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Unsere Fa-Lerngruppe trifft sich seit 30 Jahren

6. April 2026 |   Von einem Falun-Dafa-Praktizierenden in China

(Minghui.org) Unsere Fa-Lerngruppe besteht nun schon seit 30 Jahren. In dieser Zeit ist ein gewöhnlicher Mensch von einem Teenager zu einem Mann im mittleren Alter herangereift. Die Dafa-Schüler haben in diesen drei Jahrzehnten den Übergang von der persönlichen Kultivierung zu Jüngern in der Zeit der Fa-Berichtigung geschafft und die außergewöhnliche Verbreitung von Dafa auf der ganzen Welt miterlebt.

Gründung unserer Fa-Lerngruppe

Am 22. Mai 1995 begann ich, Falun Dafa zu praktizieren. In der ersten Zeit ging ich besonders gerne zum Übungsplatz und machte dort bei den morgendlichen Gruppenübungen mit. Damals dachte ich, es sei ein gewöhnliches Qigong zur Heilung und Verbesserung der Gesundheit. Nach etwa einem Monat ermutigte mich der ehrenamtliche Betreuer des Übungsplatzes, einen neuen Übungsplatz in der Nähe meines Wohnortes einzurichten. Als Neuling verstand ich nicht viel von der Praxis und wusste auch nicht, wie man einen Übungsplatz einrichtet. Also lehnte ich ab. Der Betreuer bestand jedoch darauf und gab mir ein Transparent mit der Aufschrift „Wahrhaftigkeit, Güte, Nachsicht“ und eine Fahne mit dem Falun-Emblem.

Und so suchte ich in meiner Nachbarschaft einen passenden Platz und entschied mich schließlich für ein großes unbebautes Grundstück am Straßenrand. An einem Wochenende war ich um 5 Uhr morgens zum ersten Mal am Übungsplatz. Ich hängte einfach das Transparent und die Fahne auf, ohne dass ich wusste, ob jemand kommen würde. Zu meiner Überraschung erschienen an diesem Tag mehr als 30 Leute. Später kamen über 100 Menschen zum Üben hierher. Jeden Morgen erklang die melodische Übungsmusik und kündigte den Beginn eines neuen Tages an.

Über einen Monat später hörte ich am Übungsplatz plötzlich eine kristallklare Stimme im Ohr: „Du hältst die Menschen zurück.“ Vor Schreck kamen mir die Tränen, denn ich wusste nicht, was ich getan hatte, um die Menschen zurückzuhalten. In diesem Moment kam ein Mitpraktizierender und erzählte mir, dass andere Betreuer auch tägliche Fa-Lerngruppen organisieren würden. Auf einmal war mir klar, was los war. Und so kümmerte ich mich schnell darum, eine Fa-Lerngruppe zu organisieren. Ein Praktizierender stellte uns einen geräumigen Unterrichtsraum an seinem Arbeitsplatz zur Verfügung. Jeden Abend lernten dort über 70 Praktizierende das Fa. Unsere Stimmen beim gemeinsamen Lesen hallten durch den gesamten Fabrikkomplex.

Später stand uns der Unterrichtsraum nicht mehr zur Verfügung, deshalb teilten wir uns in kleinere Lerngruppen bei uns zu Hause auf. Ich schloss mich einer Gruppe im Haus eines Mitpraktizierenden an, einem einstöckigen Haus. Etwa 17 von uns trafen sich dort regelmäßig. Wenn wir im Sommer bei offenen Fenstern und Türen gemeinsam lasen, wurden Passanten angezogen, die uns zusahen und zuhörten – eine wirklich bemerkenswerte Szene.

In unserer Gruppe war eine Mutter mit ihrem zweijährigen Kind, die älteste Teilnehmerin war eine Praktizierende in den Achtzigern. Zwei ältere Praktizierende waren Analphabeten, sie hörten anfangs nur zu, wie andere vorlasen. Später hielten sie die Bücher in den Händen und folgten den Schriftzeichen, wobei sie ungefähr wussten, in welcher Zeile wir lasen. Mit der Zeit spürten sie, dass die Worte eines nach dem anderen in ihr Bewusstsein drangen. Schließlich konnten sie das Zhuan Falun und alle anderen Schriften des Meisters lesen. Wir alle wurden Zeugen der Außergewöhnlichkeit von Dafa.

Zu dieser Zeit traf sich unsere Lerngruppe täglich, mit Ausnahme der Feiertage zum chinesischen Neujahr. Wir hatten zwei Treffen zu unterschiedlichen Zeiten: Praktizierende im Ruhestand trafen sich tagsüber, während die im Beruf tätigen Praktizierenden am Abend kamen. Wir lernten voneinander und verglichen uns, auf diese Weise machten wir gemeinsam Fortschritte und erhöhten uns ständig. Jeder sprach offen über seine Herausforderungen im Alltag sowie über seine Erkenntnisse aus der Perspektive des Fa. Unsere Fa-Lerngruppe wurde wirklich zu einem reinen Land. Das konzentrierte Fa-Lernen über vier Jahre hinweg legte eine solide Grundlage für die spätere Kultivierung während der Zeit der Fa-Berichtigung und Errettung der Lebewesen.

Inmitten von Stürmen beharrlich bleiben

Nachdem das kommunistische Regime Chinas am 20. Juli 1999 begonnen hatte, Falun Dafa zu verfolgen, nahmen einige Praktizierende aus Angst vor möglichen Folgen nicht mehr am gemeinsamen Fa-Lernen teil. Aber einige standhafte Praktizierende trafen sich weiterhin, um das Fa zu lernen und sich auszutauschen. Manche von uns gingen auch nach Peking und setzten sich dort für Falun Dafa ein. Diejenigen, die nicht nach Peking gingen, ermutigten sich gegenseitig.

Unsere Fa-Lerngruppe war der Polizeistation vor Ort und dem Wohnkomitee bekannt. Eines Tages rief der Leiter der Polizeistation den langjährigen Praktizierenden, bei dem wir uns trafen, an und verlangte, dass er die Dafa-Bücher und Porträts von Meister Li aushändigte. Der Praktizierende weigerte sich, ging aber zur Polizeistation und erklärte dem Beamten, wie gut Dafa sei und wie die Praxis seine Krankheiten geheilt und seine Gesundheit wiederhergestellt habe. Er bot dem Polizisten auch einen Dafa-Flyer an. Sein weises und würdevolles Verhalten löste die Schwierigkeit auf und der Polizeichef erlaubte ihm, nach Hause zurückzukehren.

Im Jahr 2000 starteten wir eine groß angelegte Aktion, bei der wir Informationsmaterialien verteilten und Spruchbänder mit Informationen über Falun Dafa aufhängten. Obwohl wir eine große Menge Materialien verteilten, handelten wir rational und mit Klarheit, daher wurde auch niemand verfolgt.

Kultivierung der Gedanken und des Charakters

Langwierige Auseinandersetzungen zwischen den Praktizierenden waren in unserer Fa-Lerngruppe sehr selten. Bei Rückschlägen konzentrierten sich alle darauf, eine Lösung zu finden, sich gegenseitig zu unterstützen und zu ergänzen. Jeder ging seinen eigenen Weg, das Fa zu bestätigen.

In den letzten drei Jahrzehnten wurde das einstöckige Haus abgerissen, in dem wir unsere erste Fa-Lerngruppe hatten. Während des Neubaus der Wohnung mietete der Eigentümer eine andere Wohnung an, damit wir uns weiterhin treffen konnten. Drei Jahre später zogen wir in seine neue Wohnung um; seitdem trifft sich die Gruppe dort.

Das kleine zweijährige Mädchen, das mit seiner Mutter unsere Gruppe besuchte, ist inzwischen erwachsen. Als die Kleine in der Grundschule war, weigerte sie sich, den Jungen Pionieren beizutreten. Auch in der Mittelschule widersetzte sie sich mit starken aufrichtigen Gedanken der Forderung ihrer Lehrerin, der Jugendliga beizutreten. Selbst an der Hochschule, als der Präsident sie drängte, es sich noch einmal zu überlegen, brachte sie entschlossen ihre Überzeugung zum Ausdruck und lehnte einen Parteieintritt ab.

Eine ältere Praktizierende in unserer Gruppe kultivierte sich fleißig und verpasste keine Gelegenheit, ihre Xinxing zu erhöhen, sei es bei Krankheitskarma oder bei Familienkonflikten. Als sie ihre Familie in einer anderen Stadt besuchte, bemerkte sie in einer Wohnsiedlung große Plakatwände, auf denen Falun Dafa verleumdet wurde. Als einzige Praktizierende in der Gegend verhinderte sie es, dass diese Botschaften die Gedanken der Menschen vergifteten. Sie erinnerte sich dabei an die Worte des Meisters aus „Die aufrichtigen Gedanken der Dafa-Jünger sind mächtig“ (24.03.2011, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)

Mit ganzem Herzen konzentrierte sie sich darauf, die verleumderischen Inhalte mit aufrichtigen Gedanken innerhalb von drei Tagen zu entfernen – und hatte Erfolg. Als danach in der Nähe neue Plakate mit ähnlichen Inhalten aufgehängt wurden, behandelte sie die Situation wieder mit aufrichtigen Gedanken. Und auch diesmal wurde die Plakate innerhalb weniger Tage entfernt.

Eine Atmosphäre des Lernens und Nach-innen-Schauens

Ein besonders wertvoller Aspekt unserer Fa-Lerngruppe ist die minimale interne Reibung. In all den Jahren haben wir eine Atmosphäre des gegenseitigen Lernens und der Selbstreflexion geschaffen. Jeder von uns hat seine Stärken, aber auch Bereiche, in denen er sich erhöhen muss. Bei gemeinsamen Aktivitäten stellt jeder seine persönlichen Interessen zurück, um die Integrität unseres Umfelds zu wahren.

Anfangs war ich für den Transport der Materialien für die Gruppe verantwortlich. Nachdem ich unrechtmäßig verhaftet worden war, war unklar, wer diese Arbeit übernehmen könnte. In diesem kritischen Moment bot sich der bescheidenste Praktizierende unter uns an und übernahm diese Verantwortung.

Ich hoffe aufrichtig, dass die Mitpraktizierenden die Umgebung in der Fa-Lerngruppe schätzen, damit sie den Meister bei der Fa-Berichtigung noch wirkungsvoller unterstützen können.