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Die Entscheidung zwischen Gut und Böse – betrachtet am biblischen Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“

22. April 2026 |   Von Wei Ren

(Minghui.org) Warum gibt es Geschichten, die es wert sind, von Jesus Christus persönlich erzählt zu werden? Werfen wir gemeinsam einen Blick auf das Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“, das Jesus im Neuen Testament im Evangelium nach Lukas berichtet [1]:

Ein Jude zog von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber. Diese nahmen ihm seine Kleider, schlugen ihn halbtot und ließen ihn liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab. Als er den Mann sah, ging er auf der anderen Seite vorüber. Ebenso kam ein Levit an die Stelle, sah ihn und ging ebenfalls auf der anderen Seite vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm. Als er ihn sah, wurde er von Barmherzigkeit bewegt. Er trat hinzu, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann setzte er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag nahm er zwei Denare heraus, gab sie dem Wirt und sagte: „Pflege ihn! Was du noch darüber hinaus ausgibst, werde ich dir bezahlen, wenn ich zurückkomme.“

Als der Priester und der Levit den verwundeten Juden sahen, dachten sie vielleicht: „Was wird mit mir geschehen, wenn ich stehen bleibe und ihm helfe?“ Der Samariter hingegen dachte womöglich: „Was wird aus ihm, wenn ich nicht stehen bleibe und ihm helfe?“

Man muss wissen, dass Priester und Leviten im damaligen Jerusalem religiöse Amtsträger und eine Art Elite unter den Juden waren. Doch der Priester schenkte seinem leidenden Landsmann keinerlei Beachtung und ging einfach vorüber. Im Gegensatz dazu zeigte der Samariter, der von den Juden als Fremder und minderwertig angesehen wurde, Barmherzigkeit und half ohne Rücksicht auf Vorurteile. Das zeigt, dass die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse sowie Recht und Unrecht zu unterscheiden, nicht von Herkunft oder gesellschaftlichem Status abhängt.

Dieses von Jesus erzählte Gleichnis erinnert uns daran, dass wir nicht anhand von „Etiketten“ über Recht und Unrecht urteilen sollten, sondern unser eigenes Gewissen als Maßstab für unser Handeln wählen müssen.

Gleichnis auch heute von großer Bedeutung

Die von Jesus vermittelte Lehre hat auch heute große Bedeutung. Viele Menschen, die nicht daran gewöhnt sind, eigenständig zu denken, neigen dazu, blind den Anweisungen von Vorgesetzten zu folgen, anstatt selbst anhand der Fakten zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Sie glauben lediglich, im Besitz der Wahrheit zu sein. Gegenüber Personen, die von oben mit negativen „Etiketten“ versehen werden, reagieren sie mit Feindseligkeit oder Gleichgültigkeit. Dadurch schwächen sie jedoch ihr eigenes Mitgefühl und ihr Gewissen und machen sich selbst zu Werkzeugen anderer.

Diese „etikettenhafte“ Gleichgültigkeit, wie sie in dem oben erwähnten Gleichnis beim Priester zu sehen ist, zeigt sich auch in der heutigen Gesellschaft.

Seit 1999 haben viele Menschen der Propaganda der Kommunistische Partei Chinas (KPCh) Glauben geschenkt und sich aktiv an der Überwachung, Verhaftung und Misshandlung von Falun-Gong-Praktizierenden beteiligt. Letztere hingegen verlangen von sich selbst, allen Menschen ohne Vorurteile und ohne Groll zu begegnen. Sie bestehen darauf, barmherzig die wahren Umstände zu erklären und das Gewissen sowie die Güte der Menschen zu wecken. Sie orientieren sich dabei nicht an Identität, Reichtum oder Position, sondern begegnen anderen mit Wertschätzung.

Im traditionellen China heißt es: „Eine kleine Wohltat soll mit einer großen Dankbarkeit erwidert werden“ – erst recht, wenn es sich um eine lebensrettende Hilfe handelt. Dankbarkeit ist ein universelles moralisches Prinzip. Auf einer tieferen Ebene ist die Entscheidung zwischen Gut und Böse jedoch nicht nur eine momentane Wahl, denn jede Entscheidung zieht Konsequenzen nach sich. Das folgende Beispiel kann als Warnung dienen.

Qi Qingyuan, Parteisekretär des Dorfes Qishan im Ort Huangzhuang, Bezirk Gangcheng der Stadt Jinan in der Provinz Shandong, hatte einst eine glückliche fünfköpfige Familie. Heute sind davon nur noch eine kranke Großmutter und ihr Enkel übrig, die in einem leeren Haus mit einem teuren Auto leben. Wie konnte eine einst wohlhabende Familie in einen solchen Niedergang geraten?

Im Jahr 1996 litt Qis Ehefrau an schwerer Diabetes und war nicht mehr in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Sie war vollständig auf die Pflege ihres Mannes angewiesen. Später begann sie zusammen mit Dorfbewohnern, Falun Gong zu praktizieren. Bald darauf verschwand ihre Krankheit. Als jedoch 1999 die umfassende Verfolgung von Falun Gong begann, hatte sie Angst und wagte nicht mehr weiter zu praktizieren. Sie gab alle Bücher und Materialien von Falun Gong bei der Polizei ab. Kurz darauf kehrte ihre Krankheit zurück; selbst tägliche Medikamente und Spritzen brachten keine Besserung.

Qi Qingyuan wiederum beteiligte sich, um seine Position zu sichern, aktiv an der Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden, beschimpfte den Begründer von Falun Gong sowie die Kultivierungsschule selbst. Gegenüber der Polizei gab er sogar Anweisungen wie: „Wenn sie [Falun -Gong-Praktizierende] wieder fliehen, erschießt sie einfach! Sperrt sie ins Gefängnis, lasst sie nicht mehr heraus!“

Einst hatte die Familie durch ihren Glauben Nutzen erfahren, doch nun wandte sie sich in fanatischer Weise dagegen. Seit jeher gibt es die Mahnung: „Man sollte eher das Wasser dreier Flüsse aufwühlen, als das Herz eines Kultivierenden zu stören.“ Diese Familie jedoch strebte nur nach kurzfristigem materiellen Gewinn und verstand diese von den alten Chinesen als selbstverständlich angesehene Lehre überhaupt nicht.

Wenn ein Mensch sein Gewissen und seine Dankbarkeit vollständig aufgibt, verliert er nicht nur den Schutz des Himmels, sondern zerstört auch seinen inneren Frieden und den Zusammenhalt seiner Familie.

So anmaßend Qi Qingyuan auch war – eines Tages setzte plötzlich die Vergeltung ein: Im Sommer 2007 wurde er von einem psychisch kranken Dorfbewohner in den Bauch gestochen und starb noch am Tatort im Alter von 52 Jahren. Wenn Menschen glauben, Macht in Händen zu halten und über andere bestimmen zu können, können sie oft nicht vorhersehen, wie zerbrechlich das Leben ist.

Bei seinem Sohn wurde 2016 Krebs im Endstadium diagnostiziert und er verstarb zwei bis drei Monate später im Alter von etwas über vierzig Jahren. Seine Schwiegertochter erkrankte 2019 an Knochenkrebs und verstarb schließlich im Mai 2020.

Heute ist Qis Enkel 24 Jahre alt und leidet an Autismus. Er verbringt den ganzen Tag zu Hause mit Computerspielen und sagt: „Wenn mich noch einmal jemand auffordert, arbeiten zu gehen, springe ich vom Gebäude!“ – Ein Enkel, der eigentlich Freude ins Familienleben hätte bringen können, hat sich nun in die geistige Isolation zurückgezogen.

Und Qis Frau? Aufgrund von Komplikationen durch Diabetes ist ihr Sehvermögen stark eingeschränkt und sie kann sich nicht mehr selbst versorgen. Die Großmutter und ihr Enkel sind auf Essenslieferungen aus dem Dorf angewiesen.

Diese Familie hatte offensichtlich vom Praktizieren von Falun Gong profitiert, entschied sich jedoch, der Propaganda der Regierung zu glauben. Sie wandte sich nicht nur selbst gegen Falun Gong, sondern unterstützte auch aktiv die Polizei, indem sie Tag und Nacht Falun-Gong-Praktizierende im Dorf belästigte, finanzielle Mittel für deren Verfolgung bereitstellte, Praktizierenden das Bewirtschaften von Land untersagte und sogar Bäume, die sie für den Hausbau benötigten, heimlich verkaufte. In vielerlei Hinsicht beteiligte sich die Familie an der Verfolgung.

Sie wussten nicht, dass Menschen zwar die Fähigkeit verlieren können, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, der Himmel jedoch nicht. Im Laufe eines Lebens sollte man daher nicht nur auf kurzfristige Vorteile schauen. Wer hat keine Eltern oder Kinder? Wer hat kein Leben vor und nach dem Tod?


[1] Lukas 10, 30–35; kein wörtliches Zitat