(Minghui.org) Ein Mann aus dem Kreis Qianguo in der Provinz Jilin legte gegen eine rechtswidrige Haftstrafe von 7,5 Jahren Berufung ein. Er war ins Visier der Behörden geraten, weil er Falun Dafa praktiziert.
Leng Zhenhui wurde am 10. Oktober 2025 verhaftet, nachdem die Polizei auf ihn aufmerksam geworden war, weil er während eines Chats auf WeChat (einer Social-Media-Plattform) Falun Dafa erwähnt hatte. Die Beamten orteten ihn über sein Mobiltelefon und nahmen ihn im Dorf Changtuozi fest. Mehrere Dorfbewohner versuchten, die Polizei aufzuhalten, blieben jedoch erfolglos. Zudem wurde seine Wohnung durchsucht.
Leng wurde in der Haftanstalt Guaibodian festgehalten. Im Januar 2026 erhob die Staatsanwaltschaft des Kreises Qianguo Anklage gegen ihn. Am 5. Februar 2026 fand vor dem Kreisgericht Qianguo die Gerichtsverhandlung statt. Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt verurteilte der Richter ihn zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein.
Insidern zufolge führt WeChat eine umfassende automatisierte Zensur sowie eine Inhaltsanalyse sowohl öffentlicher als auch privater Nachrichten durch. Jede Nachricht, jedes Bild und jedes Video, das „sensible“ oder „zensierte“ Informationen enthält, wird erfasst. Da jedes WeChat-Konto mit der Mobilfunknummer oder der Ausweisnummer des Nutzers verknüpft ist, kann die Polizei den Nutzer präzise lokalisieren und dessen Kontoinformationen abrufen. Zudem haben die Behörden die Internetdienstanbieter angewiesen, die Online-Aktivitäten ihrer Kunden für mindestens sechs Monate zu speichern.
Leng begann 1998, Falun Dafa zu praktizieren. Nachdem die Verfolgung im Juli 1999 eingesetzt hatte, geriet er wiederholt ins Visier der Behörden. Zusätzlich zu seiner jüngsten Haftstrafe verbrachte er bereits zwei Aufenthalte in Arbeitslagern und wurde zweimal in eine Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht.
Erste Haft im Zwangsarbeitslager
Am 25. November 2000 wurde Leng von Ji Wanshan, dem Leiter der Polizeistation Dashan, verhaftet, weil er Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Die Beamten fesselten ihn mit Handschellen an einen Heizkörper und schlugen auf ihn ein. Nach fast einem Monat Haft wurde er zu einem Jahr im Zwangsarbeitslager Jiutai verurteilt. Die Wärter zwangen ihn zu unbezahlter Arbeit. Zudem schlugen sie ihn und zwangen ihn, über lange Zeiträume hinweg zu stehen. Infolge der Folter verschlechterte sich sein Gesundheitszustand dramatisch, woraufhin er vorzeitig entlassen wurde.
Gezwungen, fernab von zu Hause zu leben
Vier Beamte der Staatssicherheitsabteilung der Stadt Songyuan sowie der Polizeistation Taohaotai drangen am 5. Juni 2007 in Lengs Wohnung ein und beschlagnahmten seine Falun-Dafa-Bücher sowie Informationsmaterialien. Sie forderten ihn auf, sie zu begleiten, doch er weigerte sich. Zunächst bestanden die Beamten nicht darauf, kehrten jedoch am 19. Juni zurück und versuchten erneut, ihn festzunehmen. Da Leng nicht zu Hause war, verhaftete die Polizei irrtümlicherweise seinen Nachbarn.
In der Folge suchte die Polizei wiederholt Lengs Wohnung auf, um nach ihm zu fahnden. Um einer Verhaftung zu entgehen, sah er sich gezwungen, monatelang fernab von zu Hause zu leben.
Zweite Haftzeit in einem Zwangsarbeitslager
Leng wurde am Abend des 3. März 2008 in seinem Zuhause von Xu Gang, Ding Dayi und Liu Yang von der Polizeistation Taohaotai sowie von Beamten der Polizeibehörde der Stadt Songyuan festgenommen. Seine Frau begab sich zweimal zur Haftanstalt, um ihn zu besuchen, doch wurde ihr der Besuch beide Male verweigert. Seine Eltern waren beide bei schlechter Gesundheit, und sein Sohn besuchte noch die Oberschule. Infolge der Verfolgung war er außerstande, auf dem Familienhof zu arbeiten, was seine Familie in enorme finanzielle Schwierigkeiten stürzte.
Nachdem Leng mehr als 50 Tage lang inhaftiert gewesen war, wurde er zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten im Zwangsarbeitslager Jiutai verurteilt. Er und andere inhaftierte Falun-Dafa-Praktizierende wurden gezwungen, Zementziegel herzustellen. Jeder von ihnen musste täglich 65 Tonnen Zement verarbeiten.
Zwei Inhaftierungen in einer Gehirnwäsche-Einrichtung
Am 15. September 2011 wurde Leng von zwei Beamten der Polizeistation Taohaotai sowie dem Sicherheitsbeauftragten des Dorfes Changtuozi festgenommen. Anschließend wurde er vier Tage lang in einer Gehirnwäsche-Einrichtung der Gemeinde Changlong festgehalten.
Im Herbst 2012 wurde Leng erneut festgenommen – diesmal von dem Beamten Liu von der Polizeistation Taohaotai. Zunächst brachte man ihn zum Polizeipräsidium der Stadt Songyuan und anschließend in eine Gehirnwäsche-Einrichtung in der Stadt Changchun, der Hauptstadt der Provinz Jilin. Nach 15 Tagen wurde er freigelassen.
Weitere Versuche, Leng festzunehmen
Der Leiter der Staatssicherheitsabteilung des Kreises Qianguo begab sich im August 2023 mehrfach in das Dorf Changtuozi, um Leng festzunehmen, blieb jedoch erfolglos.
Auch Beamte der Polizeibehörde des Kreises Zhenlai versuchten am 10. Juli 2024, Leng festzunehmen. Er war jedoch nicht zu Hause. Die Polizei kehrte einige Tage später zurück; erneut war er nicht anwesend. Sie durchsuchten sogar sein Maisfeld, konnten ihn jedoch nicht finden.