(Minghui.org) Ich kultiviere mich seit mehr als zwei Jahrzehnten im Falun Dafa; doch es ist bedauerlich, dass mir der wahre Durchbruch erst in den letzten Jahren gelungen ist, während ich nach innen schaute. Ich möchte einige meiner Kultivierungserfahrungen aus dem Jahr 2025 mit meinen Mitpraktizierenden teilen.
Als meine Tochter alt genug war, half ich ihr dabei, das Fa zu lernen. Als Kind hatte sie ein sanftes Wesen und war in der Schule sehr erfolgreich. Ich weiß, dass all diese Segnungen vom Dafa herrührten. Sie wurde an einer hervorragenden Universität aufgenommen und ging zum Studium in eine andere Stadt.
Da sie nun nicht mehr zu Hause lebte, tauchte meine Tochter allmählich tief in die Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen ein und legte sich Angewohnheiten zu wie das ständige Spielen am Handy sowie spätes Zubettgehen und spätes Aufstehen. Sie hörte auf, das Fa zu lernen, und hörte sich während ihrer Zeit an der Universität nur noch die Audio-Vorträge an. Wenn sie in den Semesterferien nach Hause kam, lernte sie nur selten das Fa. Meine Ermahnungen zeigten kaum Wirkung bei ihr. Soweit ich mich erinnern kann, schrieb sie nach Beginn ihres Studiums lediglich ein einziges Mal den Gedichtband Hong Yin VI ab.
Zu sehen, wie sich meine Tochter immer weiter von der Kultivierung entfernte, bereitete mir großen Kummer, und ich fühlte mich hilflos.
Ich reflektierte über meine eigenen Unzulänglichkeiten, die möglicherweise zu dem Zustand meiner Tochter beigetragen hatten, und erkannte, dass ich sie nicht wirklich richtig angeleitet hatte. Wir hatten zwar gemeinsam das Fa gelernt, uns aber nur selten über die Erhöhung unserer Xinxing ausgetauscht. Tatsächlich hatte ich selbst nicht wirklich verstanden, wie man sich richtig kultiviert. Ich unterlag dem Irrtum, dass die Erledigung von Arbeiten für Dafa bereits Kultivierung ist, und nutzte dies sogar als Maßstab dafür, ob sich jemand fleißig kultivierte.
Aufgrund des Einflusses meines eigenen Kultivierungszustandes verharrte auch die Kultivierung meiner Tochter auf einer eher oberflächlichen Ebene. Daher war es nicht verwunderlich, dass sie – als sie nicht mehr unter der Aufsicht eines erwachsenen Praktizierenden stand – allmählich das Interesse an der Kultivierung verlor und ihr Kultivierungszustand inmitten der gewöhnlichen Gesellschaft abfiel.
In der Vergangenheit hatte ich mich stets auf die Unzulänglichkeiten meiner Tochter konzentriert. Als ich jedoch endlich wirklich nach innen schaute, erkannte ich, dass ich es versäumt hatte, die Dinge aus ihrer Perspektive zu betrachten und mich in ihre Lage zu versetzen. Seit meine Tochter in die Grundschule kam, sah sie sich mit verschiedenen Prüfungen konfrontiert. Eine bestand in der Pflicht, in der Grundschule das rote Halstuch der „Jungen Pioniere“ zu tragen; eine andere war der Beitritt zum Kommunistischen Jugendverband während der Oberschulzeit. Damals meisterte sie diese Situationen sehr gut und entsprach dem Maßstab einer Kultivierenden. Selbst als ihre Lehrerin sie fragte, warum sie trotz ihrer hervorragenden Noten noch immer nicht dem Jugendverband beigetreten sei, erklärte meine Tochter ihr aufrichtig ihren Glauben. Vielleicht, weil ihre Xinxing auf ihrer Ebene bereits den erforderlichen Maßstab erfüllt hatte, zeigte die Lehrerin ihr gegenüber nicht nur keinerlei Vorurteile, sondern riet ihr sogar, das Thema nicht mit ihren Mitschülern zu besprechen, um unnötigen Ärger zu vermeiden.
Zudem wurde ich einmal verhaftet, während ich die wahren Umstände erklärte; dies setzte auch meine Tochter unter enormen Druck. Sie war damals noch sehr jung und ihr Verständnis des Fa war noch nicht tiefgründig. Hinzu kam, dass die heutige Gesellschaft voller schillernder Ablenkungen und Versuchungen steckt. Wie sollte meine Tochter diesen wohl widerstehen können?
Während jener Sommerferien teilte ich meine neuen Erkenntnisse mit meiner Tochter und sagte: „Du bist so ein gutes Mädchen. Ich habe es versäumt, dich richtig anzuleiten, und das tut mir zutiefst leid. Ich schäme mich sehr dafür.“ Während ich sprach, versagte mir vor lauter Emotionen die Stimme. Diesmal erklärte sich meine Tochter endlich bereit, das Fa zu lernen.
Obwohl sie zugestimmt hatte, war ihr Widerstand immer noch beträchtlich. Sie konnte einfach nicht aufhören, sich Videos auf ihrem Handy anzusehen – ob beim Gehen oder beim Sitzen, das Handy hielt sie stets in der Hand. Ich erinnerte sie mehrmals daran, doch sie konnte sich einfach nicht dazu durchringen, das Zhuan Falun zur Hand zu nehmen.
Lächelnd legte ich das Buch auf den Tisch direkt vor sie hin und sagte: „Wie wäre es, stattdessen das Lunyu auswendig zu lernen?“ Anschließend setzte ich mich hin, um aufrichtige Gedanken auszusenden. Danach fragte ich sie: „Wie viele Absätze hast du schon auswendig gelernt?“
Sie sagte: „Alle.“ Ich stellte sie auf die Probe, und tatsächlich: Abgesehen von einem kleinen Zögern im letzten Absatz rezitierte sie die ersten drei Absätze fließend – Wort für Wort.
Ich sprach ihr Mut zu und sagte: „Du bist wirklich großartig! Du musst dich gut kultivieren, dann wird deine Zukunft wahrlich strahlend sein.“ Meine Tochter hatte das Fa seit einigen Jahren nicht mehr auswendig gelernt. Doch als ich mich selbst kultivierte und nach innen blickte, begann auch sie, sich zu verändern. Es ist bedauerlich, dass ich zuvor nicht wirklich gewusst hatte, wie man sich richtig kultiviert.
Es gab noch eine weitere Situation, die ich mir genauer ansehen musste. Meine Tochter hatte begonnen, sich mit einem Jungen zu treffen, der ein Mitschüler aus der Oberschulzeit war. Seine familiären Verhältnisse waren durchschnittlich und sein Bildungsgrad war nicht so hoch wie ihrer. Zunächst machte ich mir darüber keine großen Gedanken. Ich war der Ansicht: Selbst, wenn seine Familie nur über bescheidene Mittel verfügte, könnten die beiden durch eigene Anstrengung dennoch ein anständiges gemeinsames Leben aufbauen.
Doch ich begann, mich unwohl zu fühlen, als ich hörte, dass die Kinder anderer Leute hervorragende Partner gefunden hatten – entweder aus wohlhabenden Familien stammend oder solche, die viel Geld verdienten. Ich empfand ein gewisses Mitleid mit meiner Tochter. Meine Tochter ist attraktiv und gut ausgebildet; sie sollte doch sicherlich jemanden finden, der besser zu ihr passte.
Eine Zeit lang war ich voller zwiespältiger Gefühle. Einerseits hatte ich das Gefühl, dass meine Tochter ein Mensch war, der Wert auf Loyalität und Zuneigung legte – ganz im Gegensatz zu vielen jungen Menschen von heute, die hauptsächlich materiellem Genuss nachjagen und dem Geld eine allzu große Bedeutung beimessen. Andererseits sorgte ich mich, dass ihr Leben an der Seite dieses jungen Mannes schwierig werden und sie womöglich nicht glücklich werden würde. Nachdem ich mehrmals tief nach innen geschaut hatte, erkannte ich, dass diese Denkweise auch meine grundlegende Anhaftung widerspiegelte: das Streben nach einem glücklichen und bequemen Leben.
Ursprünglich hatte ich begonnen, Falun Dafa zu praktizieren, weil ich das Gefühl hatte, das Leben sei voller Leid. Ich wollte den Kreislauf der Reinkarnation in der Menschenwelt nicht länger fortsetzen, sondern diese sterbliche Sphäre transzendieren und die Erlösung im ewigen Leben suchen.
Als ich anderen Praktizierenden erzählte, auf welche Weise ich den Weg der Kultivierung beschritten hatte, meinten sie sogar, meine Absicht sei recht rein gewesen, da sie nicht vom Streben nach Heilung von Krankheiten motiviert gewesen sei. In Wirklichkeit verbarg sich jedoch hinter diesem Gedanken eine Anhaftung, die ich noch nicht erkannt hatte: ein Verlangen nach einem unbeschwerten und bequemen Leben.
Als ich später den Artikel des Meisters Der Vollendung entgegen las, erkannte ich meine grundlegende Anhaftung klarer. Nachdem ich die Prinzipien des Fa verstanden hatte, wurde mir klar, dass ich das Leben meiner Tochter nicht kontrollieren konnte. Es wird durch die Menge an Tugend und Karma bestimmt, die sie in sich trägt. Alles, was ich tun kann, ist, meine eigenen Anhaftungen im Einklang mit den Anforderungen des Fa loszulassen. Alles Übrige wird vom Meister arrangiert.
Obwohl ich die Prinzipien verstanden hatte, bedeutete dies nicht, dass meine Anhaftungen tatsächlich verschwunden waren. Durch die Änderung meiner Denkweise ist meine gegenwärtige Haltung nun die, dass alles, was meine Tochter betrifft, in den Händen des Meisters liegt. Solange unser familiäres Umfeld ihre Kultivierung unterstützt, ist das ausreichend. Ich sollte die Dinge ihren natürlichen Lauf nehmen lassen.
Ganz gleich, wie gut man in dieser Welt lebt, es währt höchstens hundert Jahre und zieht im Nu vorüber. Doch das große Gelübde zu vergessen, das man vor der Ankunft hier abgelegt hat, würde ewiges Bedauern und tiefe Reue nach sich ziehen.
Ich hoffe, dass ich in Zukunft durch das Fa-Lernen und die ernsthafte Kultivierung meine Anhaftungen ablegen, stärkere aufrichtige Gedanken entwickeln und es noch besser machen kann. Zudem hoffe ich, den Lebewesen, mit denen ich eine Schicksalsverbindung habe, einen guten Kultivierungszustand zu zeigen, damit sie die Schönheit des Dafa erkennen und vom Meister errettet werden können.