(Minghui.org) Ich hörte anderen Praktizierenden zu, wie sie ihre grundlegenden Anhaftungen identifizierten, konnte aber meine nicht finden. Ich fragte mich: „Warum habe ich angefangen, die Dafa-Bücher zu lesen?“
Die Antwort war, dass ich gehört hatte, man könne durch das Praktizieren von Dafa in die Welt der Gottheiten gelangen. Als ich dann das Zhuan Falun zu lesen begann, erkannte ich, dass meine grundlegende Anhaftung mein Wunsch war, ein göttliches Wesen zu werden, ein freies Leben wie die legendären Acht Unsterblichen zu führen, überallhin zu reisen, sorglos und ungezwungen.
Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, wurde ich immer dann passiv, wenn es mir nicht gelang, die drei Dinge gut zu tun, oder wenn ich Mühe hatte, eine Anhaftung loszulassen. Ich dachte dann immer: „Es ist vorbei – es gibt keine Hoffnung für mich, in der Kultivierung erfolgreich zu sein.“ Ich fühlte mich deprimiert und ängstlich. Umgekehrt dachte ich, wenn ich es gut machte: „Da ich beharrlich die drei Dinge tue, sollte ich gute Chancen haben, in der Kultivierung erfolgreich zu sein.“
Meine Sorgen darüber, ob ich in der Kultivierung erfolgreich sein könnte, wurden zu meiner größten Last. Obwohl der Meister mich viele Male erleuchtete, dass ich letztlich Erfolg haben würde, wenn ich mich gut kultivierte, dachte ich dennoch: „Was, wenn ich scheitere? Es wird dann keine weitere Chance geben.“ Dem Meer des Leidens zu entkommen, war also meine Hauptmotivation, um die drei Dinge zu tun.
Nachdem ich diese Anhaftung erkannt hatte, gelang es mir endlich, meine Besessenheit loszulassen, in der Kultivierung erfolgreich zu sein. Meine Motivation für die Kultivierung veränderte sich. Ich verstand, dass Kultivierung bedeutet, sich selbst zu stählen, das Fa zu bestätigen und dem Meister zu helfen, Lebewesen zu retten. Menschen zu retten, ist das vorrangige Ziel, und das kann ich nur dann wirklich erreichen, wenn ich mich selbst gut kultiviere.
Damit dachte ich, ich hätte meine grundlegende Anhaftung gefunden, doch dann geschah etwas, das eine weitere offenbarte.
In den ersten Jahren der Verfolgung, kurz nachdem ich meinen Abschluss gemacht hatte und mit dem Praktizieren von Dafa begonnen hatte, stellte mir ein Mitschüler einen jungen Mann vor. Ich war sehr angetan von ihm. Unsere Familien befürworteten die Verbindung. Er überschüttete mich mit süßen Worten und Geschenken.
Obwohl ich in meinem Verhalten den hohen moralischen Maßstab einer Praktizierenden einhielt, genoss ich die Aufmerksamkeit, auch wenn sein Verhalten mir manchmal etwas seltsam vorkam. Unsere Beziehung endete dramatisch, als er abrupt Schluss machte.
Ich empfand das als ungerecht und konnte nicht verstehen, warum es dazu gekommen war. Damals dachte ich, dass ich gut zu ihm passen würde. Ich hatte in dieser Zeit bessere Aussichten abgelehnt, nur um mit ihm zusammen zu sein. Tatsächlich glaubte ich, wir hätten zusammen glücklich sein können. Doch dann endete die Beziehung plötzlich.
Als die Verfolgung immer intensiver wurde, machte ich mir immer weniger Gedanken darüber. Ich wurde obdachlos und musste umherziehen. Meine ganze Zeit widmete ich den drei Dingen und beteiligte mich an den Bemühungen, über Falun Dafa aufzuklären und die Verfolgung offenzulegen – ich druckte Materialien, führte Telefonate und übernahm diverse weitere Aufgaben. Ich glaubte, die Beziehung hinter mir gelassen zu haben. Tatsächlich hatte ich sie jedoch nur verdrängt, weil ich so beschäftigt war. Ähnlich wie beim Krankheitskarma kehrt eine Anhaftung, wenn sie nicht wirklich beseitigt ist, früher oder später wieder zurück.
Diese Erinnerungen kehrten kürzlich zurück und ich weinte, als ich mich an die Vergangenheit erinnerte. Zunächst dachte ich, es liege an der Anhaftung an Lust und Begierde und sandte aufrichtige Gedanken aus, um die Lust zu beseitigen. Doch das funktionierte nicht, ich konnte meine Gefühle nicht unterdrücken. Die Methoden, die ich zuvor angewandt hatte, um die Begierde zu beseitigen, waren dieses Mal wirkungslos.
Durch die Erleuchtung des Meisters erkannte ich schließlich, dass es sich um eine weitere grundlegende Anhaftung handelte: das Streben nach „Glück“ und „einem guten Leben“ in der menschlichen Welt. Ich war von den Märchen beeinflusst, die ich als Kind gelesen hatte, in denen Prinz und Prinzessin glücklich bis ans Ende ihrer Tage lebten. Dieses Konzept war in meinem Geist verwurzelt, sodass ich tief verletzt war, als mir das Glück genommen wurde.
Später erfuhr ich, dass der junge Mann ernsthafte Charakterfehler hatte und seine wahre Natur verbarg. All sein gutes Verhalten war lediglich eine Tarnung. Da wurde mir klar, dass mich der Meister davor bewahrt hatte, ihn zu heiraten. Andernfalls wären die Folgen katastrophal gewesen.
Als mir das klar wurde, brach mir kalter Schweiß aus. Das war knapp gewesen. Ich begann, aufrichtige Gedanken auszusenden, um dieses Streben nach dem sogenannten „Glück“ zu beseitigen und die illusorischen „süßen“ Erinnerungen zu tilgen.
Mir wurde bewusst, dass diese Gefühle ein mit Honig überzogenes Gift waren, das die alten Mächte einsetzten, um mich zu zerstören. Allmählich gelangte ich aus diesem Zustand heraus. Als ich Mitpraktizierenden erzählte, was passiert war, erklärten sie mir, dass „Glück“ illusorisch und von den alten Mächten erschaffen worden sei. Eine tatsächliche Situation müsse nicht so sein. Die schlechte Seite hätte ich überhaupt nicht gesehen, weil sie von den alten Mächten verdeckt worden sei.
Daraufhin dachte ich, ich hätte meine grundlegenden Anhaftungen endlich beseitigt. Doch eines Tages erinnerte ich mich daran, dass ich beim ersten Durchlesen des Zhuan Falun das Gefühl gehabt hatte, dass das, was der Meister sagte, wahr und logisch sei, weil Dinge wie das Himmelsauge und Hellsehen durch die moderne Wissenschaft bewiesen seien.
Viele Demonstrationen übernatürlicher Fähigkeiten in der Gesellschaft wurden wissenschaftlich anerkannt. Also dachte ich, dass die Worte des Meisters richtig seien und ich daher weiter praktizieren könne.
Plötzlich verstand ich, dass auch dies eine weitere grundlegende Anhaftung war. Ich akzeptierte das Fa nur, weil es mit meinen wissenschaftlichen Überzeugungen übereinstimmte. Wenn ich diese Vorstellungen nicht hätte, würde ich dann wirklich an das Fa glauben, ohne dass ich etwas anderes bräuchte, um zu beweisen, dass der Meister Recht hat?
Jahrelang hatte ich das Gefühl, dass mein Glaube an den Meister und das Fa nicht fest verankert war, aber es kam mir nie in den Sinn, dass mein Glaube von meinem Vertrauen in die Wissenschaft beeinflusst war. Diese Denkweise durchdringt jeden Aspekt des modernen Lebens, wodurch es schwierig ist, sie zu erkennen und vom eigenen wahren Selbst zu trennen. Es ist, als wäre ich von einer Hülle umgeben – wenn diese Hülle nicht vollständig beseitigt wird, kann meine wahre Natur nicht zum Vorschein kommen.
Ich bleibe optimistisch. Ich glaube, dass ich – da der Meister mich darauf hingewiesen hat – angeleitet werde zu unterscheiden, was ein wissenschaftliches Konzept ist, und diese Elemente nach und nach beseitigen kann. Es braucht nur Zeit und einen Prozess.
So ist mir klar geworden, dass die moderne Wissenschaft in gewissem Sinne eine Sekte ist. Meine derzeitige Erkenntnis bedeutet nur, dass ich dieses Problem verstanden habe; bis zur tatsächlichen Beseitigung dieser wissenschaftlichen Anschauungen besteht noch ein Abstand. Ich werde weiterhin daran arbeiten, alle wissenschaftlichen Elemente zu erkennen, aufrichtige Gedanken aussenden, um sie zu beseitigen, und mich in der zukünftigen Kultivierung wirklich reinigen.
Meine Erkenntnisfähigkeit ist begrenzt. Erst nach so vielen Jahren der Kultivierung habe ich meine grundlegenden Anhaftungen verstanden. Dies sind meine jüngsten Erkenntnisse. Da meine Ebene begrenzt ist, bitte ich freundlich darum, mich auf alles Unangemessene hinzuweisen.