(Minghui.org) Im Folgenden möchte ich meinen Mitpraktizierenden meine jüngsten Erfahrungen mitteilen, wie ich Anhaftungen beseitigte.
Ich sah, dass viele Mitpraktizierende nach ihrer grundlegenden Anhaftung suchten und erkannten, wie wichtig es ist, diese zu beseitigen. Deshalb dachte auch ich eingehend darüber nach, wo mein Problem in dieser Hinsicht lag.
Als Kind wuchs ich in einer armen Familie auf. Wenn ich mit meinen Mitschülern spielte, war es mir immer peinlich, dass ich kein Taschengeld hatte. Hinzu kam, dass mein Vater von klein auf sehr streng mit uns war. So begleitete mich stets das Gefühl der Minderwertigkeit. Deshalb war ich von der Schulzeit bis ins Berufsleben hinein bei allem recht gut, doch ich wusste nicht, wie ich mit Menschen umgehen sollte und war auch nicht besonders redegewandt. So wurde ich unter den gewöhnlichen Menschen natürlich kaum wahrgenommen.
Nachdem ich begonnen hatte, mich in Falun Dafa zu kultivieren, gefiel es mir in dieser Gruppe von Kultivierenden sehr. Denn hier wurde ich von anderen respektiert, ohne dass ich mich im Umgang mit ihnen anstrengen musste. Alle konnten offen miteinander sprechen und ich hatte das Gefühl, wahrgenommen zu werden. Deshalb war ich – abgesehen von der Zeit bei der Arbeit – bereit, von früh bis spät in dieser Gruppe zu sein, obwohl ich zu Beginn meiner Kultivierung noch nicht wirklich verstand, was Kultivierung wirklich bedeutet. In der Umgebung der gewöhnlichen Menschen wollte ich am liebsten gar nicht mehr sein. Die Reinheit, Wärme und Harmonie dieses Kultivierungsumfeldes brachten mich dazu, mich weiter zu kultivieren. Zugleich erfuhr ich dort Respekt und konnte ohne jeden Druck mit anderen umgehen. Das war etwas, was ich in der Umgebung der gewöhnlichen Menschen nicht finden konnte. Und darin verbarg sich meine grundlegende Anhaftung: das Bedürfnis, wahrgenommen zu werden.
Außerdem bemerkte ich, dass ich eine subtile Eitelkeit hatte. Bevor die bösartige Verfolgung von Falun Dafa begann, widmete ich meine gesamte Freizeit der gemeinsamen Kultivierung mit anderen Praktizierenden. Dadurch war ich von der Umgebung der gewöhnlichen Menschen losgelöst und fühlte mich dort fehl am Platz. Damals war mir nicht bewusst, dass das schon etwas extrem war. Unbewusst hatte ich das Gefühl, viele aufrichtige Freunde zu haben; mein Inneres war erfüllt und zufrieden; ich war keineswegs so einsam und unbeachtet, wie es den gewöhnlichen Menschen erschien. Hinter dieser Eitelkeit verbarg sich mein Minderwertigkeitsgefühl; oft traten diese beiden zusammen auf.
Obwohl dieses Hindernis mit der Vertiefung meiner Kultivierung immer schwächer wurde und inzwischen nur noch schwach ist, besteht es immer noch. Wegen meiner Erlebnisse in der Kindheit achtete ich sehr darauf, was andere über mich dachten. Deshalb versuchte ich bewusst, mich mit anderen besser zu verstehen, mich selbst hervorzuheben oder mich zu beweisen. Diese Eitelkeit erschien mir selbst ziemlich gewöhnlich und oberflächlich. Wenn ich tiefer grub, erkannte ich, dass ich immer noch hoffte, in dieser Welt Anerkennung und Respekt zu bekommen und so mein Bedürfnis, wahrgenommen zu werden, zu stillen.
Wir sind Dafa-Jünger, die zwar in dieser Welt leben, deren Herz jedoch über das Weltliche hinausgehen soll. Wir haben ein so hohes Ziel und tragen eine so große Verantwortung. All diese menschlichen Anhaftungen müssen so schnell wie möglich beseitigt werden, damit wir unsere Mission noch besser erfüllen können.
Für einen Kultivierenden ist nichts, was ihm begegnet, zufällig. Die Menschen um mich herum sind wie ein Spiegel, in dem ich meine eigenen Mängel erkennen kann. Vor einigen Tagen waren meine Familienangehörigen sehr besorgt und auch ich wurde dadurch innerlich unruhig. Ich sah deutlich ihre Anhaftungen an persönliche Vorteile, ihre Angst, ihre Eitelkeit und ihr ständiges Sorgen um Gewinn und Verlust. Aber als ich auf mich selbst zurückschaute, musste ich mich fragen: War ich nicht genauso?
Als Erstes musste ich mich meiner Anhaftung an persönliche Vorteile stellen. Als meine wirtschaftlichen Verhältnisse gut waren, dachte ich, dass diese Anhaftung bei mir noch recht schwach sei. Doch wenn ich Geld brauchte und mein Einkommen nicht so hoch war, trat sie ganz deutlich hervor. Zum Beispiel rechnete ich im Stillen oft aus, wie hoch mein Lohn in diesem Monat wohl sein würde. Wenn der Lohn ausgezahlt wurde, hatte ich immer eine gewisse Erwartung und hoffte insgeheim, es möge etwas mehr sein, wurde aber jedes Mal enttäuscht. Weil ich diese Anhaftung an persönliche Vorteile hatte, empfand ich sogar einen leisen Groll gegen meine Arbeitgeberin und fand sie ziemlich geizig.
Eigentlich wusste ich, dass diese Anhaftung, ständig Gewinn und Verlust gegeneinander aufzurechnen, beseitigt werden musste. Ich hatte schon viele Male versucht, diese Anhaftung zu beseitigen, und glaubte sogar einmal, ich hätte die Fa-Grundsätze schon verstanden. Ich meinte auch, ich würde Geld bereits leichtnehmen: Es sei nur etwas Äußerliches. Solange es zum Leben reiche, sei es genug. Man sollte die Dinge natürlich geschehen lassen und selbst Verluste sollten einen nicht kümmern. Da meine Arbeitgeberin jeden Tag nur ans Geld dachte und rechnete, wirkte sie innerlich sehr müde, als wüsste sie gar nicht, wofür sie lebte. Ich empfand sogar so etwas wie Barmherzigkeit für sie. Doch als ich heute sah, wie wenig Lohn mir ausgezahlt worden war, entstand bei mir sofort Unmut. Ich konnte ihn weder verdrängen noch unterdrücken. Hätte ich irgendwo anders eine Arbeit gefunden, hätte ich diese am liebsten sofort beendet.
Wenn ich die Frage von Gewinn und Verlust am Fa maß, erkannte ich: Dass ich mehr Geld haben wollte, war eben ein gewöhnliches menschliches Herz. Ich wollte etwas besser und bequemer leben und mir weniger Sorgen machen müssen. In Wirklichkeit lebe ich sehr einfach. Weder beim Essen noch bei der Kleidung habe ich irgendwelche Ansprüche und meine Ausgaben sind nicht groß; an Essen und Kleidung mangelt es mir nicht. Doch weil man in meiner Familie in anderen Bereichen Geld brauchte, machte ich mir Sorgen und dachte über manche ungewissen Dinge nach. Gemessen am Fa erkannte ich, dass ich das Fa noch nicht gut gelernt hatte.
Ein Kultivierender sollte mit den Angelegenheiten der Menschenwelt natürlich umgehen und den Dingen ihren Lauf lassen. Jeder Mensch hat seinen vorbestimmten Weg – wie viel mehr gilt das dann für einen Kultivierenden! Wenn ich mir darüber ständig Sorgen machte, fügte ich mir dann nicht selbst zusätzliche Belastungen zu? War das nicht auch eine Anhaftung? Früher, als meine wirtschaftlichen Verhältnisse besser waren, musste ich beim Geldausgeben nicht nachrechnen. Jetzt lebe ich sparsamer und gebe mein Geld vorsichtiger aus. Natürlich bin ich nicht mehr so unbeschwert wie früher. Aber wenn ich es umgekehrt betrachte: Ist es nicht sogar gut, mit weniger Ausgaben und weniger Genuss die eigene Tugend zu bewahren? Das hilft auch dabei, die Anhaftung an Bequemlichkeit zu beseitigen. Wir müssen nur daran denken, dass wir Dafa-Jünger sind, in unserer Lebensumgebung die Xinxing kultivieren, Falun Dafa bestätigen und die Lebewesen erretten. Alles Übrige wird vom Meister arrangiert. Nur wenn wir die Belastungen und Sorgen der gewöhnlichen Menschen loslassen, können wir im Fa mutig und fleißig vorankommen. Nachdem ich es anhand der Fa-Grundsätze verstanden hatte, verschwand der Schatten in meinem Inneren, und ich wurde viel gelöster.
Ich habe noch eine sehr ausgeprägte menschliche Anhaftung – die Ungeduld. Diese Anhaftung zeigt sich in vielen Bereichen. Ganz gleich, ob bei der Arbeit oder in der Familie, hat sie dazu geführt, dass ich andere unbewusst verletze und Karma erzeuge. Weil sie schon so lange besteht und außerdem noch Elemente der Parteikultur in sich trägt, fiel es mir schwer, sie zu beseitigen. Wenn ich genauer darüber nachdachte, merkte ich, dass sie jedes Mal schnell auftauchte, wenn etwas nicht nach meinem Willen ging oder nicht meinen Vorstellungen entsprach. Ich bemerkte es nicht sofort, bereute es danach sehr, geriet aber beim nächsten Mal wieder unter ihre Kontrolle. Als ich begann, mein eigenes Raumfeld zu reinigen, versuchte ich, sie gezielt zu beseitigen. Doch das Wichtigste war, ihre Wurzel zu finden und zu entfernen. Ich erkannte, dass sich dahinter ebenfalls mein Ego und meine Selbstsucht verbargen: Ich wollte, dass alles meinen Gedanken und Vorstellungen entsprach. Sobald etwas anders war, drängte es mich sofort, mich zu äußern. Mir fehlte es an Verständnis und Nachsicht gegenüber anderen.
Diese Ungeduld richtete wirklich großen Schaden an. Wenn ich bei einem Familienangehörigen, der ebenfalls praktizierte, Probleme in seiner Kultivierung bemerkte, wollte ich ihn sofort darauf hinweisen und hoffte, dass er sich schnell korrigieren würde. Doch weil ich diese Anhaftung hatte, nahm er meine Vorschläge nie an. Am Ende gingen wir beide jedes Mal im Unfrieden auseinander. So etwas wiederholte sich fast alle paar Tage. Keiner von uns beiden erhöhte sich, und zwischen uns entstand sogar eine Trennung.
Im tiefsten Innern war ich mir sehr klar darüber, dass wir dem Bösen keinen Raum geben durften. Dafa-Jünger sollten ein Körper sein und ein gutes Umfeld bilden. Deshalb konnte ich jedes Mal meinen Stolz loslassen und von mir aus wieder mit ihm sprechen. Doch weil die Ungeduld nicht beseitigt war, gingen wir am Ende meist doch wieder im Unfrieden auseinander.
Bis zu dem Tag, an dem ich mich von Herzen entschloss, diese Anhaftung wirklich zu beseitigen, trat eine Wende ein. Ich erinnerte mich daran, stets einen friedlichen Herzenszustand zu bewahren. Zugleich bemühte ich mich, die Elemente der Parteikultur abzulegen, die sich darin zeigten, andere belehren und kontrollieren zu wollen, und meinen mitpraktizierenden Familienangehörigen wirklich zu verstehen, ohne ihn von oben herab anzuleiten. In diesem Prozess entdeckte ich, dass er viele Vorzüge besaß, die mir fehlten. Seine Selbstlosigkeit und Einfachheit waren etwas, woran ich bei Weitem nicht heranreichte. Doch ich hatte immer noch dies und jenes an ihm auszusetzen und reagierte auf vieles, was er tat, ungeduldig und geringschätzig. Das war wirklich beschämend.
Die Kultivierung ist wirklich wundersam. Als ich mein eigenes Problem erkannt hatte, war mein mitpraktizierender Familienangehöriger auf einmal sehr aufgeschlossen und nahm meine Vorschläge an. Kurz darauf erkannte auch er, wie ernst seine eigenen Probleme waren. Ich merkte, wie wichtig die Erhöhung der Xinxing für Dafa-Jünger ist. Wenn wir uns nicht erhöhen, wird das Böse dazwischenfunken, das Umfeld zerstören, in dem Dafa-Jünger miteinander lernen und sich gemeinsam kultivieren, und dadurch ihre weitere Erhöhung behindern.
Diese Ungeduld behinderte mich auch dabei, die Menschen über die wahren Umstände aufzuklären. Wenn ich hörte, dass jemand noch immer fest an die „Selbstverbrennung auf dem Tiananmen-Platz“ glaubte, wurde ich sofort ungeduldig und begann gleich, auf ihn einzureden. Ich sprach weder mit Bedacht noch mit Barmherzigkeit. Ein Gedanke beherrschte mich einfach: Wie kann man nur so verschlossen sein, dass man nicht einmal das weiß? Ich muss dir sofort sagen, was wirklich geschehen ist, und du musst es augenblicklich verstehen. Diese starke, sich aufdrängende Denkweise wurde gerade durch die giftigen Elemente der Parteikultur verursacht, die aus einem starken Ich hervorgingen. Äußerlich wollte ich Menschen erretten, innerlich fehlte mir jedoch die Barmherzigkeit. Eigentlich hätte ich daran denken sollen: Die Lügen der bösartigen KP Chinas haben die Menschen dieser Welt vergiftet. Er hatte noch gar keine Möglichkeit, die wahren Umstände zu erfahren. Wie bedauernswert und wie gefährlich ist das! Dass er heute mir begegnete – war das nicht gerade die Gelegenheit, die mir der Meister gegeben hat, um ihn zu erretten?
Die Menschen dieser Welt warten alle darauf, von uns errettet zu werden. Wenn ich ihre Errettung wegen meiner eigenen Unzulänglichkeit beeinträchtigen würde, wäre das eine sehr große Schuld.
Ich erkannte auch, dass ich noch einen großen Abstand zu den Mitpraktizierenden habe, die auf die Straße gehen und persönlich mit den Menschen über Falun Dafa und die Verfolgung sprechen, um sie zu erretten. Ich wage es nur, den Menschen in meinem eigenen Umfeld etwas davon zu erzählen. Das bedeutet, ich muss in Zukunft noch meine Angst und meine Anhaftung an Bequemlichkeit beseitigen und mich bemühen, es noch besser zu machen.