(Minghui.org) Eine Straße in der Nähe meines Hauses verläuft von Süden nach Norden bis in die Vororte und ist gesäumt von Geschäften, Wohnhäusern und einer Schule. Eines Morgens hörte ich laute Stimmen auf der Straße und ging nachsehen, was los war. Ich sah Frau Yuan, die Straßenreinigerin, vor Shanzis Laden schreien und fluchen. Sie behauptete, er sei schuld daran, dass sie ihren Job verloren habe.
Frau Yuans Vorgesetzter hatte sie dafür kritisiert, dass sie in ihrer Straßenreinigungsuniform Gemüse verkaufte. Frau Yuan erklärte, es sei ein Versehen gewesen; sie habe einfach vergessen, sie auszuziehen. Dann kam Shanzi und beschwerte sich, Frau Yuan habe die Straße nicht ordentlich gereinigt. Der Vorgesetzte wurde noch ärgerlicher und kündigte Frau Yuan.
Aufgebracht über den Verlust ihres Jobs fing Frau Yuan vor Shanzis Laden an zu fluchen und zu schreien. Sie warf ihm vor, sich in ihre Angelegenheiten einzumischen und ihr Probleme zu bereiten. Umstehende zeigten Verständnis und baten sie, sich zu beruhigen. Frau Yuan sagte, sie zögere, in ihr Dorf zurückzukehren, weil sie Angst habe, für nutzlos gehalten zu werden, da sie nicht einmal eine Stelle als Straßenkehrerin behalten könne.
Ich sagte: „Sie arbeiten hart und kehren jeden Tag vor Tagesanbruch die Straßen. Jeder sieht es und respektiert Sie. Viele Kinder gehen zur Schule und zurück und es gibt viele Händler auf der Straße. Sie werfen ihren Müll überall hin, was es schwierig macht, die Straße sauber zu halten. Viele Straßenkehrer haben aufgegeben, weil es so anstrengend ist. Warum gehen Sie nicht einfach, jetzt, wo Sie gefeuert wurden?“
Hilflos sagte sie: „1.900 Yuan (239 Euro) im Monat sind nicht viel, aber mehr, als ich mit dem Anbau und Verkauf von Gemüse verdienen würde. Wir haben unsere Gemüsegärten verkleinert, damit ich diese Arbeit hier machen kann. Das restliche Land wurde nicht bepflanzt, also haben es andere für den Gemüseanbau genutzt. Jetzt bekommen wir unser Land nicht mehr zurück.“
Ich sagte: „Sie sind über 60. Ihre Kinder sind verheiratet und brauchen Ihre Hilfe nicht mehr. Sie müssen nur auf Ihre Gesundheit achten und darauf, Ihre Kinder nicht zu belasten. Wenn Sie krank werden, weil Sie ständig wütend sind, müssen Ihre Kinder Sie unterstützen.“
Eine ältere Frau sagte: „Sie hat Recht. Shanzi ist jung und achtet nicht auf seine Worte, doch eigentlich weiß er, dass er im Unrecht war. Er blieb still, als Sie ihn beschimpft haben; warum verzeihen Sie ihm nicht einfach?“
Ich packte gebrauchte Sachen von zu Hause in zwei große Säcke, gab sie ihr und sagte: „Verkaufen Sie doch Gebrauchtwaren, wenn Sie schon nicht die Straße fegen können. Das ist einfacher und Sie müssen nicht früh aufstehen oder sich Gedanken über die Meinung anderer machen.“
In der Straße kehrte endlich Ruhe ein – alle atmeten erleichtert auf.
Doch Frau Yuan kam zwei Tage später zurück. Sie saß auf dem Geländer am Straßenrand, starrte Shanzis Laden an und fluchte unaufhörlich. Man sagte, sie hänge zu sehr am Geld. Mir wurde klar, dass es ihr schwerfiel, nicht wütend zu sein oder zu fluchen, denn sie hatte jetzt einfach zu wenig Geld.
Nichts geschieht zufällig. Da sie nun mal hier war, entschied ich, dass ich ihr die wahren Umstände über Falun Dafa erklären musste. Ich glaube, wenn die Menschen Dafa erst einmal wirklich verstehen, werden sie wissen, was zu tun ist.
Als sie mich auf sich zukommen sah, rief sie laut: „Vielen Dank für die vielen Gebrauchtwaren!“ Ich antwortete: „Gern geschehen. Ich praktiziere Falun Dafa; unser Meister fordert uns auf, in allem, was wir tun, Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu verwirklichen. Ich weiß, dass Sie ein freundlicher Mensch sind und möchte Ihnen helfen. Es ist sehr heiß. Ich begleite Sie nach Hause. Wir können uns unterwegs unterhalten.“ Sie bedankte sich.
Ihr Haus war etwa 600 Meter entfernt. Während wir gingen, erzählte ich ihr, dass Dafa weltweit praktiziert wird und wie es mir geholfen hat, seit ich damit angefangen habe. Ich erzählte ihr auch von Wundern, die Menschen erlebt hatten, nachdem sie rezitiert hatten: „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut.“
Frau Yuan sagte: „Ich bin früh aufgestanden, spät nach Hause gekommen und habe hart gearbeitet, indem ich die Straßen gefegt habe. Trotzdem wurde ich kritisiert. Shanzi hingegen verkauft jeden Tag minderwertiges Essen an Kinder, aber niemand sagt etwas über ihn.“
Ich erklärte ihr das Prinzip „Ohne Verlust kein Gewinn“, das der Meister lehrt, und gab ihr einige Beispiele davon, wie ich in meiner Arbeit Verluste hinnehmen musste. Ich sagte: „Ich bin Falun-Dafa-Praktizierende, darum tue ich, was der Meister verlangt, und halte mich an die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Ich mache oft Überstunden, ohne um zusätzlichen Lohn zu bitten. Die Leute lachen mich aus, weil ich keinen Cent mehr verdiene.
Aber ich bin gesund und benötige seit über 20 Jahren keine Medikamente mehr. Mein Kind ist genauso gütig wie ich. Es arbeitet fleißig und wurde an einer guten Universität angenommen. Finden Sie es nicht gut, dass ich für meine Arbeit Opfer bringe? Was diejenigen betrifft, die uns manchmal schlecht behandeln: Vielleicht haben wir in einem früheren Leben Schlechtes getan und stehen nun in der Schuld dieser Menschen? Haben Sie schon einmal von Samsara [dem sechsfachen Pfad der Wiedergeburt] gehört? Wenn wir jemandem etwas schulden, kann es sein, dass er es in diesem Leben einfordert. Wenn wir das ertragen, wird die Angelegenheit auf diese Weise geregelt.“
Ich fuhr fort: „Natürlich ist es falsch, dass Shanzi und andere Kinder minderwertiges Essen verkaufen. Die Menschen sind vom Atheismus beeinflusst und verstehen nicht, dass alles im Leben vergänglich ist. Es gibt heutzutage so viele Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Katastrophen. Manche Leute glauben, dass sie geschehen, weil der Himmel die Menschen bestraft. Den Menschen fehlt es an Moral. Sie sind nur auf Geld aus und kümmern sich nicht darum, ob sie anderen schaden. Menschenleben werden in Gefahr sein, wenn das so weitergeht. Der Meister möchte, dass wir den Menschen die wahren Umstände erklären und sie erretten.“
Ich erklärte ihr, wie wichtig es ist, die Kommunistische Partei Chinas und die ihr angeschlossenen Organisationen zu verlassen. Aufgrund meiner Erklärungen beschloss sie, aus den Jungen Pionieren auszutreten.
Als ich Frau Yuan später wieder traf, lächelte sie und sagte: „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut.“ Ich fragte sie, wie es ihr gehe. Sie erzählte, sie habe etwas Gutes getan. Auf dem Heimweg vom Gemüseverkauf hatte sie eine Handtasche gefunden. Darin befanden sich ein Handy, ein paar Hundert Yuan und eine Packung Zigaretten im Gesamtwert von etwa 1.000 Yuan. „Ich habe Ihren Rat befolgt und die Tasche nicht behalten“, sagte sie.
Sie bat ihren Sohn, mit dem Handy den Besitzer ausfindig zu machen. Dieser kam, um die Sachen abzuholen und wollte ihr ein paar Hundert Yuan geben. Sie lehnte ab und sagte, wenn sie es nur auf sein Geld abgesehen hätte, hätte sie ihm seine Sachen doch nicht zurückgegeben.
Anerkennend hob ich den Daumen und sagte: „Das ist toll! Sie haben nicht nur etwas Gutes getan und Tugend erhalten, sondern auch einen Freund gewonnen. Er wird Ihnen bestimmt helfen, wenn Sie in Zukunft etwas brauchen.“
„Es wäre schlecht gewesen, wenn Sie die fremden Sachen nicht zurückgegeben hätten“, fügte ich hinzu. „Die Praktizierenden meinen, das hätte Sie De gekostet.“ Das Schicksal und der Reichtum eines Menschen hängen davon ab, wie viel Tugend er besitzt. Mit viel Tugend hat man stets Glück, die Geschäfte laufen reibungslos, die Kinder sind in der Schule erfolgreich und die Familie lebt harmonisch zusammen. Wer zu wenig Tugend hat, bleibt sein Leben lang arm. Selbst Betteln ist schwierig, wenn man keine Tugend zum Tauschen hat.“ Sie verstand sofort und sagte: „Ich weiß, dass Tugend wichtig ist. In Zukunft werde ich nie wieder etwas tun, das mich Tugend kostet.“