Jiang befand. Sie verwiesen ihn an das Bezirksgericht Jingyang, das im Besitz der Fallakte sei.

Der Anwalt begab sich zum Gericht, um die Akten einzusehen, doch sein Antrag wurde abgelehnt. Man teilte ihm mit, dass das Gericht noch keinen Richter mit der Bearbeitung des Falles beauftragt habe und er auf weitere Mitteilungen des Gerichts warten solle.

Daraufhin begab sich der Anwalt zur Staatsanwaltschaft des Bezirks Jingyang, die seinen Antrag auf Einsicht in die Akte ebenfalls ablehnte, mit der Begründung, dass der Fall nun beim Gericht liegen würde. Der Staatsanwalt fügte hinzu, dass das Gericht den formellen Haftbefehl gegen Jian ausgestellt habe.

Bislang haben weder Jians Anwalt noch ihre Familie Informationen zu ihrem Fall erhalten. Ihre Familie rief die Haftanstalt an und fragte, wohin sie gebracht worden sei. Die Wärter antworteten, dass sie solche Anfragen nicht telefonisch bearbeiten würden. Sie forderten die Familie oder ihren Anwalt auf, persönlich zur Haftanstalt zu kommen, obwohl der Anwalt bereits einige Tage zuvor dort gewesen war und keine Auskunft über den Aufenthaltsort seiner Mandantin erhalten hatte.

Frühere Verfolgung

Jian begann im Oktober 1998, Falun Dafa zu praktizieren. Sie verdient ihren Lebensunterhalt, indem sie Fahrten mit ihrem elektrischen Dreirad anbietet. Seit Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 war sie wiederholt ins Visier genommen und zu zwei Haftstrafen verurteilt worden.

Anfang 2001 wurde Jian wegen der Verteilung von Informationsmaterialien über Falun Dafa festgenommen. Sie wurde über vier Monate lang inhaftiert und war häufigen Gehirnwäscheverfahren sowie anderen Misshandlungen ausgesetzt.

Anfang 2002 wurde sie abermals verhaftet, über zwei Monate lang festgehalten und erneut psychisch und physisch misshandelt.

Als Jian am 23. August 2002 an einem Treffen mit lokalen Praktizierenden teilnahm, wurde sie ein drittes Mal verhaftet und zehn Monate lang festgehalten. Sie wurde zwangsernährt, ihre Zähne lockerten sich, und sie zog sich an Gesicht und Mund schwere Verletzungen zu. Später wurde sie zu zwei Jahren Haft verurteilt und im Frauengefängnis der Stadt Chengdu gefoltert.

Am 31. Juli 2011 wurde Jian erneut verhaftet, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Aufgrund der Folter im Untersuchungsgefängnis litt sie unter Stuhl- und Harninkontinenz.

Nach einer weiteren Festnahme im August 2012 wurde Jian im Geheimen zu drei Jahren Haft verurteilt. Während ihrer Haft im Frauengefängnis der Provinz Sichuan wurde sie ständig geschlagen, des Schlafs beraubt, zu stundenlangem Stehen gezwungen und musste eine Zwangsjacke tragen. Sie litt erneut unter Inkontinenz. Die Wärter zwangen sie zudem häufig, Falun Dafa diffamierende Materialien anzusehen und befahlen ihr, ihrem Glauben abzuschwören.

Trotz jahrelanger Inhaftierung und Folter hielt Jian standhaft ihren Glauben aufrecht und setzt sich weiterhin dafür ein, das Bewusstsein für die Verfolgung zu schärfen. Als sie im Januar 2017 in der Stadt Huangxu Informationsmaterialien verteilte, wurde sie von einem Dorfbewohner angezeigt. Kurz darauf trafen Beamte der Polizeistation der Stadt Huangxu ein, nahmen sie fest und durchsuchten ihre Wohnung.

Am 19. Juli 2022 wurde Jian erneut verhaftet, während sie Hausarbeiten verrichtete. Die Polizisten beschuldigten sie, mit einem Schüler über Falun Dafa gesprochen zu haben, was sie jedoch widerlegte. Aus gesundheitlichen Gründen wurde sie um Mitternacht herum gegen Kaution freigelassen.

Einige Tage später konnte Jian ihr Elektro-Dreirad plötzlich nicht mehr aufladen. Als sie es zur Reparatur brachte, fand der Techniker eine GPS-fähige Kamera in der Nähe der Batterie. 

Im Februar 2023 wurde Jian zur Staatsanwaltschaft des Bezirks Jingyang vorgeladen. Erst als sie danach fragte, füllte der Staatsanwalt den Vorladungsantrag aus. Um einer weiteren Verfolgung zu entgehen, sah sie sich gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und in der Ferne zu leben.

Früherer Bericht:

Wegen ihres Glaubens verhaftet – Ortungsgerät an ihrem Dreirad entdeckt