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Wo stehen wir heute – 20 Jahre nach Bekanntwerden der Verbrechen des Organraubs?

13. April 2026 |   Von Xiao Chengen, China

(Minghui.org) Auf Douyin, Chinas Version von TikTok, erschien kürzlich ein erschreckender Beitrag: „Kommunistische Partei, ich fordere Sie hiermit auf, den Organhandel gründlich zu untersuchen, damit die Menschen in einer sicheren Gesellschaft leben können.“ Innerhalb kürzester Zeit reagierten Zehntausende mit einem „Gefällt mir“ und Tausende hinterließen Kommentare.

Mehrere Kommentatoren schrieben: „Das ist der erste Beitrag, der sich direkt an die Partei wendet.“ – „Endlich hat jemand seine Stimme erhoben.“ Ein anderer merkte an: „Bitte lacht nicht. Diese Person ist ein wahrer Held – sie riskiert ihr Leben für uns alle.“

Es dauerte fast 20 Jahre, bis die breite Öffentlichkeit das Ausmaß der Zwangsorganentnahme in China erkannte. Am 20. April 2006 enthüllte eine Whistleblowerin aus Festlandchina, die unter dem Pseudonym „Annie“ auftrat, ein entsetzliches Verbrechen an verfolgten Falun-Gong-Praktizierenden. Ihr Ex-Mann, ein Arzt, gestand ihr, dass er im Zwangsarbeitslager Sujiatun über 2.000 Augenhornhäute von lebenden Falun-Gong-Praktizierenden entnommen habe. Er berichtete ihr, dass keiner dieser Menschen überlebt habe, da auch andere Organe entnommen und die Leichname anschließend verbrannt worden seien. Damals glaubten ihm nur wenige Menschenund die Mainstream-Medien berichteten kaum darüber.

Zwanzig Jahre sind vergangen. Wo stehen wir heute als Gesellschaft im Verständnis und in der Bekämpfung der Zwangsorganentnahme in China?

Solide Fakten

Die Tragödie der Organentnahme war die Folge einer Anweisung von oben, nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) am 20. Juli 1999 mit der Unterdrückung von Falun Gong begonnen hatte.

Im September 2014 kam heraus, dass Jiang Zemin persönlich die erzwungene Organentnahme an Falun-Gong-Praktizierenden angeordnet hatte. Bai Zhongshu, der ehemalige Gesundheitsminister der Logistikabteilung der Chinesischen Volksbefreiungsarmee (VBA) gab dies vor einem verdeckten Ermittler zu. Der Ermittler kam von der Weltorganisation zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong (WOIPFG). Bereits 2006 hatte der ehemalige KPCh-Funktionär Bo Xilai eingeräumt, dass die erzwungene Organentnahme bei Falun-Gong-Praktizierenden auf einen direkten Befehl Jiang Zemins zurückzuführen war.

Als die Verfolgung von Falun Gong begann, war Jiang Generalsekretär der KPCh und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission. Er leitete im Juli 1999 die landesweite Unterdrückung von Falun Gong ein. Zudem ordnete er auch bereits einen Monat zuvor die Einrichtung des Büros 610 an, um die systematischen Gräueltaten zu überwachen.

Lu Shuheng, ein US-amerikanischer Geschäftsmann, sagte im Dezember 2020 vor Gericht aus, dass das Krankenhaus des Bewaffneten Polizeikorps bereits 2002 an Zwangsorganentnahmen beteiligt gewesen sei. Zhou Qing, die Schwester von Lus Schwägerin, wollte, dass Lu US-amerikanische Patienten für Organtransplantationen in Shanghai rekrutierte. Zhou war Direktorin der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie am Pudong-Krankenhaus. Später war sie Präsidentin des Wanping-Krankenhauses. Ihr Ehemann Mao Shuping war ehemaliger stellvertretender Direktor des Shanghaier Büros für Reform und Arbeit (Laogai) und später stellvertretender Direktor des Shanghaier Justizbüros.

Laut Zhou wurden Organe von Falun-Gong-Praktizierenden anstelle von hirntoten Organspendern entnommen, oft ohne Betäubung. „Es gibt bestimmte Bereiche, bei denen man keine Betäubung anwenden möchte“, erklärte sie, „insbesondere bei empfindlichen Organen.“

Im November 2022 berichtete ein Augenzeuge: „Der japanische Kommentator Ushio Sugawara erklärte, er habe 2007 im Allgemeinen Krankenhaus der Bewaffneten Polizei in Peking einen Falun-Gong-Praktizierenden gesehen, der ans Bett gefesselt war, offenbar um ihm Organe entnehmen zu können. Sugawara schilderte die Situation so: „Er lag dort, Hände und Füße vollständig bandagiert. Am Vortag hatte man ihm die Sehnen durchtrennt. Der Arzt sagte, das diene dazu, ihn an der Flucht zu hindern“, erinnerte er sich. „Außerdem würden sich Menschen aus Angst zusammenkrümmen, was die Qualität der Organe bei der Entnahme beeinträchtigen könne. Deshalb wurde bei ihm dieser Eingriff vorgenommen.“

Dieses Verbrechen tritt offenbar immer häufiger auf. Berichten zufolge hat das Regime die Organentnahme von Falun-Gong-Anhängern auf die allgemeine Bevölkerung ausgeweitet. Die öffentliche Wahrnehmung hat sich dabei von anfänglichem Misstrauen zu wachsender Angst entwickelt. Gleichzeitig steigt die Zahl der Vermisstenfälle in China weiter an; viele der Betroffenen sind jünger als 35 Jahre.

Ein Blogger, der Informationen über vermisste Personen sammelt, berichtete, dass im Oktober 2025 innerhalb von nur 22 Tagen 107 Menschen verschwanden. Zwischen dem 20. und 31. Dezember 2025 – also in lediglich elf Tagen – wurden 136 Vermisste unter 35 Jahren registriert. In den ersten beiden Wochen des Jahres 2026 wurden zudem über 100 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet.

China ist für sein dichtes Überwachungssystem mit unzähligen Kameras bekannt. Dennoch wird Eltern und Angehörigen, die nach ihren vermissten Familienmitgliedern suchen, häufig mitgeteilt, die Überwachungskameras seien zum Zeitpunkt des Vorfalls „ausgefallen“.

Die Beweislage verdichtet sich

Seit die KPCh 1999 mit der Unterdrückung von Falun Gong begann, betrachtete Jiang Zemin die Zwangsorganentnahme als ein weiteres Mittel zur „Ausrottung“ dieses traditionellen Kultivierungsweges. Ausgehend von Militärkrankenhäusern, in denen inhaftierte Falun-Gong-Praktizierende Gesundheitsuntersuchungen, einschließlich Blut- und Gewebetests (auch DNA-Tests), unterzogen wurden, wurde eine Art „Lebendorganbank“ eingerichtet. Dies führte um das Jahr 2000 zu einem explosionsartigen Anstieg der Organtransplantationen in China, da Hunderttausende Falun-Gong-Praktizierende verhaftet und inhaftiert wurden. He Xiaoshun ist Vizepräsident des Zhongshan-Krankenhauses in Shanghai. Er erklärte in einem Interview mit der Southern Weekly: „Das Jahr 2000 war ein Wendepunkt für die Organtransplantation in China. Im Jahr 2000 verzehnfachten sich die landesweiten Lebertransplantationen im Vergleich zu 1999; 2005 verdreifachten sie sich erneut.“ Die KPCh weigerte sich jedoch, die Herkunft dieser Organe offenzulegen.

Phoenix Weekly veröffentlichte 2013 einen Artikel mit dem Titel „Die Schattenseiten des Organhandels in China“. Darin heißt es: „Im letzten Jahrzehnt ist es international populär geworden, Organtransplantationen in Festlandchina durchführen zu lassen. Man muss in Festlandchina nicht auf Organe warten. Die benötigten Organe sind fast immer verfügbar …“

Huang Jiefu, damals Vizeminister im Gesundheitsministerium, räumte gegenüber den Medien ein, dass Organtransplantationen in großem Umfang durchgeführt würden. „In ganz China gibt es 1.700 Ärzte in über 600 Krankenhäusern, die Organtransplantationen durchführen. Unglaublich viele!“, bemerkte er.

Nehmen wir beispielsweise das Orientalische Organtransplantationszentrum in Tianjin: Auf dessen Website heißt es, die Wartezeiten für Leber- und Nierentransplantationen lägen bei nur einer Woche und maximal einem Monat. Krankenhausstatistiken zeigen, dass die durchschnittliche Wartezeit für Nierentransplantationen im Jahr 2015 zwei Wochen betrug, während es in Ländern mit freiwilliger Organspende Jahre dauern kann.

Wie bereits erwähnt, belegen zahlreiche unabhängige Zeugenaussagen die Zwangsentnahme von Organen an Falun-Gong-Praktizierenden durch die KPCh. Aufgrund der Vertuschung und strengen Zensur durch die KPCh ist die genaue Zahl der Opfer weiterhin unbekannt, doch Berichte des Southern Weekly und des Phoenix Weekly deuten auf eine erschreckend hohe Zahl hin. Der Anstieg der Transplantationen korreliert zudem eng mit der zunehmenden Verfolgung von Falun Gong.

Nach anhaltenden Bemühungen von Falun-Gong-Praktizierenden und anderen Menschenrechtsaktivisten hat das Verbrechen internationale Aufmerksamkeit erregt. Das China-Tribunal unter dem Vorsitz von Sir Geoffrey Nice KC führte zahlreiche öffentliche Anhörungen durch und vernahm Zeugen, Experten und unabhängige Ermittler. In seinem 2020 veröffentlichten Urteil heißt es, dass erzwungene Organentnahmen in China „seit Jahren in großem Umfang“ durchgeführt wurden und dass Falun-Gong-Praktizierende „die Hauptquelle der Organe waren.“

Eine allumfassende Machtstruktur

Belege für Organentnahmen finden sich sogar in Berichten der KPCh selbst. Zhu Yongxin, stellvertretender Vorsitzender des Zentralkomitees der China Association for Promoting Democracy, erwähnte Organtransplantationen in einer Trauerrede im Dezember 2022 mit dem Titel „In tiefer Trauer um Minister Gao Zhanxiang“. Darin heißt es: „Über viele Jahre hinweg kämpfte Gao Zhanxiang tapfer gegen seine Krankheit und erhielt zahlreiche Organtransplantationen. Er scherzte, dass viele Teile seines Körpers nicht mehr seine eigenen seien.“

Diese Aussage löste unter Internetnutzern heftige Diskussionen aus. „Wenn schon ein ehemaliger Vizeminister des Kulturministeriums sämtliche Organe austauschen lassen musste, wie viele Organe müssten dann erst Funktionäre auf Ministerrang oder höher austauschen lassen?“, kommentierte ein Nutzer. Mit anderen Worten: Die „speziell bereitgestellten“ Organe zur Lebensverlängerung von Funktionären auf Provinz- und Ministerebene scheinen zunehmend als selbstverständlich angesehen zu werden und stehen in engem Zusammenhang mit der Machtstruktur der KPCh.

Die administrative Hierarchie der Partei gliedert sich in fünf Ebenen: national, provinziell, städtisch, Kreis- und Gemeindeebene. Auf jeder dieser Ebenen existiert eine vollständige Organisationsstruktur mit fünf zentralen Führungsgremien: dem Parteikomitee, dem Volkskongress, der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes, der Regierung sowie der Aufsichtskommission. In der Praxis handelt es sich dabei um ein Einparteiensystem mit weitreichender Machtkonzentration. Beschlüsse der Partei werden von allen fünf Gremien einheitlich umgesetzt. Öffentlich zugänglichen Daten zufolge umfasst jede Ebene und jedes dieser Führungsgremien durchschnittlich etwa 10 bis 15 Kernfunktionäre. Auf dieser Grundlage lässt sich grob schätzen, dass die Gesamtzahl der Führungskräfte auf allen fünf Ebenen und in allen fünf Gremien landesweit zwischen 600.000 und 800.000 liegt – gewöhnliche Regierungsbeamte sind dabei nicht eingerechnet.

Die fünf zentralen Gremien kontrollieren auf allen Ebenen die lokalen Ressourcen der öffentlichen Sicherheit, darunter das politische und juristische System, die Polizei, den Verkehr, Krankenhäuser, Schulen und weitere Bereiche. Der jeweilige Spitzenfunktionär eines dieser Gremien verfügt innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs über weitreichenden Handlungsspielraum – im Sinne des Grundsatzes: „Die Partei führt alles.“

Dies erklärt, warum die harte Verfolgung von Falun Gong nun schon 27 Jahre andauert und wie die Organentnahme zu einem staatlich sanktionierten Verbrechen geworden ist.

Eine schwindende Bevölkerung

Durch technologische Fortschritte und gewinnorientierte Anreize hat sich der Albtraum der Zwangsorganentnahme auf die breite Öffentlichkeit ausgeweitet. So werden beispielsweise an einigen Schulen in Festlandchina Bluttests, Blutgruppenbestimmungen und DNA-Analysen bei Grundschülern durchgeführt. Die Daten werden systematisch erfasst und den einzelnen Personen zugeordnet. Am 8. Januar 2026 kam der 13-jährige Schüler Zhu Hua aus dem Kreis Xincai in der Provinz Henan auf tragische Weise auf dem Schulgelände ums Leben. Berichten zufolge versuchte die Schule, den Leichnam des Jungen noch vor dem Eintreffen der Eltern mit einem Krankenwagen abzutransportieren. Verwandte griffen jedoch ein und organisierten stattdessen den Abtransport mit einem Lkw. Bei der Untersuchung des Körpers stellten sie ein nagelgroßes Loch im Brustbereich sowie Blut am Mundwinkel fest. Dies führte zu dem Verdacht, Zhu Hua könnte für eine Organentnahme vorgesehen gewesen sein und sein Körper habe für eine Transplantation abtransportiert werden sollen.

Am 14. Oktober 2022 verschwand der 15-jährige Hu Xinyu, Schüler der Zhiyuan-Mittelschule in der Provinz Jiangxi, auf dem Schulgelände. Später berichteten Informanten, dass er Opfer einer erzwungenen Organentnahme geworden sei.

Im Jahr 2024 starb Luo Shuaiyu, ein Praktikant am Zweiten Xiangya-Krankenhaus in der Provinz Hunan, unter mysteriösen Umständen in seinem Wohnheim. Eine kurz vor seinem Tod angefertigte Telefonaufzeichnung wies darauf hin, dass das Krankenhaus gezielt minderjährige Kinder als Organspender rekrutierte.

Diese Fälle gehören zu denen, die öffentlich bekannt wurden; viele weitere könnten vertuscht worden oder ungemeldet geblieben sein. Viele Menschen vermuten, dass Kinder oder junge Erwachsene, die als „vermisst“ gelten – was von der chinesischen Regierung oft ignoriert wird –, in Wirklichkeit für Organentnahmen vorgesehen waren.

Eric (Pseudonym), ein chinesischer Dissident aus einer Familie hochrangiger Beamter in China, erklärte gegenüber der Epoch Times, Chinas Überwachungskapazitäten umfassten zig Millionen Kameras. Ob Kind oder Erwachsener – solange ein Foto oder ein Name vorhanden sei, könne das Überwachungssystem automatisch den Standort überprüfen und schnell relevante Informationen finden.

Eric hat persönlich mehrere Fälle vermisster Schüler bearbeitet. Zunächst erstatten die Eltern Anzeige bei der Polizei; diese wird jedoch häufig nicht aufgenommen, oder – selbst wenn sie aufgenommen wird – kann die vermisste Person nicht gefunden werden. Die Eltern können dann eine Petition einreichen oder Beschwerde einlegen, woraufhin der Fall an eine zuständige Bearbeitungsstelle weitergeleitet wird. Eric erklärte, dass laut dem üblichen Verfahren Big-Data-Analysen zur Aufklärung eingesetzt werden sollten. Dafür sei jedoch die Genehmigung der Behörden erforderlich, die in diesen Fällen nicht erteilt werde. Infolgedessen würden diese Schüler weiterhin als vermisst gelten.

Selbst die umfassendste öffentliche Website zur Suche nach vermissten Personen wurde offen manipuliert. Laut der Haixi Morning Post gab das China Family Search Network bekannt, dass es seinen Betrieb im Juli 2025 einstellen wird.

„Die Behörden haben es gesperrt, weil sonst aufgedeckt würde, dass es überall Fälle wie den von Hu Xinyu gibt“, schrieb jemand online. „Sie wollen einfach nicht, dass ihr erfahrt, wie viele Menschen jedes Jahr verschwinden!“, fügte ein anderer hinzu.

Seit zwei Jahrzehnten – seit Falun-Gong-Praktizierende das Verbrechen der Zwangsorganentnahme öffentlich gemacht haben – hat die KPCh diese Informationen konsequent vertuscht oder zensiert. Dadurch wurde verhindert, dass die Bevölkerung von der Wahrheit erfährt. Während KPCh-Funktionäre weiterhin nach Organspendern suchen und dieses Verbrechen sogar auf die breite Bevölkerung ausweiten, steht diese erschütternde Realität kurz davor, ans Licht zu kommen.

Wenn die Wahrheit ans Licht kommt, wird das mit Sicherheit zum Zusammenbruch des Regimes führen.