(Minghui.org) Kürzlich machte ich eine Erfahrung, die mir deutlich vor Augen geführt hat, dass der einzige Weg, menschliche Anschauungen und die Angst vor der Verfolgung grundlegend zu überwinden, ist, bedingungslos nach innen zu schauen.
Eine Praktizierende wies mich darauf hin, dass Yus Telefon möglicherweise von der Polizei abgehört werde. Sie bat mich, Yu darauf aufmerksam zu machen. Ich fand Yus Umgang mit der Sicherheit ebenfalls nachlässig, deshalb sprach ich sie auf das Thema an.
Als ich ihr meine Bedenken schilderte, reagierte sie ungeduldig und ablehnend. Sie meinte, solche Angelegenheiten ließen sich durch aufrichtige Gedanken vollständig auflösen, weshalb ich sie nicht ständig an solche Sicherheitsprobleme erinnern müsse. Die Beherrschung verlor ich nicht, aber ich fühlte mich trotzdem unwohl. Ich dachte: „Das ist doch nur zu ihrem Besten! Warum behandelt sie mich denn so?“
Es ist nicht falsch, andere auf Sicherheitsaspekte aufmerksam zu machen. Ganz im Gegenteil, das ist äußerst wichtig. Doch allmählich begann ich mich zu fragen: „Denke ich wirklich an ihr Wohl? Habe ich mich selbst aufrichtig hinterfragt?“ Hätte ich das getan, wären meine ersten Gedanken doch anders gewesen. Ich hätte dann beispielsweise gedacht: „Warum habe ich diese Situation erlebt? Was soll ich daraus lernen? Was soll ich selbst verbessern?“
Stattdessen dachte ich zunächst: „Oh nein, sie hat mich gestern angerufen. Ich muss ihre Nummer löschen und den Kontakt blockieren.“ Ich wollte schon lange persönlich mit ihr darüber sprechen, hatte mich aber aus Stolz nicht getraut. Diesmal musste ich ihr es unbedingt sagen.
Seht euch nur meine Gedanken an! War es wirklich zu ihrem Besten oder wollte ich mich nur selbst schützen? Mein Egoismus war nicht zu übersehen. Oberflächlich schien es, als übernähme ich Verantwortung für sie, doch in Wahrheit fürchtete ich, selbst hineingezogen und verfolgt zu werden. Yu musste das gespürt haben. Kein Wunder, dass sie so ungeduldig und ablehnend reagierte.
Der Meister lehrt uns:
„Wenn du Konflikten begegnest, egal ob du recht hast oder nicht, denkst du: Was habe ich bei dieser Sache Falsches getan? Ist es wirklich so, dass bei mir etwas nicht stimmt? Jeder denkt so, der erste Gedanke ist auf sich selbst und die eigenen Fehler gerichtet. Wer nicht so ist, ist kein wahrer Dafa-Kultivierender. Das ist die Geheimwaffe der Kultivierung und eine Eigenschaft der Kultivierung unserer Dafa-Jünger. Egal, was einem begegnet, man denkt zuerst über sich selbst nach, das heißt eben ,nach innen schauen‘.“ (Was ist ein Dafa-Jünger, 29.08.2011)
Der Lehre des Meisters zufolge sollte ein wahrer Dafa-Praktizierender bei Schwierigkeiten stets zuerst bei sich selbst nachschauen. Obwohl ich mich seit über zwanzig Jahren kultiviere, ist es mir noch nicht gelungen, dies konsequent umzusetzen oder meine menschlichen Anschauungen grundlegend zu verändern.
Ist die Angst vor Verfolgung nicht auch eine Lücke? Warum habe ich solch eine Angst? Während meiner Kultivierung wurde ich mehrfach verhaftet und meine Wohnung wurde durchsucht. Mir wurde bewusst, dass diese Erfahrungen eine tiefe Angst in mir hinterlassen haben. Obwohl ich versuchte, sie zu überwinden, fühle ich mich in schwierigen Situationen noch immer unsicher.
Hat sich die Kommunistische Partei Chinas durch die jahrelange Verfolgung nicht etwa selbst fast zu Fall gebracht? Und sind wir Dafa-Jünger durch Prüfungen nicht gewachsen und immer reifer geworden? Wenn wir weiterhin in der Rolle des Opfers verharren, nähren wir dann nicht selbst unsere Angst und unsere Befürchtungen? Das macht es uns unmöglich, sie wirklich loszulassen! Es ist an der Zeit, unsere Anschauungen grundlegend zu verändern.
Ich erkannte auch meinen verborgenen Wunsch, mich hervorzuheben und anzugeben. Ich hielt mich für erfahrener und weiterentwickelt als andere, weil ich größere Prüfungen durchgemacht hatte. Dahinter verbargen sich Egozentrik, Einflüsse der Parteikultur, Angst vor Herausforderungen und ein Mangel an absolutem Vertrauen in den Meister und das Fa, also zahlreiche menschliche Anschauungen und Anhaftungen. Als ich all dies erkannte, erfüllte mich unendliche Dankbarkeit gegenüber dem Meister! Durch das sorgfältige Arrangement des Meisters konnte ich meine eingefahrenen Anschauungen und Anhaftungen klar erkennen.
Ich habe nun aufgehört, Verfolgung zu fürchten, habe meinen wahren Platz gefunden und all meine Ängste und Befürchtungen abgelegt. Ich bin zutiefst dankbar, ein Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung zu sein – welch große Ehre und welch ein Segen! Mein aufrichtiger Dank gilt auch den Mitpraktizierenden für ihre Unterstützung auf diesem Weg.
Um den Anforderungen eines wahren Kultivierenden gerecht zu werden, sollte man sich von nichts beeinflussen lassen.
Auf meinem weiteren Weg der Kultivierung werde ich jede Gelegenheit zur Erhöhung, die mir der Meister gibt, wertschätzen. Ich werde das Nach-innen-Schauen – dieses kostbare Werkzeug – bewusst nutzen, um meine Anschauungen vollständig umzuwandeln und alle meine Anhaftungen loszulassen, um die drei Dinge gewissenhaft zu erfüllen, dem Titel eines Dafa-Schülers gerecht zu werden, und diesen Weg der Kultivierung wirklich aufrichtig gehen.