(Minghui.org) Im Mai 1997 habe ich angefangen, Falun Dafa zu praktizieren. Seit fast drei Jahrzehnten gehe ich diesen Kultivierungsweg beharrlich weiter. Ich bin jetzt 81 Jahre alt und habe unter dem Schutz und der Anleitung von Meister Li Hongzhi, dem Begründer von Falun Dafa, alle Höhen und Tiefen durchgestanden. So bin ich meinen spirituellen Weg sicher und ernsthaft gegangen.
Bei einem Erfahrungsaustausch im Jahr 1997 verkündete ich laut vor den anderen, dass ich mein Leben ohne Neid leben würde. Kurze Zeit später hatte ich einen lebhaften Traum, in dem ich zum Haus meiner Schwester ging, um meine Mutter zu besuchen. Diese war gerade von einer Reise zurückgekehrt. Als ich ankam, fiel mir eine Menge schön gepökeltes Fleisch auf. Meine Schwester sagte, Mutter habe ihr das Fleisch geschenkt. Da meine Mutter mir nichts gegeben hatte, grollte ich deswegen und musste weinen. Ich hatte das Gefühl, dass der Meister mir einen Hinweis auf den Neid in mir gab. Aber ich schaute damals nicht nach innen und Jahrzehnte vergingen.
Als ich kürzlich meditierte, schossen mir plötzlich Gedanken an eine Zeit in der dritten Klasse durch den Kopf. Ich war neidisch auf eine Mitschülerin. Sie hieß Li Zhilan. Sie war hübsch, hatte ein schmales Gesicht, große Augen und hübsche Zöpfe. Ihre Noten waren gut und die Lehrer mochten sie. Wir Mädchen konnten das nicht ertragen, also verspotteten und ignorierten wir sie. Immer wenn sie in unsere Nähe kam, gingen wir weg, um sie in Verlegenheit zu bringen. Nach meiner Meditation wurde mir klar, dass unser Verhalten damals tatsächlich Ausdruck von Neid war.
Der Meister sagt:
„Weil sich der Neid in China äußerst stark zeigt, und zwar so stark, dass er schon zur zweiten Natur geworden ist und von den Menschen selbst nicht mehr gespürt wird.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 350)
Die Worte des Meisters haben mich tief berührt. Mir ist nun klar, welch immensen Schaden der Neid für unsere Kultivierung bedeutet. Ich begann, nach innen zu schauen und nach Momenten zu suchen, in denen ich neidisch gewesen war. Dabei stellte ich fest, dass ich meinem Mann über Jahrzehnte hinweg ständig Vorwürfe gemacht hatte. Dank der Anleitung des Meisters verstehe und erkenne ich nun, dass ich an Neid festgehalten habe.
Ich sah meinen Mann als sehr faul an. Er half nicht bei der Hausarbeit und genoss ein gemächliches und bequemes Leben. Ich hingegen war immer beschäftigt wie eine Biene. Jeden Tag musste ich zusätzlich zu meiner Arbeit die Mahlzeiten kochen, Wäsche waschen, das Haus putzen und unseren Kindern beim Lernen helfen. Ich war neidisch auf das mühelose Leben meines Mannes. Ich konnte es nicht ertragen, dass ich so viel zu tun hatte, während er es sich einfach gut gehen ließ. Deshalb hatte ich ihn oft wegen allem genervt. Als Falun-Dafa-Praktizierende habe ich mich in dieser Hinsicht wirklich nicht gut kultiviert.
Aus der Perspektive des Fa begegnet einem Praktizierenden nichts zufällig. Es muss einen Grund für das Verhalten meines Mannes geben. Vielleicht liegt es an dem Groll, den ich hegte, oder an den Schulden, die ich aus früheren Leben hatte. Schulden müssen beglichen werden. Ich sollte meine Schulden zurückzahlen und mein Karma beseitigen, damit ich mit Meister Li nach Hause zurückkehren kann.
Ich versuchte, netter zu meinem Mann zu sein, aber es fühlte sich seltsam an, mich so zu verhalten. Mein Neid blieb bestehen. Alles, was ich versuchte, wirkte oberflächlich. Ich konnte einfach nicht gütig mit ihm umgehen. „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“, wie man so schön sagt. Es war nicht so einfach, jahrzehntelange Anhaftungen abzuschütteln.
Ich las Artikel auf der Minghui-Website, die sich mit der Beseitigung von Neid befassten. Außerdem lernte ich das Fa intensiv, darunter das Zhuan Falun, „Essentielles für weitere Fortschritte“, die Fa-Erklärungen und die neuen Schriften des Meisters. Durch das Lernen des Fa erkannte ich, dass mein Mann ein weiterer Mensch war, dem ich helfen sollte, damit der Meister ihn retten konnte. Daher sollte ich ihn wertschätzen.
Der Meister sagt:
„Als Meister registriere ich nie eure Fehler bei der Kultivierung, ich registriere nur die guten Sachen, die ihr gemacht habt und euren Erfolg.“ (Aus dem Todespass herauskommen, 09.05.2006, in: Essentielles für weitere Fortschritte III)
Ich begann, darüber nachzudenken, was mein Mann alles Gutes getan hatte. Wir leben seit Jahrzehnten zusammen und ich hatte immer das Sagen. Er hat mich selten kritisiert. Er gab mir das Geld, das er verdiente, und fragte mich nie, wofür ich es ausgab. Er aß, was immer ich kochte, und trug die Kleidung, die ich für ihn kaufte.
Mein Mann hatte nichts dagegen, dass ich Falun Dafa praktizierte. Während der Welle von Austritten, die 2005 begann, stimmte er meiner Erklärung zu und trat sofort aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) aus. Im Jahr 2006 verurteilte er die Partei lautstark, insbesondere den ehemaligen Parteivorsitzenden Jiang Zemin, als ich ihm vom Organraub erzählte. Auch mein Mann litt sehr darunter, als ich verfolgt wurde. Ich wurde zweimal inhaftiert und unser Haus wurde viermal durchsucht. Einmal brach er vor Kummer zusammen, nachdem die Polizei mich mitgenommen hatte.
Im April 2024 wurde ich rechtswidrig zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Ich zahlte eine Geldstrafe von 20.000 Yuan (ca. 2.500 Euro) und verbüßte meine Strafe außerhalb des Gefängnisses. Er kritisierte mich nicht wegen des Verlustes. Er mischte sich nicht ein, wenn ich das Fa lernte, die Übungen praktizierte, aufrichtige Gedanken aussendete oder zu Hause Informationsmaterialien über Falun Dafa herstellte.
Nachdem ich eine Zeit lang das Fa gelernt und meine Xinxing kultiviert hatte, wurde mir plötzlich klar, dass ich Barmherzigkeit für meinen Mann empfand. Es tat mir leid, dass ich ihn so viele Jahre lang genervt und schikaniert hatte. Ich war nicht mehr verärgert oder angewidert von ihm. So gelang es mir schließlich, den Neid auf meinen Mann zu beseitigen.